Schulen

Dieser Teil des Forums ist für allgemeine Diskussionen rund um Crossen gedacht.

Schulen

Beitragvon jhmatz » 22.03.2015, 20:15

Sanierungsstau an der Crossener Schule

20.03.2015 - 08:11 Uhr
NACHGEHAKT Eine Toilette in der Grundschule Crossen ist seit Dezember gesperrt, auf Knaufe an den Außentüren, damit nicht mehr jeder in die Schule kommt, warten Lehrer und Eltern seit langem.

Bild
Silvia Köpnick, beauftragte Schulleiterin der Regelschule Crossen zeigt einen Flur der Schule, der im Dezember saniert wurde. Foto: Julia Schäfer Silvia

Crossen. Eine Mutter hat sich mit ihren Fragen zur Grund- und Regelschule Crossen an die OTZ gewandt. Besonders ärgert sie, dass eine Jungs-Toilette in der Grundschule seit Monaten gesperrt ist und die Rutsche im Schulhof seit mittlerweile zwei Jahren nicht mehr benutzt werden kann – niemand wisse, wie es weitergeht.

Es sind allerdings nicht nur Eltern, die die Situation in den Schulen bemängeln. Auch Lehrer und Schulleitung sehen die baulichen Defizite. Was Eltern und Lehrer der Grund- und Regelschule zudem stört: Einige der Türen der Schule sind von außen zu öffnen. Jeder kann also in die Schule gelangen, ohne sich anzumelden. Silvia Köp-nick, beauftragte Schulleiterin der Regelschule, zeigt die beiden Türen, die von außen eine normale Klinke haben. „Es wäre wichtig, dass hier nicht jeder rein kann. In der Grundschule gibt es Schüler, deren Väter keinen Zugang zu ihren Kindern haben dürfen. Und auch aus Sicherheitsaspekten wäre eine abschließbare Tür angebracht“, sagte sie. Anderswo seien Türen mit Knauf und eine Klingel mit Gegensprechanlage längst Standard.

Loch unter dem Fußbodenbelag
Bei einem Rundgang durch die Schulen zeigt Köpnick weitere „Baustellen“: Ein Loch unter dem Fußbodenbelag im Musikraum, Risse an den Wänden, ein Flur, auf dem sich das abgetretene Linoleum an den Rändern nach oben wölbt.

Steffen Grosch, der zuständige Amtsleiter im Landratsamt, verweist auf die vorläufige Haushaltsführung des Landkreises. Da der Kreishaushalt noch nicht verabschiedet ist, dürfen nur Ausgaben getätigt werden, die unbedingt nötig sind. Er erklärt, dass die Toilette trotzdem so schnell wie möglich repariert werde. Ein Handwerker sei bereits beauftragt worden. Er wendet jedoch auch ein, dass an der Schule mehr Toiletten vorhanden seien, als eigentlich da sein müssten.

Das Gebäude der Regelschule Crossen gehört nach Angaben von Grosch zu den ältesten Schulgebäuden im Landkreis. Ein Teil ist denkmalgeschützt. Geplant sei, in Zukunft mehr Mittel für Schulen zur Verfügung zu stellen. Zeitpläne, was an welcher Schule saniert werde, würden dann auch den Schulen mitgeteilt. Die Unsicherheit, ob und wann eine Schule saniert werde, gehöre dann der Vergangenheit an.

In Crossen nur „normale Bauunterhaltung“
Große Sanierungsmaßnahmen stünden aber vorerst in der Grund- und Regelschule Crossen nicht an. „In Crossen ist nur die normale Bauunterhaltung geplant“, erklärte Grosch. So solle bald ein weiterer Teil des Fußbodens erneuert werden. Im vergangenen Jahr sei der Fußboden in einem Teil des Gebäudes bereits ausgetauscht worden.

Wie es langfristig mit der Regelschule Crossen weitergeht, ist noch nicht bekannt. Was allerdings bekannt ist: Die Schülerzahlen an der Regelschule gehen zurück. Nach derzeitiger Regelung liegt die Mindestgröße einer Klasse bei 15 Schülern. Diese Zahl wurde 2013 bei der damals neuen fünften Klasse gerade so erreicht. 2014 wurde laut Grosch eine Ausnahmegenehmigung erteilt, weil nur elf neue Fünfer in Crossen eingeschult wurden.

