Was wird mit dem Schloss ?

Dieser Teil des Forums ist für allgemeine Diskussionen rund um Crossen gedacht.

Der erste kleine Streifen ist Restauriert (2m)

Beitragvon jhmatz » 06.02.2018, 13:29

Hallo,

hier mal paar Bilder von der "Sichtachse".
Früher soll das Schloß diese Farbe gehabt haben.
Auf der Nordseite war auch noch was in dieser Art sichtbar.


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jhmatz
 
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Muster-Sichtachse

Beitragvon ein_Lützower » 09.02.2018, 19:06

Nein, nicht restauriert, sondern neu erfunden.

"Restaurierung wird als die Wiederherstellung eines alten Zustandes verstanden, welcher im Lauf der Zeit verloren gegangene ist. Es gelten die Grundsätze des Respekts für das Original, festgeschrieben im international gültigen "Code of ethics " !!! Restaurierung beschränkt sich demzufolge auf das Vorhandene!" - wie in Wikipedia nachzulesen.

Von Wiederherstellung kann in der Probe - nach Wessen Vorschlag ????? - nicht die Rede sein. Die anläßlich der Verkündung der Baumaßnahmen zur Vorbereitung der Rekonstruktion des Schlosses, mit Nachdruck in ein Fenstergewände aus Sandstein meißelnde Dame, hat eben dessen Bestehen aus Sandstein, nicht aus Marmor,....und schon garnicht aus "künstlichen Marmor per Illusionsmalerei" auf tausenden TV- Geräten via MDR bewiesen. Die Probe zur Fassadengestaltung präsentiert also - ohne Respekt vor dem Original - eine "Neuschöpfung". Diese sowohl mit dem vorgetäuschten Material "Marmor", aber auch mit der Gestaltung der Zwischenflächen mit vorgetäuschten Marmorplatten. Solche waren nie vorhanden, wie alte Fotos von Schloss Crossen belegen.
( unter http://www.crossen.de - Geschichte-Alte Postkarten- nachzusehen, mit den in der Probe total fehlenden Gestaltungselementen über den Fenstern).

Somit ist der Vorschlag und die Probe nicht nur keine Restaurierung, sondern auch keine Rekonstruktion, unter welcher man das Wiederherstellen eines verloren gegangenen Erscheinungsbildes von Bauteilen oder ganzer Bauwerke versteht.

Das Bauteil Fassade des Schlosses Crossen sah n i e so aus, wie in der Probe der "Sichtachse". Die Herkunft der Marmor-Illusion scheint aus der Illusionsmalerei der italienischen Meister im Festsaal des Schlosses nach Außen übertragen zu sein, ebenso die zu Marmor gemalten Putzspiegel. So gesehen,hätte man es mit einer Neuschöpfung zu tun, welche definitiv - nach der Definition - nicht mehr den Anspruch auf ein Kulturdenkmal hätte. Ergo würden der besitzenden Körperschaft immense Fördermittel entgehen !!!

Hinzu kämen da ja auch noch die Augen der Betrachter, von denen nicht wenige das Schloss ein ganzes Leben lang in seinem Ursprung erlebt haben. Der Putz war farbig, die Fenster weiß und....deren Gewände waren und sind Sandstein, ergo in den Farben von Sandstein und....... unmarmoriert.

Ob der Putz je taubenblau war, darüber lässt sich streiten . Denn "suchet,so werdet ihr finden", meist eben das Gewünschte. Ein Blick auf das restaurierte Schloss Ettersburg bei Weimar spricht für die zur Zeit der Erbauung meist ockerfarbenen Farbtöne des Außenputzes. Man hatte zu deren Zeit schon einen sehr guten Geschmack und folgte der Harmonie der Farbscala zwischen den Bauteilen. Auch das Schloss einer Kleinstadt an der Roda, zeigt eine zurückhaltende, aber klar und beruhigenden Fassadengestaltung.

Man kann ganze Schlösser-Stämme im Internet anschauen, keines zeigt künstlichen, pinselgemachten Marmor an seiner Fassade. Die Tendenz ging zu deren Zeiten wie es scheint noch nicht in Richtung Disneyland.

Wohl wissend, dass selbst gut gemeinte kritische Betrachtungen "von Unten" bei "denen Oben" nur in ganz, ganz seltenen Fällen beachtet werden, möchte man nach dem Einzug in die Hölle oder in den Himmel, doch wenigsten von Ferne noch seine Heimat erkennen. Man wird sehen, wozu die Körperschaften neigen.

In der Hoffnung, dass das Schloss der Elisabeth nicht zur Bunten wird, sondern Schloss Crossen bleibt.

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Frühjahrsputz im Schloss Crossen

Beitragvon jhmatz » 12.03.2018, 14:37

Etwa 50 Freiwillige helfen, das Gebäude und die Anlagen auf Vordermann zu bringen. Im August soll musiziert werden.

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Fünf Musiker und Musikerinnen waren ins Schloss Crossen gekommen, um bei den Mitgliedern des Vereins der Freunde und Förderer des Schlosses Crossen für ein geplantes Musikfestival im Sommer zu werben. Gekleidet in historische sächsische Uniformen bliesen die fünf zur Erbauung der freiwilligen Helfer Musik vorm Turm herunter. Foto: Florian Girwert

Crossen. Auf dem Turm des Schlosses hoch über der Gemeinde Crossen reicht der Platz nicht für viele Menschen. Höchstens zwei können sich auf dem schmalen Steg ganz oben nebeneinander vorbeischieben. Engelbert Sieler zählt an, dann erklingen vier Blasinstrumente weithin über das Schlossgelände. Sieler und seine Mitmusiker sowie Schlosswache Dirk Panzer tragen barocke sächsische Uniformen.

Zum Arbeitseinsatz des Vereins der Freunde und Förderer des Schlosses Crossen sind sie einerseits gekommen, um die etwa 50 Helfer zu motivieren, die hier die unterschiedlichsten Arbeiten ausführen. Andererseits wollen sie werben. Dafür, dass vom 17. bis 19. August auf dem Schloss etwa 100 Musiker zusammenkommen werden, um das erste Schloss-, Barock- und Musikfestival zu bestreiten.

An der Oberfläche bröckelt es mitunter

Bis dahin ist der Weg allerdings nicht nur weit. Er ist auch mit jeder Menge Dreck besetzt. Jan Borzym gehört zu jenen, die ihm mit Maschinentechnik auf den Leib rücken: Mit dezentem Knattern beginnt die nagelneue Kehrmaschine sich zu bewegen, und das eben noch feste Moos auf und besonders zwischen den Gehwegplatten auf dem Innenhof des Schlosses fliegt mehrere Meter weit durch die Luft. Zurück bleiben Gehwegplatten, die jetzt immerhin in Gänze sichtbar sind. Vereinschef Wolfgang Maruschky ist mit einer Gartenhacke bewaffnet und blinzelt vor dem Schlossportal in die Sonne. „Es ist wunderbar, wie viele Leute gekommen sind, um hier mitzuhelfen.“ Die Liste der Aufgaben ist lang. Der Saal muss gewischt werden, Fenstersimse und Heizungen müssen vom Staub befreit werden. Auch in den Gängen hat sich mitunter Staub gesammelt, mancherorts bröckeln Putz und Farbe von den Wänden. „Aber die Bausubstanz darunter ist erstaunlich gut in Schuss“, sagt Maruschky.

Dann ruft er durchs Portal: „Uwe, du musst hier Arbeit verteilen!“ Er meint Bürgermeister Uwe Berndt (Linke). Der tut wie ihm geheißen und weist einige Frauen und dann ein paar Männer an, was als nächstes auf der Liste steht. Derweil wird aus dem Innenhof eimerweise das Moos hinausgetragen und auf die Ladefläche eines kleinen Lasters gekippt. „Kaum auszudenken, wie viel wir allein mit dem Moos zu tun hätten ohne die Hilfe der Kehrmaschine“, sagt der Vereinschef. Mit der Hacke haben er und einige andere Helfer direkt an den Hauswänden das Moos entfernt, dort, wo die Maschine nicht hinkommt.

