Wirbel um Schießanlage von Wetterzeube

Hier kann alles rein, was im Grunde nix mit Crossen zu tun hat

Wirbel um Schießanlage von Wetterzeube

Beitragvon hossa21 » 02.03.2011, 04:21

Wie konnte die Gemeinde Wetterzeube dem Bau eines Schießplatzes zustimmen? Mit dieser Frage konfrontierte Lutz Oschmann den Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung. Oschmann hat in der Forststraße in Breitenbach gebaut. Wenn die Bundeswehr tatsächlich auf dem Gelände des Standortübungsplatzes im Zeitzer Forst 26 Schießbahnen errichtet, ist es mit der Ruhe und der so viel gepriesenen Naherholung vorbei, machte er seinem Herzen Luft.

Die Gemeinde Wetterzeube sei zwar am 9. August 2010 von der Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst über das Bauvorhaben der Bundeswehr informiert und am Projekt beteiligt worden, doch "groß zu bratwurstieren hatten wir zu diesem Zeitpunkt nichts", erklärte Bürgermeister Frank Jacob (parteilos).

Aus seiner Sicht sind alle Messen gesungen. Die Gemeinde habe nichts mehr ausrichten können und die Zustimmung erteilt. Denn im Flächennutzungsplan der Gemeinde ist das Gebiet als Truppenübungsplatz ausgewiesen und seit mindestens 15 Jahren ebenso im Regional- und Landesentwicklungsplan. "Die Weichen für die Schießbahn wurden schon viel eher gestellt", sagte Jacob.

So sei die Gemeinde Breitenbach 2005 in einem ersten Verfahren beteiligt worden. Damals wurde die erste Schießbahn genehmigt. Wenn man sich gleich zu Beginn über Parteigrenzen hinaus einig gewesen wäre, hätte vielleicht erreicht werden können, dass keine Truppen mehr in den Forst dürfen, gab Jacob zu bedenken.

Er verwahrt sich dagegen, dass die Gemeinde Wetterzeube jetzt als Buhmann hingestellt wird. Die ganze Diskussion zum Bauvorhaben wurde auf der jüngsten Gemeinderatssitzung in Gutenborn thematisiert. Der von der Bundeswehr geplante Bau der Standortschießanlage im Forst ist zwar genehmigt, doch ob es zur Realisierung kommt, lässt sich erst sagen, wenn feststeht, welche Bundeswehrstandorte erhalten bleiben.

Am 14. März gibt es im Gemeindezentrum in Droßdorf eine Informationsveranstaltung zum Bauvorhaben "Standortschießanlage im Zeitzer Forst". Dazu sind die am Verfahren beteiligten Behörden wie der Landkreis, die Verbandsgemeinde und Vertreter der Bundeswehr eingeladen. Vielleicht findet Lutz Oschmann hier eine Antwort auf seine Frage, ob es jetzt noch Sinn macht, Einspruch zu erheben.

Die Infoveranstaltung zum Bauvorhaben Schießanlage im Forst beginnt am 14. März, 18 Uhr im Gemeindezentrum Droßdorf.

(Quelle: UTA KUNICK in http://www.mz-web.de vom 01.03.2011)
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Proteste auf der B2 gegen geplante Schießanlage im Zeitzer F

Beitragvon jhmatz » 02.09.2011, 06:53

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Rund 350 Menschen aus Thüringen und Sachsen-Anhalt haben gestern Abend gegen die geplante Standortschießanlange der Bundeswehr im Zeitzer Forst demonstriert.

Eine halbe Stunde bewegte sich nichts gestern auf der B2 zwischen Gera und Droßdorf im Burgenlandkreis. Die sonst viel befahrene Bundesstraße gehörte am späten Nachmittag rund 350 Demonstranten.

Droßdorf. Grenzüberschreitend war diese Protestkundgebung: Während die Sachsen-Anhaltiner Plakate in die Höhe reckten, ließen die Thüringer die Traktoren knattern.

Ein gemeinsames Ziel vereint sie alle: Im Zeitzer Forst soll kein Schuss fallen.

In dem Waldgebiet, das sich vom Burgenlandkreis bis nach Gera und den Saale-Holzland-Kreis erstreckt, plant die Bundeswehr eine Standortschießanlage. Sieben Schießstände sollen dort errichtet werden, bis zu 28 800 Schuss dürften die Soldaten täglich abgeben. Laut Bundeswehr wurde das Planfeststellungsverfahren bereits 2007 beendet. Gebaut wird aber erst, wenn die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums zu den Standorten vorliegt und damit auch die Zukunft des Panzerpionierbataillons 701 auf dem Geraer Hain geklärt ist. Ihnen gehe es sowieso nicht um die Standortfrage, sondern einzig und allein darum, die Schießanlage zu verhindern, sagte Dieter Kmietczyk. Er ruft seit der Wende jährlich zum Ostermarsch durch den Forst auf, der zu DDR-Zeiten militärisch von der Sowjetarmee genutzt wurde.

Nach dem Truppenabzug habe man den Forst erstmals wieder als Naherholungsgebiet in Besitz nehmen können. "Bis 2009, als der Forst schnell und ohne Begründung wieder dicht gemacht wurde", fügte Ralf Köhler von der Bürgerinitiative "Kein Schuss im Zeitzer Forst" an.