Steffen Grosch bittet alle Betroffenen um etwas Geduld. „Die Kreistagsmitglieder beschäftigen sich derzeit intensiv mit dem Thema Schule“, sagte er. Das Thema werde unter anderem vom Bau- und vom Bildungsausschuss behandelt. Und das Thema Türknaufe, damit kein Unbefugter in die Schule komme, sei bereits in Arbeit.

„Es ist nicht mehr so, dass die Schüler automatisch kommen“, erklärt Silvia Köpnick. Crossener Eltern von Grundschülern würden ihre Kinder nicht mehr automatisch auf die Regelschule im Ort schicken. Andere Schulen würden gezielt um Schüler werben, das müsste die Regelschule Crossen in Zukunft auch viel stärker machen. Beim „Schnuppertag“, bei dem die zukünftigen Fünfer sich in der Schule umschauen, die Lehrer und die Schulleitung kennenlernen können, hätten sie die Möglichkeit, die Vorteile ihrer Schule darzustellen. Für Eltern, die nur die nicht sonderlich attraktive Fassade der Schule kennen, sei das häufig eine Überraschung. „Wir werden um die Crossener Kinder kämpfen“, sagt Köpnick. Schließlich seien die kleinen Klassen und die familiäre Atmosphäre auch ein Vorteil, den viele Eltern für ihre Kinder schätzten.

Allzu Schwarzsehen will sie jedoch nicht: Kommen doch fast in jeder Klassenstufe Gastschüler aus Eisenberg in die Crossener Regelschule. „Das zeigt uns, dass wir an unserer Schule auch vieles richtig gemacht haben“, erklärt die Schulleiterin.

Julia Schäfer / 20.03.15 / OTZ
jhmatz
 
Beiträge: 1939
Registriert: 27.01.2006, 15:41
Wohnort: Crossen

Sorgen um die Zukunft der Crossener Schule

Beitragvon jhmatz » 20.05.2015, 21:17

Bild

20.05.2015 - 07:17 Uhr
Nachgehakt Nach dem OTZ-Artikel vom 20. März über den Sanierungsstau an der Grund- und Regelschule macht sich Wolfgang Maruschky Gedanken zur Zukunft der Crossener Schule.

Bild
Die bauliche Situation an der Grund- und Regelschule Crossen sorgt in der Gemeinde und darüber hinaus für Gesprächsstoff. Foto: Julia Schäfer

Crossen. „Nachdem einige Wochen vorüber sind, hatte ich die Hoffnung, dass eine Reihe von Bürgern und Verantwortlichen der Region sich bei so einem dringenden Problem äußern. Leider ist das bis jetzt nicht der Fall“, sagte Wolfgang Maruschky, ehemaliger Geschäftsführer von Silbitz Guss.

Er stellt sich die Frage, wo die Aktivitäten der politisch Verantwortlichen in den betreffenden Gemeinden seien, vor allem in Crossen und im Kreistag. „Wer kämpft eigentlich an welchen Fronten für diesen Schulstandort? Und wo sind die Aktivitäten der Abgeordneten der Kreistagsfraktion der Linken und in der Gemeinde, die dieses Thema als eines der wichtigsten Themen im Rahmen ihres Wahlkampfes projiziert haben? Wo sind die Elternvertreter, die Unternehmer, etc.?“, fragt er.

Dietmar Möller (FDP), Erster Beigeordneter des Saale-Holzland-Kreises und zuständig für die Schulnetzplanung, weist darauf hin, dass die derzeitige Schulnetzplanung bis zum Schuljahr 2015/16 aktuell sei. Im Sommer solle jede einzelne Schule im Kreis begutachtet werden. Die Erkenntnisse flössen dann in die neue Schulnetzplanung, die fünf Jahre oder länger gelten solle. Die Crossener Schule sei eine „Problemschule“. In der jetzigen fünften Klasse seien nur zehn Schüler, 15 müssten es sein. Für das neue Schuljahr ging die Zahl der Anmeldungen nach Möllers Informationen jedoch wieder nach oben. Trotzdem sei eine einzügige Regelschule – in Crossen gibt es nur bei den Neunern zwei Klassen – nicht ideal: Differenzierung bliebe auf der Strecke. Zudem könne eine kleine Schule den Unterrichtsausfall durch die Krankheit eines Lehrers nur schwer kompensieren.