Die touristische Erschließung hat man bei den Arbeiten ebenfalls im Blick: Im Kavaliershaus sollen drei der Räume modernisiert werden. „Da schaffen wir heute die Grundvoraussetzungen“, berichtet Maruschky. Hier sollen einmal Gäste des Schlosses begrüßt werden. Mit Hilfe moderner Technik will man hier zum Beispiel etwas zur Geschichte des Schlosses vermitteln. Die erläutert Vereins-Schatzmeister Herbert Pietsch im Saal den fünf barock gekleideten Musikern, die hier nicht nur gespielt haben, sondern auch ein paar Aufnahmen für sich machen wollen im großen Saal. Pietsch, der den großen Raum nass durchwischt, stützt seine Hand auf den Wischmopp und erzählt. Zum Beispiel von Edmund von Bockum-Dollfs, in dessen Eigentum ab 1925 das Schloss gekommen und verfallen sei, weil der sich nicht gekümmert habe.

Nicht jeder Besitzer hat sich gekümmert

Gegen viertel nach elf tönt der Ruf des Bürgermeisters nach oben in den Saal: „Kaffee ist fertig!“ Um neun haben die Arbeiten begonnen. Dauern sollten sie noch bis zum Nachmittag. Danach, so lobt Bürgermeister und Vereinsmitglied Uwe Berndt: Toiletten, Gänge, das Goethe- und Musikzimmer – an vielen Stellen sei es nun richtig sauber. „Viel Staub ist mit Ölspänen gebunden worden, teilweise sieht es fast aus wie neu.“ Auch die ortsansässigen Gewerbe, etwa der Gasthof Weißes Ross, das Partyteam Stefan Borzym und weitere hätten ihren Teil beigetragen, auch für die Versorgung der Helfer. Zudem habe die Firma Lucas aus Jena LED-Lampen zum Anstrahlen des Schlossturms gespendet. Nun sei eine kostengünstige Erleuchtung der Sehenswürdigkeit möglich. Dann kann der Sommer im Schloss ja kommen.

OTZ Florian Girwert / 12.03.18
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Information zum Arbeitseinsatz am 10.03.2018

Beitragvon jhmatz » 12.03.2018, 14:55

Erfolgreicher Arbeitseinsatz am Schloss Crossen

Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich am 10.03.2018 um 09.00 Uhr mehr als 50 Bürger aus Crossen und Umgebung sowie viele Mitglieder des Vereins FFSC e.V. auf dem Schlosshof ein, um zu beginnen, Innenräume des Schlosses und das Außengelände für geplante Veranstaltungen 2018 und darüber hinaus vorzubereiten.

Mit einer feierlichen Zeremonie durch in historischen Kostümen gekleideten Hofmusikanten wurden die überraschten Teilnehmer des Arbeitseinsatzes begrüßt und auf die Arbeiten eingestimmt.

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Der Vereinsvorsitzende Dr.W.Maruschky und der Crossener Bürgermeister Uwe Berndt begrüßten die Teilnehmer und es wurden die Arbeitsgruppen für die geplanten Arbeiten im Kavaliershaus, in beiden Schlosshöfen, im Schlossbebäude und im Schlosssaal eingeteilt.

Mit großem Elan und Freude wurde überall fleißig gearbeitet. Die Ergebnisse des fast sechsstündigen Arbeitseinsatzes können sich sehen lassen. Unter fachlicher Anleitung des Klempnermeisters Zaake wurden im Kavaliershaus drei Räume für den weiteren Ausbau vorbereitet. Es wurde begonnen, alte historischeTüren zu restaurieren. In den beiden Schlosshöfen konnte fast vollständig der Gras-und Humusbelag durch harte Handarbeit und den Einsatz einer speziellen Kehrmaschine entfernt werden. Das abgetragene Material füllte allein einen großen Traktoranhänger.

Mehrere Reinigungsteams säuberten grundhaft Flure, Treppen und das Kleinod unseres Schlosses, den Festsaal. Eine spezielle Arbeitsgruppe reinigte aufwändig die vorhandenen Stühle und räumte diese in den Saal, sodass schon für die Besucher des nächsten Benefizkonzertes im April diesen Jahres die Sitzgelegenheiten vorhanden sind.

Über das fleißige Treiben im Schloss informierte sich ein Journalist der OTZ, der sicher auch darüber informieren wird.
Der Arbeitseinsatz wurde deshalb so erfolgreich, weil die Teilnehmer motiviert und die Arbeiten gut vorbereitet waren. Prominentester aktiver Helfer war der Landtagsabgeordnete Mike Huster.

Die Versorgung mit Getränken und echter Thüringer Bratwurst von der Etzdorfer Hoffleischerei
wurde dankbar angenommen.

Herbert Pietsch
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Stadtroda und Crossen: Ramelow verspricht Unterstützung

Beitragvon jhmatz » 29.03.2018, 15:54

Bei seinem Arbeitsbesuch im Landkreis ging es unter anderem um den Erhalt von Schloss Crossen und das Stadtrodaer Schützenhaus
29. März 2018 / 05:59 Uhr

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Stadtroda/Crossen. Was verbindet Gemeinden wie Bad Köstritz, Crossen oder Stadtroda? Bei seinem gestrigen Arbeitsbesuch bekam Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) im Saale-Holzland-Kreis stets die gleichen Antworten auf die Frage serviert: Alle Orte stehen vor Aufgaben, die sie ohne Hilfe von außerhalb nicht lösen können.

Zunächst hatte der Tross des Ministerpräsidenten den Crossener Schlossberg erklommen. Bürgermeister Uwe Berndt (Die Linke) und der Vorsitzende des Schlossfördervereins, Wolfgang Maruschky, führten Ramelow durch das 1712 errichtete Gebäude und berichteten aus dessen wechselvoller Geschichte. Mit dem Scheitern der Gebietsreform ist ein weiteres schwieriges Kapitel dazu gekommen. Denn derzeit blickt Schloss Crossen wieder einer ungewis­sen Zukunft entgegen.

Vor gut einem Jahr hatte die Stadt Bad Köstritz den historischen Bau kurz vor einer Versteigerung erworben. „Der Plan war ein guter“, meinte Ramelow, der die Bemühungen damals unterstützt hatte. „Ich bin auch nach wie vor der Meinung, dass es die richtige Entscheidung war“, betonte der Bad Köstritzer Bürgermeister Dietrich Heiland (CDU). Ob die Dahlienstadt aber aus kommunalrechtlicher Sicht Eigentümer von Schloss Crossen bleiben darf, muss noch entschieden werden. Daher zog sich Ramelow im Anschluss an die Schloss-Begehung mit beiden Bürgermeistern zu einem nicht öffent­lichen Arbeitsgespräch zurück.

„Er hat sich ein paar Hausaufgaben mitgenommen“, teilte Uwe Berndt im Nachgang auf Nachfrage mit. In puncto Besitzverhältnisse müsse man nun sehen, in welche Richtung weitergemacht werden könne. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten“, so der Crossener Bürgermeister. Das Land könnte das Schloss übernehmen, ein Zweckverband wäre denkbar, ebenso ein zinsloses Darlehen für Crossen, dass die klamme Gemeinde nicht zurückzahlen muss. Auch dass Bad Köstritz Eigentümer bleibt, sei nicht ausgeschlossen. „In diesem Jahr“, so Berndt, soll eine endgültige Entscheidung darüber fallen.

