Stromtrasse durch unser Gebiet

Dieser Teil des Forums ist für allgemeine Diskussionen rund um Crossen gedacht.

Stromtrasse durch unser Gebiet

Beitragvon jhmatz » 29.10.2016, 13:27

OTZ-Artikel vom 26.10.16

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Stellungnahme unseres Bürgermeisters

Beitragvon jhmatz » 29.10.2016, 13:28

OTZ - 26.10.16

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Saale-Holzland: Hier sollen sich zwei große Stromtrassen kre

Beitragvon jhmatz » 21.04.2017, 07:21

Nördliches Saale-Holzland: Hier sollen sich zwei große Stromtrassen kreuzen

Im Norden des Saale-Holzlandes sollen sich die geplante Gleichstromtrasse SüdOstLink und die bestehende 380-KV-Freileitung kreuzen.

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Stromtrassen-Gespräch im März in Crossen: Wolfgang Maruschky (rechts) lässt sich von Axel Happe von der Netzgesellschaft 50Hertz die Vorschlagsvariante für den SüdOstLink durch Ostthüringen und den Saale-Holzland-Kreis erläutern. Foto: Angelika Munteanu

Schkölen/Berlin. Zwei große Stromtrassen sollen sich perspektivisch auf der Flur der Kleinstadt Schkölen im Saale-Holzland-Kreis kreuzen: die Gleichstromstrasse SüdOstLink, die von Wolmirstedt kommend auch durch Ostthüringen bis Bayern führen soll, und die bereits bestehende 380-Kilovolt-Wechselstrom-Freileitung von Pulgar bei Leipzig nach Vieselbach bei Erfurt.

Für drei Abschnitte der unterirdischen Gleichstromtrasse SüdOstLink hat die Netzgesellschaft 50Hertz inzwischen die Anträge auf die Bundesplanung bei der Bundesnetzagentur gestellt. Jetzt steht auch der Termin fest für die sogenannte Antragskonferenz für den Abschnitt zwischen Naumburg/Eisenberg und Hof. Die Antragskonferenz der Bundesnetzagentur wird am 13. Juni 2017 ab 9 Uhr im Kultur- und Kongresszentrum in Gera stattfinden. Dazu werden die Träger öffentlicher Belange eingeladen.

Zu dieser öffentlichen Veranstaltung haben auch interessierte Bürger Zutritt. Für den Bereich im Saale-Holzland-Kreis hat 50Hertz die Trassenführung von der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt über Schkölen, das Heideland, die Flur der Kreisstadt Eisenberg und durch eine Bundesfläche in Tautenhain in Richtung Bad Köstritz vorgeschlagen.

Nahezu zeitgleich bereitet die Netzgesellschaft 50Hertz die Sanierung und den Ausbau der 380-KV-Freileitung Pulgar – Vieselbach vor. Nachdem im März 50Hertz mit dem Infomobil in Ostthüringen und auch im Saale-Holzland unterwegs war, um den Bürgern ihre Vorschlagsvariante für den SüdOstLink vorzustellen, wird die Netzgesellschaft im Mai wieder kommen mit ihrem Infomobil. Dann will sie in Schkölen und in Dornburg/Camburg die Pläne zum Aufrüsten der bereits bestehenden Freileitung vorstellen.

"Die Termine sind uns inzwischen bekannt", sagte auf Nachfrage Schkölens Bürgermeister Matthias Darnstädt (parteilos). Begeistert ist er von den Plänen für den Stromausbau indes nicht. "Hier sollen sich künftig zwei große Stromtrassen – eine überirdisch, die andere unterirdisch – kreuzen, die nicht für die Stromversorgung der Bevölkerung hier gedacht sind", stellte Darnstädt fest.

Und er sieht weitere Reibungspunkte: etwa den Kiesabbau auf Schkölener Flur, der sowohl von der Erdverkabelung wie auch von der schon bestehenden Freileitung tangiert werde. Hinzu kämen die sich ausweitenden Windparks in unmittelbarer Nachbarschaft der Stromtrassen. Für das Aufrüsten der Wechselstrom-Freileitung will 50Hertz mit den Bürgern am Infomobil im Mai alternative Trassenführungen besprechen. So oder so wird aber jede Freileitung aus Richtung Pulgar über Schkölener Flur führen.

"Der Korridor zwischen Kiesabbaugebiet und der Stadt ist eng, an dieser Stelle gibt es keine Flächen für Alternativen", meint Matthias Darnstädt. Aber auch, dass die Region an den Bundesplänen für die Stromversorgung wohl kaum vorbei kommen wird: "Das sind energiepolitische Entscheidungen, dagegen vorzugehen, ist eher chancenlos", erklärt der Bürgermeister.

