Was wird mit dem Schloss ?

Dieser Teil des Forums ist für allgemeine Diskussionen rund um Crossen gedacht.

Offizielle Anfrage zum Thema Schloss Crossen an den Landtag

Beitragvon jhmatz » 20.05.2008, 20:49

Thüringer Landtag DS 4/
4. Wahlperiode 14.05.08

Kleine Anfrage

der Abgeordneten Huster und Kuschel (DIE LINKE)

Verkauf des Schlosses Crossen durch die Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft

Das Schloss Crossen war von 1990 bis zum Verkauf im Besitz der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). Während dieser Zeit wurden mehr als zwei Mio. Euro aus Mitteln des Landes in die Unterhaltung und Instandsetzung investiert.

Das Schloss sollte bereits im November 2006 zu einem Preis von mindestens 850.000 Euro verkauft werden, obwohl der Verkehrswert auf rund 2,5 Mio. Euro geschätzt wurde. Der angestrebte Verkauf scheiterte, weil voraussichtlich weitere 15 Mio. Euro als Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen investiert werden müssten. Im Juni 2007 wurde das Schloss zu einem Preis von 205.000 Euro von der Hurlson GmbH ersteigert. Die LEG hatte zum damaligen Zeitpunkt nicht auf die Vorlage eines Nutzungskonzeptes durch potentielle Käufer bestanden. Von einem Vorkaufrecht konnte die Gemeinde Crossen aus Geldmangel keinen Gebrauch machen. Die neuen Eigentümer bieten zwischenzeitlich das Schloss zum Verkauf an und streben dabei einen zu realisierenden Verkaufspreis von 950.000 Euro an. Der unverzügliche Weiterverkauf des Schlosses wurde ermöglicht, weil die LEG auf Nutzungs- oder Weiterveräußerungsklauseln im Vertrag verzichtet hatte.

Die gegenwärtigen Eigentümer haben die bisherige Nutzung des Schlosses auch für öffentliche Zwecke unterbunden.

Ich frage die Landesregierung:


1. Mit welcher ursprünglichen Zielstellung ist das Schloss Crossen in den Besitz der LEG übergeben worden? Inwieweit konnte diese ursprüngliche Zielstellung bis zum Zeitpunkt der Veräußerung realisiert werden und wie begründet die Landesregierung mögliche Abweichungen?
2. In welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt hatte die LEG für welche Maßnahmen mit welcher Zielstellung Investitionen am Schloss Crossen durchgeführt? Inwieweit sind dabei Landesmittel aus welchen Fördermittelprogrammen bzw. Haushaltstiteln zum Einsatz gekommen?
3. Welchen Verkehrswert hatte das Schloss Crossen zum Zeitpunkt der Veräußerung? Zu welchem Preis ist das Schloss Crossen zu welchem Zeitpunkt an welchen neuen Eigentümer veräußert worden? Aus welchen Gründen weichen dabei ggf. der ermittelte Verkehrswert und der tatsächliche Verkaufserlös voneinander ab?
4. Inwieweit besteht nach gegenwärtigem Stand der Erkenntnisse der Landesregierung ein Rückforderungsanspruch der bisher aus Landesmitteln bereitgestellten Fördermittel, die die LEG gemäß der Antwort auf Frage 2 erhalten hat, sollte der Verkaufserlös der Schlosses gemäß Antwort auf Frage 3 unterhalb der bereitgestellten Summe aus Landesfördermitteln liegen? Wie begründet die Landesregierung ihre Auffassung?
5. Welche Nutzungskonzepte mussten potentielle Erwerber des Schlosses Crossen gegenüber der LEG im Vorfeld der Veräußerung vorlegen? Welche Kriterien wurden dabei durch die LEG maßgeblich geprüft, um eine Bieterauswahl vornehmen zu können? Aus welchen Gründen wurde ggf. auf die Vorlage eine Nutzungskonzeptes verzichtet und wie bewertet die Landesregierung diesen Verzicht durch die LEG?
6. Welche Auflagen und sonstigen Bestimmungen insbesondere zur Nutzung, Unterhaltung und der weiteren Veräußerung des Schlosses Crossen wurden zwischen der LEG und dem neuen Eigentümer vertraglich geregelt? Weshalb wurde ggf. durch die LEG auf derartige vertraglichen Auflagen und sonstigen Bestimmungen verzichtet und wie bewertet die Landesregierung diesen Verzicht durch die LEG?
7. Inwieweit besteht nach Auffassung der Landesregierung die Möglichkeit, dass die Gemeinde Crossen oder Dritte das Schloss mit Hilfe des Landes erwerben können, damit das Schloss künftig wieder einer öffentlichen Nutzung im Interesse der Allgemeinheit zugeführt werden kann? Wie begründet die Landesregierung ihre Auffassung?


Huster Kuschel
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Was vorher geschah...