Sanierungsstau betreffe alle Schulen im Kreis
Maruschky bemängelt, dass es seit 1990 nur marginale oder gar keine grundhaften Sanierungen gegeben habe. „Die Crossener Schule war in den letzten 25 Jahren schon mehrfach – nach meinen Begriffen – auf der Abschussliste bezüglich des Standortes.“ Die fehlende Sanierung in den vergangenen 25 Jahren bemängelt auch Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Linke): „Die Gemeinde hat sich an der Sanierung des Schulhofs und des Parkplatzes für die Busse beteiligt. Von Seiten des Landratsamtes ist bis auf Notreparaturen nichts passiert.“ Der Sanierungsstau betreffe jedoch alle Schulen im Kreis, nicht nur die in Crossen. Auf das Gebäude und die Lehrer habe die Gemeinde aber keinen Einfluss, das liege in der Hand von Landratsamt und Schulamt. „Wir müssen sehen, dass wir gut mit der Schule zusammenarbeiten. Das ist das einzige, was wir momentan machen können“, sagte der Bürgermeister. Eventuell brauche die Schule ein neues Konzept und müsse mehr Werbung für sich machen. Er setzt dabei auf die neue Schulleiterin Silvia Köpnick. „Auf jeden Fall werden wir aber für den Erhalt der Crossener Schule kämpfen.“

Vonseiten der Gemeinde könne auch eine neue Sportanlage auf der Gutmannswiese zur Attraktivität der Schule beitragen. Anträge auf Fördermittel dafür seien gestellt.

Maruschky fragt sich nun, ob die Weichen für eine Schließung der Crossener Schule bereits gestellt seien. Das verneint Möller. Bis die neue Schulnetzplanung veröffentlicht werde, gehe alles so weiter wie bisher. „Erst machen wir eine Bestandserhebung und dann werden die Ergebnisse in den Ausschüssen und im Kreistag diskutiert.“

Kurzfristige Schließungen könnten trotzdem für den Kreis nicht ausgeschlossen werden. „Es ist doch viel schlimmer, wenn man sagt, in zwei Jahren schließt die Schule. Dann ist doch niemand mehr motiviert“, sagt Möller. Das wichtigste sei, dass die Schule inhaltlich gute Arbeit leiste, das sei die beste Standortsicherung.

Darauf, dass bei der zukünftigen Schulnetzplanung nicht nur auf die Klassenstärke, sondern auch auf die Qualität der Einrichtung geachtet werde, hofft auch Maruschky. Die werde wesentlich davon bestimmt, wie die Lehrer inhaltlich ausgebildet seien, wie der Schulstandort erreichbar sei und wie die fakultativen Angebote seien.

„Schule heißt Wettbewerb zwischen den Bildungseinrichtungen nach dem altbewährten Prinzip, wo man gut kocht, wird man auch essen‘. In dieser Sache muss man allerdings sagen, man muss erst mal gut kochen dürfen. Vielleicht ist eine Bürger- oder Elterninitiative eine Lösung“, sagt Maruschky.

Mehr Werbung sei eine Möglichkeit, mehr Eltern dazu zu bewegen, ihre Kinder nach Crossen auf die Schule zu schicken, erklärt auch Möller.

Sogar aus anderen Landkreisen oder Bundesländern könnten Schüler angeworben werden. Diese Kinder benötigten dann nur ein Gastschulverhältnis, erläutert er.

