Crossen in der Presse

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jhmatz
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Crossen in der Presse

Beitrag von jhmatz » 10.06.2008, 16:35

OTZ 10.06.2008

Ostthüringen macht"s vor
Mehr als die Hälfte der schuldenfreien Gemeinden Thüringens - Die meisten im Saale-Holzland-Kreis
Erfurt (OTZ/dpa). In Thüringen hatten Ende des vergangenen Jahres insgesamt 126 Gemeinden keine Schulden.

Das entspricht 13 Prozent der 968 Gemeinden im Freistaat, berichtete das Statistische Landesamt in Erfurt gestern. Im Jahr 2006 waren es 120 von damals noch 992 Gemeinden gewesen. Mehr als die Hälfte der schuldenfreien Gemeinden (66) kommen aus Ostthüringen. Die meisten davon liegen im Saale-Holzland-Kreis (34).

Die größte schuldenfreie Gemeinde Thüringens ist Schleusingen (Kreis Hildburghausen) mit mehr als 5600 Einwohnern. Danach folgen St. Kilian aus dem Landkreis Hildburghausen mit 3100 Einwohnern, Kamsdorf aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt mit 2900 Einwohnern, Benshausen aus dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen mit 2600 Einwohnern und Crossen an der Elster aus dem Saale-Holzland-Kreis mit 1900 Einwohnern.

Acht weitere Gemeinden haben zwischen 1000 und 1200 Einwohner, darunter auch Frauenprießnitz und Tautenhain im Saale-Holzland-Kreis und Blankenberg im Saale-Orla-Kreis. Die restlichen 113 schuldenfreien Orte haben weniger als 1000 Einwohner.

Bei den Kommunen mit Schulden reicht die Spanne von drei beziehungsweise vier Euro je Einwohner in Hamma (Kreis Nordhausen) und Gamstädt (Kreis Gotha) bis zu den fünf Gemeinden mit mehr als 5000 Euro pro Kopf: Blankenhain (Kreis Weimarer Land) mit 5379 Euro, Dorndorf-Steudnitz (Saale-Holzland-Kreis) mit 5949 Euro, Oberhof (Kreis Schmalkalden-Meiningen) mit 7034 Euro, Bernterode (Eichsfeldkreis) mit 8152 Euro und Obermehler (Unstrut-Hainich-Kreis) als Spitzenreiter mit 8552 Euro je Einwohner.

Nach Angaben des Landesamtes für Statistik ist bei ihnen die Verschuldung aber genauso rückläufig wie im kommunalen Landesschnitt. Demnach hatten die Gemeinden ihren Schuldenstand insgesamt um 4,3 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro verringert. Das entspricht einem Durchschnitt von 1126 Euro je Einwohner.

Bei den kreisfreien Städten kam die Landeshauptstadt Erfurt auf 987 Euro Schulden je Einwohner. Gera lag mit 781 Euro darunter, ebenso Jena mit 839 Euro je Einwohner. In Eisenach beträgt dieser Wert 826 Euro, in Suhl 1311 und in Weimar 1431 Euro.

Die meisten Schuldenfreien sind Gemeinden mit unter 1000 Einwohnern.

Landesamt für Statistik

09.06.2008

jhmatz
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Feuerwehr-Gerätehaus. (OTZ/Kemter)

Beitrag von jhmatz » 30.06.2008, 15:56

Mit Technik, Musik, Erfahrungsaustausch

Kameraden im Elstertal feierten mit vielen Gästen Jubiläum des neuen Gerätehauses

Zum Tag der offenen Tür hatte die Feuerwehr Crossen-Elstertal am Sonnabend in ihr Gerätehaus eingeladen.

Die Gäste konnten dort die Technik besichtigen und sich bei Musik der Walpernhainer Schalmeienkapelle Leckeres aus der Gulaschkanone oder vom Rost schmecken lassen.

Auch mancher Brand wurde gelöscht, allerdings nicht bei Vorführungen mit der Feuerwehrspritze, sondern jener in den Kehlen, dem ein Bierchen, Limonade oder Mineralwasser gut taten.

Unter den Gästen der Kameraden aus Crossen mit seinen Orstteilen, aus Rauda, Silbitz, Seifartsdorf, Hartmannsdorf und Walpernhain, die alle im Feuerwehrzweckverband vereint sind, war auch Konrad Illing, der seinerzeit als Landtagsabgeordneter der CDU den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Crossen mit auf den Weg gebracht hatte. Am Wochenende konnte nun bereits dessen zehnjähriges Bestehen gefeiert werden. Dazu gratulierten auch die Crossener Schützen mit einem Salutschießen, sowie Kameraden der Partnerwehren aus Bad Köstritz und aus Wetterzeube.

Ein noch größeres Jubiläum steht allerdings erst nächstes Jahr an, verwies Ortsbrandmeister Klaus Steiniger auf das dann 75-jährige Bestehen der Feuerwehr Crossen.

So habe man sich in diesem Jahr noch etwas zurück gehalten mit der Größe der Feier. Am Abend wurde das Gerätehaus allerdings trotzdem in einen Tanzsaal verwandelt.

Die wichtigsten Einsätze der Crossen-Elstertaler Wehr, die in der Einsatzabteilung 62 Kameraden zählt, waren in diesem Jahr das Hochwasser und der Brand in Hartmannsdorf Anfang Juni sowie Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen.

29.06.2008

jhmatz
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OTZ 23.07.2008 - Bürgermeister Jens Lüdtke nun vereidigt

Beitrag von jhmatz » 24.07.2008, 06:46

Crossens Bürgermeister Jens Lüdtke nun vereidigt

In der Gemeinderatssitzung am Montag
Crossen (OTZ).

Jens Lüdtke, der neue ehrenamtliche Bürgermeister von Crossen, ist am Montag in der öffentlichen Gemeinderatssitzung vereidigt worden.
Den Eid auf das Grundgesetz und die Verfassung des Freistaates Thüringen nahm ihm das älteste Gemeinderatsmitglied, Dr. Wolfgang Maruschky, ab.
Der Ehrenbeamte versicherte außerdem, dass er seine Aufgaben entsprechend der Thüringer Gesetze erfüllen und sein Amt unparteiisch ausüben werde. Das teilte VG-Vorsitzender Martin Bierbrauer auf OTZ-Anfrage mit.