Beitragvon Josy » 21.05.2008, 08:00

Jason, der Amerikaner, der Crossen so schön findet und es deshalb in den letzten Jahren immer monatelang besucht hat, rief mich im Januar 2007 aus den USA an um mir mitzuteilen, dass er den Flug nach Deutschland gebucht hatte um für das Schloss aktiv zu werden.
Schon zwei Monate vorher hatte er angerufen und wollte mich vehement für seine Idee es mithilfe von Spenden und ehrenamtlicher Arbeit für Crossen zu kaufen, begeistern. Ich konnte seine Aufregung gar nicht verstehen. Währenddessen ich ihn am Telefon hatte, schaute ich aus dem Fenster und da stand es, wie eh und je. Ich tat ihm aber den Gefallen und machte mich auf den Weg zur Gemeindeverwaltung um Herrn Bierbrauer (Chef der VG Heideland/Elstertal), der meine Begeisterung für Elisabeth von Heyking und die Geschichte Crossens teilte und mir schon oft bei Fragen, die den Geschichtsteil dieser Homepage betrafen mit Rat und Tat zur Seite stand, nach den Chancen für ein solches Vorhaben zu fragen. Er war gleich Feuer und Flamme und als ich später mit meinem Vati redete, hatte ich einen weiteren Verbündeten gefunden. Als Jason dann hier war, trafen wir uns zuerst um einen Plan auszuarbeiten, den wir dann zu einem Gespräch zu Herrn Bierbrauer mitnahmen. Unsere Ideen gefielen ihm und so riefen er und schließlich auch mein Vati einige Leute an (darunter Herrn Dr. Maruschky und Frau Bäger, die sich sehr für die Eisenberger Kunst und Kultur einsetzt) um sie für die Sache zu begeistern. Trotz deren voller Terminpläne nahmen sie sich die Zeit für ein Treffen. Auf Jasons (und nun auch unsere) Ideen reagierten sie mit Enthusiasmus und dem Willen sich für das Ziel, nämlich das Schloss als Mittelpunkt des kulturellen Lebens im Elstertal zurück zu gewinnen, einzusetzen.
Das war zwei Tage vor dem großen Absolvententreffen des IFL (14. April 2007) für das sich mehr als 300 Absolventen des Institutes für Lehrerbildung angesagt hatten. Dass wir diese Chance der Aufmerksamkeit, die dadurch nun auch auf das Schloss gelenkt wurde, nutzen mussten, war uns gleich klar und so erarbeitete ich noch in der darauf folgenden Nacht einen Informationsflyer. Um sicher zu gehen, dass dieser am Ende nicht als Werbung angesehen liegen bleiben würde, beinhaltete er neben der Aufforderung nach Bereitstellung von Quellenmaterial beispielsweise oder die Bekundung von Interesse zur Mitarbeit, Informationen zur Geschichte des Ortes Crossen, des Schlosses selbst und seiner berühmtesten Bewohnerin Elisabeth von Heyking. Wir richteten dann extra eine Email-Adresse ein, kopierten fünfhundert Exemplare, telefonierten mit den Veranstaltern des Absolvententreffens und warteten gespannt auf Reaktionen. Bis heute. Die einzige Email, die der Posteingang je gesehen hat, kam von Sybille Bache, der ich ebenso von unserer Idee berichtet hatte und die dann gleich mal ausprobieren wollte, ob die neue Emailadresse mit dem wohlklingenden Namen schloss-crossen@gmx.de auch funktioniert.
Wir ließen uns von den ausgebliebenen Reaktionen dann aber nicht weiter abhalten und arbeiten an der Weiterentwicklung des Konzeptes. Es folgten Gespräche mit weiteren Bürgern Crossens (u.a. Ralf Boy), der damaligen Verwalterin von Seiten der LEG und möglichen Geldgebern. In der letzten Maiwoche 2007 folgte dann ein weiteres Telefongespräch mit der LEG in dem sich die damalige Verwalterin zu einem persönlichen Gespräch bereit erklärte. Dieses persönliche Gespräch scheiterte schließlich auf der Suche nach einem geeigneten Termin und zwei Wochen später erfuhren wir, dass die LEG genau in der Woche des besagten Telefonates den Auftrag zur Veräußerung der Immobilie „Schloss Crossen“ an ein deutsches Auktionshaus übergeben hatte. Als das Schloss dann zur Besichtigung für mögliche Interessenten geöffnet wurde, vereinbarten wir einen Termin und machten uns vor allem vom derzeitigen baulichen Zustand ein Bild. Trotz des Verfalles, der sich in den letzten Jahren immer weiter fortgesetzt hat, kann ich mit großer Überzeugung sagen, dass die Schönheit, vor allem des Innenhofes und Barocksaales, nach wie vor atemberaubend ist. Als Dr. Maruschky sich im Saal dann an den Flügel setzte und ein Stück Beethovens zum Besten gab, waren wir ein weiteres Mal von der hervorragenden Akustik (und seinem Talent am Klavier) gefesselt und es gab nun auch keinen Zweifel mehr, dass es sich für die Erhaltung dieses wunderschönen Bauwerkes zu kämpfen lohnt. Was für tolle Veranstaltungen wären in den Räumen möglich? Was für Künstler könnte man für Konzerte in dieser Umgebung begeistern? Wie könnten die prächtigen Außenliegenschaften genutzt werden? Unsere Köpfe waren voll von Ideen. Schließlich lief uns aber die Zeit davon und am 22. Juni 2007 kam das Schloss unter den Hammer. Quellen zufolge soll die Auktion aber nicht ganz rechtens abgelaufen sein. Inwieweit das stimmt – Fragezeichen. Dass unser Anruf und die Anfrage für ein Gespräch nicht den Anstoß für die Übergabe an das Auktionshaus gegeben haben, kann ich nur hoffen. Ebenso verhält es sich mit dem baldigen Verkauf, denn anscheinend haben die Iren wirklich weniger Interesse an der historisch wertvollen Substanz als an der finanziellen, die mit der Veräußerung zum nun veranschlagten Preis ja nicht gerade dünn wäre. Wie auch immer… Die Hoffnung, dass sich doch noch jemand findet, der sowohl die finanziellen Mittel als auch das nötige historische Verständnis mitbringt, stirbt (ja bekanntlich) zuletzt und bis dahin werden unsere Visionen für das Schloss nicht in der untersten Schublade verschwinden.



