Ich kann soviel Dummheit nicht begreifen

Hier kann alles rein, was im Grunde nix mit Crossen zu tun hat

Ich kann soviel Dummheit nicht begreifen

Beitragvon jhmatz » 11.07.2012, 07:18

Diesen Artikel muß man gelesen haben und als Thüringer müßte man vor Scham im Boden versinken.

Es ist nur, für diese Leistungen kassieren die thüringer Politiker und Staatsbeamten eine unsumme von Geld.
Wenn man sich dagegen vorstellt, was hier in osttüringen ein Normalverdiener der ordentlich seine Arbeit macht ausgezahlt bekommt, da stellen sich mir die Nackenhaare auf.

Hier also die Artikel aus der OTZ:


Keiner will Roewer nach Thüringen geholt haben

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Der erste Thüringer Innenstaatssekretär, Michael Lippert, nach seiner Aussage. Foto: Sascha Fromm

Wer hat Helmut Roewer ins Amt geholt? Die Frage klingt simpel, aber seit Mitte Mai findet der Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss darauf keine Antwort.
Erfurt. Auch der Betroffene selbst machte am Montagabend nur sehr vage Angaben darüber, wer ihn denn angesprochen habe, in Thüringen Verfassungsschutzchef zu werden. Er hatte bis 1994 in Bonn beim Bundesinnenministerium gearbeitet.

Auch gestern konnten sich die Zeugen vor dem Untersuchungsausschuss nicht so genau erinnern. Roewers Amtsvogänger, Harm Winkler, erklärte nur, dass ein Mann, den er nicht kannte und der sich mit Roewer vorgestellt habe, eines Tages mit der Erklärung, er sei der neue Amtschef, in seinem Dienstzimmer gestanden habe.

Auf die Frage, ob er eine Übergabe wünsche, soll Roewer "nein" gesagt haben, erinnerte sich Harm Winkler. "Da hätte ja jeder zu Ihnen kommen können, und das Amt übernehmen", fragte der FDP-Abgeordnete Heinz Untermann . Nach kurzer Überlegung kam vom Zeugen ein "Ja".

Helmut Roewer selbst hatte einen Tag zuvor ausgesagt, dass keine Übergabe erfolgt sei und er fast nur Mitarbeiter vorgefunden hätte, die für ihre Aufgabe nicht qualifiziert waren.

Der fehlenden Mitarbeiter-Ausbildung widersprachen am Dienstag sowohl Harm Winkler als auch der damalige Innenstaatssekretär, Michael Lippert, vor dem Ausschuss.

Aber auch Lippert wollte oder konnte sich so gar nicht erinnern, wer denn den umstrittenen Verfassungsschutzpräsidenten 1994 in sein Thüringer Amt geholt hatte.

In nichtöffentlicher Beratung wurde er allerdings mit einem von ihm unterzeichneten Aktenvermerk konfrontiert, in dem er die Vorzüge Roewers als Experten und die Nachteile von Harm Winkler aufgezählt hatte.

Sicher scheint das indes aus Roewers Sicht nur eine weitere Posse in den Stück zu sein. Er erinnerte sich, dass er im Frühsommer 1994, am Morgen nach einer Abschieds-Party in einer Erfurter Gaststätte, die von Regierungschef Bernhard Vogel (CDU) unterschriebene Ernennungsurkunde in seiner Jacke gefunden habe.

Eckart Werthebach sollte abgeworben werden
Er meinte, das Dokument während der Party von einem Boten übergeben bekommen zu haben. Erstaunlich ist schon, dass niemand aus der damaligen Landesregierung die Verantwortung für die Einstellung von Helmut Roewer übernehmen will.

Auch der damalige Innenminister, Franz Schuster (CDU), konnte dem Ausschuss nicht wirklich weiterhelfen.

