Weitere Artikel der OTZ zum Papstbesuch

Hier kann alles rein, was im Grunde nix mit Crossen zu tun hat

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Beitragvon jhmatz » 22.09.2011, 17:28

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jhmatz
 
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"Ich bin nicht Papst": 500 Demonstranten gegen Papstbesuch

Beitragvon jhmatz » 26.09.2011, 06:44

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Rund 500 Menschen demonstrierten gegen den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Erfurt. Die Strecke führte vom Hauptbahnhof, an der Thüringer Staatskanzlei vorbei zum Erfurter Anger. Foto: Martin Gerlach

Irgend etwas stimmte am Freitag nicht mit Erfurt. Kaum Verkehr, auch das freitags übliche Einkaufsgewimmel im Zentrum blieb aus. "Ist doch sowieso alles abgesperrt", sagten sich die Leute gegenseitig. Nur: Das stimmte gar nicht.


Erfurt. Wer wollte, konnte mit Ausnahme des Domplatzes bis 10 Uhr überall hin. Die zwar präsente, aber überaus höfliche Polizei gab gern Auskunft, wann der Papst wo gerade war und dass die Sperrung etwa der Augustinerstraße gar nicht so lange dauern werde.

Etwas mürrischer guckten die Beamten erst gegen 18 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt sammelte sich vornehmlich junges Volk auf dem Bahnhofsvorplatz, um an der Demonstration des Bündnisses "Heidenspaß statt Höllenangst" teilzunehmen. Ziemlich bunt zusammengewürfelt, entrollten sie ein paar Fahnen der Antifa, der Jusos, des Freidenkerverbandes und auch drei mit jeweils einem weißen Karnickel auf rotem Grund. Was das bedeuten soll? "Eigentlich gar nichts", sagt ein Student aus Ilmenau. Er sei nach Erfurt gekommen, weil ihm das Verhalten der Regierenden nicht passe. Stehe die Trennung von Staat und Kirche nicht irgendwo im Grundgesetz? Na also.

Die Plakate und Transparente der anderen ließen eher wenig Raum für Interpretation. "Kondome retten Leben" war der mit Abstand harmloseste Spruch, während am Dach des dröhnenden Lautsprecherwagens ein paar aufgeblasene Exemplare dieser Lebensretter baumelten. Hohn und Spott für die katholische Kirche und deren Oberhirten, der weit weg im Eichsfeld mit zehntausenden Gläubigen eine Vesper feierte.

Seine Gegner in Erfurt formierten sich derweil zu einem Umzug, an dem schließlich rund 500 Personen teilnahmen. Darunter ein paar Abgeordnete der Linken und die DGB-Landesvorsitzende Renate Licht. Ihre Gewerkschaftsjugend war schließlich auch vertreten.

Routiniert gab Demo-Anmelder Steffen Dittes, im Landtag als früherer PDS-Parlamentarier noch deutlich in Erinnerung, ein paar Auflagen des städtischen Ordnungsamtes bekannt. Route nicht verlassen, keine Glasflaschen, das Übliche. Für eine Viertelstunde stockte der spärliche Verkehr auf dem Gagarinring. Wer neugierig aus dem Fenster schaute, feixte über die frechen Plakatsprüche. "Ich bin nicht Papst" nahm Anleihe bei einer berühmt gewordenen Schlagzeile der Bild-Zeitung am Tag nach der Wahl Joseph Ratzingers.

Die Flagge des Vatikans mit päpstlichem Wappen wehte vor der Staatskanzlei, als die Protestler genau hier zur Kundgebung hielten. Frauenfeindlichkeit, Homophobie, Antisemitismus und etliche Vorwürfe mehr wurden laut. Nur ein paar Polizisten schienen zuzuhören.

Morgen früh wollen die Papstgegner wiederkommen. Zum Happening auf dem Anger. Weit genug weg vom Papst.


Volkhard Paczulla / 23.09.11 / OTZ
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