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Crossen nicht allein ? - OTZ 27.6.08

Beitragvon jhmatz » 27.06.2008, 09:54

Handlungsbedarf für Schloss Hummelshain

Das neue Jagdschloss
Förderverein schreibt Offenen Brief an Unternehmer, der für Schloss verantwortlich ist
Hummelshain (OTZ). Mit einem offenen Brief hat sich der Förderverein "Schloss Hummelshain" an Dr. Lutz Rothe, den Geschäftsführer der AlphaSat Communication GmbH, gewandt.

Die Mitglieder fordern darin den Unternehmer, der seit 1999 für das Schloss verantwortlich ist, auf, die für 2008 angekündigte grundhafte Dachsanierung unverzüglich in Angriff zu nehmen.

Das wertvollste Objekt des Hummelshainer Schlossensembles sei in einem kritischen und bedauerlichen Zustand, heißt es in dem Schreiben, das am Sonntag zur Jahreshauptversammlung des Vereins abgesegnet wurde.

Unterstützung sprach den Mitgliedern CDU-Landtagsabgeordneter Wolfgang Fiedler zu. Alexander Pilling vom Denkmalverbund Thüringen e. V. unterrichtete die Mitglieder über Aktivitäten des Verbundes, um gegebenenfalls eine Rückübertragung des Neuen Schlosses in die Verantwortung der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen zu ermöglichen.

Der Verein feierte am Sonntag auch sein zehnjähriges Gründungsjubiläum. Vereinsvorsitzender Dr. Reiner Ehrig zog eine positive Bilanz und verwies auf das Ziel, das neue und alte Jagdschloss und die mehr als zehn weiteren historischen Bauwerke vor dem Verfall und dem Vergessen zu bewahren.

Als Erfolge wertete er die regionalgeschichtliche Vortragsreihe im Teehaus und die 2007 erschienene Publikation "Die Hummelshainer Jagdschlösser und die Jagdanlage Rieseneck"von Claudia und Rainer Hohberg, deren erste Auflage bereits vergriffen ist. Eine Neuauflage wurde im Verein beschlossen, hieß es.

26.06.2008
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Akademie auf Schloss Crossen - OTZ von 2001

Beitragvon jhmatz » 28.07.2008, 10:59

Thüringen hat die Abschlüsse nicht anerkannt, deshalb wurde aus diesem aussichtsreichen Projekt nichts.
Die Akademie zog dann nach Hessen !!!!!

Bitte auf das Bild klicken

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Über Zukunft des Schlosses

Beitragvon hossa21 » 13.10.2008, 05:20

Crossen (OTZ). Die Gemeindevertreter von Crossen machen sich Gedanken über die Zukunft verschiedener Gebäude in Crossen, so die des Schlosses. Das hat zwar nach der Sanierung vor Jahren einen ordentlichen Turm und das Dach ist dicht, die Uhr zeigt an, was die Stunde geschlagen hat und nachts wird das Gebäude angestrahlt. Das genüge aber nicht, sagte Bürgermeister Jens Lüdtke (CDU) in der jüngsten Einwohnerversammlung im Klubhaus (OTZ berichtete). Es gelte, das Schloss in einen besseren Zustand zu versetzen, das Baudenkmal wieder zu nutzen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen Deshalb will die Kommune einen norwegischen Professor deutscher Herkunft "positiv begleiten", der ein Nutzungskonzept habe und beabsichtige, das Schloss von den jetzigen Eigentümern, zwei Iren, zu erwerben.

12.10.2008
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Das Schloss, die Landesbuchhaltung und Werte

Beitragvon ein_Lützower » 30.10.2008, 17:04

Das Schloss, die Landesbuchhaltung und Werte

Es ist schon ein eigentümliches Netzwerk,das Kompetenznetzwerk,zumal wenn Kassenverwalter statt mit dem erlernten Einnahme und Ausgabe ,Soll und Ist,Minus und Plus ihren unaufhaltsamen Aufstieg zur Macht über den Handel mit Werten suchen. Also nicht mit dem ihrer Branche zugeordneten Zahlungsmittel Geld und dessen Tages- Statistik für die darüber zur Entscheidung Befugten. Es liegt Im Mangel des Sachverstandes über die Kontoführung hinaus, damit ist die Bruchlandung des Gemeinwesens nur eine Frage der Zeit. Die
jüngste Geschichte zeigt, daß es dem Steuerzahler teuer zu stehen kommt, wenn Währungszähler Geld zur Ware machen und sich zu Händlern auf selbsterfundenen Finanzmärkten aufschwingen.
Wie es eben so mit Netzen ist, sie bekommen über kurz und lang Löcher, welche sich dank des Datennetzes offenbaren. So auch am traurigsten Teil der langen Geschichte des Schlosses Crossen.

