Was wird mit dem Schloss ?

Dieser Teil des Forums ist für allgemeine Diskussionen rund um Crossen gedacht.

Endlich: Kunst und Kultur zurück im Eisnberger Schloss

Beitragvon jhmatz » 20.08.2018, 07:34

Die Mitglieder vom Schlossverein blicken zufrieden auf das Veranstaltungs-Wochenende und wollen weiter am Erhalt des Gebäudes arbeiten

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Das Ensemble Kolorit gastierte am Freitag auf Schloss Crossen: Rotraud Denecke und Benjamin Butzke führten das Kabinettspiel „Goethe und die Frauen" auf. Foto: Susann Grunert

Crossen. Als Rotraud Denecke vom Ensemble Kolorit aus Zeitz am Freitagabend des Kabinettspiel „Goethe und die Frauen“ mit ihrem glockenklaren Gesang bereichert, musste man einfach die Augen schließen, um die Akustik des barocken Festsaals zu genießen. Nach so vielen Jahren kehren nun Kunst und Kultur nach Schloss Crossen zurück – mit einigen kleinen Einschränkungen: „Im Stück kommt eigentlich eine brennende Kerze vor, die wir hier aufgrund der Brandgefahr nicht zum Leuchten bringen können, sie müssen sie sich einfach vorstellen“, erklärte Wolfgang Maruschky, Vorsitzender des Vereins „Freunde und Förderer von Schloss Crossen“, dem schmunzelnden Publikum vorab.

Rund 100 Gäste wollten sich zum Auftakt des Veranstaltungs-Wochenendes auf dem Schloss vom Ensemble Kolorit über die Liebschaften des deutschen Dichterfürsten berichten lassen. Das taten Rotraud Denecke, Benjamin Butzke und Thomas Volk auch sehr unterhaltsam. Sie berichteten in Episoden, Briefen und Liedern von „Käthchen“ Schönkopf, Tochter eines Weinwirts, in die sich der junge Goethe 1766 verliebte, und natürlich über Charlotte von Stein, die über zehn Jahre an seiner Seite weilte. Sabine Korrmann aus Eisenberg fühlte sich jedenfalls gut unterhalten: „Ich liebe Goethe und das Stück gefällt mir sehr gut.“

Der Chorgesang stand dann am Sonnabend im Mittelpunkt, mit Auftritten der Schorlaer Bergsänger und dem Männer­gesangsverein aus Weißenborn. „Wir sind zufrieden mit dem Wochenende, organisatorisch hat alles gepasst“, sagte Wolfgang Maruschky. Die Veranstaltungen seien inhaltlich sehr unterschiedlich gewesen, hätten aber jeweils ihr Publikum gefunden. Auch im kommenden Jahr soll es wieder Konzerte auf dem Schloss geben. Bis dahin will der Verein am Ambiente arbeiten. „Wir wollen im Innenhof und auch am Durchgang etwas machen“, so der Vereinsvorsitzende. Das Kavaliershaus soll zudem zu einer Art Empfangs­bereich für Gäste werden. „Dann wird der Besuch noch ein bisschen angenehmer, als er es derzeit ist“, so Maruschky, wohlwissend um den morbiden Charme, den das Gebäude an einigen Ecken verströmt.

„Wir sind ganz begeistert von dem Saal“, stellte ein Besucherpaar indes fest. Es sei erstaunlich, wie gut die Malereien noch aussehen würden, obwohl so viele Jahre nichts für deren Erhalt getan wurde.
„Ich freue mich, dass wir wieder Veranstaltungen im Saal durchführen können“, meinte Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Die Linke) und ergänzte: „Wir werden für dieses Objekt eine Lösung finden.“ Ohne Frage, mit dem Schloss ist der Landkreis auf alle Fälle um einen sehr attraktiven Veranstaltungsort reicher.