Dicke Notizen machte sich der Ministerpräsident auch in Stadtroda, wo er einer Einladung von Bürgermeister Klaus Hempel (Freie Wähler) gefolgt war. „Ich hab‘ ihn wohl sehr genervt mit meinen Problemen“, freute sich Hempel über die Stippvisite von Ramelow in seiner Stadt.

Auch in Stadtroda steht man vor einem derzeit unlösbaren Problem. So hängt das im 19. Jahrhundert errichtete Schützenhaus der Gemeinde wie ein Klotz am Bein. Seit Jahren versucht die Stadt, die Immobilie, die seit 2001 der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft gehört, über Fördermittel zu sanieren. Erfolglos, denn sowohl beim Land als auch beim Bund blitzte man immer wieder ab. Auf rund drei Millionen Euro bezifferte der Prokurist der Stadtrodaer Wohnungsbaugesellschaft, Kersten Hahn, die Summe, die schnellstmöglich in das Schützenhaus investiert werden müsste. „Der Bau ist marode, in den Wänden steckt Feuchtigkeit, das Dach müsste ertüchtigt werden.“

Weil Stadtroda auch noch in der Haushaltssicherung steckt, schob das Landesverwaltungsamt zusätzlich möglichen Ambitionen einen Riegel vor, Dinge in Stadtroda anzugehen, die nicht zu den Pflichtaufgaben gehören. „Wir können einfach nicht unseren Eigenanteil für die Sanierung des Schützenhauses im Haushalt darstellen“, skizzierte Hempel das Problem.

Ramelow sah das vor Ort allerdings ein wenig anders. „Ein Objekt wie das Schützenhaus mit über 500 Sitzplätzen hat eine überregionale Bedeutung“, meinte der Ministerpräsident. Deshalb werde er dem zuständigen Staatssekretär den Auftrag geben, wie der Sache anzunehmen ist. Ihn begeisterte auch die Idee, auf dem Dach des Schützenhauses eine Photovoltaikanlage zu installieren und die erzeugte Energie für das gleich in Nachbarschaft befindliche Freibad zu verwenden. „Das wäre eine durchdachte Geschichte“, meinte er.

Dass Orte wie Stadtroda Probleme haben, ihre Infrastruktur zu erhalten, ist für Ramelow nicht neu. Diese Orte würden viel für die Region vorhalten, hätten aber nur bescheidene finanzielle Mittel. „Mal schauen, wie wir eine Lösung finden.“

OTZ Frank Kalla / 29.03.18
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Arbeitseinsatz für das Schloss, Samstag 21. April, 8.30 Uhr

Beitragvon jhmatz » 19.04.2018, 13:28

Crossen. Der Verein „Freunde und Förderer des Schlosses Crossen“ ruft die Bürger der Region Crossen nochmals zu einem Arbeitseinsatz auf.

„Wir freuen uns über jede helfende Hand, jeder ist willkommen“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Maruschky. Arbeitsgeräte wie Schaufeln, ­Eimer, Besen oder Spachteln bitte mitbringen.

Arbeitseinsatz im und am Schloss Crossen am Sonnabend, 21. April, 8.30 bis 12.30 Uhr

OTZ / 19.04.18
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Zweiter Hilfseinsatz im Schloss Crossen

Beitragvon jhmatz » 23.04.2018, 07:53

Crossen. Bei einem erneuten Arbeitseinsatz im Crossener Schloss haben freiwillige Helfer unter anderem den Saal für das Benefizkonzert am kommenden Sonntag um 15 Uhr bestuhlt.
Zudem wurden die Höfe des Schlosses endgültig vom Moos befreit. „Wir haben mit wenigen Helfern viel geschafft“, sagte Bürgermeister Uwe Berndt (Linke) unserer Zeitung.
Auf Details aus der nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzung von vergangener Woche, bei der es um das Schloss ging, wollte er nichts Konkretes sagen. Es sei aber nicht zuletzt um Ideen für die weitere Nutzung gegangen. In der nächsten Gemeinderatssitzung werde man darauf eingehen.

Benefizkonzert: Sonntag, 29. April, 15 Uhr, Schloss Crossen. Karten bei Co-Tech am Markt, in der Sturm-Straße 10 in Bad Köstritz, im Büchereck in Eisenberg.

OTZ / 23.04.18

PS: Der Verein dankt allen Helfern für ihren Einsatz.

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Shuttle fährt Besucher zum Schloss Crossen

Beitragvon jhmatz » 27.04.2018, 07:43

Der Verein „Freunde und Förderer von Schloss Crossen“ lädt am Sonntag zu einem weiteren Benefizkonzert ein.
Nach 25 Jahren können die Besucher die Konzertmusik erstmals wieder im Festsaal des Schlosses erleben.

Unter der musikalischen Gesamtleitung von Engelbert Sieler und der Leitung von Professor Christian Hornef bringt das Opern-Ensemble der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Partien aus Opern von Wolfgang Amadeus Mozart zur Aufführung.
In aufwendigen, barocken Kostümen erklingt Musik aus „Cosi fan tutte“, „Don Giovanni“ oder der „Zauberflöte“.

Da die Parkmöglichkeiten rings um das Schloss begrenzt sind, bitten die Veranstalter, die Parkplätze auf dem alten Sportplatz und bei der Firma rmw zu nutzen.

Ein Shuttle bringt die Gäste zum Schloss hoch.

Karten gibt es für 20 Euro im Vorverkauf:

in Eisenberg im Büchereck, Steinweg 27,

in Crossen bei Computertechnik Matz, Markt  5, (036693) 3 55 25

in Bad Köstritz bei Frau Böttcher, Julius-Sturm-Str. 10 (036605) 8 60 59

sowie im Internet unter www.schloss-crossen.de

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Mit Mozart und Co. für den Erhalt von Schloss Crossen

Beitragvon jhmatz » 30.04.2018, 13:28

Der Saal ist ausverkauft gewesen gestern zum Benefizkonzert auf Schloss Crossen. Erstmals nach 25 Jahren ist im für seine Illusionsmalerei berühmten Festsaal wieder ein Konzert erklungen mit Musik von Mozart ...

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Der Saal ist ausverkauft gewesen gestern zum Benefizkonzert auf Schloss Crossen. Erstmals nach 25 Jahren ist im für seine Illusionsmalerei berühmten Festsaal wieder ein Konzert erklungen mit Musik von Mozart und Benjamin Britten. Gestaltet wurde es von Studenten und Pädagogen der Musikhochschule Leipzig und den Stadtpfeifern von Bad Köstritz. Das 1. Schloss- und Barockfest / Musikfestival auf Schloss Crossen findet vom 17. bis 19 August statt.

Foto: Angelika Munteanu
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Ein kurzer Ausschnitt aus dem 1. Konzert auf dem Barocksaal

Beitragvon jhmatz » 01.05.2018, 19:39

Gerhard Fischer hat Videoaufnahmen vom 1. Konzert seit 25 Jahren auf den Barocksaals des Schloßes gemacht.
Bis er das Video fertig hat, werden sicher noch ein paar Tage vergehen.

Hier deshalb ein paar Splitter eines anderen Videos.

Bitte auf den folgenden Link klicken.