Lüdtke, der in Tauchlitz wohnt, war am 22. Juni im ersten Wahlgang unter den vier Bewerbern als Nachfolger für den im Dezember 2007 verstorbenen Bürgermeister Wieland Rose gewählt worden. Danach amtierte sieben Monate lang Jürgen Görig. Wie er
wird auch Jens Lüdtke donnerstags von 16 bis 18 Uhr im Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft eine Bürgersprechstunde abhalten.


Bei Jürgen Göhrig, der nun bis 30. Juni 2009 (nächste Gemeinderatswahl) wieder 1. Beigeordneter des Bürgermeisters ist, bedankten sich die Ratsmitglieder mit Applaus für sein Engagement. Damit habe er gewährleistet, dass in Crossen auf kommunalem Gebiet lückenlos weiter gearbeitet werden konnte. Auch dem "Neuling" Lüdtke wird Göhrig nach Kräften weiter zur Seite stehen, habe er versichert.

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Hochwasser-Schäden beseitigen OTZ 5.8.08

Beitrag von jhmatz » 05.08.2008, 12:31

Hochwasser-Schäden beseitigen
Jens Lüdtke (rechts) und Jürgen Görich begutachten die sanierte Brücke im Crossener Rosental.

Bild

Jens Lüdtke (rechts) und Jürgen Görich begutachten die sanierte Brücke im Crossener Rosental.
Crossens neuer Bürgermeister Jens Lüdtke sieht darin eine der vorrangigen Aufgaben
Von OTZ-Redakteurin Angelika Kemter Crossen. Die derzeit wichtigsten Aufgaben in der Elstergemeinde sieht der neue Burgermeister Jens Lüdtke darin, die Schäden, die das Hochwasser und das Unwetter Anfang Juni angerichtet haben, zu beseitigen. Ortsansässige Firmen und Gemeindearbeiter wirken dabei seit Wochen mit.

"Im Moment laufen wir da zwar den Ereignissen etwas hinterher", würde Lüdtke lieber Neues angehen. Aber die Situation ist nun mal im Moment nicht anders.

So hatten die Wassermassen am 3. Juni beispielsweise im Crossener Rosental die Überfahrt über den Bach unmöglich gemacht. Alles war zugespült, die Brücke nicht mehr mit Fahrzeugen passierbar. Die Eigentümer bzw. Nutzer von Gärten und Wochenendhäusern konnten nicht mehr auf ihre Grundstücke gelangen.

Doch inzwischen ist auch das schon wieder Vergangenheit, freuen sich Bürgermeister und der Beigeordnete Jürgen Görich. Die Rosental-Brücke ist wieder bestens instand gesetzt, der kleine Durchlass jetzt durch zwei große Betonrohre ersetzt, die nicht so schnell verstopfen können. Natursteine stützen den Hang rundum ab, frisches Gras ist angesät. In Kürze soll die Brücke noch ein Geländer bekommen, kündigt Jürgen Görich an.

Ein weiterer Crossener Brückenbau wird derzeit an der Rauda in die Kur genommen, nahe der Stelle, wo der Bach in die Weiße Elster mündet. Wolfgang Wagner vom Howa-Ingenieurbüro Bad Köstritz erläutert bei einem Vor-Ort-Termin am Rautenanger, dass das Widerlager der etwa 150 Jahre alten Brücke stabilisiert werden muss. Dazu ist das Wasser zunächst auf eine Seite des Brückendurchlasses abgedrängt worden, auf der anderen Seite zunächst die Gründung der Brücke erneuert und dann Vorsatzbeton als neues Widerlager eingebracht worden.

Die eine Seite ist letzte Woche fertig geworden, die zweite folgt nun diese Woche. Ausgeführt werden die Arbeiten von der Baufirma von Uwe Bretschneider. Gemeindearbeiter und Kameraden der Feuerwehr halfen, das Wasser mit Hilfe von Sandsäcken umzuleiten.

Im September soll dann endlich auch ein weiterer Crossener Brückenbau saniert werden, die Elster-Brücke nach Tauchlitz. Aber das ist keine Angelegenheit der Gemeinde, sondern des Landkreises.

04.08.2008

jhmatz
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Vernünftiges Miteinander

Beitrag von jhmatz » 15.08.2008, 07:38

Vernünftiges Miteinander

Jens LüdtkeIch baue auf das Miteinander und will auch die Meinung Andersdenkender in unsere Arbeit im Gemeinderat einfließen lassen.

Von OTZ-Redakteurin Angelika Kemter Crossen.

Neben der Beseitigung von Hochwasserschäden (OTZ berichtete) sieht Crossens neuer Bürgermeister Jens Lüdtke die wichtigsten Aufgaben zu Beginn seiner Tätigkeit im Ehrenamt darin, Kontakte zu verschiedenen Kreisen der Bevölkerung zu knüpfen. Zwar befinde sich Crossen infrastrukturell und mit Blick auf die Gewerbeansiedlung "in beneidenswertem Zustand". Doch hält es Lüdtke für erforderlich, "das Geschaffene jetzt mit Leben zu erfüllen."
Dazu will er beispielsweise mit dem Köstritzer Gewerbeverein, zu dem etliche Crossener Unternehmen gehören, ins Gespräch kommen, um zu erkunden, welche Wünsche die Gewerbetreibenden an die Gemeinde haben. Auch sollen ihre Ideen mehr in die Entscheidungen der Kommunalpolitiker einbezogen werden.

Ein wichtiger von Lüdtkes Wünschen ist "ein vernünftiges Zusammenwirken mit der Verwaltungsgemeinschaft". Denn im "Nebenjob" könne er nicht 1900 Leute und drei Ortsteile "regieren".
- "Ich kann und muss hier nicht die Welt einreißen", sieht Lüdtke in der VG jenes Organ, dass die Beschlüsse des Gemeinderates umsetzt. Den Rat und die Bürger will er "zu einem vernünftigen Miteinander einladen", kündigt der Bürgermeister für Oktober eine Einwohnerversammlung an. Der genaue Termin steht aber noch nicht fest.

Ebenfalls noch keine ganz feste Größe in Crossen ist das Kulturhaus. "Es ist zwar etliches gemacht worden, aber das Haus ist noch nicht in dem Zustand, wo wir es uns wünschen", sieht Lüdtke hier Handlungsbedarf. Aber zunächst müssten sich die Crossener "mal einig werden, welche Widmung wir dem Haus geben wollen." Es solle auf keinen Fall etwas an den Bedürfnissen der Crossener vorbei in das Gebäude investiert werden. Nichts getan werden, was viel Geld kostet und letztlich nicht genutzt wird. Wichtig sei dabei, wie weit da schon Planungen schon gediehen sind.