OTZ Susann Grunert / 20.08.18

PS: Die OTZ meinte in der Überschrift sicherlich Schloß Crossen und nicht Eisenberg.
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Crossen will sein Schloss kaufen

Beitragvon jhmatz » 26.09.2018, 19:49

Für den Kaufpreis von über 350 000 Euro stellt das Land eine hundertprozentige Förderung in Aussicht. Das letzte Wort hat die Kommunalaufsicht des Kreises.

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Blick vom Nickelsdorfer Mühlberg auf Crossen: Seit Jahrhunderten thront das Schloss, hier etwas verdeckt durch das üppige Grün im Elstertal, über der Gemeinde. Zum ersten Mal in der über 1000-jährigen Geschichte des Gebäudeensembles könnte Crossen nun zum Schlossherren werden. Foto: Susann Grunert

Crossen. Der Crossener Gemeinderat hat mehrheitlich entschieden, das Schloss, das seit Jahrhunderten über der Elstertalgemeinde thront, von Bad Köstritz zu erwerben.

„Ich möchte mich noch einmal ausdrücklich bei den Köstritzern für deren Mut bedanken“, so Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Die Linke). Als die damaligen Eigentümer aus Irland das Schloss im Winter 2017 bei einer Auktion versteigern lassen wollten, entschied sich Bad Köstritz über Kreisgrenzen hinweg, das Ensemble zu kaufen und so in öffentlicher Hand zu halten. Die gestoppte Gebiets­reform, die eine Fusion der Gemeinden im Elstertal anstrebte, stellte dieses Vorgehen allerdings auf kommunalrechtlich wacklige Füße, so dass eine Lösung notwendig wurde.

Der Freistaat greift der Gemeinde Crossen nun kräftig unter die Arme, denn die hätte den Kaufpreis von 350 000 Euro plus Nebenkosten nicht stemmen können.
„350 000 Euro sind natürlich auch für die Denkmalpflege ein stolzer Betrag“, so Stefan Biermann, Referatsleiter für Denkmalschutz und Denkmalpflege in der Erfurter Staatskanzlei, am Montag zur Gemeinderatssitzung in Crossen. Doch man sei auf die Suche nach freien Mitteln wie Fördermittel-Rückläufern gegangen und sei fündig geworden. „Daher können wir den Kaufpreis zu 100 Prozent bezuschussen.“ Allerdings müsste der entsprechende Fördermittelantrag von der Gemeinde bis Ende Oktober in Erfurt sein.

Auch für dringend notwendige Erhaltungsmaßnahmen stellte der Referatsleiter Fördermittel in Aussicht. Aktuell läuft ein Antrag für die Erneuerung verschiedener Fenster mit einem Volumen von 50 000 Euro.

Der Bad Köstritzer Bürgermeister und jetzige „Schlossherr“ Dietrich Heiland (CDU) warb vor der Abstimmung für den Beschluss. „Wenn das Schloss in öffentlicher Hand bleibt, gibt es einfach die besten Chancen, Fördermittel zu generieren.“ Er ist überzeugt davon, dass das Schloss mit dem rich­tigen Konzept zeitnah auf finanziell unabhängige Füße gestellt werden kann. Die Betriebskosten lägen ohne Veranstaltungen bei deutlich unter 5000 Euro im Jahr. Weitere Nebenkosten, die durch Aktivitäten des Vereins „Freunde und Förderer von Schloss Crossen“ entstehen, trage dieser selbst. „Wir haben in den letzten anderthalb Jahren rund 11 000 Euro Betriebskosten an Bad Köstritz überwiesen“, rechnete der Vorsitzende Wolfgang Maruschky vor.

