Sparkassenfiliale Crossen vor dem Aus ?

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Sparkassenfiliale Crossen vor dem Aus ?

Beitragvon jhmatz » 27.09.2017, 06:58

2016 war das ebste Jahr für Sparkasse Jena-Saale-Holzland

Dennoch spart das Kreditinstitut weiter – Kleine Filialen im Saale-Holzland stehen zur Diskussion

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Die Sparkassen-Filiale in Crossen. Über die Zukunft kleiner Filialen soll am 1. November im Verwaltungsrat gesprochen werden. Foto: Angelika Munteanu

Eisenberg. „Das Jahr 2016 ist das beste Jahr in der Geschichte der Sparkasse gewesen.“ Diese Bilanz hat Erhard Bückemeier zur jüngsten Kreistagssitzung gezogen. Für den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Jena-Saale-Holzland das letzte Mal, ehe er sich nach 23 Jahren zum Ende dieses Jahres von der Sparkasse verabschieden wird.

Das Jahr 2016 war auch für die Sparkasse Jena – Saale-Holzland mit der Niedringzinsphase einhergegangen. Das bedeutete zwei Millionen weniger Zinseinnahmen. Eingeführt wurde das „neuen Geschäftsmodell der Minuszinsen“ bisher zwar noch nicht für den kleinen Privatkunden, aber nach einem gewissen Freibetrag für Gewerbekunden. Von Kommunen werden Bereitstellungszinsen verlangt nach einem Freibetrag. „Wir sind damit Trendfolger und nicht Trendsetter“, erklärt Bückemeier auf Nachfrage des Hermsdorfer Bürgermeisters Gerd Pillau.

Das Kreditvolumen sei im Vorjahr um 12 Millionen gewachsen auf nun 1,1 Milliarden Euro. Um 1,8 Millionen Euro sei auch die Summe der Einzahlungen gewachsen, berichtete der Sparkassenchef. Um 100 000 Euro wurde auch das Wertpapiergeschäft ausgebaut, so Bückemeier. Und es gebe die Tendenz, dass Kredite schneller zurück gezahlt würden an die Bank und dass die Ausgaben der Kunden steigen. „Den Handwerkern geht es sehr gut“, schlussfolgerte der Sparkassenvorstandschef .

Unterm Strich hat die Sparkasse Jena-Saale-Holzland im Vorjahr einen Gewinn von 2,1 Millionen Euro nach Steuern erwirtschaftet. Das sei aber nicht vordergründig durch das originäre Geschäft der Bank gelungen, räumte Bückemeier ein. Sondern vor allem dadurch, dass sie alte Kreditlasten los wurde, Immobilien verkauft hat und außerordentliche Erträge erzielen kann durch Beteiligungen an jungen Unternehmen, durch Sparkassen-Immobilien und Wertpapiergeschäfte. 50 Prozent des Gewinns resultieren aus außerordentlichen Geschäften. Das Eigenkapital sei ein knappes Gut, so Bückemeier.

Niedrige Zinsen würden auf lange Sicht zu erwarten sein, sagte er. Wenn Staatshaushalte überschuldet seien, könne keines dieser Länder höhere Zinsen vertragen. Die Sparkasse werde ein lebendiges Thema bleiben. Um die Gebietsreform sei etwas Ruhe eingekehrt, das schaffe Zeit, Speck anzusammeln und das eigene Kapital aufzustocken. Dass die Sparkasse gut aufgestellt sei, würden auch Investitionen in Immobilien in Kahla und in Bürgel zeigen. Um zu bestehen, hat die Sparkasse den eigenen Gürtel jedoch enger geschnallt. 40 Stellen waren schon 2015 abgebaut worden, weitere 20 im Jahr 2016.

„Der Trend geht weiter“, kündigte der scheidende Vorstandschef an. Für den 1. November sei eine Beratung mit dem Verwaltungsrat geplant. Dort stünden dann auch kleinere Standorte der Sparkasse zur Diskussion wie etwa Hermsdorf, Crossen oder Bürgel, kündigte Bückemeier in der Kreistagssitzung an.

