Rot/Rot/Grün haben Mindestzahlen für Schulen festgelegt

Dieser Teil des Forums ist für allgemeine Diskussionen rund um Crossen gedacht.

Rot/Rot/Grün haben Mindestzahlen für Schulen festgelegt

Beitragvon jhmatz » 08.05.2018, 15:45

Angst um die Schulen im Kreis im Saale-Holzland

Angst um die Schulen im Kreis: Pläne zu Mindest-Schülerzahlen führen zu Unruhe im Saale-Holzland-Kreis.

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Die Regelschule Crossen. Foto: Girwert

Eisenberg. Ist es möglich, dass die Schullandschaft im Saale-Holzland-Kreis bald ausgedünnt wird? Wenn man auf den Plan „Zukunft Schule“ des Thüringer Bildungsministeriums blickt, über den unsere Zeitung am Sonnabend und am Dienstag berichtet hat, dann besteht diese Möglichkeit.

242 Schüler soll eine Regelschule mindestens haben, eine Grundschule im ländlichen Raum wenigstens 80 Schüler, eine Gemeinschaftsschule mindestens 264 – so sieht es der Plan vor. Das Modell wäre daher im Vorteil, wenn man berücksichtigt, dass hier in der Regel mehr Jahrgänge unterrichtet werden als an einer Regelschule. Einzelne Schulen würde das treffen: Die Regelschulen in Schkölen oder Crossen gehören zu denen, die die gesetzten Marken reißen. Zudem gibt es hier Klassenstufen, die die geforderte Zweizügigkeit nicht erfüllen. Dennoch: In der Regelschule Schkölen bleibt man ruhig: Sie entnehme dem Plan des Ministeriums, dass nicht „auf Teufel komm raus Schulen geschlossen werden sollen“, sondern der Landkreis darüber befinde, wie das Schulnetz künftig aussehen soll, so Schulleiterin Katja Hoppe.

Beim Landkreis ist man pikiert über den Informationsfluss: Weder seien Zahlen mit den Kreisen abgestimmt noch offiziell mitgeteilt worden. Respektvoller Umfang sehe anders aus, sagte Landrat Andreas Heller (CDU). Gegen Schulschließungen werde man sich zur Wehr setzen – auch um längere Schulwege zu vermeiden, die den Schülern schadeten und die Kosten für die Beförderung steigen ließen. Änderungen im Schulnetz, so der Erste Beigeordnete Dietmar Möller (FDP), könnten erst 2020 greifen. Jetzt Lehrer, Eltern oder Schüler in Panik zu versetzen, sei unnötig.

Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Linke) geht davon aus, dass vor allem bei der Grundschule im Ort davon auszugehen sei, dass die geforderten Schülerzahlen nicht unterschritten werden. Tatsächlich legten die Zahlen zu. Auch bei der Regelschule gebe es zum Standort in der Gemeinde keine sinnvolle Alternative. „In Königshofen oder Eisenberg wäre gar nicht genug Platz, Schüler vom Land unterzubringen.“

Ähnlich beurteilt Beate Neidhard, amtierende Schulleiterin am Hermsdorfer Holzland-Gymnasium, das Vorhaben des Ministeriums. Die ankündigten Mindest-Schülerzahlen für Gymnasien – hier sollen die Bildungseinrichtungen über mindestens 576 Schüler verfügen – seien nicht neu: „Aber man sollte zunächst erst einmal abwarten, wie das Konzept am Ende ausgestaltet ist“, sagte sie. Für den gymnasialen Standort in Hermsdorf spreche vor allem die Nähe zur Wirtschaft. Nicht zuletzt habe sich der Verein Tridelta Campus auf die Fahnen geschrieben, eine enge Kooperation mit dem Holzland-Gymnasium umzusetzen, um bei der Nachwuchsfindung für die Unternehmen in der Stadt eine engere Verzahnung zu erreichen. „Das kann nur gelingen, wenn der Schulstandort in der Stadt erhalten bleibt“, so Neidhard. Nicht zuletzt sieht sie für Hermsdorf und das Gymnasium beste infrastrukturelle Bedingungen, die auch durch eine Bahnanbindung unterstrichen würden. Kritisch sehe Neidhard, dass die Schulen oftmals zwischen Vorgaben des Landes und der Schulverwaltung stehen. Hier seien klare Regeln nötig.