Wie in der Drucksache 2/1508 des Thüringer Landtages nachlesbar, gelangte unter 250 anderen Liegenschafts- und Kulturwerten auch das Schloss Crossen "..im Weg der Kapitalerhöhung der Gesellschaft (gemeint ist die so genannte "Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen", inzwischen erstaunlicherweise eine G.m.b.H samt fast allen Liegenschaften ) als "Zuzahlung des Landes in die
Kapitalrücklage derselben und zur Verwertung" durch selbige Gesellschaft.
Natürlich mit dem know -how der LEG, wie Frau Finanzminister betonte.
Im Antwortschreiben auf eine Anfrage zum Verkauf des Schlosses, formulieren Herr Staatssekretär dann etwas deutlicher: Das Schloss und weitere 330 Liegenschaften sind mit dem Ziel der Verwertung mit Zustimmung des Thüringer Landtages vom 19.Dezember 1996 (Drucksachen 2/1508 und 2/1552 ) an die LEG v e r ä u ß e r t worden.
Was man auch immer in Finankreisen unter veräußert verstehen möge.
Nur zum Umgang mit Inventar oder gar sterblichen Überresten von nationaler kultureller Bedeutung, kein Sterbenswörtchen in der Vorlage.
Aber jeder, welcher sich für das Regieren nach Kassenlage interessiert, kann dazu im Protokoll des Thüringer Landtages (2. Wahlperiode,51. Sitzung vom 19. Dezember 1996 auf den Protokollseiten 4263,4264 usw. selbst nachlesen.
Geradezu umwerfend die "Wertschätzung" der Werte unserer Altvorderen durch die Kassenwarte. Nachzulesen in der Drucksache 2/1508 und angefügten Tabellen der
"Kapitalstock erhöhenden" Liegenschaften. So u.a.
-die Veste Wachsenburg = 0 DM (Null) ,lfd Nr. 123,
-das Schloss Ctrossen = 0 DM ( Null) auf Seite 18
Verblüffend wie die "Aktie" Schloss Crossen nach neuestem "Marktwert" von 0,00 DM auf nunmehr immer noch 1 466 872,50 DM = 750 000 € in das All aller Wertzuwächse schoss.
Von Null auf 750 000 muntere Sachen, da hat aber das Wartburg-Land dem Ferrari-Land gezeigt was echte Beschleunigung des Kapitalstockes ist.
Inzwischen schreiben aber Herr Staatssekretär in seiner Antwort auf eine
diesbezügliche Anfrage, daß nach dem K A U F V E R T R A G vom 27.12.1996 zwischen dem Freistaat Thüringen und der LEG sich diese verpflichtete, Burgen und Schlösser unabhängig von der Höhe des Wertes ( welcher Wert ? d. Verf. ) nur mit Zustimmung des Haushalts -und Finanzausschusses des Landtages zu verkaufen, also der eigentlichen Kontrolle der Landesbuchhaltung.
Immerhin tat sich da ein Minenfeld für die Akteure auf, denn irgendwo war da ja auch noch das Volk. Eine besonders im früheren Thüringen lauernde Gefahr, zumal im Heimat- und Kulturverbund.
Also Abgeordnete vor ! Die Mehrheiten sind ohnehin sicher, ein Schelm, wer da einen Zufall sucht. So war auf jeden Fall die Deckung einer privaten GmbH hinter den Volksvertretern sicher. Ein wohl einmaliger -oder üblicher - Vorgang. Nicht einmal die "Beamten im höheren Dienst" des Finanzministeriums warfen sich für ihre Dienstherrin in die Bresche. Nein, der Zorn des Volkes wurde den Abgeordneten des Hohen Hauses zugeordnet.
Es war also kein Versprecher, daß auf Nachfrage eines Reporters der OTZ lakonisch und sogar in der Sache falsch vom Management der LEG geantwortet wurde, den A u f t r a g zur Verwertung auf einer Auktion vom HAuFA des Landtages erhalten zu haben.
Wahr ist, wie Herr Staatssekretär auf die Anfrage schreibt, das selbiger
Ausschuss in Vorlage 4/1533 um Z u s t i m m u n g und zu einem Auktionlimit von 200 000,00 € ersucht wurde und in der Ausschusssitzung vom 31.05.2007 der "Veräußerung" m e h r h e i t l i c h zustimmte (siehe oben). Also nicht der Auftrag, sondern der organisierte Durchlauf einer Vorlage aus dem Kassenwartministerium !!! Von A bis Z ein Vorgang in eben diesem Ministerium.
Von Einsprüchen und Bedenken seitens der Kulturverantwortlichen oder der sonst doch ach so lautstarken Bürgervertreter in der Farbe des Drachens im Wappen des Fleckens Crossen konnte ich nichts finden, wie auch keinen Protest von den total Sozialen.
Völlig verwirrend sind in der Antwort auf die betreffende Anfrage die
Ausführungen unter den Punkten 3, 4 und 8.

zu 3 . "Die Abweichung des Verkaufserlöses zum Buchwert (Nanu, was das denn; d.Verf ) ergibt sich aus dem Auktionsverhalten der Bieter :"

Das ist mit menschlichen Verstand nicht zu fassen, zumal der Bieter sich auch strickt am "Limit" orientierte und mit 205 000 € sein Auktionsverhalten im Rahmen beließ. Vielleicht hätten es auch 200 € getan als Ergebnis aus diesem Auktionsverhalten.

zu 4 "Der Verkaufserlös liegt über den ausgereichten Fördermitteln des Freistaates".

Nanu wie das denn? Sind da nicht erst gerademal schlappe 2,5 Millionen Euro in der Substanz geflossen. Wer war denn da so spendabel, ohne Beisein des Steuer- und Beitragszahlers? Alles aus einer Spendierhose des großen Unbekannten?

zu 8 "Der Landesregierung sind Erwerbsabsichten der Gemeinde Crossen oder von Dritten nicht bekannt".