Infotermine von 50 Hertz:

Im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung zur Netzverstärkung der 380-kV-Freileitung von Pulgar bei Leipzig nach Erfurt-Vieselbach startet 50Hertz im Mai eine Infotour in der Region. Interessierte können sich am Dialog-Mobil über das Vorhaben und den aktuellen Planungsstand informieren. Das Dialog-Mobil macht Station im Saale-Holzland in:

Dornburg-Camburg am Mittwoch, 10. Mai 2017, 9 bis 13 Uhr, am Schießplatz

Schkölen am Donnerstag, 18. Mai 2017, 15 bis 19 Uhr, am Busplatz Taubenherd


Angelika Munteanu / 21.04.17 OTZ
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Eisenberger Widerstand gegen „Südostlink“ wächst

Beitragvon jhmatz » 08.06.2017, 14:32

Eisenberg lehnt vorgeschlagenen Trasse der Gleichstromverbindung ab. Linke fordern Ablehnung im Kreistag.

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Axel Happe von 50Hertz auf der Infotour zum Südostlink durch den Saale-Holzland-Kreis. Foto: Angelika Munteanu

Eisenberg. An den Informationsständen des Netzbetreibers 50Hertz zur geplanten Gleichstromverbindung SüdOstLink im Saale-Holzland-Kreis hatten Besucher bereits über Sinn und Trassenverlauf heftig diskutiert. Im Kleinen. Vor der Anhörung der Bundesnetzagentur am 13. Juni in Gera zum Trassenabschnitt von Eisenberg durch Ostthüringen wächst der Widerstand gegen die geplante unterirdische Starkstromtrasse.

Die Stadt Eisenberg hat an den Netzbetreiber 50Hertz zur Vorschlagsvariante Eisenberg / Ortsteil Kursdorf eine ablehnende Stellungnahme geschickt, die zur jüngsten Stadtratssitzung auch den Ratsmitgliedern vorgelegt wurde. Das Thema Südostlink war zusätzlich auf die Tagesordnung der Ratssitzung gehoben worden auf Antrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Kieslich. Er und auch der Fraktionschef der Linken, Ullrich Nette, hatten zur Begründung auf eine entsprechende Entscheidung des Hauptausschusses im Vorfeld verwiesen.

Ablehnung begründet mit Erdfallgebiet in Kursdorf

Bereits im Dezember vorigen Jahres, als 50Hertz Daten für einen möglichen Trassenverlauf recherchieren ließ, hatte Eisenbergs Stadtverwaltung einen Trassenverlauf über das Territorium der Kreisstadt abgelehnt. Offenbar ohne Antwort. In der vor kurzem abgegebenen ablehnenden Stellungnahme heißt es zur Begründung: "Im geplanten Trassenverkauf sind bebaute Ortslagen enthalten, insbesondere der Ortsteil Kursdorf im Süden und die Heimstättensiedlung im Norden der Stadt Eisenberg." Außerdem verweist die Stadtverwaltung auf eine geologische Störungszone in Kursdorf. In dem sogenannten Subrosionsgebiet gibt es unterirdische Auswaschungen, in deren Folge unterirdische Hohlräume entstehen, die in der jüngeren Vergangenheit bereits zu Erdfällen geführt haben.

Als dritten Hinderungsgrund für eine unterirdische Gleichstromtrasse in ihrem Gebiet sieht die Stadt Eisenberg eine Trinkwasserschutzzone III im Umfeld des Tiefbrunnens Rauda, die große Bereiche des Ortsteils Kursdorf umfasst. Ausdrücklich wird auf entsprechende Nutzungseinschränkungen in der Trinkwasserschutzzone III verwiesen.

Als weiteren Grund führt Eisenberg eine zukünftige Umgehungsstraße für die Stadt an. Zwar gebe es dafür beim Straßenbauamt Ostthüringen noch keine Pläne. Im Regionalplan Ostthüringen sei der geplante Trassenverlauf jedoch enthalten. Die Kreisstadt stimmt auch nicht zu, dass das angrenzende zusammenhängende Waldgebiet mit dem Eisenberger Mühltal als anerkanntes überregional bedeutsames touristisches Gebiet beeinträchtig wird.

Einen weiteren Grund zur Ablehnung der Trasse auf Eisenberger Flur sieht die Stadt in den Sportanlagen im Schortental, die als Eigentum der Stadt mit ihrer Lage in einem zusammenhängenden Waldgebiet in der jetzigen Form erhalten bleiben sollen. Die Heimstättensiedlung und die benachbarten landwirtschaftlichen Nutzflächen, für die erst 2011 mit Fördergeldern Landwirtschaftswege gebaut wurde, sind aus Sicht weitere Gründe, nein zur vorgeschlagenen Trasse für den Südostlink zu sagen.

Eisenberg für alternativen Trassenverlauf

Auch nicht beeinträchtigt werden dürfe vom Trassenkorridor der vom Straßenbauamt Ostthüringen gebaute überregionale Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse durch Eisenberg. Ebenso wenig dürfe eine große Hügelgrabanlage oberhalb der Ortslage Kursdorf beeinträchtigt werden.

Aus all den genannten Gründen hält die Stadt Eisenberg die von 50Hertz vorgeschlagene Trassenführung für nicht realisierbar und lehnt diese "wiederum und heftig ab". Sie fordert, dass diese Trassenvariante überprüft wird und schlägt die Nutzung einer alternativen Trassenführung für den Südostlink vor. Der 1. Beigeordnete Götz Witkop (BDS/FDP) will zudem zur Anhörung zum Südostlink am 13. Juni nach Gera fahren.