Nicht nur unter der Überschrift Kulturhaus will der "Neue" nicht die jungen Leute in die eine Ecke, die älteren in die andere stellen, sondern auch hier "ein vernünftiges Miteinander" erreichen.
Mit ins Boot müssen da natürlich auch die Vereine, ist Lüdtke klar. Denn die betrachtet er als "Motor des gesellschaftlichen Lebens". Mit ihnen soll es demnächst eine gesonderte Gesprächsrunde zur Verständigung geben.
Auch den Verein Zeitzer Forst im Burgenlandkreis, in dem die Gemeinde Crossen Mitglied ist, will Lüdtke helfen, zu neuem Leben zu erwecken. Ein erster Schritt dazu ist der Naturbeobachtungsturm auf dem Sachsenberg.

Mit Blickrichtung Bad Köstritz sagte der Bürgermeister: "Zusammenarbeit immer. Aber nicht nur Gedankenaustausch, sondern Arbeit in Projekten. Und das bitte auf einer Augenhöhe, denn wir sich z w e i starke Zentren im Elstertal". Sein regionales Denken unterstreicht Lüdtke auch damit, dass er bereits die Bürgermeister in Eisenberg und Bürgel (Christian Nitsch stammt ja aus Crossen) besucht hat.

"Die Crossener mögen mich unterstützen, denn ich wohne in Tauchlitz drüben und bekomme nicht alle Details mit. Offenes und ehrliches Mitwirken auch der Gemeinderäte" ist für Lüdtke Voraussetzung für gute kommunale Arbeit, "denn einer allein ist hoffnungslos überfordert."

Im Gedenken an seinen Vorgänger ist Lüdtke sicher, dass er eine Möglichkeit finden, dessen Arbeit zu würdigen. Aber der Blick müsse weniger in die Vergangenheit, sondern nach vorn gerichtet sein.

14.08.2008

jhmatz
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Mädchen und Jungen aus der Crossener Schule - OTZ 15.9.08

Beitrag von jhmatz » 15.09.2008, 07:30

Denkmaltag mit Germane und Archäologen
Mädchen und Jungen aus der Crossener Schule zeigten gestern im Gutshof eine Modellgrabung, die unter fachmännischer Aufsicht der Archäologin Marie Petermann durchgeführt wurde. (Foto: OTZ/Dieter Urban)

Bild

Auftaktveranstaltung für den SHK im Rittergut Nickelsdorf - Vergangenheit aufgedeckt
Nickelsdorf (OTZ/teran). Die feierliche Auftaktveranstaltung zum diesjährigen "Tag des offenen Denkmals für den Saale-Holzland-Kreis fand gestern Vormittag auf dem Rittergut in Nickelsdorf statt.

Landrat Andreas Heller (CDU) fand, dass es keinen besseren Ort in der Region gebe, der so tief Einblick in die Vergangenheit blicken lässt, gleichsam aber auch die erfolgreiche Verknüpfung in die Gegenwart verdeutliche. Zu der Veranstaltung zum Denkmaltag gab es nicht nur die tanzenden "Museumsmäuse (Thalbürgel) sowie einen Schwert und Schmiedehammer schwingenden Germanen (Bernd Fehse aus Gera) zu sehen, sondern auch junge Archäologen, die das Erdreich der Vergangenheit nach oben schaufelten und dabei etliche Tonscherben frei legten. Ganz gewissenhaft, mit Mini-Spachtel und Pinsel und unter Anleitung der sachkundigen Archäologie-Expertin Marie Petermann geschah dies.

Ina John vom Verein "Ländliche Kerne führte die Gäste durch das Rittergut, an den Bratwurststand und zu der Modellgrabung, die von Crossener Schülern durchgeführt wurde.

Zwischendurch erfreute sich die Gruppe der interessierten Gäste an den Bänkelgesängen vom "Hohendorfer Trio , und sie ließen sich vom Hobbygermanen Bernd Fehse die Ausmaße des einstigen Thüringer Königreiches erläutern, so wie es vom 5. bis 6. Jahrhundert existierte.

14.09.2008

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Kosten für Kindergarten Hartmannsdorf höher

Beitrag von jhmatz » 18.09.2008, 06:49

Hartmannsdorf (OTZ). 18.9.08

Kurzfristig noch etwas draufgesattelt
Kosten für Kindergarten Hartmannsdorf höher - Geraer Amt bewilligte Nachförderung

Die derzeitigen Sanierungsmaßnahmen am Kindergarten Hartmannsdorf (siehe oben) kosten ca. 400 000 Euro - mehr als ursprünglich geplant, was sich nach der Ausschreibung herausstellte. Das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung (ALF) in Gera hat kurzfristig und unkompliziert eine Nachförderung bewilligt.

"Dafür hat sich auch Crossens neuer Bürgermeister Jens Lüdtke sehr mit eingesetzt", berichtet Zweckverbandsvorsitzende Johanna Scheller. "Dadurch konnte das Ruder noch rumgerissen werden." Martin Bierbrauer, Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft, sprach dem Amt namens der Bürgermeister "den Dank aus, dass hier unkompliziert Fördermittel ausgereicht und eine Erhöhung bewilligt wurde." Über das ALF wird die Hälfte der Kosten getragen - im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms, in dem Hartmannsdorf jetzt das letzte Jahr Förderschwerpunkt ist. Die andere Hälfte teilen sich die Zweckverbandsgemeinden Hartmannsdorf und Crossen nach der Anzahl der Kinder.

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In Hartmannsdorf wird rangeklotzt - OTZ Claudia Bioly

Beitrag von jhmatz » 18.09.2008, 06:51

In Hartmannsdorf wird rangeklotzt

Bild
VG-Vorsitzender Martin Bierbrauer, Kindergartenzweckverbands-Vorsitzende Johanna Scheller, Firmenchef Hartmut Herold, Gerd Mansel vom ALF, Kindergartenleiterin Karin Keutsch, Bürgermeister Armin Baumert, Architekt Dr. Lutz Schultheiß beraten über den Stand der Arbeiten.