Dagegen überraschte Lippert gestern die Ausschussmitglieder mit dem Verweis darauf, dass es einen erfolglosen Versuch gegeben haben soll, den damaligen Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Eckart Werthebach, für Thüringen zu gewinnen.

Werthebach war 1995 aus dem Amt geschieden.

Neu für die Abgeordneten war auch, dass der Verfassungsschutz im Jahr 2000 ein Verbotsverfahren gegen den rechtsextremen Thüringer Heimatschutz angeregt haben soll. Helmut Roewer hatte in seiner nächtlichen Vernehmung auf ein entsprechendes Schreiben seiner Behörde verwiesen.

Und der frühere Verfassungsschutzchef wies entschieden die Vorwürfe zurück, dass aus seiner Behörde V-Leute vor Razzien gewarnt wurden. In mindestens zwei Fällen besteht ein entsprechender Verdacht.


Kai Mudra / 11.07.12 / tag


Thüringer Verfassungsschutz im NSU-Skandal "Es war dunkel, außerdem war ich betrunken"

10.07.2012, 17:21

War der Thüringer Verfassungsschutzpräsident ein Dilettant, der im Büro Fahrrad fuhr, barfuß umherlief und Damen bewirtete? Der NSU-Untersuchungsausschuss zeichnet ein verheerendes Bild von Helmut Roewer und seiner Behörde. Eine Linken-Abgeordnete hat die unglaublichsten Aussagen gesammelt und ins Netz gestellt.

Wenn es nicht um zehn Mordopfer ginge, um eine Nazi-Terrorbande, die zehn Jahre lang frei herumlaufen konnte, dann wäre das, was im Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz offenkundig vor sich ging, Material für eine Slapstick-Komödie. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man laut lachen.
NSU-Untersuchungsausschuss befragt Ex-Verfassungsschutzchef Roewer

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Helmut Roewer war von 1994 bis 2000 Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz in Thüringen. (© dapd)

Die stümperhafte Arbeit der Erfurter Behörde war am Montag Gegenstand im NSU-Untersuchungsausschuss im Thüringer Landtag. Der einstige Präsident des Landesamtes, Helmut Roewer, wies jede Verantwortung von sich. Sein bemerkenswerter Auftritt ist in diesem SZ-Artikel nachzulesen.

Das Protokoll der Sitzung ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die Linken-Abgeordnete Katharina König, die an der Befragung teilnahm, hat jedoch die "Top 10 Aussagen" der drei Verfassungsschutz-Zeugen in ihrem Blog veröffentlicht. Um das "Wahnsinnschaos" zu dokumentieren, wie sie im Gespräch mit SZ.de sagt. "Die Sitzung wurde ja nicht im Fernsehen übertragen, es gab für die breite Öffentlichkeit keine Möglichkeit, das Chaos zu dokumentieren. Deshalb habe ich die bemerkenswertesten Zitate mitgeschrieben und online gestellt."

Im Netz werden die Aussagen der Verfassungsschützer mit einer Mischung aus Amüsement und Fassungslosigkeit kommentiert: "Ist das der Verfassungsschutz oder ein Irrenhaus?" oder "Wenn es nicht so schlimm wäre, wäre es große Comedy", heißt es bei Twitter. "Die Zitate waren dermaßen bizarr, dass ich mich dabei erwischt habe, immer wieder nachzuschauen, ob ich nicht auf den Titanic-Seiten bin", schreibt ein Kommentator in einem Blog.

Ähnlich ging es Dorothea Marx, Landtagsabgeordnete der SPD und Vorsitzende des Untersuchungsausschusses: "Es gefriert einem das Lachen, wenn man das hört." Marx bestätigte die Echtheit der Zitate auf SZ-Anfrage.

Nachfolgend dokumentieren wir die von Katharina König gesammelten Aussagen.

Norbert W., ein heute pensionierter Geheimdienstler, der seinerzeit in der Abteilung "Werbung und Forschung" des Landesamts tätig war, wird wie folgt zitiert:

"Der Roewer sollte mal aus dem Amt gedrängt werden. Dafür wurde ein Dossier angefordert. Dazu kam es aber nicht. Die Person ist kurzfristig nach einem Urlaub verstorben."

