Nach Standort-Entsch.: Freude in Gera über Kasernenerhalt

Hier kann alles rein, was im Grunde nix mit Crossen zu tun hat

Nach Standort-Entsch.: Freude in Gera über Kasernenerhalt

Beitragvon jhmatz » 27.10.2011, 06:35

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Der Bataillonsappell der Bundeswehr in Gera zum Tag der Offenen Tür im Juni diesen Jahres. Foto: Katja Schmidtke

Die Bundeswehrreform sieht vor, dass die Zahl der Dienstposten in Thüringen bis zum Jahr 2017 um 2700 auf 6300 sinkt. Laut Konzept sollen die Standorte in Mühlhausen und Ohrdruf schließen. Ostthüringen kommt mit geringen Veränderungen davon.

Gera. Das Panzerpionierbataillon 701 in Gera muss nur einen leichten Stellenabbau von 910 auf 830 Posten verkraften. Im Grunde ist es gar ein Plus. Bislang waren 108 Stellen für Wehrpflichtige vorgesehen, die nach Auslaufen der Wehrpflicht sowieso bereits weggefallen sind.

"Das ist eine wichtige Entscheidung für ganz Ostthüringen", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Volkmar Vogel , der sich hinter den Kulissen für den Standort eingesetzt hatte. "Wir können jetzt entspannt und konzentriert an unsere Aufgaben gehen", sagte Bataillonskommandeur Oberstleutnant Christian Friedl. "Schon Anfang 2012 beginnt für einige Soldaten der Auslandseinsatz in Afghanistan. Wenn sie zurückkommen, wissen sie: ihren Standort gibt es noch."

Bestehen bleibt auch die Einheit in Gleina (Altenburger Land), von wo aus Soldaten den Luftraum von der Ostsee bis Prag überwachen. Jedoch stehen die Hälfte der 40 Dienstposten auf der Streichliste - wegen der fortschreitenden technischen Automatisierung.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) will die Zahl der Dienstposten deutschlandweit von 330 000 auf 240 000 abbauen, 31 Standorte schließen. In Thüringen wird der Truppenübungsplatz Ohrdruf aufgegeben. "Ein Eldorado für jeden Naturschützer", sagt BUND-Landeschef Dr. Burkhard Vogel und schlägt vor, nun große Weidetiere anzusiedeln. Hart trifft die Reform Mühlhausen. Das Artillerieregiment wird aufgelöst. Von 820 Dienstposten bleiben nur 6 in der Stadt.

Während fast jeder Standort in den strukturschwachen Regionen Stellen verliert, dienen in der Landeshauptstadt Erfurt künftig mehr Soldaten: 2050 statt 1600. Hier soll unter anderem das neue Karrierezentrum der Bundeswehr entstehen.

Trotz der Kürzungen bleibt Thüringen mit 2,8 über dem Bundesschnitt von 2,4 Dienstposten pro 1000 Einwohnern. Sachsen kommt auf 0,9, Mecklenburg-Vorpommern auf 6,4.

In der Politik ruft das Konzept unterschiedliche Reaktionen hervor. "Thüringen kommt bei der Bundeswehrreform relativ gut weg", sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Ihr Stellvertreter Christoph Matschie (SPD) kritisierte, dass bei aller Notwendigkeit, die Bundeswehr zu verkleinern, die "Lasten nicht gleich verteilt" seien. Unisono fordern die Thüringer Parteien Ausgleichszahlungen vom Bund ein.


Tino Zippel / 26.10.11 / OTZ
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