Julia Schäfer / 20.05.15 / OTZ
jhmatz
 
Beiträge: 1939
Registriert: 27.01.2006, 15:41
Wohnort: Crossen

Crossener Schüler entdecken den Wald

Beitragvon jhmatz » 06.04.2017, 06:53

Ausflug für Grundschüler im Jugendwaldheim in Gera-Ernsee

Bild
Im Jugendwaldheim machten die Grundschüler auch Bekanntschaft mit einem Steinmarder – allerdings einem ausgestopften. Foto: Sylvio Hoffmann

Crossen/Gera-Ernsee. Schüler der Grundschule Crossen waren auf einem Ausflug im Jugendwaldheim in Gera-Ernsee. "Die Mitarbeiter bereiteten verschiedene Stationen für uns vor. Es ging um den Wald", berichten Nelly, Mika, Moritz und Mia.

Dabei seien viele Sinne gefragt gewesen. "Wir durften verschiedene Aufgaben meistern und hatten eine Menge Spaß. Zum Beispiel bei 1, 2 oder 3. Hier wurde unser Wissen getestet", berichten die Schüler. "Ein Mitarbeiter hat uns spannende Fragen gestellt und wir durften zur Lösung hopsen."
Viele Waldmedaillen für kleine Entdecker

Bei einer anderen Aufgabe wurden Geschicklichkeit und Teamfähigkeit der Kinder auf die Probe gestellt. "Wir haben gelernt, wenn wir blind sind, uns auf andere zu verlassen. Das Wetter hat gut mitgespielt und zum Schluss sind wir mit einem Sonnenschein-Lächeln zurückgefahren. Am nächsten Tag kamen die Förster noch einmal zum Überraschungsbesuch und brachten uns für unsere Leistung viele Waldmedaillen mit. Wir bedanken uns bei Daniel Heinrich und bei seinen netten Mitarbeitern aus dem Jugendwaldheim", so die Schüler,
OTZ / 05.04.17
jhmatz
 
Beiträge: 1939
Registriert: 27.01.2006, 15:41
Wohnort: Crossen

endgültigen Entwurf seines neuen Schulgesetzes vorgelegt

Beitragvon jhmatz » 28.11.2018, 08:23

Thüringens Bildungsminister legt neues Schulgesetz vor - Opposition sieht kleine Dorfschulen in Gefahr

Bildungsminister Helmut Holter hat den endgültigen Entwurf seines neuen Schulgesetzes vorgelegt. Er verspricht Standorte zu halten. Die Opposition sieht den ländlichen Raum benachteiligt.

Bild
Sind kleine Schulstandorte im ländlichen Raum in Gefahr, wird das Einheitsschulsystem etabliert und die Förderschullandschaft zerschlagen? Das befürchtet die Opposition, nachdem der Bildungsminister seinen Schulgesetzentwurf vorgelegt hat. Foto: Peter Steffen/dpa

Erfurt. Die rot-rot-grüne Landesregierung will künftig Mindestgrößen für Schulen in Thüringen festlegen. Aus dem am Dienstag vom Kabinett verabschiedeten Entwurf für ein neues Schulgesetz geht hervor, dass Grundschulen mindestens 80 Schüler stark sein sollen. An dieser Stelle hat Bildungsminister Helmut Holter (Linke) die größte Korrektur vorgenommen: Zunächst war vorgesehen, dass in Gemeinden mit mehr als 6500 Einwohnern mindestens 160 Schüler eine Grundschule besuchen müssen.

Während die rot-rot-grünen Koalitionsfraktionen die Pläne der Regierung begrüßen, stießen sie im Vorfeld bereits bei Landräten, Lehrerverband und Bildungsgewerkschaft auf Kritik. Auch die Opposition äußerte sich am Dienstag ablehnend: Der CDU-Bildungspolitiker Christian Tischner befürchtet, dass kleine Dorfschulen dicht gemacht werden müssen und die Förderschullandschaft zerschlagen wird.

Das Gesetz, das im Dezember erstmals im Landtag debattiert wird, soll nach bisherigen Plänen im Mai 2019 vom Parlament verabschiedet werden.

„Schulen werden nicht geschlossen“

Helmut Holter reicht zur Begrüßung die linke Hand. Das ist ungewöhnlich, aber nicht unhöflich und erst recht nicht parteipolitisch motiviert: Thüringens linker Bildungsminister hatte sich bei der Gartenarbeit an der rechten Hand verletzt, musste im Krankenhaus behandelt werden. Jetzt ist er auf dem Weg der Besserung, aber möchte nachvollziehbarerweise nichts riskieren.

