Kooperation am Thüringer Meer

Hier kann alles rein, was im Grunde nix mit Crossen zu tun hat

Kooperation am Thüringer Meer

Beitragvon jhmatz » 25.08.2011, 06:41

Minister Matthias Machnig fordert Kooperation am Thüringer Meer

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Lobbyarbeit für das Thüringer Meer als Energie- und Tourismusregion zu machen, bietet Dr. Jürgen Wernstedt (Zweiter von links) Hartmut Holzhey (links) während des Gesprächs mit SPD-Fraktionschef Uwe Höhn und Wirtschaftsminister Matthias Machnig (von rechts) an. Foto: Sabine Bujack-Biedermann

Vielleicht war es am Mittwoch einfach zu heiß, und die Energieregion konnte noch nicht mit Speichern für die Sonnenstrahlen aufwarten. Vielleicht ließen die Stauseeaktivisten Minister Machnig auch undiplomatisch spät zu Wort kommen. Jedenfalls setzte es für den Thüringer-Meer-Verein auch Schelte.

Saalthal. Die Leichtigkeit der Sommerbesuche Erfurter Politprominenz am Hohenwartestausee der vergangenen Jahre will gestern nicht aufkommen, als Thüringens Wirtschaftsminister, Matthias Machnig (SPD), und der SPD-Fraktionschef im Landtag, Uwe Höhn , die im Juni verschobene Visite auf Einladung des Thüringer-Meer-Vereins nachholen.

Das mag daran liegen, dass der Effekt des ersten Eindrucks, das Staunen über die Schönheit und die Potentiale der Region, nicht mehr greift. Höhn führte ein Fraktionsausflug im vorigen Sommer bereits an den Stauseestrand. Und Machnig versichert zumindest, man habe bei der Erarbeitung der Landestourismuskonzeption "beim Schwerpunkt Sport/Natur auch über das Thüringer Meer geredet". Warum dieses Gebiet dann nicht in dem im Februar vorgestellten Papier erwähnt wird, diese Frage von Hartmut Holzhey lässt der Minister unbeantwortet.

Holzhey, Vorstandsmitglied des Thüringer-Meer-Vereins und Initiator des Ministerbesuchs, hat auch Bürgermeister und Gemeinderäte der Region, Unternehmer und Vertreter touristischer Vereine zur Stauseerundfahrt auf dem Wikingerboot gebeten. Zuvor überflogen Machnig, Höhn und Holzhey die Saale-Kaskade, weil der Stauseeaktivist, die Gunst des derzeitigen Atomausstiegs nutzend, die Landespolitiker für weitere mögliche Standorte für Anlagen erneuerbarer Energieerzeugung, wie Pumpspeicherwerke, interessieren wollte.

Doch die "Energieregion", wie Machnig sie später im Gespräch nennt, bleibt ein Thema am Rande, obwohl auch Dr. Jürgen Wernstedt, emeritierter Professor am Fraunhofer-Institut Ilmenau, eindringlich dafür wirbt, die "einmalige Chance Thüringens als Energiespeicher" zu nutzen. "Allein vom Tourismus kann die Region nicht leben, wir brauchen gleichzeitig eine thüringentypische Industrie ohne entvölkerte Dörfer", mahnt der Wissenschaftler. Der Politiker dagegen nennt Thüringen "das stärkste Industrieland" im Osten Deutschlands. "Doch die Regionen brauchen neben der Industrie eine andere Ertragsbasis", ist der Minister wieder beim Tourismus.

Dazu hat er sich einiges an Ideen der Tourismusmacher am Thüringer Meer anzuhören, von Radwegen, die in Bürgerarbeit entstehen könnten, über die Oberlandbahn, auf der ein Verein Draisinenfahrten veranstaltet, und ein Stauseelied von Didiplay bis zu maroden Straßen und der fehlenden Brücke an der Linkenmühle. Nach einer ersten Klage von Carmen Rheber gegen den Freistaat wegen "erheblicher finanzieller Benachteiligung" dadurch kündigt Holzhey gestern eine zweite an, die die "Einstellung des Hohenwartestausees" fordere, weil er "das Gesetz zum Bau der Hohenwartetalsperre von 1942" nicht erfüllt sieht.

"Kooperation sieht anders aus", grummelt Machnig und empfiehlt der Region, sich über die Lösung der Probleme zunächst intern zu einigen: "Im Moment habe ich den Eindruck, alle ziehen an einem Strang, aber jeder in eine andere Richtung."

Hoffnungen auf infrastrukturelle Verbesserung zerstört der Wirtschaftsminister mit einem Verweis auf "Kollegen Carius, der hat im nächsten Jahr null Euro für Landesstraßen." So geht er von Bord des Wikingerschiffs mit einer Ermahnung, die die Ermahnten schon kennen: Die Vereine und Gemeinden sollen "mit beiden Landkreisen und dem Thüringer-Wald-Verbund" zusammenarbeiten, dann gibt es eine Regionale Entwicklungskonzeption (REK) als Grundlage für Investitionen.


Sabine Bujack-Biedermann / 24.08.11 / OTZ
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