Der erhob die Entscheidung des Crossener Gemeinderates am Montagabend gleich zu einem „historischen Tag für Crossen“. Denn in seiner über 1000-jährigen Geschichte sei das Schloss noch nie im Eigentum von Crossen gewesen. Das sei nun eine einmalige Chance, etwas Großartiges daraus zu machen. Ihm schwebt eine multifunktionale Nutzung der Gebäude vor – Bildungseinrichtung, Standesamt oder hochwertige Wohnungen seien möglich. Auch er richtete noch einmal seinen ausdrücklichen Dank an den Bad Köstritzer Bürgermeister Dietrich Heiland und seine Stadträte: „Ohne sie hätten wir heute kein Schloss mehr.“

Doch nicht jeder Gemeinderat ist von den Kaufabsichten überzeugt. „Ich bin überzeugt davon, dass das Schloss ein Mühlstein am Hals von Crossen wird und andere Investitionen blockiert“, kritisierte zum Beispiel Jörg Henke (AfD). Die finanziellen Risiken seien einfach extrem hoch und es bleibe abzuwarten, was gegebene Versprechen noch Wert sind, wenn im kommenden Jahr die Kommunal- und Landtagswahlen stattgefunden haben.

„Wir können uns das Schloss einfach nicht leisten“, fand auch Veit-Peter Kuhlmann (Die Linke), der eine landesweite Ausschreibung dafür vorschlug. Er sieht beim Zustand der Crossener Schule dringenderen Handlungsbedarf, auch wenn das eigentlich in Zuständigkeit des Landkreises fällt. „Ich war anfangs auch skeptisch“, meinte Albrecht Pitschel (CDU). Doch der Kaufpreis werde voll gefördert und der Schlossverein habe versichert, die Betriebskosten zu übernehmen. Daher votierte er für den Kauf. Es gebe überhaupt keinen Grund, den Schlosskauf schwarz zu malen, ärgerte sich Hans-Ulrich Feit (FDP). Schließlich gebe es für die Förderung durch das Land keinerlei Auflagen. Mit 8 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen (Henke, Kuhlmann) und einer Enthaltung (Marco Holze/Linke) nahm der Gemeinderat die erste Etappe auf dem Weg zum Schloss.

Das zweite Teilstück war ein Nachtragshaushalt für 2018, in dem der Kaufpreis von 350 000 Euro abgebildet ist. Auch dieser wurde am Montag mit zwei Gegenstimmen (Henke, Kuhlmann) verabschiedet. Ebenso wie ein geänderter Finanzplan für 2019 mit den ebenfalls geförderten Kaufnebenkosten für Grunderwerbssteuer und Notar.

Das letzte Wort hat nun die Kommunalaufsicht des Landkreises, die bereits zuvor ein tragfähiges Nutzungskonzept für das Schloss zur Bedingung machte, sollte Crossen als Eigentümer in Frage kommen. „Das Konzept hat der Verein in Grundzügen erstellt“, erklärte dazu Lisa Beckmann (Die Linke). Es soll nun allen Gemeinderäten zur Verfügung gestellt werden, um Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen, und es dann zur nächsten Sitzung zu verabschieden.

OTZ Susann Grunert / 26.09.18
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Schloss soll noch 2018 an Gemeinde übergeben werden

Beitragvon jhmatz » 28.10.2018, 13:04

Bis Februar 2019 setzt Bad Köstritz die Sanierung weiterer Fenster mit Fördermitteln um. Bespielt werden soll das Schloss später gemeinsam.

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Das Crossener Schloss erfährt eine Teilsanierung und soll noch 2018 an die Gemeinde Crossen übergeben werden. Foto: Peter Michaelis

Bad Köstritz/Crossen. Für das im Eigentum der Stadt Bad Köstritz befindliche Schloss Crossen hat der Stadtrat in der vergangenen Woche den Bürgermeister per Beschluss bevollmächtigt, weitere Bauleistungen im Rahmen einer Förderung beim wirtschaftlichsten Bieter in Auftrag zu geben. „Entsprechend der denkmalpflegerischen Vorgaben auf der Musterfläche am Südflügel werden wir weitere zwölf Fenster sanieren lassen“, kündigte Dietrich Heiland (CDU) an. Ein darauf abzielender Fördermittelantrag über 50.000 Euro sei gestellt. Dieser sei bis Februar 2019 abzuarbeiten, bis dahin müssten also die individuell angefertigten Fenster eingebaut sein.

