Hochwasser - Nachträge aus der OTZ

Dieser Teil des Forums ist für allgemeine Diskussionen rund um Crossen gedacht.

Hochwasser - Nachträge aus der OTZ

Beitragvon jhmatz » 09.06.2013, 14:30

Ahlendorf: Zittern am Floß-Damm

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Wurden aus ihren Wohnungen in Crossen evakuiert: Franz Dworschak, Gudrun und Hans-Günther Scheibe sowie Gertraud Niklewski (von links) , übernachteten mit anderen in der Turnhalle der Schule in Crossen. Fotos (3): Dieter Urban

Feuerwehrleute in Crossen und Umgebung seit Freitag im Einsatz. Notunterkünfte sind in Crossener Schule eingerichtet.

Ahlendorf/Crossen. Am Montag erreichte das Hochwasser der Elster bei Crossen seinen kritischen Punkt.

Vor allem in Ahlendorf entpuppte sich der Floß-Graben als Schwachstelle: Der schmale Damm, der vor dem Wasser schützen soll, schien in Auf­lösung begriffen. Die Bewohner des Hauses am Wehr wurden bereits lange vorher evakuiert. Am Nachmittag kamen Bundeswehr­soldaten mit einem Schwimmpanzer ans Floß-Haus, um im Notfall die Kameraden der Feuerwehr, die seit Freitag früh im Einsatz sind, zu unterstützen.

Schulfest und Kinderfest fallen aus
Der Landtagsabgeordnete Mario Voigt (CDU) kam nach Crossen, um sich vor Ort im Hochwassergebiet über den Stand der Dinge zu informieren. Crossens Bürgermeister Jens Lüdtke sagte: "Wir sind echt froh, dass keine Menschen verletzt wurden und keine gesundheitlichen Schäden zu beklagen waren. Die Bürger, die in Tauchlitz und Nickelsdorf wohnen und teilweise von den Verbindungswegen abgeschnitten waren, mussten nichts fürchten. Im Notfall kommen Hubschrauber zum Einsatz, um zu helfen."

Die Gefahr, vom Hochwasser eingeschlossen zu werden, herrschte auch in Ahlendorf. Deshalb befuhren Feuerwehrleute und Polizisten den Ort, um die Einwohner zu bitten, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.

In der Turnhalle der Schule Crossen wurde bereits am Sonntag eine Notunterkunft für betroffene Bürger eingerichtet. Hausmeister Detlef Herbst berichtete: "Am Sonntag, um 21 Uhr, wurde die Sporthalle mit Liegen bestückt. Etwa fünfzig Crossener Bürger haben geholfen. Das DRK und die Feuerwehr kümmerten sich um alles. In etwa nutzten 23 Leute die Notunterkunft."

Darunter Menschen aus der Dr.-Maruschky-Straße Crossen. Hans-Günther Scheibe, der mit seiner Frau Gudrun seit Sonntagnacht in der Schule ausharrte, sagte: "Daheim hatten wir keinen Strom. Hier haben wir wenigstens eine sichere Unterkunft und wir wurden gut versorgt. Die Helfer haben sich alle Mühe gegeben, uns zu unter­stützen."

Die Schulleiterin Petra Ra­decke von der Regelschule informierte, dass der Schulunterricht ausgesetzt wurde und sagte, dass auch das Schulfest am Freitag ausfallen wird. Auch aus Nickelsdorf kam die Information, dass das für Mittwoch geplante Interkulturelle Kinderfest nicht stattfinden wird.

Bürgermeister Jens Lüdtke betonte: "Hochachtung gilt den Einsatzkräften und Leuten, die selbstlos Nachbarschaftshilfe leisteten."


Dieter Urban / 03.06.13 / OTZ
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Re: Hochwasser - Nachträge aus der OTZ

Beitragvon jhmatz » 09.06.2013, 14:37

Katastrophen-Alarm im Saale-Holzland wegen Hochwasser

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Luftbild vom Hochwasser der Weißen Elster in Crossen,Hartmannsdorf und Silbitz. Foto: Tino Zippel

Landrat wegen des Hochwassers entschieden, dass der Krisenstab des Kreises die Einsatzleitung übernimmt. Besonders der Norden des Kreises bereitet Probleme.


Eisenberg. Aufgrund der weiterhin äußerst angespannten Hochwasserlage in einigen Regionen hat der Landrat des Saale-Holzland-Kreises, Andreas Heller (CDU), den Katastrophenfall festgestellt.

Dies gelte seit Sonntagabend, 21.03 Uhr, informierte der Landrat gestern. Damit sei die Einsatz­leitung an den Krisenstab des Landratsamtes über­gegangen. Die kommunalen Verwaltungen haben nun die Aufgabe der technischen Um­setzung vor Ort. "Nach der Hochwasserbekämpfung stehen nun vor allem auch der Schutz und die Unterstützung der Menschen im Mittelpunkt", betonte Heller. Da­neben gehe es um die Aufrechterhaltung des Schulbetriebes, des öffentlichen Personennahverkehrs und die Sicherung der Straßen.

Die Entscheidung, den Katastrophenfall auszurufen, sei nach diversen Vor-Ort-Besuchen unter anderem in Camburg und Crossen gefallen, so der Landrat. Es habe zudem verschiedene Gespräche, so mit der Feuerwehr in Crossen, der Geschäftsführung der Silbitz Guss GmbH und der Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU), gegeben. "An­gesichts der teils dramatischen Informationen und der extremen Pegel in Saale und Elster, die noch weiter steigen, habe ich dann meine Entscheidung gefällt", so Heller.

Während die Lage im südlichen Saaletal relativ stabil sei, hätten sich die Regionen zwischen Porstendorf und Camburg sowie entlang der Elster zu Schwerpunkten der Katastrophe entwickelt. Die Elster stieg im rund zehn Zentimeter stündlich. Teile von Silbitz wurden evakuiert.