Die Mitglieder des Verwaltungsrates der Sparkasse wurden vom Kreistag einstimmig entlastet bei einer Stimmenthaltung der Grünen Astrid Matthey. Sie hatte wie schon ein Jahr zuvor in der Bilanz der Sparkasse Aussagen zu CO2-Risiken vermisst.

OTZ Angelika Munteanu / 27.09.17
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Leserbrief Zu Filialschließungen der Sparkasse

Beitragvon jhmatz » 08.11.2017, 20:35

Zum Beitrag „2016 das beste Jahr in der Geschichte der Sparkasse“ (OTZ, 27.9.2017):

Zum Beitrag „2016 das beste Jahr in der Geschichte der Sparkasse“ (OTZ, 27.9.2017):

Es gab eine Information in der Zeitung, das man im Sparkassenvorstand darüber nachdenkt, wichtige Filialen im ländlichen Raum zu schließen. Eine recht einfache Methode, um sich im Rahmen des Firmenkonsortiums zu restrukturieren.

Ob das die richtige Methode ist, muss man sich fragen. Letztlich geht es hier um den ländlichen Raum und eigentlich gegen die Bürger, die in den Gemeinden leben.

Die Sparkasse ist eine öffentliche Einrichtung und sollte vorrangig für die Bürger da sein und wenn möglich für viele Bürger und bürgernah. Die Sparkasse hat die Funktion, Geld zu verwalten und möglicherweise Bürger mit Geld zu unterstützen, natürlich auch Firmen.

Sie hat nach meiner Auffassung nicht die 1. Priorität, Geld im Sinne von Gewinn und Profit zu erwirtschaften. Das sollte sie von einem Privatunternehmen unterscheiden. An diese Grundfunktion sollte man sich erinnern, auch der Vorstand.

Außerdem sollte man wissen, dass die Sparkassenfilialen gewisse Kommunikationszentren für Bürger auf dem Land darstellen. Nun sehen Alle zu wie Filialen geschlossen werden sollen; die Politiker, die Kreistagsabgeordneten, die Landtagsabgeordneten etc., obwohl man immer wieder von einer Stärkung des ländlichen Raumes spricht. Mit den vorgesehenen Schließungen passiert genau das Umgekehrte!

Vielleicht sollte der Vorstand der Sparkasse darüber nachdenken, wie man das unternehmerische Engagement bezogen auf die Geschäftsfelder erweitert, mit Geschäftsfeldern die ursächlich gar nichts mit der Sparkasse zu tun haben. Es wäre zumindest einen Gedanken wert!

In der Hoffnung des Erhaltes der Sparkassenfilialen,

Wolfgang Maruschky,

Crossen

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Sparkasse nun ohne Mitarbeiter

Beitragvon jhmatz » 14.02.2018, 10:41

14. Februar 2018 / 01:01 Uhr

Crossen. Seit Anfang des Monats fungiert die Sparkassen-Filiale in Crossen nur noch als sogenannter Selbstbedienungsstandort, ein „einschneidendes Ereignis“, wie Bürgermeister Uwe Berndt zur Sitzung des Gemeinderates betonte.

„Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich bei den Mitarbeitern der Sparkasse bedanken“, so Berndt. Möglicherweise muss bald ein neuer Standort für die nun reine Automaten­filiale gesucht werden, da das bisherige Gebäude dafür eigentlich zu groß sei. „Es sind Bürger an mich herangetreten, die darum gebeten haben, ein paar Sitzgelegenheiten aufzustellen“, sagte Gemeinderat Veit-Peter Kuhlmann. Schließlich entstünden jetzt vermehrt Wartezeiten. Berndt versprach, dieses Thema bei den Verantwortlichen der Sparkasse anzubringen.

OTZ / 14.02.18
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