(Am besten mit rechter Maustaste und "öffnen im neuen Fenster" wählen.)

http://www.crossen.de/bilder_fuer_forum/2018/schlosskonzert1.mp4
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Bad Köstritz muss die Immobilie wieder verkaufen

Beitragvon jhmatz » 22.05.2018, 07:29

Nachgehakt Scheitern der Gebietsreform zwingt die Stadt zum Handeln – In Crossen ist der Umgang damit Thema im nächsten Gemeinderat

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Wird wieder verkauft: Weil die Gebietsreform vorerst vom Tisch ist, muss die Stadt Bad Köstritz das Schloss Crossen wieder verkaufen. Foto: Peter Michaelis

Crossen/Bad Köstritz. Das Crossener Schloss soll noch in diesem Jahr wieder den Besitzer wechseln. Das bestätigte Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Linke) gegenüber unserer Zeitung. Schuld ist letztlich das Aus für die Gebietsreform, wie der Bad Köstritzer Bürgermeister Dietrich Heiland (CDU) am Freitag sagte. Im Glauben an ein Zusammengehen hatten Bad Köstritz und die Gemeinde Crossen vereinbart, dass die Stadt das Schloss erwirbt, um fragwürdigen Interessenten aus rechtsextremen Kreisen zuvorzukommen.

Möglich war das nur mit Blick auf ein geplantes Zusammengehen der beiden Gemeinden, denn eigentlich darf eine Gemeinde keine Liegenschaften anderswo besitzen. Die Kommunalaufsicht habe das nur geduldet mit Blick auf die damals erwartete Fusion der beiden Orte. Die sei nun aber vorerst vom Tisch. Auch den Bad Köstritzern könne man nun nicht mehr plausibel erklären, warum auf ihre Kosten das Schloss gekauft wurde.

Also muss man sich in Crossen nun Gedanken machen. Eine Sitzung des Gemeinderates hat es bereits gegeben – hinter verschlossenen Türen. Am kommenden Donnerstag steht die nächste Gemeinderatssitzung an. Auch dort steht das Thema auf der Tagesordnung.

Dass sich ein privater Investor findet, davon geht man aktuell in Crossen und Bad Köstritz offenbar nicht aus. Jahrelang sei nach ihm gesucht worden – ohne Erfolg. Dennoch, eine Auktion sieht man nur als letzte Möglichkeit. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sei informiert. Er hatte dem Schloss vor einigen Wochen einen Besuch abgestattet. Wahrscheinlich ist, dass der Freistaat an einer Lösung mitwirken wird. Wie das im Detail aussieht, ist bisher nicht klar.

Heiland aber sieht eine Verantwortung der öffentlichen Hand. Man sei verärgert, dass die Kooperation der Gemeinden rund um das Schloss ganz umsonst erfolgt sei.

Gemeinderat: Donnerstag, 24. Mai, 19 Uhr, Klubhaus Crossen


OTZ Florian Girwert / 19.05.18
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Schloss Reinhardsbrunn wird 30 Millionen Euro kosten

Beitragvon jhmatz » 03.07.2018, 11:05

Eine Enteignung steht unmittelbar bevor. Für die Sofortsicherung sind bereits 1,5 Millionen Euro eingeplant. Ramelow: Das Anwesen soll für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

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Das Kavalierhaus von Schloss Reinhardsbrunn in Friedrichroda. Foto: Marco Kneise

Reinhardsbrunn/Weimar. Der Bescheid ist auf dem Weg: Anfang Juli soll die Enteignung von Schloss Reinhardsbrunn durch das Landesverwaltungsamt beim Land Thüringen vorliegen. Beantragt hat dies das Kabinett 2016.

Nach einer Einspruchsfrist kann das Land voraussichtlich im Spätsommer über die Liegenschaft verfügen. Schon jetzt ist klar, dass viel Geld investiert werden muss, wenn das marode Schloss dem Freistaat zufällt. Allein zur Notsicherung wurden bereits 1,5 Millionen Euro eingestellt. Die Wiederherstellung des Anwesens könnte schätzungsweise mindestens 20 bis 30 Millionen Euro kosten.


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Das Schloss im Juni 2018. Foto: Gerlinde Sommer Das Schloss im Juni 2018. Foto: Gerlinde Sommer

Es muss davon ausgegangen werden, dass es einer Dekade bedarf, ehe das Schloss wieder nutzbar sein wird. Für Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist klar, dass das Anwesen künftig der Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Die Nutzungsart sei vorerst noch offen.

Die Bedeutung des Areals, auf dem das mittlerweile in einem bedauernswerten Zustand befindliche Schloss steht, reicht bis in die Zeit zu Beginn des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung zurück.

Damals siedelten sich in Reinhardsbrunn Mönche an; mit der Reformation war das vorbei. Später gehörte das Anwesen dem heimischen Adel; Johann Wolfgang von Goethe war ebenso Gast wie die 15-jährige Victoria, die später Queen werden und ihren Gothaer Vetter heiraten sollte.

Von den Nazis wurde Beutegut nach Reinhardsbrunn geschafft; die DDR richtete ein Devisenhotel ein. Mit dem Hotelbetrieb ging es in den 1990er Jahren bergab. Nach dem letzten Verkauf wurde die Liegenschaft zum Dornröschenschloss. Bereits unter Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) gab es Bestrebungen, Reinhardsbrunn zurückzuholen. Unter Rot-Rot-Grün steht dieser Schritt nun unmittelbar bevor.

Zwischen Hoffen und Bangen

Über alles wächst Gras. Und doch gibt es in dem Park rund um das marode Anwesen in Reinhardsbrunn gemähte Wege. Das ist dem Förderverein Schloss und Park Reinhardsbrunn zu verdanken. 2011 haben sich Menschen zusammengefunden, die nicht länger hinnehmen wollten, was da mit dem einstigen Anziehungspunkt am Rande von Friedrichroda (Kreis Gotha) passiert. Schon zuvor war die Negativentwicklung dieses kulturhistorisch so wichtigen Ortes einigen Personen aus der Region Anlass zum Engagement. Seit der Hotelbetrieb auf dem Areal eingestellt worden war, gab es Anlass zur Sorge. Der jetzige Eigentümer ließ das Anwesen verkommen.


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So sieht der Ahnensaal derzeit aus. Foto: Gerlinde Sommer So sieht der Ahnensaal derzeit aus. Foto: Gerlinde Sommer

Die Menschen, die sich ehrenamtlich für Park und Schloss engagieren, mähen nicht nur Wege und machen Subbotnik im Park; sie laden auch zu Führungen ein: Von April bis Oktober, jeweils mittwochs, samstags, sonntags und an Feiertagen in Thüringen geht es um 15 Uhr los. Treffpunkt ist am Eingang Kavaliershaus. Zudem bereiten sie für Mitte August ein Fest im Park vor. Und anders als in anderen Jahren, in denen vor allem die Trauer vorherrschte über den zunehmenden Verfall, dürfte diesmal ein wichtiger Etappensieg gefeiert werden: Es ist zu erwarten, dass Anfang Juli bereits der Bescheid des Landesverwaltungsamtes bei der Landesregierung vorliegen wird, der für die Enteignung von Schloss Reinhardsbrunn maßgeblich ist.

Die Idee, dass das Haus vom jetzigen Eigentümer auf diesem Wege zurückgeholt werden sollte, gibt es schon lange. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) betont, dass er dieses Vorhaben sozusagen von seiner Vorgängerin, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), übernommen habe. Das rot-rot-grüne Kabinett beschloss vor mittlerweile fast zwei Jahren die Enteignung. Zwei Jahre Vorbereitung waren diesem Beschluss vorausgegangen. Der Enteignungsversuch gilt als deutschlandweit beispielloser Vorgang, wie seinerzeit Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) als zuständiger Staatskanzlei- und Kulturminister betonte.

Hintergrund des angestrebten Eigentumsentzugs: Die denkmalschutzrechtlichen Verpflichtungen wurden nie erfüllt. Schon in den Vorjahren war es notwendig geworden, dass das Land mehrfach Geld in fünfstelliger Höhe in Notsicherungsmaßnahmen stecken musste. Wenn jetzt das Land die Liegenschaft erhalten wird, werden Millionen nötig: 1,5 Millionen Euro allein für Notsicherung, dann voraussichtlich 20 bis 30 Millionen Euro für die Wiederherstellung und Nutzbarmachung.