Auf Widerstand stößt der Südostlink auch bei Mitgliedern des Kreistages. Für die nächste Kreistagssitzung am 21. Juni hat die Fraktion Linke/Bündnis 90 Grüne einen Beschlussvorschlag vorgelegt. Danach sollen die Mitglieder des Kreises in der Regionalen Planungsgemeinschaft Ostthüringen alles dafür tun, dass der durch die Bundesbedarfsplan festgelegte Korridor nicht realisiert wird. Zudem soll die Kreisverwaltung damit beauftragt werden, bei den Mitwirkungsmöglichkeiten der Bundesfachplanung Alternativen aufzeigen, die den Saale-Holzland-Kreis, insbesondere den Holzland-Wald weniger belasten. "Insbesondere die Möglichkeit der Leitungsbündelung auf bestehenden Trassen sollte geprüft und den Netzbetreibern vorgeschlagen werden."

Die Gemeinde Crossen, die von 50Hertz für einen möglichen Trassenverlauf ins Kalkül gezogen war, hat ihr Nein bereits klargemacht. "Wir hatten alle Betroffenen an einem Tisch von 50Hertz bis zur Deutschen Bahn und der potenziellen Kiesabbau-Firma. Damit war Crossen aus der Vorschlagstrassenführung raus", erläuterte Bürgermeister Uwe Berndt (Die Linke) auf OTZ-Nachfrage.

Crossen sagt Nein, doch Rauda bleibt verhalten

Verhalten ist man hingegen noch in Rauda, durch dessen Flur die vorgeschlagenen Gleichstromtrasse von Kursdorf kommend, führen soll. "Hinderungsgründe sehe ich schon", sagte der im Urlaub befindliche Bürgermeister Jans-Jürgen Dietrich (CDU) gestern am Telefon. Er nannte das Altbergbaugebiet und ein genehmigtes Neubergbaugebiet und damit verbundene unterirdische Aushöhlungen. Und er verwies auf die geologische Störungen mit Erdfällen im benachbarten Kursdorf.

Die vorgeschlagene Trassenführung habe er im Gemeinderat vorgestellt und über den Schaukasten der Gemeinde auch den Bewohnern. Ein Aufwallen der Volkswut sei nicht zu spüren gewesen.

Angelika Munteanu / 08.06.17 OTZ
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Stromtrasse erneut durch Crossen wegen Eisenberg's Ablehnung

Beitragvon jhmatz » 08.06.2017, 14:40

Angelika Munteanu fragt: Geduldiges Holzland?

Nein, wirklich geduldig ist das Holzland nicht. Die Proteste gegen die Starkstromtrasse SüdOstLink sind zwar nicht so lautstark und publikumswirksam wie die im Westen Thüringens gegen den SüdLink. Menschenketten als Symbol des Widerstandes gegen die geplante Trasse durch das Saale-Holzland hat es nicht gegeben. Den Protest aber schon. Auch wenn der ein eher stiller bisher gewesen ist.

Die Kreisstadt Eisenberg hat mit ihrer Stellungnahme zum vorgeschlagenen Trassenverlauf glatt Nein gesagt. Schriftlich an die Netzagentur 50Hertz. Crossen hat gleich am Tisch verhandelt, um die Idee von einer Trasse in seiner Flur los zu werden.

Was aber fehlt, ist die Einigkeit im Protest. Nachdem die ursprüngliche Idee von 50Hertz zum Trassenverlauf entlang der Autobahn 9 durch Bad Klosterlausnitz und Hermsdorf wegen allzu großer natürlicher und infrastruktureller Hürden vorerst vom Tisch war, war auch von dortigen Bürgerinitiativen bisher nichts mehr zu hören. Crossen hat die Trasse fürs erste wieder aus dem Dorf. Und Eisenberg spielt den Ball mit seiner Ablehnung jetzt zurück. Mit dem Vorschlag, die Trasse doch wie angedacht über Crossen zu lenken. Einigkeit im Saale-Holzland gegenüber Bundesplänen sieht aber anders aus.
Angelika Munteanu / 08.06.17
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Crossen macht Front gegen Südostlink

Beitragvon jhmatz » 29.05.2018, 08:10

Crossen/Berlin. „Eine Gleichstromtrasse durch unseren Landkreis brauchen wir nicht“, sagt Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Linke). Durch Crossen will die Gemeinde den sogenannten Südostlink, den die Netzagentur 50Hertz gegenwärtig plant, erst recht nicht haben.

Eine Stellungnahme gegen die Höchstspannungsleitung hat der Gemeinderat von Crossen daher in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Diese Stellungnahme soll 50Hertz übergeben werden, wenn der Netzbetreiber mit seinem Infomobil wieder in Crossen ist.

Morgen beginnt 50Hertz seine nächste Infomobil-Tour durchs Saale-Holzland, mit Start in Schkölen. Auch Schkölens Bürgermeister Matthias Darnstädt äußert sich skeptisch zum Südostlink, der über Erdkabel Strom von Wolmirstedt durch Mitteldeutschland bis an die Isar in Bayern bringen soll.