Umfangreiche Sanierung des Kindergartens: Akribisch vorbereitet, zügig ausgeführt
Von Claudia Bioly Hartmannsdorf.
Der Kindergarten in Hartmannsdorf ist derzeit Großbaustelle. Die Gebäude erhalten komplett neue Fenster und Wärmedämmung. Brandschutztüren werden ein- und eine Fluchttreppe angebaut. Außerdem ist teilweise Mauerwerk trocken zu legen.

Beginn war Anfang September. Fertigstellung soll am 15. Oktober sein. Das ist ein ehrgeiziger Termin angesichts der umfangreichen Aufgaben, scheint aber - dank guter Vorbereitung, zügiger Arbeiten und straffer Kontrolle - zu schaffen zu sein. "Wir haben momentan sogar zwei Tage Vorsprung zum Bauplan", konnte Architekt Dr. Lutz Schultheiß am Dienstagnachmittag in einem Gespräch mit weiteren Verantwortlichen und der Presse berichten.

Den Zuschlag für die Gesamtmaßnahme, die in zwei Losen vergeben wurde, erhielt die Herold Hoch- und Tiefbau GmbH aus Eineborn. Sie beschäftigt als Subunternehmer Firmen aus der Region, z. B. Elektriker Franke aus Rauda, Maler Dietzsch aus Stadtroda, und die Fenster kommen aus Eisenberg von der Firma eiba.

Begonnen wurde im derzeit leer gezogenen "Haus 4", dem Anbau von 1971 (das Hauptgebäude entstand 1961). Nach Abschluss der Vorarbeiten werden seit Montag dieser Woche die Fenster eingebaut. Dienstagnachmittag war der obere Bereich schon fast fertig. Parallel wird die Fassade gedämmt. Bis Ende September soll das Gebäude geputzt sein, in einem hellen Gelb-Ton.

Nahtlos gehts dann weiter mit dem Haus 1, aus dem die Gruppen am letzten September-Wochenende ins Haus 4 umziehen wollen. Im Haupthaus werden die Arbeiten analog fortgeführt: Fenster, Fassade, Feuerschutztüren. Dazu kommt die Fluchttreppe, die eine Auflage der Baugenehmigung war. Nicht zuletzt erhält der Haupteingang auch eine neue, doppelflüglige Haustür.

"Das A und O war die gute Vorbereitung", erklärt Johanna Scheller, Vorsitzende des Kindergarten-Zweckverbands Elstertal. "Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut, wir stimmen uns wöchentlich ab. Dr. Schultheiß ist da sehr akribisch." Das gab auch mit den Ausschlag für die Beauftragung seines Büros "via pons" aus Chemnitz, bestätigte Bürgermeister Armin Baumert, der bei Baumaßnahmen auch schon ganz anderes erlebt hat.

Am Kindergarten aber geht es rapide vorwärts. "Hut ab vor den Bauarbeitern", sagte Baumert, denn die müssen nicht nur gut und schnell sein, sondern dabei auch Rücksicht nehmen auf die Kinder, z. B. während der Mittagsruhe.

Von der Herold GmbH sind stets zwei Bautrupps im Einsatz. "Wenn nötig, arbeiten wir auch am Wochenende", versichert Geschäftsführer Hartmut Herold, und die 44-Mann-Firma habe auch noch Reserven. Nun hoffen die Arbeiter, dass auch das Wetter weiter mitspielt: "Frost wäre problematisch, speziell beim Putzen."

17.09.2008

hossa21
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Sanieren nur Schritt für Schritt

Beitrag von hossa21 » 15.10.2008, 22:35

Wohnungsverwalter für Crossener und Hartmannsdorfer Blöcke schildert Situation
Von Angelika Kemter Hartmannsdorf/Crossen. "Wir können alles nur Schritt für Schritt machen", unterstreicht Jürgen Westfehling, Niederlassungsleiter der Wohnungsverwaltungsgesellschaft (WVG) Centuria, die insgesamt rund 35 000 Wohnungen betreut. 207 davon in Hartmannsdorf, von denen aber nur etwa die Hälfte bewohnt ist, und 313 in Crossen mit einem Leerstand von ca. 17 Prozent.

In Hartmannsdorf Am Raudabach 2 bis 7 ist gerade die Fassade von Moos und Schmutz gereinigt worden (OTZ berichtete), im letzten Herbst wurden einige Bäume gefällt, die die Sicht versperrten und das ihre zur Fassadenverschmutzung beitrugen.

Die Sockelkanten wurden gestrichen. Noch in diesem Jahr - bis Dezember solls fertig sein - sollen auch endlich die Treppenhäuser mal frische Farbe sehen, allerdings nur bis in die zweite oder dritte Etage, je nach dem, wie weit das Haus bewohnt ist.

"Schließlich müssen wir mit dem leben, was wir als Mieteinnahmen rein bekommen", beklagt Westfehling, dass es durchaus auch hier etwa fünf bis zehn Prozent Mietschuldner gebe. Hinzu kommt der Leerstand: "Wenn mehr Leute hier wohnen würden, könnte mehr gemacht werden", verweist der Wohnungsverwalter auf Inserate, Faltblattaktionen und Gespräche mit Unternehmen, um neue Mieter zu interessieren. Denn "das Umfeld stimmt, der Wohnraum ist gut geschnitten. Und auch für individuelle Umbauvorhaben der Mieter lassen wir mit uns reden", zählt Westfehling Vorteile auf.

Um die zum Leidwesen der Mieter sprunghaft angestiegenen Betriebskosten (wegen generell gestiegener Energiepreise und vorher nicht eingerechneter Kosten für Hauswart, Gartenpflege u. a., lautet die Begründung), wieder etwas zu reduzieren, strebt Westfehling an, die wenigen Mieter aus den hinteren Blöcken nach vorn in den nun hübscheren Block umzusiedeln. "So könnten wir hinten abschließen", versichert Westfehling, dass ein Abriss zumindest vorerst nicht vorgesehen ist.