Dieser Sanierungsschritt soll ohne Abstriche durchgeführt werden, auch wenn das Crossener Schloss wohl noch in diesem Jahr an die Gemeinde Crossen übergeben wird. „Der Beschluss über den Kauf ist in Crossen bereits gefasst“, informiert Heiland auf Nachfrage. Die feierliche Übergabe versteht er als Fortführung gemeinsamer Bestrebungen, die historische Immobilie zu erhalten.

Ungeachtet der vom Landesverwaltungsamt geäußerten Bedenken, dass Bad Köstritz Eigentümerin des Gebäudes ist, obwohl es auf fremdem Gemeindegrund steht, hatten Bad Köstritz und Crossen selbst nach Lösungen gesucht. Zum Problem war das von der Stadt erworbene Objekt erst geworden, nachdem die im Zuge der von der Landesregierung verfolgten Gebietsreformbestrebungen anvisierte Fusion zwischen beiden Kommunen doch nicht nötig geworden war, weil die Reformpläne ad acta gelegt wurden. „Das Schloss bleibt in gemeindlichem Besitz“, kündigt Heiland an. Ein Antrag auf 100-prozentige Förderung für den Denkmalschutz des Gebäudes sei gestellt und könnte Crossen befähigen, den Kauf zu tätigen. „Zum ersten Mal überhaupt würde das Schloss Eigentum der Gemeinde werden“, sagt Dietrich Heiland und spricht von einer gemeinsamen Bespielung.

Auf die Frage, wieso sich die Stadt Bad Köstritz überhaupt erst der Immobilie angenommen habe, sagt er: „Wir konnten in einem Moment schnell handeln, in dem es Crossen nicht möglich war. So haben wir dazu beigetragen, das Haus vor Inbesitznahme durch Rechte zu schützen“, beschreibt er die Übernahme der Verantwortung für ein Gebäude, dessen Rettung der Partnergemeinde, mit der die Stadt seit Jahren in vielerlei Hinsicht zusammenarbeitet, geholfen habe. In den letzten anderthalb Jahren habe man alle Möglichkeiten zum Erhalt ausgeschöpft, ohne finanziellen Schaden auf die Stadt zu laden.

Hinsichtlich des Nutzungskonzeptes, an dem das künftige Finanzierungskonzept hängt, hielt sich Heiland bedeckt, sagte aber: „Da sind wir von einer Lösung nicht weit entfernt.“

OTZ Christine Schimmel / 25.10.18
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Land unterstützt Gemeinde Crossen bei Schlosskauf

Beitragvon jhmatz » 29.11.2018, 13:39

Der Verein Freunde und Förderer des Schlosses Crossen hat ein Nutzungskonzept für die Anlage erarbeitet. Vorgesehen sind dort kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen, Märkte und Kunstausstellungen. Zudem sollen ein Hochzeitszimmer und ein Schloss-Café entstehen.

Längerfristig ist auch eine Nutzung als Bildungsstätte sowie als Hotel denkbar. Bei der Umsetzung der Vorhaben berät das Thüringer Landesamt für Denkmalschutz und Archäologie den Förderverein und die Gemeinde.

Das Schloss gehört den Angaben zufolge zu den größeren und neuzeitlichen barocken Schlossanlagen in Thüringen. Seine Bedeutung resultiere aus dem barocken Baubestand einschließlich Ausstattung und Ausmalung, heißt es. Bekannt ist das Schloss für seinen prunkvollen Barocksaal, der mit italienischen llusionsmalereien ausgeschmückt ist.

DPA / 29.11.18
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Crossen kauft Schloss mit 100 Prozent Landesförderung

Beitragvon jhmatz » 29.11.2018, 13:41

Die Gemeinde Crossen kann das Schloss auf ihrem Grund dank einer Landesförderung in Höhe von 385.000 Euro kaufen.