„Strom soll dort erzeugt werden, wo er benötigt wird“, sagen unisono die Bürgermeister von Schkölen und Crossen. Darnstädt will sich morgen am Infomobil die aktuellen Informationen holen, am Donnerstag soll das Thema nochmals auf den Tisch zur Sitzung des Hauptausschusses in seiner Stadt.

Crossen hofft unterdessen, dass sich eine breite Front gegen die geplante Höchstspannungstrasse durch Ostthüringen bilden wird. „Wir hoffen, dass in den anderen betroffenen Gemeinden, bei unseren Nachbarn gleichfalls Beschlüsse gegen den Südostlink gefasst werden“, sagt Bürgermeister Berndt.

Am Infomobil wird 50Hertz ab Mittwoch an verschiedenen Orten im Saale-Holzland zum Stand der laufenden Planung informieren. Im Moment laufe die Bundesfachplanung, die bei der Bundesnetzagentur liegt, erläuterte im Gespräch mit dieser Zeitung Axel Happe von 50Hertz. Ziel der Planung: Dass ein Korridor von einem Kilometer Breite verbindlich festgelegt wird, in dem die Gleichstromtrasse künftig verlaufen soll. In einem zweiten Genehmigungsschritt, der Planfeststellung, sollen der konkrete Trassenverlauf festgelegt werden, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und auch die genauen Bauverfahren, etwa bei Unterbohrungen von Autobahnen und Flüssen. Im Frühjahr 2017 hatte 50Hertz die Unterlagen zur Bundesfachplanung eingereicht. Nach den Antragskonferenzen der Bundesnetzagentur arbeitet 50Hertz aktuell an der Vertiefung und Ergänzung der Planungsunterlagen.

Mehrere neue Varianten

Der Netzbetreiber hat inzwischen die ursprünglich angedachte Trassenführung teils korrigiert, teils eine Vielzahl neuer Varianten von möglichen Trassenkorridoren erarbeitet. Im Raum Schkölen sei die Trassenführung korrigiert worden, damit ein Wäldchen nicht tangiert wird, erläutert Happe. Der Korridor durch Crossen sei nach wie vor in der Prüfung. Alternativ hatte der Netzbetreiber die Trassenführung vom Heideland über Eisenberger Flur, Rauda und das einstige Militärgelände in Tautenhain als Vorschlag eingereicht.

Neu ist der Vorschlag, die Höchstspannungsleitung westlich von Gera – von Bad Köstritz bis Tautendorf – an der Autobahn 4 bis zum Hermsdorfer Kreuz und von dort entlang der A 9 nach Süden zu führen. Für den Landkreis Greiz soll zudem die dort geforderte Freileitung statt der vorgesehenen Erdverkabelung geprüft werden.

OTZ Angelika Munteanu / 29.05.18
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Stromtrasse durchs Saale-Holzland: Crossen macht Front dageg

Beitragvon jhmatz » 29.05.2018, 08:16

Der Netzbetreiber 50Hertz ist am Mittwoch erneut mit dem Infomobil im Saale-Holzland, um seine Pläne zur Gleichstromtrasse vorzustellen.

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Aus der Planungskarte von 50Hertz. Foto: 50Hertz

Crossen/Berlin. „Eine Gleichstromtrasse durch unseren Landkreis brauchen wir nicht“, sagt Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Linke). Durch Crossen will die Gemeinde den sogenannten Südostlink, den die Netzagentur 50Hertz gegenwärtig plant, erst recht nicht haben.

Eine Stellungnahme gegen die Höchstspannungsleitung hat der Gemeinderat von Crossen daher in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Diese Stellungnahme soll 50Hertz übergeben werden, wenn der Netzbetreiber mit seinem Infomobil wieder in Crossen ist.

Am Mittwoch beginnt 50Hertz seine nächste Infomobil-Tour durchs Saale-Holzland, mit Start in Schkölen. Auch Schkölens Bürgermeister Matthias Darnstädt äußert sich skeptisch zum Südostlink, der über Erdkabel Strom von Wolmirstedt durch Mitteldeutschland bis an die Isar in Bayern bringen soll.

„Strom soll dort erzeugt werden, wo er benötigt wird“, sagen unisono die Bürgermeister von Schkölen und Crossen. Darnstädt will sich am Mittwoch am Infomobil die aktuellen Informationen holen, am Donnerstag soll das Thema nochmals auf den Tisch zur Sitzung des Hauptausschusses in seiner Stadt.

Crossen hofft unterdessen, dass sich eine breite Front gegen die geplante Höchstspannungstrasse durch Ostthüringen bilden wird. „Wir hoffen, dass in den anderen betroffenen Gemeinden, bei unseren Nachbarn gleichfalls Beschlüsse gegen den Südostlink gefasst werden“, sagt Bürgermeister Berndt.

