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jhmatz
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Beitrag von jhmatz » 24.05.2019, 11:11

Crossener Schüler machen sich schlau in Sachen Hochwasserschutz

Blickpunkt Elster: Regelschüler in Crossen beschäftigen sich im Projekt mit dem Hochwasser von 2013.


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Zum Projekt Hochwasser 2013 testen Thorben, Julian und Joey, wie verschiedene Böden Wasser aufnehmen können. Foto: Angelika Munteanu

Crossen. „Jetzt verstehe ich den Ernst der Lage“, sagt Sarah aus der Crossener Regelschule. Am Donnerstag hat sich ihre Klasse 6b mit dem Hochwasser 2013 an der Weißen Elster in einem Projekt zum „Blickpunkt Elster“ beschäftigt. Die Projekttage, die aktuell an verschiedenen Schulen am Flusslauf der Weißen Elster in Ostthüringen durchgeführt werden, sind organisiert vom Erfurter Planungsbüro IPU, das zuständig ist für die Öffentlichkeitsbeteiligung zu den aktuellen Hochwasserschutzplanungen des Freistaates Thüringen für die Weiße Elster.

Als die Flut fast auf den Tag genau vor sechs Jahren auch ins Elstertal im Saale-Holzland-Kreis kam, waren die heutigen Regelschüler sechs, sieben Jahre alt. Am Projekttag dokumentierten sie, welche dramatischen Auswirkungen die Überschwemmungen in den Dörfern hatten, in denen sie zu Hause sind: in Crossen, Hartmannsdorf , Silbitz , Tauchlitz , Caaschwitz und auch Rauda – mit immensen Schäden für Hauseigentümer, Industrie und Gewerbe und insbesondere das Stahlwerk Silbitz .

„Bei uns war der Keller vollgelaufen“, erinnert sich Antonia aus Hartmannsdorf . Niklas aus Rauda berichtete von den Schlammlawinen, die der Starkregen zur Zeit der Flut von den Hängen in sein Heimatdorf Rauda gewälzt hatte. Auch von einem Weg nach Tauchlitz , der seit dem Hochwasser bis heute nicht mehr passierbar sei, berichteten die Jungs der 6b.

Thorben ist zwar nicht persönlich betroffen gewesen von der Flut 2013, aber der Großvater in Crossen. „Ich hab‘ Sandsäcke mit gefüllt, die wurden gebraucht, sonst wäre Ahlendorf abgesoffen. Mein Papa war mit der freiwilligen Feuerwehr im Einsatz, um zu helfen.“ Für den Moment sei das damals für ihn ein großes Abenteuer gewesen, erinnert sich Thorben an die Flut und seinen Einsatz vor sechs Jahren. „Aber im Nachgang betrachtet, sah es damals schlimm aus an der Elster.“

Welche Auswirkungen Wasser und Überschwemmungen haben können, untersuchten die Regelschüler am Donnerstag in verschiedenen Experimenten. Umweltpädagogin Susanne Mohr , die die Projekttage an Schulen im Auftrag von IPU gestaltet, hatte zum Thema Hochwasser verschiedene Experimente vorbereitet. Anhand von Landkarten von den Dörfern an der Weißen Elster und von Wasserstandskarten während der Flut konnten die Kinder nachvollziehen, wie viele Häuser, Gärten, Fabriken, Straßen und Plätze von der Überschwemmung betroffen waren.

Untersucht wurden zudem Wasserdurchlässigkeit und -aufnahmefähigkeit von verschiedenen Böden. Blumentöpfe waren mit Sand, Kies, Erde mit und ohne Pflanze befüllt, dann wurde Wasser eingegossen und die Reaktion dokumentiert. Fazit der Jungs: Sand ist ein gutes Material zum Dämmen. Im Schulhof untersuchte derweil eine andere Gruppe die Wasseraufnahmefähigkeit von versiegelten, sprich gepflasterten Böden und unversiegelten wie der Wiese. Fazit: Betonpflaster lässt nichts versickern. Das Wasser fließt weg und sucht sich seinen Weg. All das ist zu beachten bei der Planung von Hochwasserschutz.