Die Gießerei und andere Unternehmen mussten ihre Produktion einstellen. "Damit sind auch wichtige wirtschaftliche Faktoren unserer Region betroffen", so Heller. Nickelsdorf und Ahlendorf seien von der Umwelt abgeschnitten. An der Saale werde heute gegen Mittag ein weiterer drastischer Anstieg des Pegels erwartet, da an den Stauseen Wasser abgelassen werden muss.

"Ein ganz großer Dank gilt allen Einsatzkräften und den freiwilligen Helfern", sagte Heller. "Sie sind teilweise allerdings körperlich am Ende. Laut Kreisbrandinspektor Volker Gidde waren schon am Freitag an die 500 Leute an der Hochwasserbekämpfung beteiligt. Insgesamt seien 70"000 Sandsäcke verbaut worden, vor allem in Crossen und Silbitz. Alle Feuerwehren des Kreises seien im Einsatz, dazu das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz und viele Bürger.

"Die große Hilfsbereitschaft der Leute ist beeindruckend", sagte Heller. Er lobte auch die intensive Kooperation der Feuerwehren untereinander. Beispielsweise war die Reichenbacher Wehr in Camburg, die Heideländer in Crossen im Einsatz.

"Gott sei Dank ist bislang niemand verletzt worden", erklärte der stell­vertretende Leiter der Polizeiinspektion Saale-Holzland, Uwe Anderle. Der operative Dienst sei verstärkt worden, um unter anderem Evakuierungen zu unterstützen und Ab­sperrungen umzusetzen. "Wir haben insofern Glück, dass die Hauptverkehrsstraßen relativ gut befahrbar sind."

Wann es zu einer Aufhebung des Katastrophenzustandes komme, sei nicht einzuschätzen, sagte Volker Gidde. "Wir gehen aber von mehreren Tagen Dauer aus."Kommentar

Oliver Will / 04.06.13 / OTZ
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Re: Hochwasser - Nachträge aus der OTZ

Beitragvon jhmatz » 09.06.2013, 14:41

Hochwasser-Schaden im Saale-Holzland-Kreis lässt sich noch nicht abschätzen

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Am Dienstag hat sich die Hochwasser-Situation am Stahlwerk Silbitz entspannt. Foto: Dieter Urban

Nach dem Ausrufen des Katastrophenalarms aufgrund des Hochwassers hat sich nun am zweiten Tag im Saale-Holzland-Kreis die Lage entspannt. Die Aufräumarbeiten haben begonnen.

Eisenberg. Die Lage in weiten Teilen des Saale-Holzland-Kreises hat sich am zweiten Tag nach Ausrufen des Katastrophenalarms entspannt. Trotzdem ist die Situation vor allem an der Saale und an der Weißen Elster nach wie vor prekär, hieß es am diesem Dienstag (4. Juni) aus dem Landratsamt. Noch könne die Höhe der Schäden, die das Hochwasser angerichtet habe, nicht abgeschätzt werden.

Vielerorts konnte mit Aufräumarbeiten begonnen werden. In Silbitz kehrten die Menschen, die vorsorglich evakuiert worden waren, in ihre Wohnungen zurück. Die Turnhalle der Schule Crossen, die als Notquartier eingerichtet worden war, konnte am Dienstag beräumt werden. Bis zu 21 Menschen hatten hier ­vorübergehend Obdach gefunden.

Der Schulbetrieb wird ab dem 5. Juni an fast allen Schulen im Landkreis wieder regulär aufgenommen. Eine Ausnahme ist die Regelschule Dorndorf, wo ­wegen der Folgen des Hochwassers noch kein Unterricht stattfinden kann. Lediglich die 9."und 10. Klassen, die in der Prüfungsvorbereitung stecken, sollen heute unterrichtet werden; die anderen Klassen bleiben noch zu Hause. Die Schüler und Eltern werden über die Homepage der Schule informiert. Zusätzlich telefonieren die Klassenleiter mit den Eltern ihrer Schüler und halten Sie auf dem Laufenden.

Bei den Schulbussen und im Öffentlichen Personennahverkehr gibt es noch Einschränkungen. So musste die Bushaltestelle in Camburg am Schießplatz bis auf Weiteres in die Georg­straße verlegt werden.

Die Zahl der wegen Überflutung gesperrten Straßen nimmt ab. Am Dienstagnachmittag waren u.a. noch die B 88 in Orlamünde, die Ortsverbindungsstraße Golmsdorf - Porstendorf, die Kreisstraße zwischen Crossen und Nickelsdorf, die Elsterbrücke nach Tauchlitz und die Dr.-Maruschky-Straße in Silbitz gesperrt. Die Straße von Nickelsdorf nach Tauchlitz musste wegen eines Erdrutsches am Felsenkeller dicht gemacht werden, ein solcher droht am Töpferberg in Stadtroda. Die Kreisstraße 180 im Leubengrund ist für Kraftfahrzeuge außer Pkw gesperrt. Die Kreisstraße zwischen Neuengönna und Nerkewitz wurde gestern zunächst halbseitig freigegeben. Auch die Strecke von Ahlendorf über die Landesgrenze Richtung Wetterzeube ist nicht mehr gesperrt.

Weitere Informationen unter www.saaleholzlandkreis.de.; Stichwort: Hochwasserkatastrophe zusammengestellt.


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Re: Hochwasser - Nachträge aus der OTZ

Beitragvon jhmatz » 09.06.2013, 14:49

Super-Pumpe gegen Hochwasser in Gießerei Silbitz

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Blick auf den Eingansbereich des Stahlwerkes Silbitz Guss GmbH Dienstag Mittag. Die Wassermassen, die am Montag noch die Straße am Werk überschwemmten sind zurückgegangen.

Situation an der Elster bei Crossen und Silbitz entspannt sich allmählich. Bewohner kehren zurück in ihre Wohnungen.

Silbitz. Verhaltener Optimismus herrschte am Dienstag bei den Feuerwehrleuten in Crossen, die zum Teil ununterbrochen seit Freitag im Einsatz waren, um gegen das Hochwasser anzukämpfen.