Stand der Planung

Am Infomobil wird 50Hertz ab Mittwoch an verschiedenen Orten im Saale-Holzland zum Stand der laufenden Planung informieren. Im Moment laufe die Bundesfachplanung, die bei der Bundesnetzagentur liegt, erläuterte im Gespräch mit dieser Zeitung Axel Happe von 50Hertz. Ziel der Planung: Dass ein Korridor von einem Kilometer Breite verbindlich festgelegt wird, in dem die Gleichstromtrasse künftig verlaufen soll. In einem zweiten Genehmigungsschritt, der Planfeststellung, sollen der konkrete Trassenverlauf festgelegt werden, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und auch die genauen Bauverfahren, etwa bei Unterbohrungen von Autobahnen und Flüssen. Im Frühjahr 2017 hatte 50Hertz die Unterlagen zur Bundesfachplanung eingereicht. Nach den Antragskonferenzen der Bundesnetzagentur arbeitet 50Hertz aktuell an der Vertiefung und Ergänzung der Planungsunterlagen.

Mehrere neue Varianten

Der Netzbetreiber hat inzwischen die ursprünglich angedachte Trassenführung teils korrigiert, teils eine Vielzahl neuer Varianten von möglichen Trassenkorridoren erarbeitet. Im Raum Schkölen sei die Trassenführung korrigiert worden, damit ein Wäldchen nicht tangiert wird, erläutert Happe. Der Korridor durch Crossen sei nach wie vor in der Prüfung, obwohl es im Vorjahr ein Gespräch zwischen Gemeinde, Behörden und 50Hertz gegeben hatte, in dem dargelegt wurde, dass die Trasse durch das Elstertal nicht machbar sei. Alternativ hatte der Netzbetreiber die Trassenführung vom Heideland über Eisenberger Flur, Rauda und das einstige Militärgelände in Tautenhain als Vorschlagsvariante bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Beide Korridore stehen aber weiterhin zur Debatte.

Neu ist der Vorschlag, die Höchstspannungsleitung westlich von Gera – von Bad Köstritz bis Tautendorf – an der Autobahn 4 bis zum Hermsdorfer Kreuz und von dort entlang der A 9 nach Süden zu führen. Für den Landkreis Greiz soll zudem die dort geforderte Freileitung statt der vorgesehenen Erdverkabelung geprüft werden.

Zu den ergänzenden Untersuchungen, mit denen 50Hertz von der Bundesnetzagentur beauftragt wurde, gehören unter anderem auch eine strategische Umweltprüfung und eine Raumverträglichkeitsstudie. Auch private Belange wie Tourismus oder die Land- und Forstwirtschaft werden untersucht.
Informationen zur Infotour

Am Dialogmobil wollen die Vertreter von 50Hertz Einblick geben über den derzeitigen Stand der Planung, die Verläufe der zusätzlichen Trassenkorridore, die Abschnitte, für die Freileitungen geprüft werden. „Auch alle Fragen zu Technik und Umwelt werden beantwortet“, so Happe.

So geht es weiter

Die Ergebnisse der jetzigen Untersuchungen wird 50Hertz als ergänzende Unterlagen für die Bundesfachplanung an die Bundesnetzagentur geben. Dann erfolgt die öffentliche Auslegung der Unterlagen mit einem anschließenden Erörterungstermin, voraussichtlich im kommenden Jahr. Nach dem Beschluss der Bundesfachplanung soll das Planfeststellungsverfahren eröffnet werden. Ziel sei es, so Happe, dass ab 2021 die Planfeststellungsbeschlüsse gefasst werden und schrittweise mit dem Bau des Südostlinks begonnen werden kann. Die Inbetriebnahme ist für 2025 vorgesehen.

Infomobil von 50 Hertz
Mittwoch, 30. Mai, 15 bis 17 Uhr, Taubenherd in Schkölen
Donnerstag, 31. Mai, 15 bis 17 Uhr, Busschleife Tautendorf
Montag, 4. Juni, 11 bis 13 Uhr, Flemmingstraße Crossen
Montag, 4. Juni, 15 bis 17 Uhr, in Kraftsdorf auf dem Platz am Brunnenhaus, Straße der Einheit.

OTZ Angelika Munteanu / 29.05.18
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Angelika Munteanu über teure Stromverteilpläne

Beitragvon jhmatz » 29.05.2018, 08:17

Die großen Proteste, die es im Westen Thüringens gegen den dort geplanten Südlink gibt, sind in Ostthüringen gegen den Südostlink bislang ausgeblieben. Crossen macht mit seinem Nein gegen die Höchstspannungstrasse durch den Saale-Holzland-Kreis jetzt eine Front auf.
29. Mai 2018 / 02:57 Uhr

Wie breit diese Front wird, bleibt abzuwarten. Denn gemurrt wird zwar in allen Kommunen, die möglicherweise von einer künftigen Trassenführung betroffen sein könnten. Der große Aufstand ist aber ausgeblieben. Ob sachliche Argumente allein gegen die Gleichstromtrasse weiterhelfen, darf mit Blick auf Crossen eher bezweifelt werden. Dort gibt es Gründe genug, nicht mit einer Höchstspannungsleitung im Überschwemmungsgebiet in die Erde zu gehen. Als Alternative für die Trassenführung ist Crossen in den Planungen bislang aber noch immer drin.