Holger Reinhardt, Fachbereichsleiter im Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege, hatte jüngst sogar von 40 Millionen Euro gesprochen, die nötig seien.

Ausgeschlachtetes Haus wirkt wie ein Kadaver

Das Betreten des Schlosses ist keinem anzuraten, denn es besteht Gefahr für Leib und Leben in dem Haus, das wie ein Kadaver wirkt, weil es derart ausgeschlachtet ist. Vor der Begegnung muss nicht nur deshalb gewarnt werden, weil heimliche Besucher durch die maroden Böden brechen könnten. Nein, das Haus zieht offenbar auch finstere Gestalten an, die dort wohl nicht nur Schabernack treiben. So hängt in einem Raum ein zu einer Schlinge gebundenes Elektrokabel von der Decke. Und eine Bierflasche mit abgeschlagenem Kopf, die auf dem Boden steht, trägt das Motto: Einer für alle, alle für einen. Die, die das gesehen haben, wollen sich gar nicht ausmalen, was sich da abgespielt haben mag.


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Im Schloss besteht Gefahr für Leib und Leben. Foto: Gerlinde Sommer Im Schloss besteht Gefahr für Leib und Leben. Foto: Gerlinde Sommer

Der Ahnensaal, in dem einst Ministerpräsident Josef Duchac (CDU) kurz nach der Wiedergründung Thüringens Anfang der 1990er-Jahre die Ostministerpräsidenten zu einer Tagung empfing, gibt ein Jammerbild ab. Zwar schauen die dort ins Gewölbe gemalten thüringischen Herrscher aus sechs Jahrhunderten am Orte noch immer von oben auf den Raum. Doch die Spiegel sind so schadhaft wie Boden und Wände. Ein Bild des Jammers. Einer Ruine gleicht die Kirche.

Einst wurde sie so erbaut, dass das Licht von oben einfallen könnte. Was nun mit Tageslicht beleuchtet wird, ist eine Mischung aus Müll und Steinen. Und doch ist die Schönheit dieses Raumes noch zu erahnen. Die Kirche strahlt trotz des desolaten Zustandes Erhabenheit aus.

Aus Zeiten, als die DDR dort Devisenzahler unterbrachte, sind Fliesen in Gelb, Schwarz-Blau und Crash-Lila erhalten. Die Einteilung der Räume zeigt: Wer hier ein Seminarhaus, einen Tagungsort oder was auch immer einrichten will, wird viel Geld in die Hand nehmen müssen. Ministerpräsident Bodo Ramelow sagt, noch sei es zu früh, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie die vielen Millionen zu mobilisieren seien. „Wenn es einen soliden und solventen Partner gäbe: Warum nicht? Aber wir werden nicht krampfhaft nach irgendwem suchen“, macht er deutlich.

„Das Schloss muss einen Wert für die Menschen haben.“

Dass ein privates Engagement zu einem guten Ergebnis führen kann, zeigt sich für Ramelow bei der Ordensburg Liebstedt (Weimarer Land). Die dortigen Investoren hatten bereits in Thüringen deutlich gemacht, was sie zu leisten vermögen, hebt er hervor.


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Die Schlosskirche strahlt noch immer Eleganz aus. Foto: Gerlinde Sommer Die Schlosskirche strahlt noch immer Eleganz aus. Foto: Gerlinde Sommer

Wirklich in die Planung einsteigen kann das Land erst, wenn die Enteignung, die Thüringen beantragt hat, gerichtsfest ist. „Wir können mit den hinterlegten 1,5 Millionen Euro sofort den weiteren Verfall stoppen“, stellt Ramelow in Aussicht. Dann müsse „alles dokumentiert“ werden – und eine „umfassende Planung entstehen. Parallel dazu haben wir eine Arbeitsgruppe beauftragt, nach Ideen zu suchen, damit wir über ein Nutzungskonzept beim Schloss Reinhardsbrunn reden können“, macht der Ministerpräsident deutlich. „Erst muss das Kulturdenkmal gerettet werden“, hebt er hervor – und verweist mit Blick auf eine Nutzung darauf, dass „das Objekt leben muss“.

Daher sei es wichtig, dass Reinhardsbrunn künftig für die Bevölkerung zugänglich sei — und zwar nicht nur zu Parkführungen. „Schloss Reinhardsbrunn muss über den kulturellen Wert hinaus auch einen Wert für die Menschen haben“, sagt Ramelow zu dem, was er den „zweiten Schritt des Auftrages“ nennt.

Dass es nicht einfach ist, ein Schloss zu revitalisieren, hat sich für Ramelow bei Friedrichswerth (ebenfalls im Kreis Gotha gelegen) gezeigt: „Ich habe in drei Jahren so viele Anstöße unternommen, um ein Nutzungskonzept zu entwickeln und wieder Partner zu finden – doch es ist nicht gelungen. Nun plant ein Privater öffentliche Nutzung. Und es muss sich zeigen, ob das tragfähig ist“, gibt er zu bedenken. „Die gleiche Frage“ stelle sich bei Schloss Crossen mit Blick darauf, wie die Gemeinden die weitere Entwicklung vorantreiben können. Ramelow spricht zudem von einer „Reihe weiterer Sorgenkinder“, was bei ihm zu dem Schluss führt: „Wir müssen mit unserem kulturellen Erbe so umgehen, dass wir nicht nur statisch erhalten, sondern es auch lebendig in die nächsten Jahrzehnte bringen.“

Großes Lob zollt Ramelow den Menschen, die sich um den Park kümmern. „Es sind diese Menschen, die es durch ihr Engagement immer wieder erst ermöglichen, dass diese Areale im Bewusstsein der Bevölkerung und damit im Bewusstsein der Regierenden blieben“, sagt Ministerpräsident Ramelow.

Zur Sache: Tausendjährige Geschichte:

1085 Ludwig der Springer gründet das Benediktinerkloster Reinhardsbrunn
1092 Gründung urkundlich anerkannt
1140 Ludwig I. erhält seine Ruhestätte
1330 Herzog Friedrich der Ernsthafte (1310 – 1349) lädt zur Fürstenversammlung
1525 Die Mönche werden davongejagt
1601 Das Amtshaus wird errichtet
1607 Die „Ahnenherrin der Ernestiner“, Dorothea Maria (1562 – 1602), flieht vor der Pest aus Weimar nach Reinhardsbrunn
1782 Johann Wolfgang von Goethe ist Gast, Besuch der Marienglashöhle
1832 Schlosshauptgebäude fertiggestellt, zunehmend Fremdenverkehr
1834 Viktoria (1810 – 1901), später Königin von Großbritannien, besucht als ­15-jährige Prinzessin die Region
1840 heiratet der Sohn von Herzog Ernst I., Prinz Albert (1819 – 1861), Queen Victoria
1855 Neubau der Kirche
1876 Im Ahnensaal malt Professor Schneider aus Gotha die 32 Landgrafenbilder in Öltechnik
1896 Die Eisenbahnstrecke wird an Reinhardsbrunn vorbei nach Friedrichroda weitergeführt
1907 Gründung des Vereins für die Erhaltung der Volkstrachten im Herzogtum Gotha
1918 Rücktritt des letzten Herzogs von Sachsen-Coburg und Gotha
1929 Thüringerwaldbahn fährt erstmals vom Gothaer Bahnhof bis nach Tabarz
1935/1943 Im Rahmen der Geheimen Kommandosache „Olga“ wird auch Schloss Reinhardsbrunn als mögliches Führerhauptquartier vorgesehen
Februar 1945 Anmietung durch die Reichskanzlei, 126 Kisten Beutegut kommen an
1947 Landesfeuerwehrschule zieht ein
1953 Schloss wird als Hotel des „VEB Reisebüro“ der DDR wichtiger Devisenbringer
1957 Defa dreht „Rapunzel“; immer beliebtere Urlauber-Region
1991 Kavaliershaus nach Umbau eröffnet
­1992 Ressort-Hotel-Gesellschaft kauft Treuhand das Schloss ab
1993 Parkhotel wegen erheblicher Baumängel geschlossen; Rekonstruktion zu teuer
2001 Hotelbetrieb wird eingestellt – Rückübertragung an das Haus Sachsen-Coburg-Gotha kommt nicht zustande
2004 Verkauf an eine einst in Thüringen ansässige Firma; GmbH im Besitz einer weißrussischen Familie – zehn Millionen Schulden- und Hypothekenlast
2011 Förderverein Schloss und Park Reinhardsbrunn entsteht
August 2016 Thüringer Kabinett beschließt Enteignung von Schloss Reinhardsbrunn
2018 Landesverwaltungsamt ist am Zug: Bescheid zur Enteignung soll Anfang Juli ausgestellt werden