Die Fluten, die am Montag noch in Silbitz über das Werksgelände und in die Betriebs­hallen der Silbitz Guss GmbH plätscherten, zogen sich allmählich zurück. Berufsfeuerwehrmänner aus Erfurt hatten eine Hochleistungspumpe angefahren, mit der pro Minute 15 000 Liter abgepumpt wurden. Meter um Meter konnten die Bereiche vom Wasser befreit werden.

"Die Sonne beginnt wieder zu scheinen", sagte Geschäfts­führer Dr. Torsten Tiefel mit dem Blick zum Himmel, aber auch sinnbildlich auf das Unternehmen. "Außen sind die Flächen weitgehend trocken, aber innen haben wir noch mit großen Problemen zu kämpfen." Denn die Maschinen und Anlagen, die das Herzstück der Stahlgießerei bilden, stehen in bis zu vier Meter tiefen Gruben.

Schritt für Schritt wurde nach der Trocknung wieder die Stromzufuhr ge­startet. "Wir informieren unsere Kunden täglich und tun alles dafür, um unseren Verpflichtungen nachzukommen", so Torsten Tiefel. "Wir bewahren uns unseren Optimismus. Es geht weiter!"

Diese Botschaft sei auch für die Beschäftigten von Silbitz Guss wichtig, betonte Landrat Andreas Heller (CDU), der Dienstag vor Ort war, mit Gießerei-Mitarbeitern sprach und unter anderem Hilfe bei der Entsorgung der Sandsäcke zu­sicherte. Er dankte allen Feuerwehrleuten, Betriebsangehörigen und Helfern und lobte den Einsatz von Kreisbrandinspektor Volker Gidde bei der Organisation der Hochleistungs-Pumpe.

Dass diese zum richtigen Zeitpunkt zum Einsatz kam, organisierte die Geschäftsleitung persönlich. "Weil wir keine aktuellen Pegelstände bekamen, sind wir in der Nacht zum Dienstag selbst nach Gera-Langenberg gefahren und haben gemessen", berichtete Karlheinz Bangel, der technische Geschäftsführer bei Silbitz Guss. "3,40 Meter, das bedeutete 40 Zentimeter weniger als am Sonntag. Da haben wir gesagt: Jetzt kann's losgehen mit dem Abpumpen." Er ist zu­versichtlich, dass Silbitz Guss Ende der Woche zumindest teilweise arbeiten kann: "Wir sind wieder handlungsfähig."

Das Surren kleinerer Pumpen war indessen auf der gesamten Maruschky-Straße zu hören. Aus jedem Hauseingang der Mehrfamilien-Häuser drückten diese über Schläuche das Kellerwasser nach draußen. Fast alle Bewohner hatten zwischenzeitlich Notunterkünfte in der Sport­halle der Crossener Schule aufgesucht, konnten aber wieder in ihr Zuhause zurück.

Gestern entspannte sich die Situation an der Elster bei Crossen und Silbitz allmählich. Die Fluten strömten zwar noch auf der Aue und bedeckten diese auf weiten Flächen. Das Wasser stieg allerdings nicht mehr an. Martin Bierbrauer, dem Chef der Verwaltungs­gemeinschaft Heideland-Elstertal-Schkölen, schien ein Stein vom Herzen gefallen zu sein. Er sagte: "Wir sind heilfroh, dass durch den Einsatz der Feuerwehr, den zu Hilfe eilenden Bundeswehr-Soldaten und den unermüdlichen frei­willigen Helfern ein drohender Bruch des Floß-Grabens bei Ahlendorf abgewendet wurde."

Martin Bierbrauer betonte auch, dass nicht nur direkt an der Hochwasser-Front fleißige Helfer aktiv waren, sondern dass die Einsatzkräfte rund um die Uhr mit Essen, Erfrischungsgetränken und kannenweise Kaffee versorgt wurden. "Die Frauen, vor allem vom Feuerwehr-Verein und andere Bürgerinnen, hatten die Versorgung voll im Griff, manche brachten sogar extra gebackenen Kuchen in die Wache."

Nun beginnt auch die Schadensanalyse, die allerdings erst dann konkret werden kann, wenn die Elster wieder in ihr Bett zurückgekehrt ist.

Katastrophenalarm im Saale-Holzland-Kreis

Dieter Urban / 05.06.13 / OTZ

Kommentare
05.06.13 - 20:29
ich
@ Rosi mit etwas Hirn hätte man ja in der Grund­schu­le an­ru­fen kön­nen, wenn man schon weiß das dort eine Not­un­ter­kunft ein­ge­rich­tet ist. Soll die FW wirk­lich Au­dru­cke der Mel­de­lis­ten von Cros­sen und Sil­bitz haben? Ich denke nicht, dann mel­det sich Nach­bar XY und meint seine per­sön­li­chen Daten müs­sen ge­si­chert blei­ben. Da­ten­schutz :-) Ich glau­be ein ein­fa­ches "Dan­ke­schön" an die Ei­satz­kräf­te wären deut­lich an­ge­brach­ter ge­we­sen.
05.06.13 - 11:37
rosi
die in­for­ma­ti­ons­po­li­tik ließ stark zu wün­schen übrig, keine aus­hän­ge oder ähn­li­ches, wer wann in seine woh­nung zu­rück darf. le­dig­lich die in den turn­hal­len un­ter­ge­brach­ten be­ka­men die info, pri­vat un­ter­ge­brach­te nicht, so schlimm an den stra­ßen­ein­fahr­ten zet­tel an­zu­brin­gen? bür­ger­te­le­fo­ne wer­den in gera etc ge­schaf­fen, sofort...​und im shk? warum müs­sen die feu­er­wehr­leu­te die be­woh­ner beim eva­ku­ie­ren be­fra­gen wer in den an­de­ren miets­woh­nun­gen noch wohnt? gibt es keine aus­dru­cke aus der mel­de­stel­le, au­ßer­halb der öff­nungs­zei­ten? mit der in­fo­po­li­tik komme ich nicht zu­recht, im tv und radio wurde ge­sagt ori­en­tie­ren sie sich an den ört­li­chen in­for­ma­ti­ons­stel­len, fürs nächs­te mal würde ich gerne wis­sen wo diese hier ist, das konn­ten mir nicht mal die po­li­zis­ten er­klä­ren. ich bin doch ent­täuscht von der öf­fent­lich­keits­ar­beit.
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Re: Hochwasser - Nachträge aus der OTZ