Die Frage, die sich die meisten Bürgermeister und Bürger hier stellen, lautet tatsächlich: Was hat der Landkreis vom Südostlink? Die Antwort: Nichts. Denn das Saale-Holzland ist Transitland für den Strom, der in Sachsen-Anhalt produziert und zur Industrie nach Bayern geführt wird. Der Kreis selbst kann sich inzwischen fast aus eigener Kraft mit Energie versorgen.

Einen Effekt wird es geben. Die teuren Baukosten des Südostlinks werden die Stromkunden zu zahlen haben.

OTZ Angelika Munteanu / 29.05.18
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Südostlink: Über Verlauf im SHK entscheiden Sachargumente

Beitragvon jhmatz » 04.06.2018, 07:19

Am 50 Hertz-Infomobil in Tautendorf – am Montag in Crossen

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Netzbetreiber 50 Hertz mit dem Infomobil zum Südostlink in Tautendorf Foto: Angelika Munteanu

Tautendorf. Wie andere auch sei er „unangenehm überrascht“ gewesen, dass Tautendorf nun doch von einem möglichen Trassenkorridor der Höchststromtrasse Südostlink berührt wird. Das sagte Gemeinderatsmitglied Peter Schütte am Infomobil des Netzbetreibers 50 Hertz, das am Buswendeplatz in seinem Ort Station gemacht hatte.

Nachdem 50Hertz die Trassenvariante entlang der A9 von Eisenberg nach Hermsdorf verworfen hatte wegen der Moorlandschaft bei Bad Klosterlausnitz, sind Hermsdorf und Tautendorf über einen Schwenk von der Autobahn 4 über das Hermsdorfer Kreuz zur A9 nun in den Überlegungen für einen künftigen Verlauf der unterirdischen Gleichstromtrasse doch wieder drin. Damit werde ein kleiner Ort mit 150 Einwohnern, der bereits unter dem Lärm der A9 zu leiden habe, zusätzlich belastet, so Ratsmitglied Schütte.

Auch Benny Hofmann, der designierte Bürgermeister von Hermsdorf, hatte am Infomobil mit dem geplanten neuen Industriegebiet für Hermsdorf ein handfestes Argument gegen diese Trassenvariante. Neben Vertretern aus dem benachbarten Eineborn waren auch der Bürgermeister und etliche Mitglieder der Bürgerinitiative von St. Gangloff in Tautendorf bei 50 Hertz. „Erst sollen wird Windräder bekommen und nun noch den Südostlink“, stellte Walter Ditscher aus St. Gangloff fest. Er und eine Reihe weiterer älterer Herren sehen die Vogelwelt in ihrer Heimat in Gefahr und das Quellgebiet nahe der Autobahn.

Kommunen und Bürger sind nochmals gefragt

„Wir sind auch hier, um die Gegebenheiten vor Ort im Gespräch mit den Bürgern konkret kennen zu lernen“, sagte Bernd Segbers von 50 Hertz am Infomobil. Für welchen der möglichen Trassenverläufe letztlich die Entscheidung falle, sei abhängig von den Sachargumenten, die für oder gegen den jeweiligen Trassenkorridor sprechen. Er versuchte den Bürgern zudem die Sorge zu nehmen, dass sich auf dem Trassenkorridor schädliche Strom- oder Magnetfelder bilden würden. „Wenn Menschen in Gefahr gebracht würden, dann dürften wir nicht bauen“, erklärte er.

Tautendorfs Bürgermeister Volker Bauer, der derzeit im Urlaub ist, machte seine Position via Telefon im Gespräch mit dieser Zeitung klar: Er sieht in der langen Trasse, die von Wolmirstedt bis Landshut gebaut werden soll als Ersatz für das Kernkraftwerk Isar, eine verfehlte Energiepolitik und schlägt vor, dass Transitgebiete wie der Saale-Holzland-Kreis eine Strommaut einführen sollten. Die gesundheitliche Gefährdung durch die unterirdische Höchstspannungstrasse sei aus seiner Sicht noch gar nicht absehbar.

Wenn der Trassenverlauf entschieden ist, sind mit der öffentlichen Auslegung auch die betroffenen Kommunen und Bürger nochmals gefragt, voraussichtlich im nächsten Jahr. „Wir werden das Vorhaben kritisch begleiten, wenn es in die heiße Phase geht“, kündigte der Tautendorfer Bürgermeister an.
Nächste Stationen des Infomobils von 50 Hertz: Montag, 4. Juni, 11- 13 Uhr: Crossen , Flemmingstraße, und 15 -17 Uhr: Kraftsdorf , Straße der Einheit, Brunnenhaus; aktuelle Karten zu den Trassenvarianten unter www.50hertz.com/suedostlink

OTZ Angelika Munteanu / 02.06.18
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Trassen-Korridor durch Crossen ist weiterhin möglich

Beitragvon jhmatz » 05.06.2018, 07:53

Mitarbeiter von 50 Hertz informierten gestern zum aktuellen Planungsstand für den Südostlink – Entscheidung frühestens Ende 2019

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Wolfgang Maruschky (links) hat Fragen an Axel Happe von 50 Hertz zu einem möglichen Trassenkorridor, der die Elsterniederungen tangiert. Foto: Susann Grunert

Crossen. „Die Resonanz ist gut“, bilanzierte gestern Vormittag Axel Happe, Vertreter der Netzagentur 50 Hertz. Zusammen mit anderen Vertretern klärte er im Rahmen einer Infotour Bürger über die aktuellen Planungen für die Gleichstromverbindung Südostlink auf.