Volles Risiko geht es indes im Beruf. Am Dienstag legte er den Kabinettskollegen den endgültigen Entwurf seines neuen Schulgesetzes vor. Die Ministerrunde gab ihren Segen. Nun liegt das Paragrafenwerk, das in den vergangenen Monaten schon für jede Menge Aufregung gesorgt hatte, im Landtag.

In der übernächsten Woche werden die Abgeordneten erstmals darüber diskutieren. Im Frühjahr folgt die Anhörungsphase, in der Verbände, Gewerkschaften und andere Experten zu Wort kommen. Im Mai, so der Plan, soll das Gesetz beschlossen werden.

An einer entscheidenden Stelle hat Holter die Novelle schon entschärft: Alle Grundschulen – und nicht mehr nur jene in Orten unter 6500 Einwohnern – sollen perspektivisch mindestens 80 Schüler haben. Die Zahl der Einzuschulenden soll mindestens 22 Schüler betragen soll. Im Durchschnitt sollen in jeder Klasse 18 Schüler sitzen.

Als in größeren Gemeinden noch 160 Schüler pro Grundschule im Entwurf gefordert wurden, war der Ärger vor allem auf dem Land groß. Damit sei das Sterben der Dorfschulen programmiert, hieß es. Der Minister lenkte ein. Auch deshalb, weil er merkte, dass seine Pläne zudem die freiwilligen Gemeindefusionen konterkarierten.

Auch für die anderen Schularten sind im Gesetz Vorgaben formuliert: Regelschulen müssen demnächst mindestens 240 Schüler vorweisen. Für die Eingangsklassenstufe werden 24 Schüler je Klasse, veranschlagt, in den weiteren Klassenstufen durchschnittlich 20 Schüler.

Gymnasien, mit Ausnahme der Spezialgymnasien, brauchen mindestens 540 Schüler. Die Anforderungen an die Eingangsklassenstufe liegen bei 26 Schülern, in den weiteren Stufen sind es durchschnittlich 22 Schüler je Klasse. Die Oberstufe setzt voraus, dass in der Einführungsphase eine Mindestzahl von 60 Schülern erreicht wird.

An Gemeinschaftsschulen sollen von der 5. bis 10. mindestens 260 Schüler lernen. In der Oberstufe werden während der Einführung 40 Schüler erwartet.

Integrative und kooperative Gesamtschulen umfassen dem Gesetz zufolge in den Stufen 5 bis 10 mindestens 400 Schüler. Die Mindestzahl in der Eingangsklassenstufe beträgt 24 Schüler, in den weiteren ­Klassenstufen durchschnittlich 20 Schüler je Klasse. In der Einführungsphase der Ober­stufe sollen es mindestens 60 Schüler sein.

Der Bildungsminister ist davon überzeugt, dass das Gesetz die Voraussetzungen schafft, um Schulstandorte zu erhalten. Es gebe großzügige Übergangsregelungen „Das Gesetz führt nicht dazu, dass Schulen geschlossen werden“, verspricht Holter zum wiederholten Mal – wohlwissend, dass Kommunen als Schulträger das letzte Wort haben.

Zwar enthalte der jetzige Gesetzentwurf im Vergleich zur Anhörungsfassung zahlreiche Änderungen, sagte der CDU-Abgeordnete Christian Tischner. „Die dahinter stehenden strategischen Ziele der Schließung kleiner Schulstandorte im ländlichen Raum, der Etablierung eines Einheitsschulsystems und der Zerschlagung der Förderschullandschaft bleiben jedoch erhalten.“

Der ländliche Raum werde Stück für Stück ausbluten, befürchtete AfD-Bildungspolitikerin Wiebke Muhsal. „Dort werden Schulen zweiter Klasse entstehen.“

Wird Rot-Rot-Grün trotz der knappen Einstimmenmehrheit im Landtag das Gesetz wirklich vor der Sommerpause beschließen. Immerhin stehen wenige Wochen später Kommunalwahlen an, im Herbst die Landtagswahl. Eine Debatte um Schulschließungen ist das letzte was die Wahlkämpfer gebrauchen können. Holter ist Zweckoptimist, geht davon aus, dass alles glatt läuft. Er weiß aber auch, dass das keineswegs sicher ist. „Die Spannung hält an und steigt sogar“, sagt der Minister.