TA Gerlinde Sommer / 30.06.18
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Kulturminister Hoff hat neue Strategie für Thüringens Schlös

Beitragvon jhmatz » 18.07.2018, 21:40

Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) äußert sich im Gespräch mit unserer Zeitung über die gewonnenen Lehren aus dem Drama um das Schloss Reinhardsbrunn, eine Thüringer Schlösserstiftung 2.0 und das geplante Landesmuseum.

Bild
Der Thüringer Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) plant bereits kulturpolitische Aufgaben für eine mögliche zweite Amtszeit. Foto: Alexander Volkmann

Herr Minister Hoff, Glückwunsch zum neuen Schloss! Wie groß ist die Gefahr, dass das Land auf Reinhardsbrunn sitzen bleiben wird?

Wenn wir keine Verantwortung für Reinhardsbrunn übernehmen wollten, hätten wir uns nicht die Mühe machen müssen, die erste denkmalschutzrechtliche Enteignung in Deutschland vorzunehmen. – Jetzt geht es um eine Perspektive für Reinhardsbrunn. Die wird aber nicht heute oder morgen gefunden werden. Es ist auch nicht auszuschließen, dass der bisherige Eigentümer Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegt.

Wie lautet derweil Ihr Fahrplan?
Wir haben im Haushalt 1,9 Millionen Euro eingestellt für Sicherungsmaßnahmen, die der bisherige Eigentümer versäumte – damit der weitere Verfall gestoppt wird. Darüber hinaus wollen wir öffentliche, aber auch private Partner finden, die mit uns sowohl eine Konzeption für das Schloss und den Park entwickeln als auch umsetzen. Ich hätte mir gewünscht, dass wir in der entsprechenden Arbeitsgruppe bereits mehr Ergebnisse hätten. Aber private Akteure, die grundsätzlich Interesse haben, wollten erst mitreden, wenn klar ist, mit wem: mit dem Land, das dem Eigentümer entgegensteht oder das als Eigentümer handeln kann. – Das Schloss in der heutigen Form wurde 1826/27 errichtet. Ich möchte, dass wir auf das 200. Jubiläum hinarbeiten. Das ist doch ein schönes Projekt für die zweite Regierungszeit von Rot-Rot-Grün: eine Perspektive für Schloss und Park Reinhardsbrunn ab 2026/27, mit einem Betreiberkonzept, das die Region mitnimmt.

Können Sie denn ausschließen, dass sich letztlich die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten Reinhardsbrunn annehmen muss?
Nichts ist ausgeschlossen. Das sage ich ganz bewusst, denn wir müssen ohnehin über die Funktion, die Leistungsfähigkeit und die finanzielle Ausstattung der Stiftung reden.

Inwiefern?
Nach bald 25 Jahren Existenz der Stiftung plädiere ich dafür, sie nach dem Vorbild anderer Länder, Bayern etwa, weiterzuentwickeln. Dafür muss man sie entsprechend finanziell ausstatten. Ich würde mir wünschen, dass sie die für Thüringen prägenden Residenzschlösser verwaltet.
Schloss Elisabethenburg zum Beispiel war mal dafür vorgesehen, gehört aber derzeit zur Kulturstiftung Meiningen-Eisenach. Auf der ursprünglichen Planungsliste stand einst auch das kommunal verwaltete Residenzschloss Altenburg.
Außerdem haben private Akteure, die sich für Herrenhäuser, Schlösser oder Burgen interessieren, bislang verschiedene Ansprechpartner: die Schlösserstiftung, das Landesamt für Denkmalschutz, die Landesentwicklungsgesellschaft, das Thüringer Liegenschaftsmanagement. Ich hätte für sie gerne das „One-Face-to-the-Customer“-Prinzip. Die Schlösserstiftung könnte für dieses spezifische Segment unserer Kulturdenkmäler der Ansprechpartner sein, in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt.

Sie setzen auf mehr Privatisierung?
Eben nicht. Ich möchte die landeseigene Schlösserstiftung profilieren und dafür sorgen, dass unsere prägenden Kulturdenkmäler sowohl erhalten bleiben als auch Funktionen erhalten, die nicht allein öffentlich finanzierte kulturelle Aufgaben umfassen können. Wir haben mehr als 200 Schlösser, Burgen, Herrenhäuser. Viele davon suchen Eigentümer. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase sucht das Kapital nach Anlagemöglichkeiten. Warum sollen wir als Schlösser- und Burgenland dafür keine Angebote unterbreiten?
Gleichzeitig will nicht jeder, der Eigentümer eines Schlosses werden will, auch dessen Betrieb gewährleisten. Es gibt andererseits gute Ideen, die nicht zum Tragen kommen, weil die Betreffenden sich das Eigentum nicht leisten können oder wollen. Diese potenziellen Eigentümer und Betreiber mit Ideen will ich zusammenbringen. Dies bedeutet aber, auf Immobilienmessen vertreten zu sein und nicht nur für ein Schloss, sondern für Schlösser und Burgen und unsere Tourismusdestination Thüringen zu werben. Kurzum: Ganzheitlich denken und handeln.

Haben Sie Konkretes vor Augen?
Ein spontanes Beispiel: Schloss Wilhelmsthal ist eine schlummernde Perle! Ich kann es mir durchaus als ein Internat wie Salem vorstellen. Das würde bedeuten, dass Wilhelmsthal zwar bei der Schlösserstiftung bleibt, der Betrieb aber über einen langfristigen Erbbaupachtvertrag geregelt wird. Der Park und historische Teile würden öffentlich zugänglich bleiben. Aber die leer stehenden und mühsam geschützten Gebäude würden sinnvoll mit Leben gefüllt
Ein weiteres Beispiel: Es gibt international erfolgreiche Konzepte für Schlösser der Größenordnung Crossen oder Hummelshain, in denen etwa Ferienwohnungen dafür sorgen, dass der Bestand erhalten wird, es eine Kommunikation mit dem Ort gibt und gleichzeitig nicht überall alles saniert werden muss. Das alles gehört in eine Entwicklungsstrategie der Schlösserstiftung 2.0.

Und Sie entwickeln diese gerade?
Das geht nur mit der Stiftung gemeinsam. Direktorin Doris Fischer ist ein Jahr im Amt. Sie hat sich mit der Einrichtung vertraut gemacht und ebenfalls strategische Konzeptionen erarbeitet. Nun müssen wir ihr die Ideen auf Umsetzbarkeit prüfen, die finanziellen Konsequenzen mit der Finanzministerin auf Plausibilität prüfen, um sie in die mittelfristige Finanzplanung einzupassen und dann öffentlich zur Diskussion stellen. Das sehe ich als eine der wesentlichen kulturpolitischen Aufgaben der nächsten Wahlperiode an. Ich will aber ehrlich sein: Frau Dr. Fischer ist als Denkmalschützerin durchaus noch nicht von jeder meiner Ideen überzeugt. Deshalb wollen wir uns die Zeit nehmen, das zu erörtern und uns gegenseitig zu überzeugen.