"Skinheads anzuwerben war eine absolute Katastrophe, die besaufen sich und können sich dann an nichts mehr erinnern."

Im Anschluss an Norbert W. sprach Karl Friedrich Schrader, einst Referatsleiter in der Abteilung für Rechtsextremismus.

"Roewer ist in der sechsten Etage der Verfassungsschutzbehörde einmal Fahrrad gefahren. Auf die Frage, warum er das macht, antwortete er, er müsse neue Observationsfahrräder testen für die Observationskräfte."

"Einmal kam ich in Roewers Dienstzimmer, da standen drei Tische aneinander, mit Kerzen, Käse, Wein und sechs bis sieben Damen drumherum. Man wusste gar nicht, mit welcher er zuerst zu Gange ist. Ich sollte ihm in deren Anwesenheit geheime Dinge erzählen."

"Im Sommer lief Roewer immer barfuß durchs Amt. Dann lagen seine schwarzen Füße auf dem Schreibtisch, während wir uns in seinem Büro besprachen."

"Leider wurde das Referat 1998 von Roewer aufgelöst, so wie er das immer selbstherrlich machte. Immer dann, wenn er mit dem Referatsleiter Ärger hatte, hat er das Referat aufgelöst. Und das war dann so."
Eine Quelle namens "Günther"

"Roewer hatte eine eigene Quelle, die keiner kannte, die hieß Günther. Alle im Amt wussten von der Quelle Günther und dass sie gut bezahlt wurde. Aber keiner kannte sie."

"Als ich einen Beschwerdebrief über die Praxis im Amt an den Innenminister schrieb, wurde ich im Anschluss mit sieben bis acht Verfahren überzogen. Man hat mich zum Amtsarzt geschickt, um meine geistige Gesundheit zu überprüfen."

"Nach Weihnachten 1999 hat mir Roewer Hausverbot erteilt. Danach war ich bis 2005 bei vollem Gehalt zu Haus. Am Anfang hab ich mich zuerst nicht so wohlgefühlt, aber nach einiger Zeit dann doch gut daran gewöhnt."

Helmut Roewer stritt die Anschuldigungen ab. Seine eigenen Aussagen sind jedoch kaum geeignet, die Behörde in ein besseres Licht zu rücken. Im Gegenteil.

"Es gab viele im Amt, die nichts konnten, und nur wenige, die fortgebildet werden konnten. Ich galt als Spitzenkraft auf dem Gebiet Verfassungsschutz."

"Einmal musste ich disziplinarrechtlich einschreiten, da hatte einer meiner Mitarbeiter volltrunken einen Dienstwagen zu Schrott gefahren. Hinter der freundlichen Fassade steckt nicht immer Kompetenz."

"Es waren 50 Leute im Landesamt für Verfassungsschutz, von den 50 hatte keiner eine richtige Ausbildung. Meine Vorgesetzten waren der Meinung, ich sollte das machen. Sie haben mich exzellent beurteilt."

"Es wurde aus unserem Amt versehentlich mal ein Fax an die Grünen verschickt, mit einer Personenliste von PDS-Abgeordneten. Das Fax sollte eigentlich an die CDU gehen und war aber gar nicht autorisiert. Ein Mitarbeiter hat das ohne Absprache mit mir gemacht. Ich war da im Urlaub."

(Auf die Frage, wie er Verfassungsschutz-Präsident wurde:) "Es war an einem Tag nachts um 23 Uhr, da brachte mir eine unbekannte Person eine Ernennungsurkunde vorbei, in einem gelben Umschlag. Es war dunkel, ich konnte sie nicht erkennen. Ich war außerdem betrunken. Am Morgen fand ich den Umschlag jedenfalls noch in meiner Jacke."

URL:
http://www.sueddeutsche.de/politik/thue ... -1.1407991
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
(Süddeutsche.de/joku/mikö/segi/gba)
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Re: Ich kann soviel Dummheit nicht begreifen

Beitragvon ein_Lützower » 14.07.2012, 10:18

"Thüringer Politiker"
Nein,man muss als geborener Thüringer nicht vor Scham in den Boden versinken,ob dergleichen "Thüringer Politiker".Dies aus mehreren Gründen:
1. Sind die meisten keine "Thüringer",sondern "Verordnete Beigeordnete" aus dem Teil des Camps,welche dergleichen im Überfluss zu bieten hatte und hat.
2. Manche dieser Heroen wissen ja noch nicht einmal,wen sie per Urkunde ernannt haben und die "Ernannten" wissen
beim besten "Willen",nicht wie die Urkunde in ihre Jackentasche geflogen ist.Alles und aktuell "amtlich" nachzulesen .Eben wie im Rausch,....im Vollrausch!.
3. Einige wissen um den Vogel,welcher über dem "Neuen"Thüringen kreist und...halten ganz schnell untertänigst eine "Erklärung" der abgebenden Bonner Dienststelle des Ausschusses für die Parlamentarische Untersuchung für mehr als ausreichend.Da kreist nicht nur ein Vogel über dem Land,sondern man hört die Nachtigal unüberhörbar kräftig trapsen,im "Neuen" Thüringen.
4. Mangelndes Bares wird eben durch Bar's ersetzt,mal in Obergeschossen aber insbesondere auch im Keller.Aber dabei sind das eigentlich "Think Tanks" und die gläsernen Behältnisse und kleinen Fässchen enthalten nur den Treibstoff für die Tanks,sonst thinkt da gar nix.
5. Das Fahren mit Zweirädern in den Fluren der wie durch ein Woonder neu im Inventar erschienen öffentlichen Gebäude, ist eine Tradition,welcher die Sieger verpflichtet sind:Fahren In den Kommandanturen mit 250 cbcm DKW,im Berliner "Luft- Schloss" eines gewissen Herrn Meyer mit der 125 cbcm RT von MZ, ....und je niedriger der Rang,wie im "Neuen" Thüringen, eben umweltschonend mit dem Fahrrad.Alles natürlich von den Politikern entweder "übergesehen worden,oder.als " Normal" toleriert..
6. Politiker haben eigentlich auch eine fundierte Ausbildung für diese spezifische Art der Artistik,nicht irgendein Studium der "auslegenden in etwa Wissenschaften".Da legt man sich eben schnell die Karten,zumal wenn einige dahinter sehen.

Leider hat das Land zu wenig "Da-Hinter-Seher",sonst ständen die doch so "geliebten Landes-Kinder" als Voll-Igel in Wald und Tal.

"Ruhmreiche" Taten gibt es mehr als genug.Das Schloss auf den Sporn allein reichte aus,frei nach Müntzer etwas Ordnung in die "Strukturrn" derer "von ab und zu und wer weiß woher" zu bringen.
Welch ein Glück im Unglück,dass die Masse der Landeskinder chronisch fußkrank wurde---also weder überhaupt einen Gang noch schon gar keinen aufrechten kennt,so wie von den "Politikern und deren Moralisten der Nation.- im Wissen um dessen nicht funktionieren - permanent "show-gefordert".
Keine Geringere als die ehemalige Schlossherrin Freifrau Elisabeth von Heyking beschreibt schon in ihrem " Tagebuchern
aus vier Weltteilen" diesen Trance-Zustand im Land der Dichter und Denker..
Fazit : Die Thüringer werden,so wie in allen B-Landen, auch zukünftig -und voraussichtlich noch Jahrzehnte- eindeutig an den aufgestellten Nacken-Haaren zu erkennen sein.Und genau so lange.....,..........genau !!!
ein_Lützower
 
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