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Die Gemeinde Crossen erhält vom Freistaat eine Förderung in Höhe von 385.000 Euro. Damit soll das Schloss von Bad Köstritz gekauft und in den Besitz der Gemeinde überführt werden. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke, r.) überbrachte den Scheck persönlich an Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Linke, l.). Der Kauf soll formell in den nächsten Tagen abgewickelt werden. Foto: Florian Girwert

Crossen. Die Gemeinde Crossen kann das Schloss auf ihrem Grund dank einer Landesförderung in Höhe von 385.000 Euro kaufen. Aktuell gehört es der Stadt Bad Köstritz, die es im Frühjahr 2017 von den irischen Besitzern gekauft hatte. Der Erwerb war nur möglich mit Blick auf die damals noch geplante Gebietsreform, in der Bad Köstritz und Crossen zusammengehen wollten. Alternativ hätte ein Verkauf ins Reichsbürgermilieu gedroht.

Nun soll Bad Köstritz aus dem Geschäft schadlos hervorgehen, eigene Kosten sind dann unterm Strich für die Stadt nicht entstanden. Die Landesmittel, die den Kauf durch die Gemeinde zu 100 Prozent finanzieren sollen, stammen nach Auskunft der Staatskanzlei aus dem kommunalen Investitionsprogramm (KIP).
Ministerpräsident Bodo Ramelow stellte zudem in Aussicht, dass das Schloss zusammen mit anderen Objekten eine Förderung genießen könnte, in der über acht Jahre insgesamt 100 Millionen Euro Mittel des Bundes zur Verfügung stehen, die in gleicher Höhe vom Land ko-finanziert werden müssten.

Genaue Modalitäten müssen allerdings noch zwischen Bund und Ländern verhandelt werden.

OTZ Florian Girwert / 29.11.18
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Land bezahlt Crossen das Schloss

Beitragvon jhmatz » 30.11.2018, 11:49

385.000 Euro Förderung ermöglichen Ablöse an Bad Köstritz. Erstes Nutzungskonzept ist erstellt. Millionen Euro könnten von Land und Bund fließen.

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Das Schloss in Crossen soll in den nächsten Tagen in den Besitz der Gemeinde übergehen. Archivfoto: Susann Grunert

Crossen/Bad Köstritz. Die Gemeinde Crossen wird in den nächsten Tagen das Schloss aus den Händen der Stadt Bad Köstritz kaufen. Eine Förderung in Höhe von 385.000 Euro überbrachte am Donnerstagmorgen Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) persönlich in die Elstertal-Gemeinde. Die Summe stammt aus Restbeständen des kommunalen Investitionsprogramms und fördert den Kauf zu 100 Prozent.

Mit Blick auf die damals geplante Gebietsreform hatte die Stadt Bad Köstritz im Frühjahr 2017 das Schloss aus den Händen der irischen Besitzer erworben, um eine Weitergabe ans Reichsbürgermilieu zu verhindern. Nun ist die Gebietsreform vorerst Geschichte und für Bad Köstritz gab es keinerlei Grund mehr, die Immobilie zu halten – tatsächlich hatten Aufsichtsbehörden Druck gemacht, die Stadt möge sich vom Schloss trennen, das nicht auf dem Boden der Stadt steht. Bereits im Frühjahr hatte der Ministerpräsident Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Linke) zugesichert, der Gemeinde beim Kauf zu helfen. Nun wird das Versprechen umgesetzt. „Nun kann der Bürgermeister auf- und zuschließen“, sagte Ramelow, der auf einen sichtlich bewegten Uwe Berndt traf.