Wilhelmsthal gehört zur Schlösserstiftung, das wenige Kilometer entfernte Eisenacher Stadtschloss nicht. Ein Missverhältnis?
Aus meiner Sicht ja. Deshalb möchte ich das behutsam diskutieren. Denn die Bürger reagieren sehr sensibel darauf, was mit ‚„ihrem Schloss‘“ passiert. Aber ich will nicht mehr darauf warten, dass irgendwann mal irgend ein Glücksritter zu uns kommt und ein Schloss haben will. So etwas führte zum Drama von Reinhardsbrunn.

Die 60 Millionen Euro, die Sie mit dem Bund in die Sanierung von Schloss Friedenstein stecken wollen, verfallen gerade im Wert.
Wir müssen damit leben, dass Inflation und Preissteigerungen im Baugewerbe stärker sind als der tendenziellen Fall der Profitrate. Aber wir sollten nun nicht so tun, als seien von 60 nur noch sechs Millionen Euro an Wert übrig. Bundesweit können viele öffentliche Bauaufträge nicht vergeben werden, weil die Bauunternehmen nicht mehr wissen, wie sie die vielen Aufträge abarbeiten sollen.

Herr Paulus, Frau Fischers Vorgänger, erklärte, auf Friedenstein gehe es 2016 los . War das lebensfremd?

Lebensfremd sicher nicht. Aber vielleicht etwas zu optimistisch.

Es gibt aber keine Versäumnisse?

Wer den Wirtschaftsteil der Zeitung liest, liest von einer überhitzten Bauwirtschaft. Das hat doch Konsequenzen! Ich freue ich mich insofern über jede öffentliche Baumaßnahme, die im Plan ist. In dem, was machbar ist, sind wir sehr, sehr gut.

Was heißt das für ein noch sehr theoretisches Landesmuseum auf Erfurts Petersberg? Wäre eine Fertigstellung zum Ende der nächsten Legislatur auch zu optimistisch?
Sie wäre auf jeden Fall schön. Sollten wir zur Entscheidung kommen, dort ein archäologisches Landesmuseum zu errichten, ist eine Vielzahl von Fragen zu klären. Eine beträfe die bauliche Maßnahme. Eine zweite ist inhaltlich: dass wir nicht nur formal ein Landesmuseum haben, wie bislang, sondern es faktisch neu gründen. Ich bin da aber sehr vorsichtig. Diese Diskussion müssen wir unter anderem mit der Stadtgesellschaft in Weimar führen. Das historische Gedächtnis, bezogen auf die archäologischen Sammlungen im Museum für Ur- und Frühgeschichte, und die Verantwortung, die wir als Land haben, müssten in Ausgleich gebracht werden. Der neue OB Peter Kleine erwartet, dass mit ihm gesprochen wird, bevor irgendeine Entscheidung getroffen wird. Das halte ich für berechtigt, dem trage ich Rechnung.

Der Ministerpräsident hat ohnehin eine Bestandsgarantie für das abgegeben, was das Museum bislang in Weimar sichtbar machen konnte.
Und das ist eine gute Grundlage für Gespräche, die wir mit der Stadt in einem solchen Fall zu führen hätten.

Wenn Sie sich in einer nächsten Legislatur entscheiden müssten, Chef der Staatskanzlei oder Kulturminister zu bleiben: was würden Sie wählen?
Ministerpräsident Bodo Ramelow hat eine sehr gute Entscheidung getroffen, als er die Kultur in die Staatskanzlei holte. Und ich gehe davon aus, dass der nächste Ministerpräsident Bodo Ramelow daran nichts ändern wird.

Auf dem Höhepunkt der Theaterdebatte sagten Sie, den überwiegenden Teil Ihrer Arbeitszeit bestreiten Sie als Kulturminister. Wie das bis zum Ende der Legislatur so bleiben?
Die Hauptaufgabe eines Chefs der Staatskanzlei besteht ja darin, dass eine Regierung eine weitgehend reibungslose Arbeit machen kann. Diese Koordinationsaufgabe wird mir dadurch erleichtert, dass die Koalition sehr gut miteinander arbeitet. Insofern habe ich viel Gelegenheit, mich auf die Kultur konzentrieren zu können.

Was auch bedeutet, dass Sie jetzt bereits kulturpolitische Strategien für eine mögliche zweite Amtszeit entwickeln?
Natürlich denken wir in wesentlichen Punkten bereits darüber nach, was in einer nächsten Wahlperiode anstehen wird. An der Stiftung Schlösser und Gärten habe ich das exemplifiziert. Wir kommen dann aber auch in den zweiten Teil der Theaterverträge und in deren Evaluation. Das wird uns natürlich berühren. Uns wird auch berühren, dass wir mit Tarifabschlüssen von 2,5 Prozent gerechnet haben; sie sind derzeit aber höher.
Im Wahlkampf wird uns die Frage beschäftigen, warum wir eigentlich für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst die Tarifanpassungen ganz selbstverständlich in die Etats der Ressorts einstellen, nicht aber dort, wo wir uns als Land an Kulturinstitutionen beteiligen. Dort tun wir immer so, als würden die Einrichtungen teurer werden. Theater und Orchester werden aber nicht teurer, die haben einfach logische Tariferhöhungen. Wenn man diese in die Haushaltsplanungen einstellen würde, müsste man weniger verhandeln. Das kann man auch relativ einfach verändern. Der Bund tut das bereits, Baden-Württemberg tut es. Ich wünsche mir das auch für Thüringen.

Warum ist das bisher nicht gelungen?
Weil diese Denkart nicht nur für Thüringen, sondern auch für die Länder noch völlig untypisch ist. Ich werbe dafür, dass sie normal wird. Das heißt aber, dass auch die Kommunen die entsprechenden Mittel einplanen müssen. Das war bislang nicht vorgesehen. Für Natur- und Grünflächenämter hat man es gemacht, aber nicht für die Beschäftigten an kommunalen Kulturbetrieben. Ich sehe diese Einrichtungen als „Kulturstadtwerke“ – so sollten wir sie behandeln.

Sagen Sie genau das auch einem Intendanten wie Steffen Mensching in Rudolstadt, der 20 Prozent unter Tarif zahlen muss, durch die Kooperationen mit Nordhausen und Eisenach auf Verschleiß fährt und keine attraktiven Stellen für Fachkräfte anbieten kann? Vertrösten Sie Ihn also auf die Zeit nach der Wahl?
Nein, ich bin mit ihm in ständigem Austausch. Er formuliert sehr prononciert ein sehr grundsätzliches Problem: die Tariflücke im Theater nämlich. Wir haben von vornherein gesagt, das wird eine Aufgabe bei der Evaluation der Verträge 2021 bleiben. Aber wir suchen auch jetzt schon mit diesen Verträgen immer wieder nach Gegensteuerungsmöglichkeiten. Eine 20-Prozent-Anpassung macht man aber nicht von heute auf morgen. Und die Kommunen müssen mitziehen. Bei den Kooperationen haben wir möglicherweise zu optimistisch geplant. Aber dafür machen wir ja die Evaluation, nach ein paar Jahren Erfahrung.

OTZ Michael Helbing / 18.07.18
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Arbeitseinsatz auf Schloss Crossen

Beitragvon jhmatz » 07.08.2018, 11:11

Crossen. Der Verein „Freunde und Förderer des Schlosses Crossen“ bittet am Sonnabendvormittag Mitglieder und Bürger zu einem erneuten Arbeitseinsatz auf das Schlossgelände.
Nicht zuletzt mit Blick auf die Doppelveranstaltung am 17. und 18. August sollen Schlosshof, Barocksaal und einige Gänge gesäubert werden, sagte Uwe Berndt, Vereinsmitglied und Bürgermeister der Gemeinde Crossen.