Das haut der Wahrheit Fass den Boden aus.!!! Es schien augenscheinlich so manches nicht bekannt zu sein, im know-how.
So wusste die Landesregierung offensichtlich auch nicht von einer durch
Bundestagsabgeordnete und den Bürgermeister der Gemeinde Crossen
unterstützte Erwerbsabsicht eines international tätigen und anerkannten
technisches Institutes mit Lehreinrichtung. Hatte man Angst vor der Schaffung von sicheren Arbeitsplätzen für seine geliebten Landeskinder oder vor internationaler Anerkennung ? Angst vor Neuem, vor Konkurrenz im ausgedünnten Thüringer Land? Noch tragischer und fragwürdiger die Entscheidungabhängigkeit hierzu durch einen Privatbetrieb, die L E G !!.
Auch drei Bundestagsabgeordnete konnten offensichtlich die autarke Republik Thüringen nicht zum Aufschwung-Ost bewegen. Einer dieser Herren war zu diesem Zeitpunk MdB Herr Bernward Müller, der heutige Kultusminister des Landes Thüringen !! Das Foto in der OTZ zum Anlass der Eröffnung, welche nur noch von vorgenannten Privatbetrieb abhing ,spricht Bände zur Herrschaft des Volkes..
Ein Vertreter des Landes war nicht zu sehen, wozu auch. Ein Vorgang der in die Rubrik "Skandale zum Nachteil des Volkes" einzuordnen ist.
Aber wie sagte schon Friedrich der Große :"Der Beamte und der Philosoph beziehen ihre Stärke aus der Sachfremdheit".
Wer wissen möchte, was damit der Gemeinde und dem Land Thüringen vorenthalten wurde, kann sich unter der Adresse
http://www.ias-group.de
umfassend informieren. Er findet das "Institut für Analytik und Schwachstellenforschung", nunmehr im Muttercamp angesiedelt.
Und was folgt nun auf die Anfrage zum Schlossverkauf? Es scheint genau das, was man vom großen Meister gelernt hat : Das große Aussitzen! Und alle machen mit !!
Nein, noch scheint das Schicksal des Schlosses Hummelshain für das Schloss Crossen gebannt. Die Dachflächen des Hauptgebäudes sind dicht und die neuen Kupferdachrinnen und Fallrohre leiten das Niederschlagswasser vom aufgehenden Mauerwerk ab.
Nur die Zeit ist ein unerbittlicher Feind aller ungenutzten Gebäude, eine
kalkulierte Größe, wie unschwer an dem Wirtschaftsgebäude und den Kavaliershäusern zu sehen ist.
Hätte man die Liegenschaft mit dem Wert 0 nicht einem
Förderverein in das Grundbuch schreiben können?
Treibt die Geldgier zur "egal wie auch immer Verwertung" solcher Denkmale Thüringens?
Denkmalpflege,wie nun?
Noch liegt das Schloss wie ein überflüssiger Gegenstand auf dem Immobilientrödelmarkt herum, wie achtlos weggeworfen.
Die Geschichte achtlos weggeworfen, und einst hatte das Land
Dichter, Denker, Komponisten, Wissenschaftler und Philosophen von Weltruf.
Die neuen Besitzer sind sicher nicht willens ihr Leben lang für die deutsche Kultur zu arbeiten, sondern spielen so etwas wie Porsche bei der VW-Aktie.
Schnelles und viel Geld für`s Nichtstun, auch wenn da gar kein Geld mehr da ist, sondern mehr zum wett- statt Wertpapier tendiert, mit Riesenschritten. Die Insel hat ohnehin ausreichend Ruinen, allerdings liebevoller behandelte.
Bleibt die Hoffnung, daß ein Fremder sich des Deutschen Vergangenheit mit der Achtung dafür annimmt.
Im hiesigen Schauspielhaus ist wohl dafür keine Hoffnung mehr,
no hope, no future,
wie es sich auch an diesem traurigen Beispiel leider einmal mehr
beweist.
Wir müssen nach vorn blicken....beim Rückwärtsgehen. Guten Weg also.
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Landrat auf Schloss Wolfersdorf

Beitragvon jhmatz » 14.09.2009, 06:50

Dienst am Schloss ist ein Hochgenuss

Schloss Wolfersdorf zog Denkmalfreunde an

Von OTZ-Redakteurin Carola Frindert Wolfersdorf. "Die Sanierung eines vernachlässigten Schlosses hat wenig mit Genuss zu tun", sagte Martin Liebeskind gestern auf dem Schlosshof der "Fröhlichen Wiederkunft". Er machte damit die Besucher auf Mühen und Kosten aufmerksam, die von der Schlossverwaltungs GmbH seit der Übernahme vor zwei Jahren aufzubringen waren und noch für lange Zeit aufzubringen sein werden. In Anspielung auf das diesjährige Motto zum Tag des offenen Denkmals - "Historische Orte des Genusses" - fügte er aber sogleich hinzu: "Der Dienst für das altehrwürdige Schloss ist uns ein Hochgenuss."

Bevor sich die zum Auftakt sehr zahlreich erschienenen Besucher bei Führungen durch die "Schlossbaustelle" von den bereits bemerkenswert erfolgreich vorangeschrittenen Sanierungsarbeiten überzeugen konnten, eröffnete Landrat Andreas Heller (CDU) offiziell den Denkmaltag im SHK. 700 Einzeldenkmale im Kreisgebiet seien ein Reichtum, den es zu erhalten und zu nutzen gelte. Der Landrat rückte die Schlösser ins Blickfeld. In Eisenberg und Stadtroda, wo sie die Kreisverwaltung bzw. das Amtsgericht beherbergen, finde man positive Beispiele denkmalgerechter Konzepte. Sorgenkinder seien noch Schlösser in Gumperda, Hummelshain und Crossen. Für das Schloss Friedrichstanneck in Eisenberg sei es schon "fünf nach zwölf", berichtete der Landrat, dass die Stadt Eisenberg den Abriss beschlossen habe.

Mit Bedacht habe man für die kreisliche Auftaktveranstaltung das Wolfersdorfer Schloss ausgewählt, wo sich unter der "hochmotivierten und verantwortungsbewussten" Regie der Schlossverwaltung der Erhalt des historischen Gebäudekomplexes für die Öffentlichkeit sicht- und erlebbar vollziehe.