Bereits im März vergangenen Jahres machte das Infomobil in Crossen Station, so dass Axel Happe gestern teils auch bekannte Gesichter begrüßen konnte. „Viele nehmen die Informationen auch mit in ihre Gemeinden und verbreiten sie da, so ist es ja eigentlich auch gedacht“, sagt er.

Derzeit wird geprüft, ob der von der Bundesnetzagentur vorgeschlagene Trassenkorridor auch durch Crossen und das Elstertal führen soll, oder alternativ vom Heideland über Eisenberger Flur, Rauda und das einstige Militärgelände in Tautenhain. „Bei der letzten Prüfung erwies sich der erste Vorschlag als etwas ungünstiger“, so Axel Happe. Ausgeschlossen sei er deshalb aber nicht. „Bis zum Jahresende führen wir ergänzende und vertiefende Untersuchungen durch, deren Ergebnisse wir bis Jahresende bei der Bundesnetzagentur einreichen.“ Ziel sei es, bis Ende 2019 einen festgelegten Trassenkorridor von einem Kilometer Breite zu haben.

Der Gemeinde Crossen hatte jüngst eine Stellungnahme gegen die Höchstspannungsleitung beschlossen. „So ein Beschluss ist schön und gut, aber man muss ihn auch mit Fakten unterfüttern“, meint Wolfgang Maruschky, ehemaliger Rats-Vorsitzender. Daher ließ er sich gestern unter anderem Kriterien erläutern, die für die Planung des Trassenkorridors zu beachten sind. „Insgesamt sind es über 50“, sagte Axel Happe. Siedlungsgebiete und Gewerbe­flächen seien Ausschlusskriterien, auch FFH-, Wasserschutz oder Waldvorrang­gebiete genießen höchsten Schutzstatus.

Von dem 1000 Meter breiten Korridor werden am Ende um die 40 für den Bau der Leitung benötigt. Später reduziere sich der Schutzstreifen auf 15 bis 20 Meter Breite. Dort dürften dann unter anderem keine Bäume wachsen.

OTZ Susann Grunert / 05.06.18
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Zum „SuedOstLink“ noch viele Fragen im Detail

Beitragvon jhmatz » 07.12.2018, 16:41

Großes Bürgerinteresse am Infomarkt von 50 Hertz in Eisenberg zur geplanten Gleichstromtrasse – weitere Bürgerbeteiligung ist vorgesehen.

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Der Infomarkt des Stromnetzbetreibers 50 Hertz in der Stadthalle Eisenberg zur geplanten Höchstspannungsleitung SuedOstLink, die auch durch den SHK führen wird, stößt auf großes Interesse bei (betroffenen) Bürgern und Kommunalpolitikern aus dem Landkreis Foto: Angelika Munteanu

Eisenberg. „Wir sind ja immer noch in der Planung drin.“ Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Die Linke) war auf dem Infomarkt des Stromnetzbetreibers 50 Hertz in der Stadthalle Eisenberg recht verwundert. Denn auf den Planungskarten ist noch immer eine Trasse durch das Elstertal für die geplante Gleichstromtrasse „SuedOstLink“ eingezeichnet.

„Die Trasse durch das Elstertal ist weiterhin Vorschlagstrasse – aber nicht unsere Vorzugstrasse“, erläuterte Projektsprecher Axel Happe von 50 Hertz. Zu viel spreche gegen das Verlegen einer Höchstspannungsleitung durch das Elstertal: Die bauliche Enge von Wohnen, Gewerbe und Industrie, der Fluss müsse mehrfach unterirdisch gequert werden, es gebe Hochwassergefahren und den beantragten Kiesabbau bei Ahlendorf, zählte Happe Kriterien auf, die gegen einen „SuedOstLink“ durch das Elstertal bei Crossen sprechen.


An der künftigen Durchleitung des Gleichstroms von Wolmirstedt bei Magdeburg bis nach Bayern kommt der Saale-Holz-Landkreis als „Transitland“ jedoch nicht vorbei. Seinen Vorschlag für den Thüringer Abschnitt hatte 50 Hertz nach zwei Änderungen zum ersten Antrag Ende voriger Woche bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Auf Infomärkten entlang des sogenannten Abschnitts B informiert der Stromnetzbetreiber in diesen Tagen die Bürger über seine Vorzugsvariante.

Die Vorzugsvariante für eine künftige Trassenführung im Abschnitt B beginnt in Eisenberg, führt östlich an der Kreisstadt vorbei in Richtung Rauda, weiter nach Tautenhain am Wald entlang in Richtung Saara im Landkreis Greiz. „Also weiter westlich auch vom Geraer Stadtwald, denn gegen eine Trasse durch den Stadtwald hatte sich auch das Thüringer Infrastrukturministerium ausgesprochen“, erinnerte Happe auf dem Infomarkt in Eisenberg. Auch die Fläche im Osten des Saale-Holzland-Kreises, auf der Dolomit abgebaut wird, ist für die Planer von 50 Hertz tabu.