Die Anlieger fordern, dass nun endlich Schluss sein müsse mit der militärischen Nutzung. Sie haben Sicherheitsbedenken und befürchten Lärm. Dem stimmen auch Heidemarie und Gerd Rößler aus Gera-Aga zu. "Wir hatten früher so manches Mal das Gefühl, an der Front zu sein", erinnert sich Gerd Rößler. Seine Frau ist vor allem sauer darüber, dass die Pläne der Bundeswehr nicht öffentlich diskutiert wurden. Der Agaer Ortschaftsrat habe hinter verschlossenen Türen abgestimmt.

Noch schärfer formulierte es Wilfrid Hebestreit aus Crossen im Saale-Holzland-Kreis: "Ihr in Sachsen-Anhalt seid übergangen worden. Wir in Thüringen waren noch schlimmer dran. Wir haben nichts erfahren", sagte er. Vielleicht seien die Behörden informiert gewesen, die Bürger jedenfalls nicht.

Ähnliche Fragen treiben auch die Bürgerinitiative um. Wie der Zeitzer Kai Hadlich sagte, habe man den Genehmigungsbescheid einem Anwalt zur Prüfung vorgelegt. Es sei zu untersuchen, ob Informationspflichten verletzt worden seien.

Hadlich stört sich auch daran, dass bei Debatten um die Bundeswehr in Gera immer wieder wirtschaftliche Aspekte ins Feld geführt werden. Das Argument, es gehe um den Erhalt von Arbeitsplätzen, sei ein wahltaktisches.

Die Demonstration auf der B2 soll nicht die letzte Aktion der Bürgerinitiative gewesen sein. Geplant sind ein öffentliches Gesprächsforum und eine Radtour entlang des Zeitzer Forstes.


Katja Schmidtke / 02.09.11 / OTZ
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Demonstranten riegeln Bundesstraße ab

Beitragvon hossa21 » 04.09.2011, 00:49

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Mit einer Straßenblockade machen Demonstranten auf den geplanten Bau einer Standortschießanlage im Zeitzer Forst aufmerksam. (FOTO: HARTMUT KRIMMER)

SCHELLBACH/MZ. Rund 350 Demonstranten legten Donnerstagabend auf der Bundesstraße 2, Höhe Abzweig Schellbach, den Verkehr lahm. 30 Minuten protestierten sie so gegen den von der Bundeswehr geplanten Bau einer neuen Schießanlage im Zeitzer Forst. Der Kreuzungsbereich wurde bewusst ausgesucht. "Genau an dieser Stelle biegt der Militärkonvoi auf dem Weg zum Übungsplatz immer ab", sagte Ralf Köhler. Der Mann aus Lonzig steht der Bürgerinitiative "Kein Schuss im Zeitzer Forst" vor, die zur Demo aufgerufen hatte.

Köhler machte klare Forderungen auf: Stopp des Baus der Standortschießanlage. Schließung des Standortübungsplatzes. Keine weitere Zerstörung der Natur. "Wer nicht kämpft, hat verloren", so Dieter Kmietczyk. Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Zeitz engagiert sich seit Jahren für die nichtmilitärische Nutzung des Zeitzer Forstes und ruft jedes Jahr nach Breitenbach zur Osterdemo auf. So viele Teilnehmer wie am Donnerstag kamen dort lange nicht mehr zusammen. "Wir wollen keinen militärische Nutzung des Zeitzer Forstes und keinen Schießplatz, weil das die Region erheblich belastet", sprach Kmietczyk, der der Initiative angehört, klare Worte. Zielrichtung sei es nicht, die Standorte in Gera und Weißenfels zu schließen, betonte er. Allerdings sollte die in Gera-Hain stationierte Bundeswehr, wenn sie schon etwas plane, auch in der Region bleiben und nicht länderübergreifend agieren. Unter dem Motto: Wo es schon eine militärische Nutzung gibt, kann ruhig noch etwas dazukommen. "Das ist alles Steuergeld, was hier verbaut wird", mahnte der Bürgermeister der Gemeinde Gutenborn Uwe Kraneis (parteilos) an. Zehn Millionen Euro soll der Bau der Anlage kosten. Mit Fördermitteln wurde auch ein Spielplatz im Zeitzer Forst gebaut. In unmittelbarer Nachbarschaft des Übungsplatzes. Kraneis befürchtet nun, dass sich die Eltern mit ihren Kindern zurückziehen, wenn daneben laut geballert wird. Auch aus dem thüringischen Aga und Crossen kamen Demonstranten. Sie fuhren mit drei landwirtschaftschaftlichen Zugmaschinen vor und stellten sie mitten auf die von der Polizei abgesperrte Straße. Jüngster Teilnehmer war mit dreieinhalb Monaten Niklas Pitschel. "Wir wohnen in Lonzig. Wird die neue Schießanlage gebaut, trifft uns der Lärm aus nächster Nähe", sagte Mutter Cornelia Baier. Wenn Niklas auf eigenen Beinen stehen kann, wird er vielleicht den Zeitzer Forst durchlaufen können. Dort, wo heute die Bundeswehr ihren Truppenübungsplatz hat, brachte Kmietczyk seine Hoffnung zum Ausdruck. Punkt 18 Uhr wurde die Straße von der Polizei wieder freigegeben. In beiden Richtungen hatten sich der Verkehr gestaut.

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(Quelle: http://www.mz-web.de vom 01.09.2011)
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