Auch möglichst noch in diesem Jahr sollen die Dächer in der Crossener Waldstraße gemacht werden, eigentlich nur die Dachpfannen. - Wenn nicht wieder was Wichtigeres dazwischen kommt. "Und unverhofft kommt oft", weiß Jürgen Westfehling nicht nur von der 2007-er Havarie mit der Steigleitung. Damit so was nicht mehr passiert, wurden im Frühjahr Entkalkungsanlagen eingebaut, eine Investition von rund 50 000 Euro (OTZ berichtete). - Neben Geld spiele auch der Zeitfaktor eine große Rolle, weil die meisten Maßnahmen mit den Eigentümern der GGR Wohnpark Crossen abgesprochen werden müssen, Behörden müssen ihren Segen geben und Handwerker zur Hand sein. Beispielsweise habe noch keine Firma - weder regional noch überregional - auf die Bitte nach einem Kostenvoranschlag für die Dachreparatur reagiert, schildert Westfehling noch weitere Schwierigkeiten. Sehr positive Erfahrungen indes habe er mit den hiesigen Ämtern gemacht, z. B. der Verwaltungsgemeinschaft, die Anträge "zügig bearbeiten und vieles auf dem kleinen Dienstweg lösen."

jhmatz
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Sanieren nur Schritt für Schritt - OTZ 15.10.08

Beitrag von jhmatz » 16.10.2008, 06:44

Sanieren nur Schritt für Schritt
Wohnungsverwalter für Crossener und Hartmannsdorfer Blöcke schildert Situation
Von Angelika Kemter Hartmannsdorf/Crossen.
"Wir können alles nur Schritt für Schritt machen", unterstreicht Jürgen Westfehling, Niederlassungsleiter der Wohnungsverwaltungsgesellschaft (WVG) Centuria, die insgesamt rund 35 000 Wohnungen betreut. 207 davon in Hartmannsdorf, von denen aber nur etwa die Hälfte bewohnt ist, und 313 in Crossen mit einem Leerstand von ca. 17 Prozent.

In Hartmannsdorf Am Raudabach 2 bis 7 ist gerade die Fassade von Moos und Schmutz gereinigt worden (OTZ berichtete), im letzten Herbst wurden einige Bäume gefällt, die die Sicht versperrten und das ihre zur Fassadenverschmutzung beitrugen.

Die Sockelkanten wurden gestrichen. Noch in diesem Jahr - bis Dezember solls fertig sein - sollen auch endlich die Treppenhäuser mal frische Farbe sehen, allerdings nur bis in die zweite oder dritte Etage, je nach dem, wie weit das Haus bewohnt ist.

"Schließlich müssen wir mit dem leben, was wir als Mieteinnahmen rein bekommen", beklagt Westfehling, dass es durchaus auch hier etwa fünf bis zehn Prozent Mietschuldner gebe. Hinzu kommt der Leerstand: "Wenn mehr Leute hier wohnen würden, könnte mehr gemacht werden", verweist der Wohnungsverwalter auf Inserate, Faltblattaktionen und Gespräche mit Unternehmen, um neue Mieter zu interessieren. Denn "das Umfeld stimmt, der Wohnraum ist gut geschnitten. Und auch für individuelle Umbauvorhaben der Mieter lassen wir mit uns reden", zählt Westfehling Vorteile auf.

Um die zum Leidwesen der Mieter sprunghaft angestiegenen Betriebskosten (wegen generell gestiegener Energiepreise und vorher nicht eingerechneter Kosten für Hauswart, Gartenpflege u. a., lautet die Begründung), wieder etwas zu reduzieren, strebt Westfehling an, die wenigen Mieter aus den hinteren Blöcken nach vorn in den nun hübscheren Block umzusiedeln. "So könnten wir hinten abschließen", versichert Westfehling, dass ein Abriss zumindest vorerst nicht vorgesehen ist.

Auch möglichst noch in diesem Jahr sollen die Dächer in der Crossener Waldstraße gemacht werden, eigentlich nur die Dachpfannen. - Wenn nicht wieder was Wichtigeres dazwischen kommt. "Und unverhofft kommt oft", weiß Jürgen Westfehling nicht nur von der 2007-er Havarie mit der Steigleitung. Damit so was nicht mehr passiert, wurden im Frühjahr Entkalkungsanlagen eingebaut, eine Investition von rund 50 000 Euro (OTZ berichtete). - Neben Geld spiele auch der Zeitfaktor eine große Rolle, weil die meisten Maßnahmen mit den Eigentümern der GGR Wohnpark Crossen abgesprochen werden müssen, Behörden müssen ihren Segen geben und Handwerker zur Hand sein. Beispielsweise habe noch keine Firma - weder regional noch überregional - auf die Bitte nach einem Kostenvoranschlag für die Dachreparatur reagiert, schildert Westfehling noch weitere Schwierigkeiten. Sehr positive Erfahrungen indes habe er mit den hiesigen Ämtern gemacht, z. B. der Verwaltungsgemeinschaft, die Anträge "zügig bearbeiten und vieles auf dem kleinen Dienstweg lösen."

15.10.2008

jhmatz
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Gedanken um Zukunft Crossener Gebäude - OTZ 20.10.08

Beitrag von jhmatz » 20.10.2008, 06:37

Gedanken um Zukunft Crossener Gebäude
Sanierungen nötig - Dorfbild verschönern

Crossen (OTZ/Kemter).
Außer um das Klubhaus und um das Schloss machen sich Crossens Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder Gedanken um weitere Crossener Gebäude.

Einiges dazu sagte Bürgermeister Jens Lüdtke in der jüngsten Einwohnerversammlung (OTZ berichtete).

So lobte er, dass der Kindergarten in Hartmannsdorf, der ja vom gemeinsamen Zweckverband getragen wird, jetzt über die Dorferneuerung auch eine neue Fassade erhält. Das Clementinenhaus für die jüngeren Kinder sieht zwar außen prima aus, doch braucht es laut Bürgermeister dringend neue Sanitäranlagen.

Dazu soll das neue Förderprogramm U 3 genutzt werden, über das maximal 90 Prozent Förderung zu erwarten sind.

Dringender Sanierungsbedarf bestehe auch für die Crossener Schule, will Lüdtke mit den Zuständigen des Landkreises über Details dazu sprechen.

In der eigenen Verantwortung der Gemeinde liegt die Alte Schule in der Flemmingstraße - ein das "Dorfbild prägendes Gebäude", wie es Lüdtke nannte.

Allerdings kämen dort schon die Dachziegel runter, und es sei beschämend, es als Wahllokal zu nutzen. So schwebt dem Bürgermeister vor, das Gebäude zu sanieren und dann für die Verwaltung zu nutzen, die an ihrem jetzigen Standort Nöben 3 ohnehin keine optimalen Bedingungen habe.