OTZ Elmar Otto / 28.11.18

PS: meine Meinung zu Bildungsminister Helmut Holter
Ein Minister, der ein Gesetz macht und gleich im übertragenen Sinne sagt, ich werde mich nicht dran halten.
Was soll man von solch einem Minister denn halten.

Über Kurz oder Lang, wenn dieses Gesetz kommt, wird es in Crossen keine Schule mehr geben.

Jörg-Hendrik Matz
jhmatz
 
Beiträge: 1939
Registriert: 27.01.2006, 15:41
Wohnort: Crossen

CDU-Politiker Voigt fürchtet Schulsterben im Landkreis

Beitragvon jhmatz » 02.12.2018, 17:45

Kritik am Entwurf des Thüringer Schulgesetzes

Bild
Das neue Schulgesetz sieht für Grundschulen eine verbindliche Mindestschülerzahl von 80 vor.Foto: Julian Stratenschulte

Eisenberg. „Nach dem in dieser Woche durch die Landesregierung verabschiedeten Entwurf eines neuen Schulgesetzes droht im Saale-Holzland-Kreis die Schließung zahlreicher Grund- und Regelschulen sowie Gymnasien“, befürchtet der CDU-Landtagsabgeordnete Mario Voigt. Er kritisiert die Landesregierung für das Gesetz, da die erstmalige Festlegung von Mindestgrößen für Schulen und Klassen dem Landkreis die eigenständige Schulnetzplanung entziehe und so gewachsene Schulstrukturen gefährde.

„Mit den Mindestschülerzahlen der rot-rot-grünen Landesregierung sind drei Viertel unserer Gymnasien, die Hälfte der Regelschulen und rund ein Viertel unser Grundschulen in ihrer Eigenständigkeit bedroht“, sagt Voigt. „Diesen Angriff auf Bildungslandschaft und Infrastruktur des Saale-Holzland-Kreises dürfen wir uns nicht gefallen lassen. Das sind wir den jungen Familien mit Kindern schuldig“. Voigt werde im Parlament und im Landkreis alles dafür tun, dass der Gesetzentwurf nicht Wirklichkeit werde, heißt es.

Das neue Schulgesetz sieht für Grundschulen eine verbindliche Mindestschülerzahl von 80 vor. Diese Anzahl werden im kommenden Schuljahr nach den Prognosen des aktuellen Schulnetzplans drei hiesige Grundschulen nicht erreichen. Zudem müssen nach dem Schulgesetz alle ersten Klassen mit mindestens 22 Schülern starten. Dies wird in mindestens vier Grundschulen nicht der Fall sein. Die Grundschulen in Milda, Rothenstein und Heideland würden beide Kriterien nicht erfüllen. Regelschulen sollen mindestens 240 (Gemeinschaftsschulen 260) Schüler haben. Von acht Regelschulen im Landkreis erreichen vier diese Anzahl. Die Regelschulen in Eisenberg, Crossen, Schkölen und Bürgel werden diese Zahlen weder im kommenden noch im darauffolgenden Schuljahr nach den Prognosen des Schulnetzplans erreichen. Weit entfernt von den vorgegebenen 540 Schülern sind zudem die Gymnasien in Kahla, Hermsdorf und Stadtroda. Lediglich das Gymnasium Eisenberg kann diese Zahl im kommenden Schuljahr erfüllen.

Voigt kündigte für das neue Jahr einen Dialog zur Sicherung des Bildungsstandortes Saale-Holzland-Kreis an, wo er mit Lehrern, Eltern und Schülern das Gespräch suchen werde.