Beitragvon jhmatz » 09.06.2013, 14:56

Aufräumen nach Hochwasser beim SV Elstertal Silbitz/Crossen

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Alles stand unter Wasser. Wann die Fußballer das Sozialgebäude auf dem Silbitzer Sportplatz wieder nutzen können, ist fraglich. Das ist der Eingangsbereich der Sportanlage der Fußballer in Silbitz. Foto: Jens Henning

Bildrechte:OTZ


Aufräumen war am Samstag angesagt bei den Fußballern des SV Elstertal Silbitz/Crossen. Nach dem Hochwasser räumten die Spieler, die Verantwortlichen und die Trainer des Vereins alle Kabinen des Umkleidetraktes aus. Das Wasser stand bis zu anderthalb Meter hoch. Überschwemmt waren alle Räume: die Umkleidekabinen der Fußballer, der Raum für die Schiedsrichter, der Technik-Raum und der komplette Sanitärbereich.

Jens Henning / 09.06.13 / OTZ
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Schutz entlang der Weißen Elster und der Rauda vernetzen

Beitragvon hossa21 » 03.07.2013, 09:15

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Luftbild vom Hochwasser der Weißen Elster in Crossen. 987 000 Euro Schäden haben die Fluten in der Elstertal-Gemeinde angerichtet. Die Rauda überflutete teilweise das Crossener Gewerbegebiet am Ortseingang. Foto: Tino Zippel


Crossen überlegt, sich an laufenden Planungen von Eisenberg, Rauda und Hartmannsdorf zu beteiligen, die mehr Schutz vor einem Übertreten der Rauda bieten sollen.
Crossen. 987"000"Euro Schäden hat das Hochwasser der Weißen Elster in Crossen und seinen Ortsteilen angerichtet. "Allein an Hochwasserschutzeinrichtungen, wie den Dämmen, belaufen sich die Schäden auf rund 500"000"Euro", sagte Bürgermeister Jens Lüdtke zum letzten Gemeinderat.

Auch Straßen und Wege sind in Mitleidenschaft gezogen. "Der ländliche Weg zwischen Elsterbrücke und Tauchlitz ist nach einem Erdrutsch grundhaft geschädigt, nicht mehr passierbar und abgesperrt. Hier lauert Gefahr für Leib und Leben", betonte Lüdtke. Trotzdem meinte er, dass Crossen in punkto Hochwasser " mit einem blauen Auge" davongekommen sei. Die Schäden konzentrierten sich auf das Gebiet unterhalb des Mühlberges, wo neue Gräben, Damm und Schlauchsperren dortige Grundstücke und Gärten nicht schützen konnten. "Ohne den Bahndamm hätten Crossen und Ahlendorf bis zu einem Meter unter Wasser gestanden."

Da neben der Weißen Elster auch die Rauda einmal mehr ihr Gefahrenpotenzial demonstrierte und das Crossener Gewerbegebiet überschwemmte, überlegt die Gemeinde nun, in laufende Planungen für ein Hochwasserschutzkonzept der Rauda mit einzusteigen. Eisenberg, Rauda und Hartmannsdorf arbeiten gegenwärtig schon zusammen. Martin Lindenberg vom mit der Planung beauftragten Institut für technisch-­wissenschaftliche Hydrologie, ­stellte den Stand der Konzeption zum Gemeinderat kurz vor.

"Die hydrologischen Berechnungen für die Rauda liegen schon vor, es wäre also jetzt ein günstiger Zeitpunkt für Crossen, sich an der Hochwasserschutzplanung zu beteiligen", so Martin Lindenberg. "Vor allem, weil die Rauda in Crossen in die Weiße Elster fließt." Derzeit stelle sich die Situation für den Ort so dar, dass Maßnahmen der "Oberlieger", also Eisenberg, Rauda und Hartmannsdorf, die Situation für Crossen verschärfen könnten. Gleichzeitig könnte die Verengung der Rauda in Crossen zu einem Rückstau führen, was wiederum Hartmannsdorf stärker für ein Hochwasser ­gefährde. Deshalb riet der ­Planer zu einer Beteiligung von Crossen am Hochwasserschutz­konzept. "Sie müssten ihre Entscheidung nur bis zum 26."Juli treffen", so Martin Lindenberg, da das gemeinsame Konzept schon bis September stehen soll, und erste Berechnungen für August vorgesehen sind.

Bei avisierten Kosten für die Planung von 15"000 bis 20"000 Euro - rund zwei Drittel davon sind förderfähig - ist eine Zusammenarbeit mit der Kreisstadt und den anderen beiden Gemeinden natürlich noch attraktiver.

Zur nächsten Gemeinderatssitzung am 25."Juli soll die Entscheidung über eine Betei­ligung fallen.

Um die Arbeit an einer neuen Hochwasserschutzplanung für Crossen zu inten­sivieren, will die Gemeinde außerdem eine entsprechende Arbeitsgruppe gründen. Darin sollen unter ­anderem Mitglieder der Feuerwehr, des Zweckverbandes "Die Rauda" sowie Vertreter der ­Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie aus Jena vertreten sein.

Susann Grunert / 03.07.13 / OTZ
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Leser spenden fast 190 000 Euro für Flutopfer

Beitragvon hossa21 » 10.07.2013, 11:11

Die Hochwasser-Aktion von "Freies Wort hilft" hat sich zum größten Flut-Spendenprojekt Thüringens entwickelt. Knapp 190 000 Euro haben unsere Leser überwiesen. Rund 60 Prozent davon sind bereits an Betroffene vergeben.
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Land unter in Caaschwitz: Kräfte der Ernstthaler Feuerwehr sind während des Hochwassers 2013 in der Ostthüringer Gemeinde im Einsatz.
camera900.de/Archiv


In der 15-jährigen Geschichte des Hilfswerks der Südthüringer Zeitungen ist dies die zweitgrößte Spendenwelle. Nach dem Hochwasser von 2002 waren beinahe 521 000 Euro aus der Region zusammengekommen, die den Menschen im Ort Erlln bei Grimma in Sachsen zugute kamen. Damals waren in ganz Deutschland Spenden-Rekorde aufgestellt worden. In diesem Jahr verzeichneten die großen Hilfsorganisationen jedoch weniger als zehn Prozent der damaligen Summen. "Angesichts dessen ist die Solidarität, die die hiesigen Zeitungsleser mit ihrer weit überdurchschnittlichen Spendenbereitschaft zeigen, beeindruckend", sagte Mey, "zumal Thüringer Wald und Rhön gar nicht zu den schwerstbetroffenen Gebieten zählen".