„Von geplanten Mindestgrößen-Vorgaben für Schulen habe ich bis jetzt noch nichts gehört. Auch auf der Schulleiterdienstberatung in der vergangenen Woche war der Plan ‚Zukunft Schule‘ kein Thema“, sagt Steffi Xylander, die Leiterin des Johann-Heinrich-Pestalozzi-Gymnasiums in Stadtroda. „Ich weiß zwar, dass die Zahlen im Raum schweben. Ich denke aber, dass sie für den ländlichen Raum unrealistisch sind. Wir werden nicht plötzlich mehr Kinder aus dem Boden stampfen können. Sollte dieser Plan beschlossen werden, würden sich die Fahrtstrecken für viele Kinder deutlich erhöhen. Das ist jetzt schon schwierig. Bei unseren Schülern, die etwa aus den Tälerdörfern kommen, zieht sich das Thema durch den gesamten Schulalltag.“

Allerdings, sagt Xylander, leuchte ihr ein, dass „Schülerzahlen irgendwo festgelegt werden müssen“ und dass Wirtschaftlichkeit eine Rolle spielt. „Jedoch nicht für mich als Schulleiterin und Erzieherin. Ich sehe jedes einzelne Kind, dem wir auch im ländlichen Raum bestmögliche Bildungschancen geben möchten.“ Man dürfe jetzt nicht panisch reagieren, bleibe aber wachsam. „Noch ist nichts entschieden.“ Das Gymnasium hat derzeit 367 Schüler. 576 müssten es nach dem Plan der Landesregierung aber für ein Gymnasium sein.

Torsten Schwarz, der Leiter der „Tälerschule“ in Ottendorf, blickt nach Bekanntwerden der Zahlen verhalten optimistisch in die Zukunft. Mit 84 Grundschülern liege man knapp über dem vorgegebenen Grenzwert von 80 Schülern, für die nächsten sechs Jahre geht Schwarz davon aus, dass man die Vorgaben nicht unterschreiten werde. Kämen noch andere Kriterien hinzu, könnte auch eine Kooperation mit der Grundschule Tröbnitz ein Weg sein – zunächst bleibe es aber bei zwei Schulen.

In Schkölen erwartet man, beide Schulen zu behalten – doch die Regelschule erreicht die Mindestgröße nicht. „Wir werden sicher nicht nur abwarten, was passiert“, so Bürgermeister Matthias Darnstädt. Mit den Leitungen von Regel- und Grundschule will er das Gespräch suchen, wie der Schulstandort gesichert werden kann.

Die Grundschule „Kleine Europäer“ in Milda ist die einzige im Landkreis, die zur Zeit nicht auf 80 Schüler kommt. Es fehlen genau zwei. Zu klein also? Bürgermeister Albert Weiler (CDU) winkt ab. „Normalerweise hätten wir zwei erste Klassen eröffnen können, wenn der Kreis Weimarer Land mitgespielt hätte“, sagt er. Aus den Orten an der Grenze zum Saale-Holzland habe es Interesse gegeben, Kinder in die Mildaer Grundschule zu schicken. Doch der Nachbarkreis lehnte ab. Überhaupt empört es Weiler, dass die Landesregierung an den Mindest-Schülerzahlen festhält. „Es ist nicht akzeptabel, wenn man damit eine Grundschule kaputt macht.“ Er wolle für die „Kleinen Europäer“ kämpfen, die sonst bis Jena oder Kahla fahren müssten. Wenn dies so komme, „spiegelt sich das auch in den Ergebnissen der Schüler wider“, ist Weiler sicher.