Arbeitsbeginn auf dem Schloss wird um 9 Uhr sein. Samstag 11. August

Am 17. August wird das Stück „Goethe und die Frauen“ ab 18 Uhr zu sehen sein. Karten hierfür kosten 15 Euro.
Am 18. August kommen ab 15 Uhr zwei Chöre in den Barocksaal, der Eintritt kostet 8 Euro.

Kultur im Schloss Crossen am 17. August um 18 Uhr und am 18 August ab 15 Uhr

OTZ / 07.08.18
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Eine Chance für Schloss Crossen

Beitragvon jhmatz » 10.08.2018, 13:02

Thüringens Kulturminister auf Sommertour im Kleinod an der Weißen Elster. Hoff sieht Lösungsmodell.

Bild
Kulturminister Benjamin Immanuel Hoff (links) auf Sommertour zur Visite auf Schloss Crossen. Bürgermeister Uwe Berndt stellt den Festsaal des Schlosses vor, der berühmt ist für seine italienische Illusionsmalerei. Foto: Angelika Munteanu

Crossen/Bad Köstritz. Falsche Hoffnungen wollte der Thüringer Kulturminister und Chef der Staatskanzlei gestern in Crossen gar nicht erst wecken. „Ich komme nicht mit einem Koffer voller Gold“, sagte Benjamin Immanuel Hoff auf seiner Sommertour, die er am gestrigen Tag auf Schloss Crossen gestartet hatte.

Für das barocke Kleinod in Crossen eine Lösung zu finden, „ist ein Prozess“, erklärte Hoff nach dem kurzen Rundgang beim Innehalten im Festsaal. Der Anfang dieses Prozesses ist gemacht mit der Lösungsidee, die der Kulturminister gestern skizziert hat.

„Solange die Stadt Bad Köstritz als derzeitige Eigentümerin nicht kommunalrechtlich aufgefordert wird, das Schloss Crossen wieder zu veräußern, steht sie weiterhin als Kommune zur Finanzierung“, sagte Hoff nach Gesprächen mit dem Köstritzer Bürgermeister. Die Stadt Bad Köstritz hatte das Schloss im Vorjahr gekauft, bevor es möglicherweise von den irischen Vorbesitzern in einer Versteigerung an weitere Spekulanten oder politisch reaktionäre Kreise weitergegangen wäre. Das war noch während der Verhandlungen um eine Gebietsreform und ein etwaiges Zusammengehen von Crossen und Bad Köstritz.

Hoff: Keine Pflicht zum Verkauf des Schlosses

Die Gebietsreform ist vorerst Geschichte. Insofern herrscht derzeit eine „etwas verfahrene Situation“, stellte der Kulturminister fest. Die kommunalrechtliche Sicht auf das Eigentum, das sich im Saale-Holzland-Kreis befindet und der Stadt Bad Köstritz im Landkreis Greiz gehört, sei sehr unterschiedlich. Der Landrat des Saale-Holzland-Kreises sehe darin kein Problem, die Kreisverwaltung in Greiz sehe die Eigentumsfrage „eher restriktiv“.

Aber: „Aus Sicht des Landes und des Innenministeriums gibt es keine Verpflichtung für die Stadt Bad Köstritz, das Schloss zu verkaufen“, erklärte der Minister. Für Bad Köstritz müsse eine kommunalrechtlich sichere Position geschaffen werden. Zudem müsse die Finanzierungsform für die Stadt definiert werden. Gleichzeitig sei zu definieren, wie viel Aufwand in Form von Fördermitteln nötig ist für den Erhalt des Schlosses.

Und was tut das Land? Modell für einen Lösungsweg könnte sein, dass der Freistaat den Schlosskauf über einen Zeitraum von zehn oder zwölf Jahren refinanziert, so dass Bad Köstritz den Kaufpreis von 360 500 Euro zurückbezahlt bekommt, erläuterte der Minister. Die Gemeinde könnte das Schloss als Erbbaupächter übernehmen.

„Der Plan ist noch nicht unterschrieben“, schränkte er jedoch ein. „Das ist noch im Gespräch. Es müssen zwei Landkreise mitspielen – einer ist gut dabei und in der Debatte gibt es auch parteiübergreifend Einigkeit.“ Mit der Finanzministerin Heike Taubert (SPD) habe er gesprochen, erklärte der Kulturminister. Sie würde das Vorhaben unterstützen, „auch in der finanziellen Lösung“. Hoff ist sich aber sicher, dass das Modellvorhaben noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg gebracht werden kann.

Der zweite Schritt ist die Sicherung des Schlosses. „Die Sanierung ist der Traumfall, aber wir müssen realistisch herangehen. Vor der Sanierung gibt es noch viele Stufen“, erklärte Hoff. Dafür sei es notwendig, nach Fördermöglichkeiten und nach Verfahrenswegen zu suchen. Der Minister setzt dabei auch auf die Unterstützung der Landespolitiker und der Bundespolitiker aus Ostthüringen.

Für die Thüringer Schlösserstiftung 2.0, die Hoff sich für die nächste Wahlperiode zur Aufgabe gemacht hat, wäre künftig auch das Schloss Crossen ein Thema. Ziel des Ministers ist es, dass die Thüringer Schlösser, Burgen und Herrenhäuser künftig unter einem Dach und mit einem Ansprechpartner – der Stiftung – vermarktet werden. Für die Suche nach neuen Eigentümern oder Investoren brauche es auch ein anderes Vermarkten, etwa einen Katalog für die Immobilienmesse Expo Real als ein „Bündel von Geschichte und Objekten in Thüringen“. Anlagemöglichkeiten seien aber nicht zugleich Betreiberkonzepte. Notwendig seien deshalb die Verpflichtung eines Investores zum Denkmalerhalt, zur öffentlichen Zugängigkeit der Objekte, etwa des Festsaals im Schloss Crossen, sowie die Verlässlichkeit einer dauerhaften Investition, so der Minister.

„Wir sind schon ein kleines Stückchen weiter“, resümierte Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Linke) den gestrigen Besuch des Kulturministers auf dem Schloss. Für ihn ist es wichtig, dass die möglichen Fördermittel pünktlich kommen, damit die begonnenen Sicherungsarbeiten fortgesetzt werden können. Berndt ist froh, dass das Thema Schloss „parteiübergreifend forciert wird“.

Der Landtagsabgeordnete Mario Voigt (CDU) sicherte gestern beim Schlossrundgang des Ministers – auch im Namen seines Landtagskollegen von den Linken Mike Huster – zu: „Uns liegt das Schloss Crossen gemeinsam am Herzen.“ Gemeinsam wolle man erreichen, dass die Fragen von Eigentum, Sanierung und Nutzung für die Zukunft geklärt werden.

OTZ - Angelika Munteanu / 10.08.18


Zur Historie des Schlosses Crossen


In der Zeit zwischen 1701 und 1712 wurde der Vorgänger des heutigen Schlosses Crossen, außer dem alten, noch bestehenden Bergfried, abgebrochen und ein neues Schloss im Stil des Barock erbaut mit dem Festsaal, der mit seiner Illusionsmalerei überregional als Meisterwerk des Barock gilt.

Zur DDR-Zeit war das Schloss Lehrerbildungsinstitut.

Von 1990 bis 2007 war der Freistaat Thüringen Eigentümer. Das Dach, die Heizung, der Bergfried und Nebengebäude wurden saniert.

Von 2007 bis 2017 war es im Eigentum zweier Iren, die es ersteigerten.

Seit 2017 im Eigentum der Stadt Bad Köstritz.

OTZ / 10.08.18
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