13.09.2009
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Gemeinderat - Arbeitsgruppe Schloss

Beitragvon jhmatz » 30.08.2010, 13:53

OTZ 25.08.2010

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Liebstedter kaufen ihre Burg doch selbst

Beitragvon jhmatz » 02.02.2011, 07:35

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Gemeinde, Agrargenossenschaft und Privatpersonen gründen eine Stiftung zur Rettung der Burg und bringen gemeinsam den Kaufpreis auf. Foto: Thomas Gruner

Wer gedacht hatte, dass der Verkauf der Ordensburg Liebstedt an den Winzer Prinz Georg zur Lippe bereits unumstößlich feststeht, der wurde Dienstagabend eines Besseren belehrt: Die Gemeinde Liebstedt nimmt doch ihr Vorkaufsrecht wahr.

Liebstedt. Der nötige Kaufpreis von 150.000 Euro an die LEG soll über eine Stiftung aufgebracht werden, deren Gründung offenbar bereits seit der Verkaufsentscheidung vorbereitet wurde. 50.000 Euro zum Kaufpreis will die Gemeinde selbst beisteuern, weitere 50.000 kommen von der Agrargenossenschaft Pfiffelbach. Die zum Kaufpreis noch fehlenden 50.000 Euro steuert ein interessierter Privatmann bei, der sich auf diese Weise in die Stiftung einbringen will. Um wen es sich dabei handelt, wurde gestern noch nicht bekannt.

Rund 350 Liebstedter hatten sich gestern Abend zur Einwohnerversammlung im Ratskeller-Saal versammelt. Bekannt war, dass über den Verkauf und die Pläne des Prinzen geredet werden sollte. Nach einer erregten Debatte, in der der Winzer und sein Architekt ihre Umbaupläne vorstellten, zog sich der Gemeinderat überraschend zur geschlossenen Sitzung zurück. Gegenstand: Wahrnehmung oder Verzicht auf das Vorkaufsrecht.

Die Volksvertreter brauchten nur etwa 30 Minuten, dann konnte Bürgermeister Heinz Sperlich unter dem Jubel der Liebstedter das Ergebnis verkünden. Der Gemeinderat hatte sich mit 6:1 für den Kauf der Burg ausgesprochen.

Prinz Georg zur Lippe nahm das Abstimmungsergebnis äußerlich gelassen zur Kenntnis: "Ich sehe das olympisch. Aber das war mein letzter Versuch in Thüringen", sagte er auf Nachfrage. Die Verhandlungen mit Kromsdorf und jetzt über die Ordensburg hätten ihn schon zu viel Kraft gekostet. Offen ließ er, ob er seinen in Weimar angebauten Wein auf Dauer in Sachsen keltern will oder nun doch einen Neubau in Weimar-Schöndorf vorzieht.


dl, mb / 02.02.11 / TA
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Re: Was wird mit dem Schloss ?

Beitragvon ein_Lützower » 02.02.2011, 13:59

Der "kleine" Unterschied,
1.Von 500 ( Fünfhundert !!) Einwohnern waren über 300 zur "Verkündigung des Verkaufes der Ordensburg" durch die LEG erschienen.
2. Der Gemeinderat ist nicht nur voll handlungsfähig,sondern auch taktisch als sehr klug einzuordnen.Es blieb den Dealern einfach nicht
ein Wimpernschlag an Zeit,um noch einmal am Rad zu drehen.
3. Die Liebstedter merken garantiert,wenn die Beleuchtung an ihrer Ordensburg ausfällt.
4. Die Volksvertreter vertreten das Volk von Liebstedt und die ansässigen Betriebe sind mit der Gemeinde,........auch finanziell !!!.

Eine Traum-Gemeinde und ein Lichtblick mitten im Chaos des "Neuen Thüringen".
Auf der HP der Gemeinde Liebstedt ist dazu mehr zu erfahren.Es lohnt sich,da man manches "Gleiches" wie dereinst zum Schloss Crossen findet.So zum Beispiel die "Pressemitteilung der LEG zum Verkauf der Ordensburg"!! Sehr interessant,das Strickmuster mit dem vorgeschobenen Haushalts-und Finanzausschuss.Zu finden unter
www.liebstedt.de
Es gibt sie also noch,die pfiffigen,anpackenden und klugen Thüringer.Ein Funken Hoffnung für die Region.Ob der Funke denn ausreicht
als Initialzündung,muss leider angezweifelt werden.
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Re: Was wird mit dem Schloss ?

Beitragvon ein_Lützower » 03.02.2011, 12:46

Der große Unterschied
zwischen dem ehemaligen Thüringen und dem "Neuem Thüringen" kann dem Beitrag in der HP www.liebstedt.de vom heutigen Tag,den 03.02.2011,ohne Umschweife entnommen werden.Nicht die Regierung regiert das Land,sondern eine GmbH!! Ein Anruf bei der MP reicht
und schon wankt Gesetz und der erteilte Veräußerungsauftrag vom Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages.Ob dessen Mitglieder von dem Koppelgeschäft einer GmbH von Immobilienverkauf und.... in Aussicht gestellter Investitionen (in wessen Eigentum eigentlich??) bei 25 in Aussicht gestellten Arbeitsplätzen (für wessen Ertrag letztlich??) wussten und dem so im "Paket" zustimmten??
Es darf zugunsten der Demokratie daran stark gezweifelt werden !!
Dereinst hatte das ehemalige Thüringen seit uralten Zeiten eine Regierung,nunmehr eine GmbH.Gratulation!
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Re: Was wird mit dem Schloss ?