OTZ Florian Girwert / 03.05.18
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Rot/Rot/Grün haben Mindestzahlen für Schulen festgelegt

Beitragvon jhmatz » 08.05.2018, 15:48

Wie der SHK kleine Schulstandorte erhalten kann

Die Linke: Lehrkräfte sollen standortübergreifend eingesetzt werden können, um Unterrichtsausfall zu minimieren

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Schulstandorte in Crossen sollen erhalten bleiben. Das „Wie“ ist jedoch strittig. Foto: Florian Girwert

Eisenberg. Dass kleine oder eher zu kleine Schulstandorte im Saale-Holzland-Kreis verschwinden sollen, bestreitet Doreen Amberg, die Sprecherin der Landesarbeitsgruppe Schule und Bildung bei der Partei Die Linke. Derlei Befürchtungen hatte es in dieser Woche gegeben, nachdem Mindestzahlen aus einem Konzept öffentlich geworden waren, das im Bildungsministerium ausgearbeitet wird.

„Bei dem neuen Schulgesetz geht es ausdrücklich nicht um Schulschließung – ganz im Gegenteil“, schreibt die Fraktion der Linken im Kreistag in einer Mitteilung. Tatsächlich wolle man die vielen kleinen Dorfschulen im Kreis mitsamt ihrem Charme behalten. Doch die hohe Zahl an Schulgebäuden, die teilweise leer stehen, die wenigen Lehrerinnen und Lehrern und der Mangel an Fachlehrern seien Probleme, denen die CDU-Kreistagsfraktion bisher ideenlos begegne. Sie findet, das Landratsamt sei schlecht informiert. Daher habe sie auch wenig Verständnis für die Kritik der CDU am Konzept aus dem Ministerium. Tatsächlich wolle man die Schulstandorte erhalten, indem man den Schulen Kooperation ermögliche, so dass Lehrkräfte auch standortübergreifend eingesetzt werden könnten. Solche Kooperationen blende die Schulnetzplanung im Saale-Holzland-Kreis bisher aus. Solche Sprengelschulen, wie Amberg sie nennt, könnten aus ihrer Sicht helfen, Standorte zu erhalten. So könnten mehrere Grundschulen eine zentrale Leitung erhalten und mancher Lehrer an verschiedenen Tagen an unterschiedlichen Standorten eingesetzt werden – gerade in Mangelfächern wie Chemie oder Physik an Regelschulen sei das denkbar. „Denn die Schüler haben ein Recht auf Unterricht.“ Insofern gelten die Zahlen für bestimmte Schulformen für die Kooperation mehrerer Standorte – hier wurden zum Beispiel 80 Schüler für Grundschulen im ländlichen Raum genannt.

Insofern sei man dankbar, dass auch für Modellprojekte in dieser Art Geld im Landeshaushalt vorhanden sei. Der Sanierungsstau in den Schulen des Landkreises bleibe aber Aufgabe für Kreistag und Landratsamt.

Florian Girwert / 05.05.18
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Rot/Rot/Grün haben Mindestzahlen für Schulen festgelegt

Beitragvon jhmatz » 08.05.2018, 16:02

Ich wollte mich in diesem Forum aus Diskusionen raushalten, aber das schlägt dem Faß den Boden aus.

Erst beschließt oder konzipiert die Linke mit:
"242 Schüler soll eine Regelschule mindestens haben, eine Grundschule im ländlichen Raum wenigstens 80 Schüler"


Dann:
Dass kleine oder eher zu kleine Schulstandorte im Saale-Holzland-Kreis verschwinden sollen, bestreitet Doreen Amberg, die Sprecherin der Landesarbeitsgruppe Schule und Bildung bei der Partei Die Linke. Derlei Befürchtungen hatte es in dieser Woche gegeben, nachdem Mindestzahlen aus einem Konzept öffentlich geworden waren, das im Bildungsministerium ausgearbeitet wird.
„Bei dem neuen Schulgesetz geht es ausdrücklich nicht um Schulschließung – ganz im Gegenteil“


Ich glaube wir Bürger werden mächtig vera... (hinters Licht geführt) von unseren Politikern.

242 = Mindesschülerzahl April April ... Heut ist aber nicht der 1. April.

Selbst wenn es jetzt wieder, wie Immer Ausnahmen vom bevorstehenden Gesetz gibt um die Gemüter zu beruhigen,
wie lang halten dann die "Ausnahmen"?

Jörg-Hendrik Matz

PS: Für unsere eigenen Kinder, Schulen und Kulturgüter reicht das Geld nicht, warum wohl?
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