Denkmalschutz löst keine großen Probleme

Der Bürgermeister konnte es nach weit mehr als zehn Jahren Einsatz für eine Rekommunalisierung des Schlosses „kaum glauben, dass es nun soweit ist“. Ziel sei es, dass das Schloss möglichst allen Bürgern zugänglich gemacht wird. Aktuell werden mit Hilfe von Fördermitteln bereits Fenster saniert, den Auftrag hatte noch der Stadtrat von Bad Köstritz ausgelöst, wie deren Bürgermeister Dietrich Heiland (CDU) sagte. Bisher seien etwa 123.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen bewilligt, sagte Stefan Biermann, der in der Staatskanzlei das Referat für Denkmalschutz und Denkmalpflege leitet – allein 55.000 Euro in diesem Jahr. Damit könne man natürlich keine grundsätzlichen Probleme lösen, sondern nur hier und da kleine Reparaturen auf den Weg bringen.

Das könnte sich ändern, denn in der großen Politik wird derzeit an einem großen Fördertopf gearbeitet, der allein für Thüringen 200 Millionen Euro über acht Jahre umfasst und der Sanierung und Entwicklung von Schlössern wie dem in Crossen dienen soll. Finanziert werden soll er je zur Hälfte von Bund und Land. „Und die Schlösser Crossen, Reinhardsbrunn und Friedrichswerth sind meine Top-Priorität“, sagte Ramelow beim kurzen Festakt in Crossen. Um an diesen großen Fördertopf zu gelangen, muss allerdings ein detailliertes Nutzungskonzept ausgearbeitet werden, das über das vorläufige hinausgeht, das der Förderverein erarbeitet hat und sich am Status quo der Infrastruktur im Schloss orientiert.

Gerade im Winter wird deutlich, dass derzeit eine strukturierte Nutzung kaum möglich ist: Veranstaltungen brauchen Wärme, während bei der kurzen Festveranstaltung sogar die körperlich aktiven Bläser im Hintergrund dick in Jacken gepackt waren. Nur punktuell zu heizen, dürfte der Infrastruktur nicht guttun – so ist derzeit an regelmäßige Nutzung nur im Sommer zu denken. In diesem Jahr gelangen einige kulturelle Veranstaltungen im großen Saal, der Großteil der zu DDR-Zeiten als Schulungszentrum für Lehrer genutzten Anlage steht derzeit jedoch leer. Das Nutzungskonzept des Fördervereins sieht eine Wiederbelebung mit ähnlicher Widmung im Bereich des Möglichen. Kurzfristig will man den Veranstaltungsort häufiger nutzen für Filmvorführungen, Theater, Lesungen, Märkte oder Konzerte – draußen wie drinnen. Ebenso wäre eine häufigere Nutzung für Hochzeiten denkbar. Für das in Aussicht stehende Geld müsste diese Planung aber konkreter werden.
Florian Girwert / 30.11.18
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Drei Kandidaten für neue Thüringer Schlösser-Stiftung

Beitragvon jhmatz » 27.12.2018, 09:46

Geld von Bund und Ländern soll helfen, historische Gemäuer zu erhalten. Ramelow hat Favoriten für Förderung.

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Schloss Friedrichswerth soll langfristig durch eine Stiftung gesichert werden. Foto: Wieland Fischer

Erfurt. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat drei Kandidaten im Blick für die neue, vom Bund mitfinanzierte Schlösser-Stiftung. „Meine Vorschläge lauten Schloss Reinhardsbrunn, Schloss Friedrichswerth und Schloss Crossen“, sagte Ramelow. Bei diesen Schlössern seien Land oder Kommunen bereits Eigentümer oder wollten es werden. Bei Reinhardsbrunn im Landkreis Gotha läuft noch das Enteignungsverfahren. „Das juristische Verfahren zieht sich in die Länge“, sagte Ramelow.

Nach seiner Einschätzung könnte allein die Sicherung, Sanierung und Nutzung dieser drei Stiftungs-Kandidaten einen Investitionsbetrag von bis zu 100 Millionen Euro beanspruchen.