Doch auch der Holzlandwald im Saale-Holzland soll möglichst wenig tangiert werden. Die Plankarten weisen nicht nur den 1000 Meter breiten Korridor für eine mögliche Trassenführung aus. Eingezeichnet ist auch schon ein möglicher weitgehend exakter Verlauf des Erdkabels. „Wir versuchen, den Wald zwischen Rauda und Tautenhain zu umgehen, nur punktuell werden wir in durchschneiden müssen“, sagte Happe.

„Dass die Trasse durch den Landkreis gebaut wird und den Strom von Nord nach Süd durchleitet ist unschön“, stellte die Tautenhainerin Elke Pirl fest. Aber sie räumte ein: „Die Tautenhainer könnten damit leben, wenn zumindest der Wald umgangen wird.“ Auch ältere Herren von der Bürgerinitiative aus St. Gangloff legten Wert darauf, dass keine Technik in ihren Wald kommt. Den Hermsdorfer Jörg Dietrich von der BI Holzland konnte Axel Happe beruhigen: „Die Weiterführung der Stromtrasse von St. Gangloff entlang der Autobahn 4 in Richtung Hermsdorf ist nicht unsere Vorschlagsvariante.“ In den Karten ist sie – so wie die Trassenvariante durch das Elstertal – zwar weiterhin enthalten, aber nicht als Vorzugsvariante rot markiert. Happe erinnerte daran, dass dieser von Bürgern im Saale-Holzland vielfach kritisierte Abschnitt nie von 50 Hertz ins Kalkül gezogen worden war, sondern erst zur Antragskonferenz für das Projekt im Vorjahr in Gera auf die Tagesordnung für die Planungen gekommen war.

Auch der Trassenvorschlag an Hermsdorf vorbei ist kein Teil der Vorzugsvariante. Wenngleich die Planer die Möglichkeit sähen, die Starkstromtrasse an den Gewerbegebieten nahe vorbei und nicht mittendurch zu führen.

Mehrfach kam auf dem Infomarkt in der Eisenberger Stadthalle der Hinweis von Bürgern, dass es sich bei der von 50 Hertz vorgeschlagenen Vorzugsvariante für den Trassenkorridor um schwieriges Gelände im Landkreis handele mit Höhenunterschieden bis zu 100 Metern. „Das ist uns bewusst“, meinte Axel Happe, „der gesamte Thüringer Raum ist für das Verlegen von Erdkabeln ein schwieriges Gelände mit Feldgestein und großen Höhenunterschieden – anders als in Sachsen-Anhalt.“

Sachsen-Anhalt ist Abschnitt A der Planung, zu dem auch das Heideland des nördlichen Saale-Holzland-Kreises zugerechnet wird. Während 50 Hertz mit der öffentlichen Auslegung der Planung für den Abschnitt B von Eisenberg bis Hof durch die Bundesnetzagentur rechnet, müssen sich die Anrainer des Abschnitts A noch einige Wochen mehr gedulden. Zum Infomarkt waren auch viele Interessierte aus den Heideland-Dörfern gekommen, um zu erfahren, ob die künftige Trasse möglicherweise an Rudelsdorf und Königshofen vorbei oder zwischen den Dörfern hindurch führen wird. Auch aus der Verbandsgemeinde Droyßig in Sachsen-Anhalt kamen Interessierte. „Für die Orte im Abschnitt A – also Sachsen-Anhalt – wird es noch gesonderte Infomärkte geben, wenn die ergänzten Antragsunterlagen bei der Bundesnetzagentur eingereicht sind“, kündigte 50 Hertz in Eisenberg an. Während der Stromnetzbetreiber für Thüringen und Sachsen nach allen Prüfungen nun ausschließlich die Erdverkabelung plant, dauert die beantragte Freileitungsprüfungen für Sachsen-Anhalt derzeit noch an.
Zum weiteren Verfahren

Der Stromnetzbetreiber 50 Hertz hat seinen Vorschlag für den Thüringer Abschnitt der geplanten Gleichstromtrasse „SuedOstLink“ bei der Bundesnetzagentur eingereicht.

Bestätigt die Bundesnetzagentur die Vollständigkeit der Unterlagen, könnte im Februar deren Auslegung durch die Behörde folgen. Dann haben die Träger öffentlicher Belange und die breite Öffentlichkeit zwei Monate Zeit, sich mit Stellungnahmen und Einwendungen in das formelle Verfahren einzubringen.

Danach könnte die Bundesnetzagentur im dritten Quartal 2019 die Entscheidung zur Bundesfachplanung fassen.

Mit einem Baubeginn wird im Jahr 2022 gerechnet. Ab 2015 soll die Höchstspannungstrasse „SuedOstLink“ Gleichstrom von Wolmirstedt bis zum bayerischen Kraftwerkstandort Isar liefern.

OTZ Angelika Munteanu / 07.12.18
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