Dort aber könnte - verwies Lüdtke auf Gespräche mit verschiedenen Ärzten aus der Region - altersgerechter Wohnraum entstehen. Den Sportplatz noch zum Park umgestaltet, wäre das eine Sache, die durchaus den Anforderungen der Zeit entspricht und "die Bedürfnisse der Menschen trifft", kündigte Lüdtke weitere Überlegungen dazu an.

Einiges davon kommt bestimmt schon zur nächsten Gemeideratssitzung zur Sprache, die für den 3. November angekümdigt ist.

19.10.2008

Bernd_das_Brot
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Beitrag von Bernd_das_Brot » 20.10.2008, 08:29

Ja ruhig weg mit dem Sportplatz, unsere Jugend sitzt doch eh nur noch vor dem Rechner zuwas braucht man dann einen Sportplatz im Sportunterricht! Wichtiger wird doch dann nur die Handgelenk Muskeln und ein paar Reflexe!

MfG Bernd

jhmatz
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Junge Band unter Hochspannung - OTZ 24.10.08

Beitrag von jhmatz » 27.10.2008, 07:50

Junge Band unter Hochspannung und spannend

Bild

Sebastian Nietzold, Marco Wölfer und Tobias Jauch, Constantin Jauch und Markus Srock - fast alles Crossener - sind "High Voltage". Die Band spielt am 1. November in Crossen und am 14. in Eisenberg. Mehr Infos findet man im Internet auf den Seiten www.highvoltage-band.de und www.myspace.com/hvrocks. (Foto: Band)




Zu erleben am 1. November im Klubhaus Crossen und am 14. November im AWO-Jugendhaus "Sicor"

Crossen (OTZ). Seit Mai 2005 existieren sie als Band "High Voltage", was man mit "Hochspannung" übersetzen kann.

Und weil sie das Musikmachen offenbar so hoch spannend fanden, haben der Zerspanungsmechaniker Sebastian Nietzold, die beiden Köche Marco Wölfer und Tobias Jauch, dessen Bruder Constantin (BWL-Student in Jena) und der Lagerwirtschaftsfachmann Markus Srock inzwischen ihr Hobby zum Beruf gemacht. Im November 2007 wagte jeder von ihnen den Schritt in die Selbstständigkeit.

"Jeder von uns hat seine eigene Firma gegründet", erklären Sebastian und Tobias. Als Band aber bleiben sie ein gemeinsamer Klangkörper, der vor allem Gitarren-Rock spielt: Sebastian (22) an der Melodie(Lead)-Gitarre, Marco (23), der einzige Crimmitschauer in der Crossener Runde, mit Gesang, Tobias (23) und Constantin (18) an der Rhythmus- und an der Bassgitarre sowie Markus (22) am Schlagzeug.

Nach Auftritten in der Region versucht die junge Band gerade, sich auch weiter außerhalb einen Namen zu manchen. Beispielsweise hatten sie letzten Sommer Auftritte in Hamburg oder Rostock. Aber auch auf die internationale Bühne drängt es die Elstertaler, die regelmäßig in Crossener Klubhaus proben. Schon haben sie ihre Fühler in Richtung Belgien und Frankreich, Russland und Spanien ausgestreckt, um dort für "Hochspannung" unter den Fans des Gitarren-Rocks zu sorgen.

Auch in der Heimat werden sie sich freilich weiterhin hören lasen. Am Sonnabend, dem 1. November werden sie in einem Konzert im Klubhaus Crossen aufspielen. Der Abend ist jedoch nicht nur für junges Publikum, sondern für alle Altersklassen gedacht. Er beginnt um 21.30 Uhr (Einlass ab 20 Uhr) mit der Gruppe "Red horizon" aus Gera, die auch Puhdys-Songs und 70-er-Jahre-Hits drauf hat, ehe "High Voltage" in die Saiten greift.

Am 14. November, ein Freitag, sind die Hochspannungs-Jungs dann gemeinsam mit zwei weiteren Bands, "New Age" aus Eisenberg und "MDS" aus Crossen, bei einer Rock-Veranstaltung im AWO-Jugendhaus "Sicor" zu erleben.

Und man darf durchaus gespannt sein, wo man demnächst sonst noch etwas von "High Voltage" vernehmen wird.

24.10.2008

jhmatz
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DER SPIEGEL 46/1996 vom 11.11.1996, Seite 90

Beitrag von jhmatz » 03.11.2008, 15:08

Lehrer
Kübelweise Schmutz
Als erstes Ost-Bundesland leiht Thüringen Pädagogen in den Westen aus. Lehrerverbände wollten das Projekt torpedieren.

Das große "P" für Papa, Pilz und Palme ist ein langer Strich, an dem oben ein Rucksack hängt. "Ganz toll, Kinder", lobt die Lehrerin Hannelore Poschner, 53, während sie durch die Tischreihen geht. Als gäbe es körbeweise Schokolade zu gewinnen, malen die Erstkläßler an der Alexandervon-Humboldt-Schule in Eschwege den neuen Buchstaben in ihre Hefte - genau so, wie es ihnen Frau Poschner erklärt hat.

Eine Kollegin aus der Nachbarklasse kommt herein, um sich eine Rechenhilfe zu leihen. Sie ist von der Konzentration begeistert, mit der die Kleinen üben: "Bei dir ist es aber ruhig!"

Solche Anerkennung bedeutet der Lehrerin viel. Als sich die Thüringerin im Sommer mit anderen Kollegen um eine Stelle in Hessen bewarb, schlug ihnen heftige Ablehnung entgegen. "Du hast aber Mut", sagten ihre Freunde, als sie bei ihren Plänen blieb.

Auch andere wurden gewarnt: "Da findest du eh keinen Kontakt", bekam die Pädagogin Birgit Borchardt, 26, zu Hause in Gera zu hören, bevor sie in den Westen zog.

36 Pädagogen aus Thüringen sind seit Beginn des neuen Schuljahres für zunächst zwei Jahre an hessische Grundschulen ausgeliehen. Weil in Thüringen die Schülerzahlen dramatisch sinken, in Hessen dagegen noch steigen, aber das Geld für Lehrer fehlt, vereinbarten die Nachbarländer die bundesweit bisher einmalige Kooperation.

Das Gehalt der Lehrer zahlt weiter die Landeskasse in Erfurt, während Wiesbaden den Rest zum Westtarif drauflegt und die Fahrtkosten übernimmt - so müssen die Hessen nur rund 25 Prozent der Kosten für einen Lehrer tragen.

"Erstmals", registriert Thüringens Kultusminister Dieter Althaus (CDU) erfreut, gebe es damit eine "konkrete Hilfe für ein altes Bundesland aus einem neuen". Jahrelang hatten zuvor die Westländer Geld und Leihbeamte zum Aufbau nach Ostdeutschland geschickt. Das Projekt, lobt Althaus' hessischer Kollege Hartmut Holzapfel (SPD), fördere "die innere Einheit Deutschlands".

Doch noch bevor die Ost-West-Leihbeamten ihre erste Stunde gehalten hatten, war ein eisiger ideologischer Proteststurm über sie hinweggefegt - an der Spitze der Kritiker pikanterweise jene Lehrerverbände, die dem Vereinigungskanzler Helmut Kohl (CDU) politisch nahestehen.

Die Ostler mit dem "Image von Billig-Lehrern", nörgelte der konservative Lehrerverband VDL, hätten allenfalls das "Niveau von Kindergartenpersonal". Der Landesvorsitzende der hessischen CDU-Lehrer, Hans-Jürgen Irmer, äußerte "Zweifel an der demokratischen Grundeinstellung" der Kandidaten. Aber auch Vertreter der eher linken Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erklärten, sie sähen das Projekt "nicht gern".

Angeblich treibt die Interessenvertreter vor allem die Sorge um die "hessischen Landeskinder" (Irmer) um, denen die Konkurrenz aus dem Osten die Stellen wegnehme - ein Witz bei derzeit 36, später maximal 250 Ostdeutschen unter insgesamt über 44 000 Lehrern in Hessen. Daß jährlich Hunderte von Bewerbern aus anderen Bundesländern regulär im hessischen Schuldienst eingestellt werden, stört die Schullobbyisten dagegen nicht.

In Thüringen stieß die Neid-Kampagne bitter auf. "Hessen prügeln schon wieder die Ost-Lehrer", klagte die Thüringer Landeszeitung. "Da wurde kübelweise Schmutz ausgeschüttet", wirft auch der Erfurter GEW-Vorsitzende Richard Schaefer seinen Westkollegen vor. Etlichen Kandidaten nahm das Sperrfeuer offenbar die Lust - tatsächlich meldeten sich auf die 50 ausgeschriebenen Stellen nur 32 Frauen und 4 Männer.

Gespannt schauen nun die Regierenden von Dresden bis Potsdam nach Hessen, wie sich das Modell in der Praxis bewährt. Sachsen-Anhalt verhandelt schon mit Niedersachsen über einen ähnlichen Vertrag. Denn alle neuen Länder trifft der Geburtenrückgang und das Schulsterben. Ein Wechsel in den Westen könnte etliche der Ostlehrer vor der Arbeitslosigkeit bewahren.

Die Chancen, daß das Leih-Programm doch noch ein Erfolg wird, stehen gut. Denn, wie sooft, werden Vorurteile in der Praxis widerlegt. An den Schulen, bestätigen die Schulämter, wurden die neuen Kollegen ohne Probleme aufgenommen. "Ich bin hier mit offenen Armen empfangen worden", stellt auch Hannelore Poschner erleichtert fest.

Am ersten Elternabend in der Poschner-Klasse hielt sich der Rektor der Humboldt-Schule, Wolfgang Krüger, noch sicherheitshalber in seinem Zimmer bereit. "Wir hatten uns vorher überlegt", sagt Krüger, "Thüringen am besten gar nicht zu erwähnen."

Der Rektor gibt zu, auch er habe zunächst "emotional" reagiert: "Meine Tochter macht im März Examen als Grundschullehrerin, dann steht sie auf der Straße." Gleichzeitig ist Krüger froh über die Verstärkung, denn nach dem üblichen Stellenplan hätte er niemanden bekommen. Gerade mal 5 hessische Vollzeitkräfte, rechnet das Kultusministerium, hätte man für die 36 Thüringer Lehrer bezahlen können.

Auch Poschners Kollegin Borchardt fühlt sich an ihrer neuen Schule in Kassel wohl. Nur einmal bemerkte eine Mutter spitz: "Sie sind wohl aus der Zone." Da entschloß sich Borchardt auf einem Elternabend zur Offensive: "Übrigens, ich bin aus Thüringen, Sie haben sicher von dem Programm gehört." Es gab keine Fragen.

Daß sie eine andere Ausbildung hat als ihre neuen Westkollegen, ist für die selbstbewußte junge Frau kein Problem: "Ich bin deswegen doch keine schlechtere Lehrerin." Der Rektor der Losse-Schule, Wolfgang Erler, lobt den Ostimport als "eine sehr engagierte Kollegin".

Mit 20, wenn andere gerade das Abitur hinter sich haben, gab Birgit Borchardt schon Unterricht. In der DDR brauchten Lehrer kein Hochschulstudium, um die ganz Kleinen zu unterrichten. Nach zehn Jahren in der polytechnischen Oberschule absolvierten sie vier Jahre lang eine pädagogische Fachschule.

Am Lehrerinstitut in Crossen an der Elster gehörte Borchardt 1990 zum letzten Jahrgang, der den Abschluß nach dem DDR-Modell machte. Kein Problem: Im "Greifswalder Abkommen" von 1993 vereinbarten die Kultusminister, daß im Westen auch die alten Abschlüsse Ost anerkannt werden, wenn sich die Lehrer in der Praxis bewähren.

Gewohnt an strenge Disziplin und Frontalunterricht, bei dem der Lehrer der "Chef im Ring" ist, genießt Birgit Borchardt in der roten Backsteinschule in Kassel nun eine neue Freizügigkeit.

An ihrer alten Schule in Gera war sie es gewohnt, daß "ständig die Hefte kontrolliert wurden und man sich ständig irgendwie rechtfertigen mußte". Der Lehrerverband VDL unterstellt daher den Thüringer Kollegen, sie könnten sich nicht mehr umstellen. "Wer 15 Jahre an einer Polizeischule unterrichtet hat", vergleicht der Landesvorsitzende Manfred Timpe, "hat eben Probleme an einer normalen Schule."