Hintergrund ist, dass der Bund im November etwa 200 Millionen Euro Fördergeld in Aussicht gestellt hat, wenn Thüringen und Sachsen-Anhalt eine gemeinsame Schlösser-Stiftung einrichten und Gelder in gleicher Höhe aufbringen. Thüringen will nach einer Entscheidung der Landesregierung ergänzend zum Geld vom Bund seinen Anteil von 100 Millionen Euro für die Sicherung der ­Kulturgüter zur Verfügung stellen.

Wichtig seien ihm nicht nur die Investitionen in die historischen Gemäuer, sondern auch ihre künftige Nutzung, sagte Ramelow. „Was wir brauchen ist, dass dort Leben hineinkommt. Ich möchte keine neuen Museen schaffen. Davon haben wir schon genug“, so der Regierungschef. Vorbild für eine gelungene Nutzung könnte beispielsweise die Leuchtenburg in Kahla sein, die mit ihrer Ausstellung Porzellanwelten Besucher anlocke.

Gespräche über eine mögliche Privatisierung des Barockschlosses Friedrichswerth im Landkreis Gotha waren kürzlich abgebrochen worden. Der Interessent habe keine zukunftsfeste Lösung vorlegen können, hieß es zur Begründung aus der Staatskanzlei.

Zudem unterstützt das Land die ostthüringische Gemeinde Crossen beim Kauf des dortigen Schlosses, das über einen prunkvollen Barocksaal verfügt, mit 385.000 Euro. Zuletzt hatte das Schloss der Stadt Bad Köstritz gehört. Der Verein Freunde und Förderer des Schlosses Crossen will in der Anlage kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen, Märkte und Kunstausstellungen organisieren. Längerfristig sei auch eine Nutzung als Bildungsstätte oder Hotel denkbar, so die Kommune.

Der Bund will das Geld für die gemeinsame Schlösser-Stiftung mit Sachsen-Anhalt über einen Zeitraum von acht Jahren zur Verfügung stellen.

Bund gibt 200 Millionen Euro für Schlösser in Thüringen und Sachsen-Anhalt

dpa / 27.12.18
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Pläne für Schloss Crossen: Standesamt, Schlosscafé, Sommerki

Beitragvon jhmatz » 09.01.2019, 15:11

Die Gemeinde und der Förderverein feilen am Nutzungskonzept und dem Veranstaltungskalender für Schloss Crossen.

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Foto: Firma alumatel

Crossen. Die Voraussetzungen für die Arbeit des Vereins „Freunde und Förderer von Schloss Crossen“ sind in diesem Jahr ganz besondere, denn noch nie zuvor befand sich das Schloss im Eigentum der Gemeinde. „Damit hat der Verein aber auch eine große Verantwortung übernommen“, weiß der Vorsitzende Wolfgang Maruschky. Nur durch akribische Arbeit könne es gelingen, das Schloss dauerhaft für Crossen zu erhalten.

Dafür will man sich in diesem Jahr vergrößern: „Wir brauchen mehr Vereinsmitglieder.“ Vor allem aus der hiesigen Region brauche es noch mehr Unterstützer. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist bereits an einer Nutzungskonzeption für das Schloss gearbeitet worden. „Das wird derzeit überarbeitet und mit wirtschaftlich belast­baren Zahlen unterlegt“, so Wolfgang Maruschky. Auch um die Kriterien für die Aufnahme in die von Thüringen und Sachsen-Anhalt geplante Schlösser-Stiftung zu erfüllen, die vom Bund mit 200 Millionen Euro Fördergeldern unterstützt wird.

„Das wäre natürlich optimal“, so der Vereinsvorsitzende. Ziel soll es ein, dass Schloss für die Öffentlichkeit in verschiedenster Weise zu nutzen. Das Nutzungskonzept unterscheidet hier kurzfristige, mittelfristige und langfristige Vorhaben.