Allerdings hat das Hochwasser Ende Mai und Anfang Juni auch in Südthüringen Schäden in bisher unbekannten Dimensionen angerichtet. Und so setzt "Freies Wort hilft" einen erheblichen Teil der Gelder für Betroffene in der heimischen Region ein, und zwar zunächst in Schmalkalden, Wallbach und Andenhausen (Rhön).

Der größte Batzen geht in das Gebiet zwischen Gera und Crossen in Ostthüringen, wo die Weiße Elster in den ersten Junitagen große Teile der ufernahen Dörfer überschwemmt hatte. Dort erlitten einige ohnehin vom Schicksal gebeutelte Familien durch das Hochwasser weitere Rückschläge, die die Spendengelder nun zumindest finanziell lindern werden. "Besonders hart war für viele Betroffene, dass ihre Versicherungen zuvor den Abschluss von Hochwasser-Policen stets abgelehnt hatten", sagte Hilfswerk-Vizevorsitzender Markus Ermert: "Einige dieser Leute stünden ohne Hilfe nun vor den Nichts."

Über die Vergabe von rund 40 Prozent der Spendensumme, etwa 72 000 Euro, ist bislang noch nicht entschieden. In einigen Fällen sei noch nicht klar, wie hoch der Schaden ist und was von Versicherungen getragen wird, teilte der Hilfswerk-Vorstand mit. Dazu gehören die Schäden im Zusammenhang mit Hangrutschen an der Werra im Bad Salzunger Stadtteil Kloster. Ermert: "Wir prüfen sorgfältig, damit sicher ist, dass jeder Euro auch wirklich denen hilft, die es nötig haben."

(Quelle: http://www.insuedthueringen.de vom 01.07.13)
hossa21
 
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Agrargenossenschaft Buchheim-Crossen erhält über 200 000 Eur

Beitragvon jhmatz » 02.10.2013, 16:17

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Roland Richwien (4.v.r.) übergibt den Bescheid an Jutta Schulze (3.v.r.).Foto: S. Grunert

Das Hochwasser der Weißen Elster vom 1. Juni hatte das Unternehmen "arg gebeutelt".
Autor: Von Susann Grunert


Etzdorf: Roland Richwien , Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, überbrachte dem Vorstand der Agrargenossenschaft Buchheim-Crossen gestern persönlich einen Zuwendungs­bescheid für Wiederaufbauhilfe nach dem Juni-Hochwasser.

Exakt 212 454,62 Euro erhält die Genossenschaft für die Beseitigung ihrer Schäden. "Ich weiß, dass ihr das Geld dringend braucht", so Richwien. "Aber bleibt bei der Stange und schaut nach vorne", fügte er an. Vorstandsmitglied Jutta Schulze ­bestätigte, dass die Fluten das Unternehmen "finanziell arg gebeutelt" haben. Rund zehn Prozent der Anbauflächen liegen im Elstertal. Als sich das Wasser der Weißen Elster am 1. Juni seinen Weg suchte, sei von den dortigen Feldern der Agrargenossenschaft nichts mehr zu sehen gewesen, das ganze Tal glich einer Seenlandschaft. Und nachdem das Wasser wich, wartete schon das nächste Problem. "Auf den Feldern lagen Sand, Kies, Schlamm, Reifen und was der Fluss sonst noch anspülte", erzählte Jutta Schulze. Laut der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie seien für die Beseitigung die Eigentümer der Flächen verantwortlich. "Das Material gleich für den Wiederaufbau des Crossener Damms zu nutzen, wurde aber auch abgelehnt", ärgert sie sich.

Es sei unstrittig, dass in Sachen Hochwasserschutz Nachholbedarf bestehe, so Richwien. Es müsse länderübergreifend und "mit Augenmaß" daran gearbeitet werden. Kommentar


Susann Grunert / 02.10.13 / OTZ
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Einkaufsmarkt in Crossen nach Hochwasser wiedereröffnet

Beitragvon jhmatz » 08.11.2013, 20:42

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Marktleiterin Susanne Rocke (links) und ihre Stellvertreterin Andrea Bartl stehen vor dem neuen Obst- und Gemüse-Regal.Foto: Susann Grunert

Penny-Filiale musste nach dem Hochwasser im Juni für vier Monate schließen

Crossen. Nach fast vier Monaten Schließzeit aufgrund des ­Juni-Hochwassers konnte Ende Oktober der Penny-Markt im Crossener Gewerbegebiet wieder öffnen. "Seit 27. Juni hatten wir geschlossen", erzählt Marktleiterin Susanne Rocke.

Zwar hätte das Wasser "nur" rund fünf Zentimeter hoch im Verkaufsraum und im Kühlhaus gestanden, doch die Feuchtigkeit im Gebäude führte zu schimmligen Wänden, die Maßnahmen unumgänglich machten. "Die Trocknung des Gebäudes hat am längsten gedauert", sagt Susanne Rocke, die wie die fünf anderen Mitarbeiter und ein Azubi während dieser vier Monate in anderen Filialen "Asyl" gefunden hatte.

Wie die Penny-Pressestelle informierte, wurde der Crossener Markt im Zuge der Bauarbeiten gleich auf das neue Firmenkonzept umgestellt. "Hier war alles komplett leer und wurde nun vollkommen neu gestaltet", bestätigt die Marktleiterin.