OTZ / 01.12.18
jhmatz
 
Beiträge: 1939
Registriert: 27.01.2006, 15:41
Wohnort: Crossen

Saale-Holzland-Kreis steckt Millionen in Schulen und Straßen

Beitragvon jhmatz » 14.12.2018, 18:03

Kreistag bestätigt in Eisenberg den Haushalt 2019. Günter Ahnert kritisiert pauschale Abwägung des Landkreises bei Erhöhung der Kreisumlage.

Bild
Die Haushaltssatzung und der Haushaltsplan 2019 des Saale-Holzland-Kreises. Beide Papiere bringen es nebst den Anlagen auf über 350 Seiten. Foto: Andreas Schott

Eisenberg. Der große Schlagabtausch in der Haushaltsdebatte blieb am Mittwochabend zur Sitzung des Kreistages Saale-Holzland im Kaisersaal des Eisenberger Schlosses aus.

Mit gerade einmal drei Gegenstimmen beschlossen die Kreistagsmitglieder mit großer Mehrheit den Haushalt 2019. Dieser sieht im kommenden Jahr Einnahmen und Ausgaben in Höhe vom rund 110 Millionen Euro vor, größter Ausgabeblock ist der Bereich Soziale Sicherung mit 52 Millionen Euro.

Landrat Andreas Heller (CDU) warb im Vorfeld eindringlich für die Verabschiedung des Haushaltes. „Der Haushaltsplan, der heute vor Ihnen liegt, ist im besten Sinne des Wortes ein Investitionsplan“, verwies er in seiner Rede auf die fast 6,8 Millionen Euro, die der Saale-Holzland-Kreis für Baumaßnahmen ausgeben will. Davon, so der Landrat, würden allein 3,1 Millionen Euro im Schulbereich und 2,8 Millionen Euro im Bereich der Kreisstraßen investiert.

2,8 Millionen Euro für die Kreisstraßen

Demnach soll 2019 der Neubau an der Gemeinschaftsschule Bürgel abgeschlossen und mit der Sanierung des Altbaus begonnen werden. „Wir rechnen dafür mit 2,5 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren.“ Inzwischen liege ein Fördermittelbescheid über 1,6 Millionen Euro vor. Als weitere Investitionsstellen nannte Heller die Regelschule Dorndorf, Grundschulen in Bad Klosterlausnitz, Eisenberg, Hermsdorf, Ottendorf, Stiebritz, Schlöben und Rothenstein, die Regelschule Hermsdorf, die Grund- und Regelschule Crossen, das Gymnasium Kahla sowie die Standorte der Kreismusikschule. Bei den Grundschulen in Schlöben und Stadtroda will man über Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen ermitteln, ob ein Neubau oder eine Sanierung an den Standorten die beste Variante ist.

Ordentlich Geld nimmt der Kreis auch für den Erhalt seiner Straßen in die Hand: Rund 2,8 Millionen Euro sollen in die Kreisstraßen Großbockedra-Sulza, Eichenberg, Kleinkröbitz, Gernewitz, Lehesten und Nickelsdorf investiert werden, wobei es bei den beiden Straßen K15 und K147 um einen grundhaften Ausbau geht.

Der Landrat räumte ein, dass der Kreis allein auf Grund der gestiegenen Umlagegrundlagen in 2019 rund 1,6 Millionen Euro mehr an Kreisumlage von den Kommunen erhalten werde, er wies jedoch den Vorwurf zurück, dass man durch die Verschiebung der Prozentsätze bei der Kreis- und Schulumlage den Gemeinden zusätzlich tief in die Tasche greife. „Die geringe Verschiebung der Prozentsätze macht in der Summe lediglich 2600 Euro aus“, erklärte er.

Für die Ermittlung der Hebesätze habe man erneut eine Anhörung der Gemeinden durchgeführt. Anhand der Daten habe man sich ein umfassendes Bild über die finanzielle Lage der Gemeinden verschaffen können. „In der Gesamtabwägung ist die Umlage für die Gemeinden zumutbar und beeinträchtigt nicht deren verfassungsmäßige Selbstverwaltungsgarantie“, so Heller.