Musik, Kultur und Führungen

Mit dem ersten Konzert im prachtvollen Barocksaal seit über 25 Jahren und einem zweitägigen Kulturfestival hat der Verein 2018 veranstaltungstechnisch erste Spuren hinterlassen. Der Veranstaltungskalender für 2019 steht im Entwurf und hat neben mehreren Konzerten auch Theaterspiel, eine Ausstellung sowie Sommerkino im Angebot. Gut nachgefragt sind zudem die Führungen durch die alten Gemäuer, die auch in diesem Jahr wieder angeboten werden.

Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Die Linke) betont aber, dass Mitte des Monats noch eine Begehung des Schlosses mit ­Vertretern des Eisenberger Ordnungsamtes, von Feuerwehr und Polizei aussteht, erst im Anschluss könne man dann verlässlich sagen, welche Anzahl von Veranstaltungen genehmigt werden und welche Auflagen dafür zu erfüllen sind.

Romantischer Ort für Hochzeiten

Im Fokus der mittelfristigen Nutzung steht das Schloss als romantischer Ort für Hochzeiten. Die Eheschließung werde immer mehr zum Event, besondere Orte für die Trauung, insbesondere auf Burgen oder Schlössern, seien nachgefragt, heißt es im Konzept. Im nördlichen Kavalierhaus soll daher ein Standesamt mit Trauzimmer eingerichtet werden. Für die anschließende Feier käme das Schloss auch als Veranstaltungsort in Frage, oder es seien Kooperationen mit dem Klubhaus sowie anderen gastronomischen Einrichtungen im Ort denkbar.

Das südliche Kavalierhaus gleich neben dem Eingangstor soll perspektivisch die Besucher des Schlosses in historischem Ambiente begrüßen. Auch ein Café mit Aussichts­terrasse, geöffnet von Freitag bis Sonntag, eine kleine Ausstellung und ein Büro für den Schlossverein könnten hier einziehen.

Bildungsstätte und Wohnraum

Hinter der langfristigen Planung für die Nutzung von Schloss Crossen stehen derzeit noch die größten Fragezeichen. Das ehemalige Internat und das große Wirtschaftsgebäude (langes Haus) könnten nach einer Modernisierung qualitativ hochwertigen Wohnraum bieten. „Die Bau- und Raumsubstanz gibt das her“, sagt Wolfgang Maruschky. Dafür müsste sich allerdings ein Investor finden. Außerdem wird die Einrichtung einer Bildungsstätte, öffentlicher oder privater Art, favorisiert. „Dafür haben wir aber noch keinen konkreten Ansatz.“

„Diese Pläne sind auch noch nicht in Stein gemeißelt“, so Bürgermeister Uwe Berndt. Für Vorschläge und Ideen habe man immer ein offenes Ohr. Inspiration und einen Erfahrungsaustausch erhoffen sich Förderverein und Gemeinde auch durch den Aufbau eines Netzwerkes, das von Bad Köstritz und Zeitz bis nach Posterstein und Altenburg reichen soll.

Veranstaltungskalender 2019 (Entwurf)

- 16. März: Ausstellung von Martha Kitzbichler

- 27. April: Historische Wanderung durch Crossen mit Ankunft im Schloss und dortigen Chor- Auftritten

- 25. Mai: Auftritt des Kammerchors „Vox Humana“ aus Leipzig, Leitung: Martin Krumbiegel

- 22. Juni: „Fein schmeckt uns der Wein“ – Programm Ensemble Kolorit aus Zeitz, zuvor Weinverkostung

- 23. August: Filmvorführung mit historischer Technik unter freiem Himmel

- 28. September: Konzert des Leipziger Vokalquintetts „Ensemble Nobiles“

- 31. Oktober: Halloween auf dem Schloss mit Gruselführung für Jugendliche und Junggebliebene

- 24. November: Vorweihnachtliches Puppenspiel für Kinder mit dem Figurentheater „petic bec“

OTZ Susann Grunert / 09.01.19
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