Neu ist zum Beispiel die Obst- und Gemüse-Abteilung, die sich nun im Eingangsbereich befindet. "Dort herrscht eine an einen Marktstand erinnernde Atmosphäre", heißt es aus der Pressestelle. Wichtige Warengruppen wie Milch- und Molkereiprodukte, Brot- und Back- sowie Süßwaren seien für den Kunden gut sichtbar an den Wänden der Filiale entlang platziert. Entsprechende Wandaufdrucke erleichterten die Orientierung im Markt zusätzlich. Gleiches gelte für die neu angeordneten Re­gale, an deren Stirnseiten die ­jeweiligen Aktionsangebote platziert werden. Der Tiefkühl­bereich wurde unmittelbar vor die Kassen verlegt, damit tem­peraturempfindliche Produkte während des Einkaufs nicht unnötig lange ungekühlt sind.

Mit verschiedenen Aktionen wurde die Eröffnung vergan­gene Woche gefeiert, erzählte Susanne Rocke.


Susann Grunert / 08.11.13 / OTZ
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Umweltministerin in Crossen: Hochwasserschutz

Beitragvon jhmatz » 20.08.2015, 07:34

Umweltministerin in Crossen: Hochwasserschutz an der Elster soll 2021 gebaut sein

Die Bürgermeister aus der Verwaltungsgemeinschaft Heideland– Elstertal – Schkölen geben Thüringens Umweltministerin die vordringlichsten Aufgaben mit auf den Weg nach Erfurt.

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Der Betrieb Silbitz Guss unter Wasser während des Hochwassers an der Weißen Elster im Juni 2013. Foto: Tino Zippel

Crossen. Im Verwaltungssitz der Verwaltungsgemeinschaft Heideland – Elstertal – Schkölen in Crossen ließ Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnisgrüne) einige Zeit auf sich warten. Die Debatten zuvor um den Wind im Wald bei Tautenhain dauerten etwas länger, als es der knapp gestrickte Zeitplan am Mittwoch für die Sommertour des Landtagsabgeordneten Mario Voigt (CDU) vorgesehen hatte.

Vertane Zeit war die Wartezeit für die Bürgermeister der VG in Crossen indes nicht. Das Thema Hochwasserschutz in den Kommunen der VG wurde unterdessen schon mal auf Arbeitsebene vordiskutiert – zwischen Bürgermeistern und Vertretern der Thüringer Landgesellschaft, die gemeinsam mit der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) den Hochwasserschutz an der Weißen Elster zwischen Greiz und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt plant und verwirklicht.

Die Thüringer Landgesellschaft ist unter anderem zuständig für den Flussabschnitt zwischen Gera-Meilitz und der Landesgrenze und damit auch für den Bereich Caaschwitz – Silbitz – Crossen. Der Silbitzer Bürgermeister Silvio Mahl wies Marcel Möller von der Landgesellschaft auf eine Delle im Deich bei Silbitz hin. Dort geht der von der TLUG beauftragte Wiederaufbau nach dem Hochwasser 2013 mit einer Erneuerung eines Kanalauflaufs in den nächsten Tagen zu Ende. Aus Sicht des Bürgermeisters müsse das Höhenniveau des Deichs an dieser Stelle auf die Höhe der benachbarten Deichbereiche angepasst werden, damit der Schutz gewährleistet werden kann. Möller will sich nun darum kümmern.

Im Gespräch mit der Umweltministerin und den Bürgermeistern kurze Zeit später nannte der Geschäftsführer der Thüringer Landgesellschaft, Alexander Schmidtke, erste Eckdaten für den Hochwasserschutz an der Weißen Elster bei Silbitz und Crossen.

Nach einer Ausschreibung für die technischen Grundlagen des Hochwasserschutzes im Herbst 2014 hat die Landgesellschaft die Grundlagendaten unter anderem mit Befliegungen der Weißen Elster im April erarbeitet. Die Baugrunduntersuchung sei konzeptionell vorbereitet, das geohydraulische Modell beauftragt. Bis Jahresende sollen erste planerische Varianten für den Hochwasserschutz vorliegen, sagte Schmidtke.

Baubeginn nicht vor dem Jahr 2018
„Mit einem Baubeginn ist vor 2018 nicht zu rechnen“, erklärte er. Möglicherweise könne an einigen Abschnitten wie Silbitz vorher mit einer Teilzulassung begonnen werden. In Silbitz hatte sowohl das Dorf als auch der Betrieb von Silbitz Guss unter Wasser gestanden. Der Betrieb hatte mit etwa 15 Millionen Euro den größten Einzelschaden im Freistaat Thüringen während des Hochwasser 2013 erlitten. Ziel ist es, das entstehende Hochwasserschutzkonzept bis zum Jahr 2021 umzusetzen.

Der Umweltministerin liegt daran, dass möglichst viel Retentionsraum, also Ausweichfläche für hochstehendes Wasser geschaffen wird. In Caaschwitz sei die Umsiedelung von Landwirtschaft aus der Aue heraus mit Eigentümern bereits besprochen worden, erklärte die Thüringer Landgesellschaft.

Das Industriegebiet und Silbitz Guss in Crossen gehören zu den Prioritäten für den Hochwasserschutz im Elstertal. Als eine weitere Priorität nannte der VG-Chef Martin Bierbrauer der Ministerin den Binnendeich bei Crossen-Ahlen. Dafür ist zwar die Gemeinde zuständig, aber der Deich müsse bei der Planung berücksichtigt und künftig erhalten bleiben. Ohne den Binnendeich wäre die Flut 2013 von hinten ins Dorf Crossen geflossen.

Als weitere Priorität für den Hochwasserschutz nannte Bierbrauer die Rauda, die 2013 als Zulauf zur Weißen Elster gleichfalls für Überschwemmungen sorgte. „Die Rauda braucht Förderung und ein schnelles Planfeststellungsverfahren“, sagte Bierbrauer. Der Hartmannsdorfer Bürgermeister Martin Biedermann drängte auf eine schnelle Lösung für das Bauen und die Finanzierung. Denn den Eigenanteil für eine Bauförderung kann die Gemeinde eigentlich nicht aufbringen und will ihn mit Ökopunkten begleichen. Dazu hatte Ministerin Siegesmund am Mittwoch eine gute Nachricht: In wenigen Tagen wird eine neue Förderrichtlinie in Kraft treten, mit der die Förderung auf 90 Prozent angehoben wird. „Bleiben dennoch zehn Prozent der Kosten, für die wir aufkommen müssen“, stellte Bürgermeister Biedermann fest.