OTZ Angelika Munteanu / 24.05.19

jhmatz
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Beitrag von jhmatz » 02.12.2019, 16:35

OTZ

Schultag mal anders
Angelika Munteanu
29.11.2019, 20:02

Crossen. Regelschüler in Crossen malern, zimmern und basteln für ihre Schule. Elten unterstützen den Projekttag und kämpfen um den Schulstandort.
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Gemalert, gezimmert und für Weihnachten gebastelt wurde zum Projekttag an der Regelschule in Crossen.
Foto: Angelika Munteanu

Die 80 halben Semmeln, die in der Cafeteria der Crossener Regelschule fürs Frühstück geschmiert wurden, waren am Freitagvormittag schnell aufgegessen.
Projekttag macht hungrig, stellte Kirsten Kleemann, Klassenlehrerin in der achten Klasse, schmunzelnd fest.
Für kulinarischen Nachschub zur Mittagszeiten hatten die Schüler selbst gesorgt: Kürbiscremesuppe und Nudeln, die laut Lehrerin Cathleen Behringer „immer gehen“, mit Tomatensoße. „Zu Hause koche ich auch“, erzählte am großen Suppentopf Robin aus der achten Klasse. „Am liebsten Käse-Lauch-Suppe, die Rezepte hole ich mir aus dem Internet.“

Während die Gruppe der Nachwuchsköche mit Kochen und Geschirrspülen beschäftigt war, wurde in anderen Räumen der Crossener Regelschule gemalert, gezimmert und gebastelt. „Das werden Sitzmöbel für unsere Lümmelecke oben im Durchgang“, erklärten in einem der Eingangsräume im Erdgeschoss Pascal aus der Achten und Kevin aus der Neunten. Gemeinsam mit Florian aus Klasse 7 und Niklas und Noah aus der Neunten bauten sie Sitzmöbel aus Euro-Paletten.
Die Paletten hatte dank der Elternvertretung eine Firma spendiert. Mit der Schleifmaschine wurden die neuen Sitzmöbel für die Schulpausen noch blank poliert, damit sich niemand am Holz verletzen kann. Schon recht fachmännisch, schließlich will beispielsweise Pascal später einen Handwerksberuf erlernen.

Unterdessen malerten Lea und Pauline und etliche Jungs aus der Neunten in der Etage darüber den Flurübergang von der Regelschule zur benachbarten Grundschule, in dem die neuen Paletten-Sitze ihren Platz finden sollen.

Hoffen auf neue Lampen für den neuen Pausenraum

Einiges Maler-Training haben die Schüler bereits von zu Hause mitgebracht. An die frisch gestrichenen Wände sollten noch flotte Sprüche von Goethe, Einstein und Co. geschrieben werden. „Die Decke wird der Hausmeister noch streichen“, erklärte Lehrer Hans-Jürgen Pöhl. Nun hofft die Schule noch auf neue Lampen von der Schulverwaltung im Landratsamt für den neugestalteten Aufenthaltsraum für die Schüler.

„An der Schule muss viel getan werden“, weiß Elternvertreterin Adeline Schütze. Gemeinsam mit der Schule kämpfen die Eltern dafür, dass der Regelschul-Standort in Crossen erhalten bleibt. Und solange sich baulich nichts Wesentliches an der Einrichtung tut, sei es gut, dass die Schüler selbst mit ihrer Arbeit am Projekttag dafür sorgen, dass sie sich in ihrem Schulhaus wohlfühlen können. Deshalb werde der Projekttag auch von der Elternschaft unterstützt, erklärte Adeline Schütze.

Während die großen Regelschüler auf der Malerleiter hantierten, bastelten die jüngeren für das Weihnachtsfest. „Holz ist mein Ding“, versicherte Tim aus der 7. Klasse. Eigentlich wollte er Palettensitze mit bauen. Dann war er in der Gruppe derer gelandet, die aus Holzbrettern Memory-Tafeln gebaut haben. Frisch gestrichen und mit Klammern für Merkzettel versehen. Jedes Kind durfte sich sein kleines Kunstwerk mit nach Hause nehmen. „Einige bleiben aber auch in der Schule“, sagte Tim.

Bei den Holzhandwerkern wurden auch hölzerne symbolische Kerzen gefertigt, weil brennende Lichter im Schulhaus tabu sind. Die Holzkerzen fanden einige Räume weiter Verwendung bei den Mädchen, die damit ihre selbstgefertigten Adventsgestecke verzierten. Noch einige Räume weiter bastelten Jungs und Mädchen mit viel Kreativität und Fantasie Weihnachtskarten. „Für zu Hause. Aber für unsere Lehrerin haben wir auch eine gemacht“, verriet hinter vorgehaltener Hand Leon aus der 5. Klasse.

Während im Schulhaus weihnachtliche Stimmung am Projekttag einzog, schmückte der Hausmeister die Futterraufen auf dem Schulhof mit Tannengrün. Die hölzernen, überdachten Sitzgelegenheiten auf dem Pausenhof waren des Ergebnis eines vorangegangenen Projekttages. „Die hatten wir damals selbst gebaut“, berichtete heute noch ganz stolz der jetzige Paletten-Sitz-Erbauer Pascal.

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