Für Hannelore Poschner stimmt das nicht. Sie war 28 Jahre Lehrerin an einer DDR-Schule - und arbeitet nun begeistert nach neuen Rezepten. Dazu gehört der fließende Schulbeginn. Ab dreiviertel acht können die Kinder in die Schule kommen, dort noch ein wenig spielen oder mit Freunden reden, bis dann um 8.30 Uhr für alle die erste Stunde beginnt. Poschner: "Viele Kinder haben morgens Anlaufschwierigkeiten, da kann ich mich einzeln um sie kümmern."

Daß sie früher in der SED war, verschweigt die Lehrerin nicht. Als sie 1975 ein Zusatzstudium absolvierte, um Schulleiterin zu werden, besuchte sie eines Abends der Parteisekretär der Schule und fügte wie beiläufig an: "Übrigens, wir haben da was vergessen, du mußt noch in die Partei."

Nach der Wende durfte sie deshalb insgesamt anderthalb Jahre nicht arbeiten. Poschner: "Das war eine schlimme Zeit, ich fiel von einem Loch ins andere." Doch sie gewann vor dem Arbeitsgericht, ihr konnten keine Verfehlungen angelastet werden.

Alle Hessen-Bewerber, versichert das Kultusministerium in Erfurt, seien sogar dreimal überprüft: zunächst politisch, --- S.93 dann bei der Gauck-Behörde und schließlich noch hinsichtlich ihrer Qualifikation.

Als Hannelore Poschner nach der Wende zum erstenmal ein Klassenzimmer West betrat, war sie "tief schockiert": Ihr schien der Unterricht "so chaotisch, als machten die Schüler, was sie wollen". Sie wuchs mit strenger Disziplin auf und gab sie weiter - "das färbt halt ab".

Ein bißchen Ordnung, meint auch Birgit Borchardt, könne doch gar nicht schaden. Zur Sportstunde betreten ihre Schüler ohne das übliche Schubsen die Turnhalle, zuerst die Mädchen, dann die Jungen. Zur Begrüßung stellen sie sich an der Grundlinie auf, im Sitzen hören sie zu, was ihre Lehrerin heute vorhat. Erst dann dürfen sie lostoben.

Auch sonst, findet Borchardt, war "doch nicht alles schlecht, was wir gemacht haben". Von ihrer alten Schule hat sie sich Pappschilder mit den Buchstaben in groß, klein, Druck- und Schreibschrift geholt, die man an die Tafel hängen kann. "Das gab's hier nicht."

Auch als sie nach dem gewohnten "didaktischen Schülerarbeitsmaterial" fragte, erntete sie nur Kopfschütteln. Sie meinte Magnettafeln mit Buchstaben für jeden Schüler, auf denen die spielerisch Wörter bilden können. "Vielleicht können die Kollegen hier auch was von uns lernen."

Einer der Kritiker hat diese Lektion schon verstanden - der nationalliberale FDP-Mann Heiner Kappel. Vor Beginn des Projekts tönte er noch, es sei fraglich, ob sich die Eltern "solch abenteuerliche Vorhaben tatsächlich bieten lassen".

Doch dann nahm er eine Einladung des Thüringer Kultusministers an, mal ein paar Schulstunden in Thüringen zu besuchen - und kam geläutert zurück. "Was ich in Thüringen gesehen habe", erklärte Kappel, "ist dermaßen gut, daß ich mich entschuldige - basta."

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Nickelsdorf lädt zum Voradvent ins Rittergut

Beitrag von jhmatz » 19.11.2008, 08:13

Nickelsdorf (OTZ).
Viel Regionales ist für kommenden Sonnabend, 22. November, ab 11 Uhr im ehemaligen Rittergut auf dem Mühlberg angekündigt. Buntes Markttreiben mit altem und neuem Handwerk und ein ebensolches klingendes Programm - das und noch mehr gibts beim 7. voradventliche Markt.

Viel Regionales bei Markt und Musikprogramm
Nickelsdorf lädt zum Voradvent ins Rittergut

Letzteres wird gestaltet von der Musikgruppe des Eisenberger Gymnasiums (12 Uhr), vom Volkschor Aga/Lusan (13 Uhr) und vom Gesangverein Humor Schkölen (14 Uhr). Hinzu gesellen sich ab 14.30 Uhr auch Wilfried Mengs und der singende Weihnachtsmann Orje. Für einige Zeit machen sie ab 15 Uhr auf der Bühne aber ein wenig Platz für die Jungen und Mädchen aus dem Kindergarten Hartmannsdorf, die ebenfalls ihre Lieder und Gedichte beisteuern.

Für Kinder gibts auch wieder eine Backstube, Spiele und Möglichkeiten zum Basteln. Ältere Semester können sich in der Kaffeestube vom Marktbummel erholen. Weitere Überraschungen werden noch nicht verraten.

Der Markt setzt in bewährter Weise auf regionale Produkte von Direktvermarktern. Mittlerweile über 35 stilvolle Stände bieten ein abwechslungsreiches Angebot von Weihnachtsschmuck, Holzwaren, Ölseifen, handgefertigten Korbwaren, Porzellan und Keramikartikeln, Malerei, Räucher- und Schafskäse, Gemüse, Tee, Gewürze, Wein, Honig, Senf sowie viele auserlesene Köstlichkeiten.

Auch die Gastronomie bietet die ganze vorweihnachtliche Palette. Weihnachtliche Gerüche von Mandelduft, Bratäpfeln, Kartoffelpuffern sowie Produkte von der Hoffleischerei Etzdorf, Schwein am Spieß, russische Spezialitäten und Thüringer Gerichte in der Gutsherrenschenke, werden die Besucher verführen. Natürlich gibt es zum Aufwärmen den guten Glühwein, der bei frostigem Wetter wahre Wunder tut.

Attraktive Darbietungen lassen für Jedermann unterhaltsame Stunden erwarten. Auf dem Hof werden Drehorgelklänge ertönen. In der Kreativwerkstatt ist eine Bilderausstellung zu sehen, kann gebastelt werden, und ein Porträtmaler aus Dresden zeichnet mit schnellem Stift.

Alle Autos können wieder auf dem Parkplatz an der Elster abgestellt werden.
Von dort pendeln - als Service der Veranstalter vom Verein Ländliche Kerne - Kleinbusse den Berg hinauf.

18.11.2008

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