Auch der Schkölener Bürgermeister Matthias Darnstädt hofft für seine Stadt auf Förderung für den Hochwasserschutz. Dass die Kommune vorsorgen muss, hatten die Folgen des Starkregens und Tornados am vorigen Freitag gezeigt. Allein kann sie die Kosten für Vorsorgemaßnahmen aber nicht tragen, erklärte Darnstädt der Umweltministerin.

Angelika Munteanu / 20.08.15 / OTZ
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Tiefenbohrung für Hochwasserschutz

Beitragvon jhmatz » 05.06.2016, 20:42

OTZ vom 2.6.2016
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Crossen: Flutgefahr durch Treibholz befürchtet

Beitragvon jhmatz » 30.03.2017, 17:26

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Mit Blitz-Einsatz die Weiße Elster in Crossen beräumt

Beitragvon jhmatz » 19.04.2017, 07:04

Was wird künftig dort für den vorbeugenden Hochwasserschutz getan?

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Die Anwohner Wolfgang Werner (links) und Ulrich Zausch am Ufer der Weißen Elster vor der Brücke Crossen-Nickelsdorf. Foto: Angelika Munteanu

Crossen. Den Ortstermin mit Gemeindeverwaltung, Anwohnern und Presse am Ufer der Weißen Elster in Crossen, den die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) vor einigen Tagen avisierte, hat es nicht gegeben. Aber immerhin: Es hat sich inzwischen einiges getan an der Weißen Elster.

"Die Flussmeisterei ist da gewesen", wusste im Nachhinein Wolfgang Werner zu berichten. Der aufmerksame und hochwassererfahrene Anwohner hatte die Amtsmühlen in Bewegung gesetzt, damit der Fluss von Totholz beräumt und frei gehalten wird. Damit sich so kein Wasser anstauen und zu einer Überschwemmung führen kann.

So richtig zufrieden war Anwohner Werner nach dem eher zufälligen Gespräch vor Ort mit dem Flussmeister zwar nicht. Von dem erhofften Rückschnitt des Totholzes aus den alten Baumkronen am Ufer sei die Rede nicht gewesen. "Das Holz kann jederzeit ins Wasser fallen und es anstauen an der Brücke", so die Furcht von Werner.

Abhilfe soll es nun doch geben, hieß es auf nochmalige Nachfrage aus der TLUG. Flussmeister Heinz-Jürgen Hörmann habe festgestellt, dass sich die Bäume nicht an einem Weg befinden und dass keine Gefahr in Verzug sei, teilte TLUG-Sprecher Lutz Baseler mit. Der Kronenschnitt zur Beseitigung von Totholz werde aber erforderlich, so die Feststellung des Flussmeister. Durchgeführt werde der Pflegeschnitt nach dem 1. Oktober 2017, aus naturschutzrechtlichen Gründen könne die Maßnahmen nicht vorher stattfinden.

Die abgestorbenen Stämme und Äste, die an der Brücke Crossen-Nickelsdorf gelegen haben, sind kurz vor Ostern auch aus dem Wasser geholt worden. In einem Blitz-Einsatz – der Termin war in der Pressestelle des Landratsamtes nicht bekannt gewesen – hatte eine Fachfirma im Auftrag der Kreisstraßenmeisterei das Holz aus dem Fluss geholt.

Anwohner Wolfgang Werner war wiederum zufälliger Augenzeuge. Und das Landratsamt hatte tags darauf den Vollzug vermelden können. "Schön, dass sich die Behörden gekümmert haben", stellte Martin Bierbrauer, der Vorsitzende der auch für Crossen zuständigen Verwaltungsgemeinschaft Heideland-Elstertal-Schkölen, fest. "Der angekündigte Ortstermin sollte aber dennoch stattfindet", fordert der VG-Chef. Zudem habe er bis dato keine Antwort auf das Schreiben der Gemeinschaftsverwaltung an das für die Flussmeisterei zuständige Referat in der TLUG erhalten.

Martin Bierbrauer geht es im Interesse der Elster-Anrainer um mehr: "Ufer und Deiche in Crossen und in Silbitz müssten unter die Lupe genommen und instand gehalten werden für den vorbeugenden Hochwasserschutz. Dazu müsste auch mit den Gemeinden hier gesprochen werden."
Angelika Munteanu / 19.04.17 OTZ
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Es steht viel auf dem Spiel

Beitragvon jhmatz » 14.06.2017, 14:58

200 Millionen Euro wert ist das, was zerstört werden könnte, wenn es morgen im Tal der Weißen Elster ein Hochwasser geben würde wie im Jahr 2013. Die Schäden damals waren groß. Das aktuelle Schadenspotenzial ist riesig – die Gefahr für Leib und Leben der Menschen, die dort zu Hause sind, noch nicht mit eingerechnet.

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Feuerwehr - und Hochwasserschutz halle in Crossen . Die Lagerhalle für Sandsäcke an der Weißen Elster hat die Verwaltungsgeemischaft Heidelnad - Elstertal - Schkölen bauen lassen. Anlass ist das Hochwasser 2013 gewesen Foto: Angelika Munteanu

Was hat sich getan in puncto Hochwasserschutz im Elstertal seit der verheerenden Flutkatastrophe im Mai/Juni 2013? Nicht viel, möchte man auf den ersten Blick sagen. Jedenfalls nicht viel, was aktuell das Schadenspotenzial im Elstertal verringern würde. Die Planungen des Landes für den Hochwasserschutz sind zwar im Gange. Aber längst nicht abgeschlossen. Im Gegenteil. Seit einem Vierteljahr wartet man in Crossen-Ahlendorf darauf, dass die vom Land beauftragten Planer ihre Vorhaben zum Schutz von Mensch und Gütern vorstellen und alsbald auch umsetzen.

Wesentlicher Dreh- und Angelpunkt für die Planung ist der Zufluss der Rauda bei Hartmannsdorf in die Weiße Elster. Das Flüsschen, das wie der Fluss zum reißenden Strom werden kann, ist für die Planer der Elster-Hochwasserschutzes offenbar noch unberechenbar. Denn auch die Hochwasserschutz-Planung für die Rauda liegt seit einem halben Jahr auf Eis, sprich: bei der Genehmigungsbehörde im Landratsamt.

Tausende Sandsäcke im Zentrallager in Crossen sind zwar auch für den Hochwasserschutz gedacht, aber in der Katastrophe die allerletzte Rettung.

Angelika Munteanu / 14.06.17 OTZ
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Hochwasserschutz-Lager an der Elster errichtet

Beitragvon jhmatz » 14.06.2017, 14:59

Tausende Sandsäcke als Schutz vor einer neuen Flut werden zentral neben der Feuerwehr in Flussnähe eingelagert

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Luftbild vom Hochwasser der Weißen Elster im Jahr 2013 in Hartmannsdorf und Silbitz. Foto: Zippel

Crossen. Während des verheerenden Elster-Hochwassers 2013 war der Freiwilligen Feuerwehr und den Gemeinden im Elstertal klar geworden: „Wir brauchen in Flussnähe eine Lagerhalle für Sandsäcke“. Aus der Idee ist nun einen Tatsache geworden: Die Feuerwehr- und Katastrophenschutzhalle steht.

„Jetzt muss die Halle noch mit Regalen ausgestattet werden, damit die Sandsäcke eingelagert werden können“, sagt Klaus Steiniger, der bis zu seiner kürzlichen Verabschiedung in den Ruhestand der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Crossen-Elstertal gewesen ist. Etwa 4000 Sandsäcke liegen schon auf Vorrat als Schutz vor einer neuerlichen Elster-Flut bereit. „Wir überlegen, ob wir noch weitere anschaffen“, sagt Martin Bierbrauer. Als Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Heideland-Elstertal-Schkölen ist er zugleich der Dienstherr der in Crossen angesiedelten Verbandsfeuerwehr der Elstertal-Gemeinden Crossen, Hartmannsdorf, Silbitz sowie Rauda und Walpernhain. „Ein zentrales Lager für die Feuerwehr und den Hochwasserschutz gleich in Flussnähe macht Sinn“, sagt Bierbrauer und erinnert an die Flutkatastrophe im Mai/Juni vor vier Jahren. „Damals sind im Elster-Abschnitt im Saale-Holzland-Kreis mehr als 50 000 Sandsäcke verbaut worden. Ohne diese wären die Flutschäden noch weitaus größer gewesen.“ Er erinnert auch daran, wie schwierig es gewesen sei, in den Katastrophentagen 2013 Sandsäcke zu beschaffen. Der Weg nach Gera zum zentralen Katastrophenschutzlager sei wegen der Flut kaum noch passierbar gewesen, zumal auch dort die Sandsäcke gebraucht wurden.
Hochwasserschutzhalle am Feuerwehrgerätehaus

Glücklicherweise habe man damals auf das Lager des Landkreises und einen Altbestand des einstigen Rates des Bezirkes aus der DDR-Zeit zurückgreifen können.

Den neuen Zweckbau in Crossen zwischen dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr und dem Rettungshubschrauber-Landesplatz zu errichten, hatte die Gemeinschaftsversammlung der VG Heideland-Elstertal-Schkölen im Vorjahr entschieden. „Es ist wichtig, dass die Halle gleich neben dem Feuerwehrgerätehaus steht“, sagen Bierbrauer und der ehemalige Feuerwehrchef Steiniger gleichermaßen. Und ebenso wichtig: Die Halle steht außerhalb des Flutgebietes. Als die Flut 2013 kam, habe es in Silbitz ein Sandsacklager gegeben. „Wegen des Hochwassers war es aber schwierig, dort noch ranzukommen“, erinnert Bierbrauer.

Nach der Ausschreibung im vierten Quartal des vorigen Jahres und dem Bau des Fundamentes ist die Fertigteilhalle recht kurzfristig errichtet worden. Planer und Baufirmen seien allesamt aus der unmittelbaren Region gewesen, berichtet Ingo Trübger vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft, der den Bau des Halle von Amts wegen begleitet hat. Einen Großteil der Arbeiten haben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Eigenleistung übernommen. Unter fachlicher Anleitung haben sie die Halle montiert, die Außenanlagen gestaltet und das Außenpflaster verlegt. Auch die Regale für die Sandsäcke werden die Feuerwehrleute in der Halle mit einer Grundfläche von etwa sechs mal zwölf Metern und einer Höhe von etwa vier Metern noch einbauen.

Etwa 35 000 Euro sind in den neuen Zweckbau investiert worden. Die Gemeinden, für die die Verbandsfeuerwehr Crossen-Elstertal im Einsatz ist, sind an der Finanzierung mit einer Pauschalumlage beteiligt.
Bei Katastrophe werden Freiwillige gebraucht

Über eine Maschine zum Befüllen von Sandsäcken denkt man im Elstertal unterdes nicht ernsthaft nach. „Die nützt uns im Katastrophenfall wenig, wenn der Strom ausfällt“, sagt der erfahrene Feuerwehrmann Klaus Steiniger. Da gäbe es praktikablere Lösungen mit Feuerwehrleiter und umgedrehten Verkehrkegeln mit abgeschnittener Spitze als Einfüllhilfe. Viel entscheidender sei, dass es zusätzlich zu den derzeit 56 Einsatzkräften der Feuerwehr viele Freiwillige aus den Gemeinden im Saale-Holzland-Kreis gibt, die beim Befüllen, Beladen und Verbauen der Sandsäcke helfen, wenn den Bewohnern im Elstertal eine neuerliche Flut droht.
Angelika Munteanu / 14.06.17
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