Beitragvon ein_Lützower » 04.02.2011, 18:44

Die beiden Unterschiede in der Presse.
Die Geschehnisse vor Ort in Liebstedt und so die beiden Unterschiede verdeutlichend,sind in der TLZ in einem Gesamttitel unter der Region Weimar
- nach zu lesen
- im Video anzusehen (bis zum bitteren Ende)
- in einer sehr gelungenen Dia-Serie zu betrachten.
Die Internetadresse dazu:

http://weimar.tlz.de/web/lokal/wirtscha ... 1147421474

Auftretende Gleichnisse zu dem "Verkauf" des Schlosses Crossen sind nicht zufällig.
ein_Lützower
 
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Liebstedt schnappt dem Winzer die Burg weg

Beitragvon jhmatz » 05.02.2011, 22:56

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Wut: Dem Winzer und seinen Plänen trat auch Ludwig Gunstheimer entgegen. Foto: Sascha Margon

Es war eine Abstimmung mit dem Herzen. Und gegen den Winzer Georg Prinz zur Lippe. Mehrfach brandete Dienstagabend in Liebstedt Beifall auf, wenn jemand für den Verbleib der Burg in öffentlicher Hand argumentierte. Dass sich das Dorf aber auch finanziell für das Vorkaufsrecht entscheiden konnte, war dennoch eine dicke Überraschung.

Liebstedt. In der Staatskanzlei hat Frank Krätzschmar, Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft, gestern natürlich angerufen. Und umgehend die Ministerpräsidentin informiert. Und Finanzminister Wolfgang Voß soll noch Dienstagabend mit dem Winzer Georg Prinz zur Lippe telefoniert haben. Anlass zu solch eifriger Kommunikation an höchster Stelle gab es.

Kurz zuvor musste der Prinz nämlich miterleben, wie ihm das Dorf quasi auf der Zielgeraden die Butter vom Brot nahm. Statt seiner will die Gemeinde nun qua Vorkaufsrecht die Ex-Ordensburg erwerben.

Dass es sich so manch einer in den Erfurter Regierungskreisen wohl auch wegen der gewissen Exklusivität des Winzers anders gewünscht hat, ist ein offenes Geheimnis. Der Unternehmer wollte zwecks Verarbeitung des Lesegutes aus Großkromsdorf, Tiefurt und Schöndorf in der Burg eine Kelterei aufbauen. Und er trat dem Vorwurf, er plane doch nur was für "Schicki-Micki", tapfer entgegen.

Dabei sah es für den redseligen Winzer, dem das Weingut Proschwitz bei Meißen gehört, zunächst recht gut aus. Nach einer Ausschreibung, die einen Kaufpreis von 400.000 Euro vorsah, erhielt er als Meistbietender für 150.000 Euro den Zuschlag. - Von der LEG. Von ihr ließ sich zur Einwohnerversammlung (offiziell) niemand blicken. Dafür kamen 350 Bürger. Der Winzer, der die Sache "olympisch" nahm, stand im Wesentlichen allein da.

Ordensburg bleibt in den Händen der Liebstedter
Nach wenigen Minuten interessierte sich kaum einer im Saal noch für sein Vorhaben. Denn während der Debatte wurde klar, was ein Großteil wollte und die Räte auch so entschieden: Das Dorf soll die Burg kaufen. Was Bürgermeister Heinz Sperlich dann quasi aus der Hosentasche zog, mutete wie ein Wunder an: Drei Partner stehen für die 150.000 Euro ein. Dass die Agrar GmbH Pfiffelbach mit dabei ist, begründete Geschäftsführer Lars Fliege mit der Verwurzelung in der Region. "Wir leben und arbeiten hier - und nutzen die Flächen der Leute."

Den Umstand, dass die Gemeinde seitens der LEG im Vorfeld keine Chance erhalten habe, sich selbst einzubringen, prangerte der Liebstedter Ludwig Gunstheimer unter Applaus an. Er nannte das "Niedertracht vom Schlimmsten" und drang mit diesem Urteil bis in die Staatskanzlei nach Erfurt durch. Auf Anfrage unserer Zeitung hieß es im Büro von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) gestern, dass man keine Stellungnahme abgebe, "da ja rechtlich noch gar nicht alles entschieden ist".

Was damit gemeint ist, ließ LEG-Chef Krätzschmar am Abend aus dem Sack: Der Prinz bot 150.000 Euro Kaufpreis plus drei Millionen Euro an Investitionen und 25 Arbeitsplätze. Die LEG akzeptiere, wenn die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht nutzt. Allerdings sei es so, dass, wer in den Vertrag eintreten will, auch vergleichbar investieren und Arbeitsplätze schaffen müsse.


Um das Geld für die Stiftungsgründung macht sich Raul Rommeiß vom Förderverein keine Sorgen. Das Startkapital von 25 000 Euro für das öffentlich-rechtliche Konstrukt steuern zehn Partner bei. In die Stiftung könnte die Burg eingebracht, aus den Erträgen dann auch Investitionen bestritten werden. Laut Bürgermeister liegt sogar ein Konzept bereit: etwa zur Ansiedlung von Kleinhandwerk in der Vorburg.

Bisher kam die Stiftung nicht zustande, weil die Gemeinde nicht Burg-Eigentümerin war. Weil das nun anders wird, bekommt auch der Stiftungsbeauftragte mehr Arbeit. Es handelt sich um den ehemaligen Vereinsbrauereichef Günter Ramthor. Der ist obendrein Ehrenritter der Gilde, was für eine Ordensburg gar nicht mal so schlecht sein dürfte.