Kreistagsmitglied Günter Ahnert (Fraktion Bauern/FDP) sah dies allerdings anders. Ahnert, der zugleich 1. Beigeordneter der derzeit finanzklammen Stadt Stadtroda ist, sagte: „Die Abwägung zur Anhörung ist mein Problem.“ Was unterschlagen werde, sei, dass der Landkreis sehr wohl eine differenzierte Umlageerhöhung durchführen und so auf die Probleme strukturell unterfinanzierter Gemeinden eingehen könnte. Den Verlust müsste dann der Kreis über Bedarfszuweisungen beim Land geltend machen. Dies werde aber nicht getan. Deshalb werde er dem Haushalt nicht zustimmen, so Günter Ahnert.

Jörg Delinger, Chef der Fraktion BI Holzland, verwies auf die steigenden Kosten im Bereich der Jugendhilfe. „Wir werden 2019 hier in Dimensionen kommen, dass uns schlecht wird.“ Er schlug im Namen seiner Fraktion die Einberufung eines Sozialgipfels vor.

Markus Gleichmann (Fraktion Linke/Grüne) sagte, er freue sich, dass der Jenaer Oberbürgermeister und der Landrat wieder reden würden. Jetzt müsse man schnellstmöglich zu Vereinbarungen im Schulwesen, bei der Gesundheit oder dem ÖPNV kommen. Vielleicht sei auch eine Kooperation im Sozialbereich möglich, verwies Gleichmann auf die Probleme im Jugendhilfebereich. „Wir brauchen an jeder Schule Jugendsozialarbeiter.“

SPD-Fraktionschef Hans-Peter Perschke rieb sich ebenfalls an der Anhörung der Gemeinden zur Kreisumlage. Seines Wissens nach sei eine individuelle und keine pauschalisierte Anhörung notwendig. Inzwischen gebe es jede Menge Urteile, warnte er in Richtung Landratsamt, dass es eines Tages auch im Saale-Holzland zu Rückzahlungen der Kreisumlage kommen könnte. Perschke mahnte an, sich künftig stärker mit der demografischen Entwicklung und den Folgen auf den Kreishaushalt auseinanderzusetzen.

Johann Waschnewski (CDU-Fraktion) erklärte, jeder könne sich in diesem Haushalt wiederfinden. „Lassen Sie uns heute für diesen Haushalt stimmen!“

Christian Nitsch (BI Holzland) warb hingegen für einen radikalen Weg. Weil die Kommunen am Ende seien und längst ihr Tafelsilber verscherbeln mussten, ohne das Geld der Kommunen aber perspektivisch auch der Kreis am Ende sei, sollte man bitteschön ohne Haushalt und mit Notverordnungen wirtschaften und so Druck auf das Land ausüben, für eine angemessene Finanzausstattung zu sorgen. „Keine Zahlung an die Vereine, die Leuchtenburg, an den Flugplatz Schöngleina.“ Er rufe zum Streik an der Mittelstelle auf.

Für Kopfschütteln sorgte das nunmehr fraktionslose Kreistagsmitglied Frank Golombek (parteilos). Dieser ereiferte sich über die 51 Millionen Euro, die 2019 für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereit gestellt werden. „Da sollte das Land lieber was für die eigenen Leute machen.“

Scharfe Töne von CDU-Kreistagsmitglied Albert Weiler, der sich in seiner Rede auf die rot-rot-grüne Landesregierung einschoss. „Wir als Bürgermeister sollten die gelben Westen anziehen und nach Erfurt fahren“, sagte der Mildaer Bürgermeister und CDU-Bundestagsabgeordnete mit Blick auf die Finanzmisere beim Kreis und den Kommunen. „Wir sollten nicht mit uns machen lassen, was die Herren da oben vorhaben.“ Kurzes Gelächter, da bei vielen Kreistagsmitglieder Albert Weiler einer von denen da oben ist.

Weiler ließ sich nicht beirren. Er beklagte, dass Gelder, die der Bund den Kommunen zur Verfügung stelle, in Thüringen im „ideologischen Sumpf versumpft.“ Das Land gebe die Millionen einfach nicht weiter.

OTZ Frank Kalla / 14.12.18
jhmatz
 
Beiträge: 1939
Registriert: 27.01.2006, 15:41
Wohnort: Crossen


Zurück zu Allgemeine Themen - Crossen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron