Rettungskette Forst jetzt vereinheitlicht

Hier kann alles rein, was im Grunde nix mit Crossen zu tun hat

Rettungskette Forst jetzt vereinheitlicht

Beitragvon jhmatz » 23.11.2011, 07:41

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Rettungspunkt-Schild im Wald bei Weißenborn

Wenn ein Waldarbeiter einen Unfall hat: Dafür sind 106 Rettungspunkte-Schilder im Gebiet des Forstamtes Jena da.

Eisenberg. Manch einer hat sich bei einem Spaziergang im Wald in letzter Zeit gewundert über ein Schild, das er zuvor noch nicht gesehen hatte. "Rettungskette Forst" steht da drauf, darunter SHK und eine Nummer sowie "Notruf 112".

Wofür sind die Schilder gut? "Hauptsächlich für schnelle Hilfe bei einem Waldarbeiter-Unfall", erklärt Hildbrecht Böttcher, der Leiter des Forstamtes Jena, dazu auf Anfrage unserer Zeitung. "Jedes dieser Schilder markiert einen Rettungspunkt der so genannten Rettungskette Forst."

Allein im Bereich des Mühltals zwischen Eisenberg und Weißenborn gibt es etwa zehn solcher Rettungspunkte-Schilder, informiert Böttcher, insgesamt 106 im gesamten Bereich des Forstamtes Jena. Das Forstamt erstreckt sich über Teile der Kreise Weimarer-Land, Saale-Holzland-Kreis und die kreisfreie Stadt Jena. Im SHK reicht es von Heideland bis Nickelsdorf, von Camburg bis fast nach Maua und umfasst eine Waldfläche von 17 755 Hektar.

Das Rettungspunkte-System im Wald ist alt, war aber bisher ziemlich uneinheitlich. Früher gab es dafür unterschiedliche Markierungen, in manchen Bereichen rote Punkte, in anderen grüne Kreuze. Jetzt ist die Rettungskette mit Hilfe der Schilder, deren Aufstellung inzwischen fast überall abgeschlossen ist, vereinheitlicht worden.

Die einzelnen Rettungspunkte sind nummerierte Flurpunkte, die es Feuerwehren und Rettungsdiensten ermöglichen, Unfallstellen in unbewohnten Gebieten leicht zu finden und schnell versorgen zu können. Nicht nur in Thüringen, auch in einigen anderen Bundesländern wurde durch die Einführung der Rettungskette Forst die Versorgung verunfallter Waldarbeiter verbessert.

Waldarbeiter arbeiten für gewöhnlich in so genannten Rotten von drei bis vier Mann an den jeweiligen Einsatzorten. Passiert einem ein Unfall, kümmert sich im Regelfall der zweite Mann um den Verletzten. Der dritte ruft die Rettungsleitstelle an und gibt den Rettungspunkt durch (der steht auch auf jedem Arbeitseinsatz drauf), läuft zu dem Punkt und führt von dort die eintreffende Rettungsmannschaft an den Unfallort, der ja oft direkt im Wald liegen kann.

Rettungspunkte müssen an markanten und zugänglichen Stellen (mit Handyempfang!) ausgewiesen sein, die Schilder sind teilweise an Pfählen oder Bäumen angebracht. Sie dienen auch der Absicherung von Veranstaltungen im Wald, zur Rettung bei Unfällen von anderen Personen sowie für Einsätze bei Waldbränden und Naturkatastrophen, aber die schnelle Hilfe bei Waldarbeiterunfällen ist ihr hauptsächliches Ziel.


Claudia Bioly / 23.11.11 / OTZ
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