Sascha Margon / 02.02.11 / TA

Eingestellt, da der Link zur TA beim Lützower und bei mir auch nicht auf Anhieb funktioniert.
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LEG - Landes-Entwi. oder Zerstör - Gesellschaft

Beitragvon jhmatz » 06.02.2011, 19:11

Ordensburg Liebstedt
LEG will nun bei Burg-Verein Schulden eintreiben

Nach dem Veto der Gemeinde Liebstedt gegen den Verkauf der Ordensburg im Ort an den Winzer Georg Prinz zur Lippe herrscht offenbar großer Unmut bei der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). LEG-Geschäftsführer Frank Krätzschmar sagte dem MDR THÜRINGEN, man wolle nun Schulden beim Verein Ordensburg Gilde e.V. eintreiben. Dieser habe "über Jahre" keine Betriebskosten bezahlt. Die Außenstände beliefen sich auf 30.000 Euro. Außerdem werde die LEG ihre monatlichen Zahlungen von 500 Euro an den Verein einstellen. Die LEG ist Eigentümerin der Burg und hatte den Verein beauftragt, die Immobilie zu betreuen. Der Verein lehnte eine Stellungnahme zu den finanziellen Forderungen der LEG ab.

Gemeinde will Vorkaufsrecht wahrnehmen

Die LEG hatte die Ordensburg an den sächsischen Winzer zur Lippe für 150.000 Euro verkauft. Der Winzer, der in der Nähe von Liebstedt Wein anbaut, wollte dort eine Kellerei eröffnen. Doch am Dienstag durchkreuzte der Gemeinderat von Liebstedt diese Pläne, indem er beschloss, das Vorkaufsrecht der Gemeinde für die Burg geltend zu machen. Die Kaufsumme soll von der Gemeinde sowie von privaten Geldgebern aufgebracht werden. Nach diesem Beschluss erklärte die LEG, sie erwarte nun, dass die Gemeinde die von dem Winzer versprochenen Investitionen in Höhe von drei Millionen Euro tätigt.

Hier ein Video des mdr zum Thema: http://www.mdr.de/thueringen-journal/8183812.html

Quelle: http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/8194419.html
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LEG will weiter 3 Mio. von Gemeinde

Beitragvon jhmatz » 09.02.2011, 22:04

Streit um Ordensburg: Prinz zur Lippe will Bauantrag stellen

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Von der Forderung, die Gemeinde müsse nach dem Erwerb der Ordensburg bis Ende 2012 drei Millionen Euro investieren, rückt die LEG nicht ab. Foto: Sascha Margon

Von der Forderung, die Gemeinde müsse nach dem Erwerb der Ordensburg bis Ende 2012 drei Millionen Euro investieren, rückt die LEG nicht ab. Außerdem will sie weiterhin 30 000 Euro vom Verein haben. Auch der Prinz stünde als Investor noch bereit. Er will nun einen Bauantrag stellen.

Liebstedt. Nachdem sich die Gemeinde Liebstedt für den Kauf der Ordensburg entschieden hat, lebt nun offenbar eine alte Forderung der Landesentwicklungsgesellschaft gegen den Verein Ordensburg-Gilde wieder auf.

Laut LEG-Chef Frank Krätzschmar schuldet der Verein der LEG 30 000 Euro an "Betriebskosten". Was sich alles darunter verbirgt, konnte er gestern aber nicht konkret aufschlüsseln. Um Strom, Wasser sowie Abwasser geht es offenbar nicht. Laut Thomas Waschke zahlte der Verein das nämlich regelmäßig an die Versorger.

Der Streit dürfte sich also um die aufgelaufene Grundsteuer sowie die Versicherung der letzten Jahre handeln. Wer dies zu tragen hat, ist nämlich zwischen Verein und LEG durchaus strittig. Eine Vereinbarung, wonach diese Kosten bei einem künftigen Burgkäufer auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden sollte, gebe es gar nicht, so Krätzschmar. Das wäre aus seiner Sicht ja auch lebensfremd. Die 30 000 Euro jedenfalls würden konsequent eingefordert, versicherte Krätzschmar.

Auf die Frage, weswegen die Forderung gerade jetzt gegen den die Gemeinde unterstützenden Verein aufgemacht wird, meinte er, dass man die Verhandlungen um den Verkauf der Ordensburg in den vergangenen Monaten nicht damit belasten wollte. Jetzt, da die Gemeinde sich entschieden habe, die Burg selbst zu kaufen, sei solche Rücksicht nicht mehr nötig.

Zunächst sah es danach aus, dass der Winzer Georg Prinz ur Lippe die Burg für 150 000 Euro erwerben würde, um dort eine Kelterei aufzubauen. Diese Pläne durchkreuzte das Dorf mit dem Vorkaufsrecht. Deswegen müsse Liebstedt nun nicht nur den Kaufpreis zahlen, sondern 2011 und 2012 ebenso drei Millionen Euro investieren sowie 25 Arbeitsplätze schaffen, forderte Krätzschmar. Er sagte zudem, dass die Investition Teil des Konzeptes des Prinzen, aber nicht Bestandteil des Kaufvertrages sei. Allerdings sei es vom Notar mit beurkundet, deshalb bindend. Gleiches gelte nun fürs Dorf. Das aber habe seiner Kenntnis nach noch nicht mal einen Haushalt, in dem ja ein Teil des Kaufpreises drinstehen müsste. Das alles werde sehr genau geprüft. Und auch, ob beim Ratsbeschluss alles korrekt zuging. Die Hand der LEG sei jedenfalls ausgestreckt, auch der Prinz stünde als Investor noch bereit. Er wolle nun sogar einen Bauantrag stellen, so der LEG-Chef.

Von all dem derzeit noch unberührt ist der Geschäftsbesorgungsvertrag zur Burg zwischen LEG und Verein, sagte Krätzschmar. Ein künftiger Käufer werde in diesen aber eintreten, wenn der Verein zustimmt, ansonsten kündige man ihn eben.


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