Ein Leben lang im Kraftwerksbau - Ein Crossener wird 100

Hier kann alles rein, was im Grunde nix mit Crossen zu tun hat

Ein Leben lang im Kraftwerksbau - Ein Crossener wird 100

Beitragvon hossa21 » 08.06.2011, 14:11

Bild
Wurde am Mittwoch 100 Jahre alt: Karl-Heinz Wolfram. (FOTO: NADINE STENZEL)


QUERFURT/MZ. Im ganz kleinen Kreis der Familie hat Karl-Heinz Wolfram am Mittwoch in Querfurt seinen 100. Geburtstag gefeiert. Der Senior, der in einem Ein-Raum-Appartement im Buchenweg 1 wohnt, war noch bis vor kurzem gerne gesehener Gast bei den Veranstaltungen der Querfurter Ortsgruppe des Blinden- und Sehbehindertenverbandes.

"Aber seit ich im Winter gestürzt bin, komme ich nun leider nicht mehr dazu, dorthin zu gehen. Außerdem fehlt mir ein Begleiter, der mit mir kommt", erzählt der Jubilar, der frühmorgens und abends von einem Pflegedienst betreut wird. Außerdem kümmert sich Gerald Nopens, Mitglied im Sehbehindertenverband, um den alten Herrn. "Ich helfe ihm beim Ausfüllen von Anträgen oder anderen schriftlichen Sachen", sagt Nopens. Dazu hat Herr Wolfram eine persönliche Betreuerin, die sich um seine Finanzen kümmert. Ein entfernter Verwandter erledigt einmal pro Woche den Einkauf.

Karl-Heinz Wolfram wurde am 1. Juni 1911 in Crossen an der Weißen Elster geboren. Er hatte eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Der ist heute 97 und lebt in einem Seniorenheim in Rastatt. Sein Vater, ein Finanzbeamter, zog mit der Familie mehrfach um. "Als er 1934 ans Finanzamt Querfurt versetzt wurde, kam ich auch mit hierher", erinnert sich der gelernte Kupferschmied, der bei einem Kostümfest in der "Tanne" 1939 seine Frau Lieselotte kennenlernte, die er 1941 heiratete. "Meine Tochter Bärbel ist leider auch schon verstorben, so wie meine Frau, die verstarb kurz nachdem wir beide 2007 in ein Seniorenheim in Klosterdonndorf gezogen waren." Karl-Heinz Wolfram hielt es dann auch nur noch ein Jahr dort aus. Dann zog er zurück nach Querfurt. In den Buchenweg, wo er sich gut aufgehoben fühlt und gerne auch in Erinnerungen schwelgt.

Im Kraftwerksbau war er fast sein ganzes Leben lang tätig. Immer auf Montage sei er gewesen. "Die Querfurter werden mich deshalb sicherlich kaum kennen", schmunzelt er. Leider mache nun aber die Gesundheit nicht mehr so mit. Auf einem Auge sei er blind, auf dem anderen sehe er nur noch schemenhaft. Trotz starker Lupe könne er nun auch nicht mehr Zeitung lesen. Das bedauere er schon sehr. Auch die Zusammenkünfte im Blindenverband vermisse er. Dennoch möchte er weiter selbständig leben in seiner kleinen Wohnung.

(Quelle: http://www.mz-web.de vom 01.06.2011)
hossa21
 
Beiträge: 740
Registriert: 18.06.2008, 11:37
Wohnort: Germany

Zurück zu Offtopic

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast