Hochwasser - Nachträge aus der OTZ

Dieser Teil des Forums ist für allgemeine Diskussionen rund um Crossen gedacht.

Alt-Arm der Elster soll den Flutpegel senken

Beitragvon jhmatz » 02.10.2017, 16:30

Pläne für den Hochwasserschutz an der Weißen Elster zwischen Hartmannsdorf und der Landesgrenze vorgestellt

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Das Elster-Wehr am Abzweig zum Elsterfloßgraben und dem Alt-Arm der Weißen Elster bei Crossen-Ahlendorf Foto: Angelika Munteanu

Crossen. Die Bilder vom Hochwasser 2013 an der Weißen Elster, die am Donnerstagabend in einer Informationsveranstaltung der Thüringer Landgesellschaft zum künftigen Hochwasserschutz am Fluss gezeigt wurden, hatten die Bürger aus Crossen und Hartmannsdorf noch in lebhafter Erinnerung. Das hundertjährige Hochwasser (HQ100) von 2013 ist eine Ausgangsbasis für die Vorzugsvariante der Hochwasserschutz-Pläne, die die Landgesellschaft und das für diesen Abschnitt beauftragte Ingenieurbüro LOPP aus Weimar vorgestellt haben.

Die wesentlichste Maßnahme, die die Planer im Fokus haben: Der Alt-Arm der Weißen Elster zwischen Crossen und Ahlendorf soll wieder als aktives Flussbett genutzt werden. Als Hauptgewässerlauf soll er auch die Hauptlast der Wassermassen tragen. Der Fluss erhält – den Zielen des Hochwasserschutzes entsprechend – wieder mehr Raum. Über den breiteren Altarm könne mehr Wasser abfließen als über den engen Kanal zwischen der Brücke nach Nickelsdorf und dem Wehr, erläuterte Maik Blankenburg vom Ingenieurbüro Lopp aus Weimar. Bei einem Hochwasser würde der Flutpegel deutlich niedriger sein als beim jetzigen Flussverlauf. Über das denkmalgeschützte Wehr solle weiterhin Wasser ablaufen und auch der denkmalgeschützte Floßgraben werde weiterhin mit Wasser versorgt. Mit der Reaktivierung des Elster-Altarms sei auch der größte ökologische Wert verbunden, so Blankenburg. Auch ein Fischaufstieg soll geschaffen werden.

Dem Gedanken mancher Anwohner, dass der Bahndamm zwischen Elsteraue und dem Ort Crossen und dessen Ortsteil Ahlendorf zu einem Hochwasserschutzdamm ertüchtigt werden könnte, mussten die Planer eine Absage erteilen. „Das kriegen wir bei der Deutschen Bahn nicht durch und dafür ist er auch nicht gebaut“, erklärte der Projektingenieur Blankenburg.

"„Wir schaffen Schutz damit Schäden wie 2013 nicht mehr eintreten. “" Frank Schirmer Thüringer Landgesellschaft

Die Durchlässe im Bahndamm sollen bleiben. Damit kann auch die Feldfläche zwischen Crossen und dem Ortsteil Ahlendorf weiterhin als Überschwemmungsraum genutzt werden. Um den Ort Crossen von Norden her vor Wasser im Retentionsraum zu schützen, soll ein etwa ein Meter hoher, sehr breiter Wall aufgeschüttet werden, der bis zum Hang an der Landesstraße 1374 reicht. Er wird verschließbare Durchlässe – sogenannte Siele – haben, damit Hang- und Bachwasser abgeleitet werden kann. Der Wall soll sich in die Landschaft einfügen, für die Landwirtschaft werde er aber nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Trassenführung wird mit den Anwohnern noch im Detail abzustimmen sein.

Ahlendorf soll mit einem 1,5 Meter hohen Deich mit Kronenweg geschützt werden. Der Deich soll noch ausreichend Abstand vom Bahndamm haben, damit dazwischen bei einer Flut das Wasser abfließen kann.

Zum Schutz des denkmalgeschützten Floßhauses soll der bestehende Deich gesichert werden mit einer Spundwand und an den Bahndamm angebunden werden, um den Schutz zu vervollständigen. Der jetzige Leitdeich soll hingegen auf Geländeniveau abgesenkt werden. Das trage auch zum Absenken des Flutpegels bei einem Hochwasser bei, so Blankenburg.

Das mit dem Kiesabbau bei Ahlendorf angedachte Standgewässer habe keinen Einfluss auf ein Hochwasser, erklärte Frank Schirmer auf die Nachfrage von Anwohner Jürgen Fuchs. „Das ist toter Raum.“ Spannender sei die Frage, wie die Kieshalden aufgetürmt werden, entsprechend habe man Stellung zu dem Vorhaben genommen.

In die Planung des Hochwasserschutzes an der Weißen Elster werde auch die Rauda in Hartmannsdorf bis zur Mündung einbezogen, erläuterte Schirmer. Dafür fehle noch ein Konzept. Es würden Gespräche geführt mit den zuständigen Ingenieuren geführt, um die Planungslücke zu schließen.

Keinen extra Schutz sehen die Planer aus Landessicht für die Grundstücke am Mühlberg am rechten Elsterufer vor. Das sorgte am Infoabend für Verärgerung bei den Betroffenen.

Bürgermeister Uwe Berndt (Linke) versuchte nach der Veranstaltung zu vermitteln zwischen den Anwohnern und der Landgesellschaft: „Wir werden noch separate Gespräche führen.“

OTZ Angelika Munteanu / 30.09.17
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Der gesteuerte Fluss

Beitragvon jhmatz » 08.11.2017, 20:31

07. November 2017 / 01:01 Uhr OTZ

Gera. Die Weiße Elster plätschert normalerweise gemächlich vor sich hin. In den ersten Junitagen 2013 hat der Fluss allerdings bewiesen, welche Kraft er entfalten kann. Auch durch Unmengen an Niederschlägen angeschwollene Bäche erhöhten seine Pegel und fluteten Wiesen, Straßen, Wohnhäuser und Industrieanlagen.

Vielerorts ist seitdem in Hochwasserschadensbeseitigung und den Aufbau von Hochwasserschutzbauten investiert worden. Nun soll entlang der Weißen Elster zwischen Gera-Untermhäuser Cubabrücke über Bad Köstritz und Crossen bis zur Landesgrenze vieles umgesetzt werden, was künftige Überschwemmungen zwar nicht verhindern wird, aber Menschen und Sachwerte besser schützt. „Ziel ist es, den Gewässern mehr Raum zu geben und deren Pegelstände zu senken. Denn die Erfahrung zeigt, dass auch kleine Hochwasser große Schäden anrichten können“, sagt Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft (ThLG), die mit weiteren Spezialisten die Maßnahmen an der Weißen Elster bis 2025 realisieren wird.

Ab der Cubabrücke in Gera wird voraussichtlich eine Hochwasserschutzwand errichtet. Noch ist man in der Abwägung verschiedener Trassen und Bauweisen. Zwischen der Autobahn A4, Erlbach und Weißer Elster werden zu hohe Deiche abgetragen, um dem Fluss natürliches Ausufern zu ermöglichen. An einigen Punkten wird der Flussverlauf geändert, um die Fließgeschwindigkeit zu verringern.

Für Milbitz und Thieschitz sind rund um die Ortslagen Schutzmauern vorgesehen. Caaschwitz dagegen will man mit einem Ringdeich schützen. „Wir haben hier zwei Wohngebäude in der Elsterstraße gekauft, die wir ab Mitte 2018 abreißen“, berichtet Schirmer.

Auch um eine Verlagerung einer landwirtschaftlich genutzten Fläche komme man nicht herum. Außerdem müssen, wie in anderen Orten, auch in Caaschwitz einige Kleingärtner ihre Parzellen aufgeben, da sie künftig im Retentionsbereich liegen.

Schirmer beschreibt Beispiele der fünf Bauabschnitte, in die der Freistaat Thüringen etwa 60 Millionen Euro steckt. Er betont aber auch die Eigenverantwortung aller Grundstücks- und Immobilieneigner. „Zwar errichten wir Anlagen, die vor einem Hochwasser der Klasse HQ100 schützen – also einer Flut, die alle 100 Jahre auftritt wie das von 2013. Doch private Vorsorge bleibt wichtig, denn 100-prozentigen Schutz kann niemand garantieren. Hauseigentümer sollten etwa überlegen, elektrische Anlagen oder Heizungsanlagen in obere Stockwerke zu verlegen, um im Hochwasserfall Schäden zu verhindern.“

Die Baumaßnahmen sind der Voraussichtsplanung der THLG entnommen. Derzeit läuft die Planungsphase. 2018 soll das Planfeststellungsverfahren beginnen, das etwa elf Monate in Anspruch nimmt. Spätestens 2021 sollen sich alle Maßnahmen in Umsetzung befinden und bis 2025 beendet sein.

Christine Schimmel / 07.11.17
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Debatte um Hochwasserschutz am Mühlberg

Beitragvon jhmatz » 12.11.2017, 15:27

Planer suchen vor Ort nach Lösungen für die Hauseigentümer

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Anwohner am Crossener Mühlberg fordern von der Thüringer Landgesellschaft und den Planern einen separaten Schutz , der bisher nicht vorgesehen ist in der Landesplanung.Foto: Angelika Munteanu

Crossen. Die Wogen waren hochgeschlagen, als die Planer für den Hochwasserschutz an der Weißen Elster an einem Informationsabend im Oktober in Crossen den Bewohnern am Mühlberg eröffneten, dass es für sie keinen separaten Schutz geben wird. Ein Gespräch vor Ort war den Mühlberg-Anwohnern aber zugesichert worden.

Die Thüringer Landgesellschaft hat Wort gehalten: Der Ortstermin zum Hochwasserschutz am Crossener Mühlberg gemeinsam mit den Anwohnern hat am Donnerstagabend stattgefunden. Sehr anschaulich schilderten die Mühlberg-Bewohner, wie ihnen während der Flut Ende Mai/Anfang Juni 2013 das Wasser förmlich bis zum Hals gestanden hatte. „Das hat auf der anderen Seite in Crossen gar keiner mitgekriegt, dass wir hier Hochwasser hatten“, erinnerten die Anwohner. Als die Brücke von Crossen nach Nickelsdorf wegen der Flut zu war, habe keine Hilfe kommen können.

Eine schnelle Lösung auf Kosten des Landes hat Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft den Mühlberg-Anwohnern am Donnerstagabend allerdings nicht versprechen können. Drei Möglichkeiten gebe es, so Schirmer: Einen Deich am Fluss zu bauen zum Schutz für den Mühlberg. Damit würde aber der Flutpegel für den Ort Crossen steigen. Das sei nicht das Ziel, räumten auch die Bürger ein. Den einstigen Mühlgraben an der Straße wieder auszubaggern als Rückhalt, würde keinen Schutz bringen, bestenfalls helfen, dass Hochwasser schneller wieder abfließen könnte.

Am Donnerstagabend empfahl Schirmer den Bewohnern der fünf Häuser am Fuße des Mühlbergs baulichen Objektschutz, das heißt beispielsweise: Kellerfenster bei drohender Flut mit Brettern zu verschließen und im Kellergeschoss nichts zu lagern, was von Wert ist. „Das hilft nicht, wenn das Wasser durch die Mauern drückt“, wissen die Anrainer aus Erfahrung. Maik Blankenburg vom Ingenieurbüro Lopp aus Weimar sah sich die Gegebenheiten in den Gebäuden an und hat auch den Stand der Hochwassermarken vermessen, die Wolfgang Werner zur Erinnerung an die Flutkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte an seiner Grundstückszufahrt angebracht hat.

Mit den Erkenntnissen vom Ortstermin soll die Landesplanung nochmals überprüft werden, ehe im Sommer nächsten Jahres das Genehmigungsverfahren für die Hochwasserschutzplanung des Landes begonnen wird. „Wir haben nichts davon, wenn es dann wegen Widersprüchen blockiert wird“, sagte Schirmer. Ein weiteres Gespräch mit den Mühlberg-Anrainern ist zugesichert. Bürgermeister Uwe Berndt (Die Linke) will sich kümmern.

OTZ Angelika Munteanu / 11.11.17
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Weiße Elster bekommt mehr Platz in Gera

Beitragvon jhmatz » 18.01.2018, 10:24

Zwischen Cubabrücke und Eisenbahnbrücke soll vor allem östlich des Flusses Überflutungsraum geschaffen werden.

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Abbildung: Hochwasserschutzmaßnahmen Weiße Elster Foto: Björnsen Beratende Ingenieure Erfurt GmbH

Gera-Untermhaus. Der Elster-Abschnitt zwischen Cubabrücke und der Eisenbahnbrücke vor Milbitz ist die nächste Etappe für den Hochwasserschutz. Erste Varianten sind untersucht und wurden am Dienstag zunächst Betroffenen vorgestellt. Mehr als 50 Grundstückseigentümer, Kleingärtner und Garagenpächter waren der Einladung der Thüringer Landgesellschaft gefolgt. Sie ist Projektträger im Auftrag des Freistaates.

Für die Weiße Elster zwischen Greiz und Crossen will das Land Thüringen insgesamt rund 140 Millionen Euro in die Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Gewässerstruktur investieren, sagte Landgesellschaft-Projektleiter Frank Schirmer.

Für den seit Anfang 2017 von den Planern von BCE Björnsen Beratende Ingenieure Erfurt GmbH betrachteten Abschnitt in Untermhaus formuliert es Geschäftsführer Jan Kretzschmar so: „Wir müssen die Wassermengen durch den Schlauch bringen, ohne dass sie Schaden anrichten“. Erwogen wird deshalb, dass westlich der Elster erst ab Höhe der gelben Fußgängerbrücke eine Hochwasserschutzwand, einen halben Meter hoch, zwischen der Straße und den Grundstücken gebaut werden könnte. Die Straße verliert ihren Status und wird zur Uferpromenade. Das heißt, dass die Linden dort weiter wachsen dürfen und die Grundstücke künftig über die vorhandenen Stichstraßen erreicht werden müssen. Das alte Hochwasserschutzkonzept habe noch eine Mauer dort vorgesehen, wo heute die Linden wachsen.

Nach der Vogelsiedlung soll der Elsterdeich mit befahrbarer Krone vom Fluss weg verlegt werden, so dass die sechs separaten Gärten der Kleingartenanlage „Zwerghöhlen“ im Überschwemmungsraum liegen würden. Die beiden einzelnen Häuser in diesem Abschnitt sollen hinter der Schutzanlage bleiben.

Auf dieser Elsterseite werden außerdem die Kleingartenanlagen „Schafwiesen“ und „Magnus Poser“ betroffen sein.
Erdabtrag bis zu 3,50 Meter denkbar

Gravierender sind die Eingriffe auf der östlichen Elsterseite. Etwa ab Höhe Tobias-Hoppe-Straße soll der neue Deich an die Kantstraße zurückverlegt werden. Die Kantstraße wolle man dann mit einer einen Meter hohen Schutzwand vor Überschwemmung schützen. Ab Ecke Kantstraße/Ernststraße will man die neue Hochwasserschutzanlage hinter dem Mühlgraben bauen und damit das Areal zwischen Elster und Mühlgraben zur Überschwemmungsfläche machen. Dazu müssen voraussichtlich nicht nur Kleingärten aus den Anlagen „Uferstraße“ und „Kantstraße“ aufgegeben werden, sondern auch Garagen aus dem Garagenverein Kantstraße. Obendrein soll Gelände abgetragen werden. Dabei könnte sich der Erdabtrag zwischen 50 Zentimetern und 3,50 Meter bewegen.

„Wenn ich das richtig sehe, ist das halbe Grundstück weg“, sagte Kerstin Zinkeisen aus der Kantstraße und fragte, ob schon bekannt sei, welche Flurstücknummern genau betroffen sind. Das werde erst Ende 2018 feststehen, kündigte Alexander Fischer, der technische Objektplaner von BCE an. Sebastian Richter, der eine Garage im Komplex an der Kantstraße nutzt, wollte wissen, wo schlagartig 40 Autos unterkommen sollen, wenn Stellplätze in Untermhaus sowieso schon fehlen. Das müsste sich die Stadt zum Thema machen, erklärte Schirmer.

„Was passiert mit unseren Häusern, wenn Erde abgetragen wird“, wollte Familie Weber aus der Kantstraße wissen, die davon sprach, dass ein Haus schon Risse hätte. Das war auch das Thema eines anderen Anwohners aus der Kantstraße. „Liegt dann das Grundwasser gleich bei uns an?“, fragte er und erinnerte: „Was 2013 zuerst kam, war das Grundwasser“.

„Überall gilt das Verschlechterungsverbot“, versicherte Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft.

Im Februar soll zur Information der Anrainer die Internetseite www.blickpunkt-elster.de freigeschaltet werden. Ansprechpartner in der Stadtverwaltung Gera finden Betroffene im dortigen Fachdienst Umwelt unter Telefon (0365) 8 38  42 00

Dazu der Kommentar über Anrainer, die gefasst sind

OTZ Sylvia Eigenrauch / 18.01.18
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Hochwasserschutz: Schlimmstenfalls droht Bauern die Enteignu

Beitragvon jhmatz » 15.02.2018, 13:31

Für den Hochwasserschutz an der Weißen Elster beansprucht das Land Ackerflächen – Bauern fordern Alternativen und angemessenen Ausgleich

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Gewässerwerkstatt für Landwirtschaftsbetriebe zum Hochwasserschutz an der Weißen Elster zwischen Bad Köstritz und Crossen Foto: Angelika Munteanu

Etzdorf. Die Stimmung war absehbar gereizt in der Gewässerwerkstatt zum Hochwasserschutz an der Weißen Elster. Die Thüringer Landgesellschaft, die im Auftrag des Freistaates Thüringen den Hochwasserschutz an der Weißen Elster für den Abschnitt zwischen Bad Köstritz / Pohlitz und Crossen plant, hatte dazu in den Etzdorfer Hof eingeladen: Landwirtschaftsbetriebe, die Ackerflächen in der Elsteraue bewirtschaften, Bürgermeister aus der Region, Bauernverband, Landwirtschaftsamt und Amt für Flurneuordnung.

Hauptsorge aller Landwirte im Elstertal: Für den Hochwasserschutz an der Weißen Elster benötigt der Freistaat Land – Flächen, die der landwirtschaftlichen Produktion entzogen werden. „Es ist schlimm, dass wir Land abgeben müssen“, sagt Landwirt Chris Laube, der Felder in Tauchlitz und Crossen bewirtschaftet. Und Christian Wode, Verwalter der Reuss‘schen Güter Aga, die auch in Caaschwitz Flächen haben, befürchtet: „Im schlimmsten Fall werden wir enteignet.“

Der Fluss wird umgebaut

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Die Weiße Elster Foto: Landgesellschaft Die Weiße Elster Foto: Landgesellschaft

Nach den jetzigen Plänen des Landes soll im Raum Bad Köstritz/Pohlitz der vorhandene Deich abgeflacht werden, so dass die Flächen für ein hundertjähriges Hochwasser wie im Jahr 2013 als Überschwemmungsflächen zur Verfügung stehen. Zudem soll der Fluss bei Köstritz ein neues mäanderndes Bett und damit mehr Raum erhalten – auch zum Schutz für die Hinterlieger, die Ortschaften, die flussabwärts liegen wie Caaschwitz, Hartmannsdorf, Silbitz und Crossen. Das erläuterte Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft zu den Plänen. Damit werden Flächen zerschnitten, andere sind für den Ackerbau überhaupt nicht mehr verfügbar. In der Zeit des Flussumbaus werden außerdem Lagerflächen für den Erdaushub benötigt.

Weiter flussabwärts in Caaschwitz soll das Dorf mit einem schützenden Deich umgeben werden. Das beansprucht Landwirtschaftsfläche. Der Lehmboden für den Deich soll in unmittelbarer Nachbarschaft gewonnen werden. Damit werden weitere Flächen für zwei, drei Jahre nicht für den Ackerbau nutzbar sein. Eine Lagerhalle, die außerhalb des künftigen Ringdeiches liegt, soll an geschützter Stelle neu gebaut werden. Eine Einigung mit dem Eigentümer steht noch aus.

Der Deich, der um die Ortslage Silbitz errichtet werden soll, beansprucht Fläche für den neuen Teil auf 300 Metern Länge. Die Spundwand, die um die Industriegebiete in Silbitz und Crossen als Schutz gebaut werden soll, wird zwar wenig Grundfläche beanspruchen. Für die Felder am Fluss wird sie aber Einfluss darauf haben, wie Hochwasser künftig von den den Böden ablaufen wird.

In Crossen sollen ein Überschwemmungsgebiet auf Grünland zur Verfügung stehen und 330 000 Kubikmeter Retentionsraum geschaffen werden. Die Elster soll in ihren Altarm zurückverlegt werden.

Beim Umbau des Flusses im Elstertal sei neben dem Hochwasserschutz der Gewässerschutz ein wichtiges Kriterium, erklärte Schirmer.

Bis zu 30 Hektar nötig

„Die Umsetzung der Maßnahmen ist nur möglich durch eine erhebliche Flächen-Inanspruchnahme“, erklärte Schirmer den Landwirten. 20 bis 30 Hektar Land werden benötig für den Bau der Hochwasserschutzanlagen und das Umverlegen der Weißen Elster. Dafür wird ein Bodenordnungsverfahren notwendig sein. Auch Landwirtschaftswege und Radwege werden umzuverlegen sein an den neuen Elsterverlauf, erläuterte Schirmer. Wo dafür in den letzten Jahren Fördermittel geflossen sind, werden diese auszugleichen sein. Es werden unbewirtschaftbare Restflächen bleiben. Und während der Bauzeit werde Boden über mehrere Jahren in Anspruch genommen. Zu klären sei noch, wie Restflächen minimiert werden können, wie deren Bewirtschaften möglich werden können und wie Gewässer-Randstreifen genutzt werden könnten.

Ralf Prüger vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung erläuterte den Landwirten die rechtlichen Grundlage eines anstehenden Flurbereinigungsverfahrens und die Zulässigkeit von Enteignungen sowie Entschädigungen. „Wir können aus dem Minus kein Plus machen“, erklärte Prüger zu dem absehbaren Flächenverlust für die Landwirtschaft im Elstertal. Der Landverlust solle aber möglichst auf einen großen Kreis von Eigentümern beziehungsweise Pächtern umverteilt werden.

Forderungen der Bauern

Die Landwirte fordern, dass das Land beim Umbau des Flusses für den Hochwasserschutz soviel eigene Flächen einbringt wie möglich, dass Austauschflächen zu bezahlbaren Preisen angeboten werden und dass der Entzug von Ackerboden so gering bleibt wie möglich. Und es geht ihnen um die Bewertung der Böden und entsprechende Entschädigung für die Flächen, die abgegeben werden müssen.

„Ein Flurbereinigungsverfahren kann erst durchgeführt werden, wenn der Prozess der Planfeststellung beginnt und klar ist, welche Flächen benötigt werden“, sagte Prüger vom ALF.

Wenig Verständnis gab es bei Landwirten dafür, dass der Naturschutz über den Interessen der Grundstückseigentümer steht und beispielsweise der Altarm der Weißen Elster in Caaschwitz weiterhin Biotop bleiben soll, statt für den Hochwasserschutz genutzt zu werden. Auch das Angebot, Gewässerrandsteifen und Restflächen für den ökologischen Ausgleich zu nutzen, stieß vorerst auf wenig Gegenliebe bei den Bauern.

„Damit wären wir festgelegt, zur Zeit können wir aber noch selbst entscheiden, wo und wie wir ökologischen Ausgleich schaffen“, erklärte der Verwalter der Reuss‘schen Güter.

Für Siegfried Stenzel vom Kreisbauernverband im Saale-Holzland ist der Unmut der Landwirte verständlich und er stellte fest: „In nächster Zeit wird noch viel im Detail zu klären sein.“

OTZ Angelika Munteanu / 15.02.18
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Forderungen zum Flutschutz aus Crossen

Beitragvon jhmatz » 29.03.2018, 15:46

Kontroverse Debatten zu den Plänen des Landes für den künftigen Schutz an der Weißen Elster
29. März 2018 / 05:59 Uhr

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Vorzugsvariante der Planer für den Schutz vor hundertjährigen Hochwassern an der Weißen Elster in Crossen-Ahlendorf Foto: Thüringer Landgesellschaft

Crossen. Nein, die Bewohner von Ahlendorf sind sich bislang nicht einig, ob sie künftig einen Hochwasserschutz am Ort haben wollen oder nicht. Am Dienstagabend zur Informationsveranstaltung der Thüringer Landgesellschaft zu den Vorzugsplänen für den künftigen Hochwasserschutz an der Weißen Elster im Raum Crossen war eine Positionierung der Ahlendorfer erwartet worden. So war es im Februar bei einem Vor-Ort-Termin von Landgesellschaft, Planern und Anwohnern verabredet worden. Ein einiges Ja oder Nein gab es in der mehr als vierstündigen Veranstaltung im Klubhaus Crossen am Dienstag nicht. Während mancher Ahlendorfer vorsorglich die von den Planern vorgesehene Schutzwand nahe der Ortschaft möchte, sind andere, insbesondere die Eigentümer, auf deren Grundstücken die Spundwand errichtet würde, strikt dagegen. Es habe bisher keine Überschwemmung in Ahlendorf gegeben, auch zur Flutkatastrophe 2013 nicht, warum also jetzt?

„Die Elsteraue im Raum Crossen-Ahlendorf ist als Überschwemmungsgebiet festgelegt“, erläuterte Marcel Möller, Abteilungsleiter Wasserbau in der Thüringer Landgesellschaft, die vom Freistaat Thüringen mit der Planung und dem Bau des Hochwasserschutzes an der Weißen Elster zwischen Greiz und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt beauftragt ist. Auf dieser Festlegung werde die Planung aufgebaut. Wenn Ahlendorf und der Ort Crossen bislang von Überflutungen verschont geblieben seien, heiße das nicht, dass das künftig auch so sein werde. Deshalb sollen Wohnbauten und Gewerbe geschützt werden.

Mühlgraben soll nicht wieder geöffnet werden

Etliche Ahlendorfer hatten weitere Argumente gegen den Hochwasserschutz am Ort. Etwa den vorgesehenen Kiesabbau. Der könne nicht Voraussetzung für die Planung des Hochwasserschutzes sein, erklärte Möller. Für den Abbau gebe es noch keinen Antrag. Wenn dieser komme, dann müssten die zuständigen Behörden ihn unter der Maßgabe prüfen, dass der Betrieb im Überschwemmungsgebiet eröffnet werden soll. Schon zum Ortstermin in Ahlendorf und mehrfach wiederholt am Dienstag forderten Anrainer, dass der Bahndamm, der bisher das Hochwasser von den Häusern ferngehalten hatte, als Schutzdamm genutzt wird, um die privaten Flächen zu schonen. Wiederholt verwies die Landgesellschaft darauf, dass Gespräche mit der Eigentümerin Deutsche Bahn AG ergebnislos verlaufen seien. Die Bahn werde ihren Damm nicht für den Hochwasserschutz zur Verfügung stellen. Der Damm biete zwar einen gewissen Schutz, sei aber durchlässig. Und die vorhandenen Durchlässe dürften nicht verschlossen werden.

Im Namen einer Gruppe von Elstertalbewohnern machte Wolfgang Maruschky einen ganzen Katalog von Forderungen auf, die er auch noch schriftlich an die Planer geben wolle. Das Staupotenzial am Wehr und an den Brücke durch angeschwemmten Müll müsse beseitigt werden, forderte er. Und er wiederholte seine Forderung, dass die Straße an der Elster zwischen Caaschwitz und Silbitz zu einem Schutzdamm erhöht werden müsse, damit Flutwasser nicht von hinten ins Industriegebiet Silbitz fließen könne. Dort sehen die Landesplanungen aber bereits vor, das Industriegebiet mit Silbitz Guss mit einer Mauer aus Spundwänden vor neuerlichen Überschwemmungen zu schützen. Weiterhin forderte Maruschky, den Rosenthalbach umzuleiten, so dass er erst hinter Ahlendorf in den Elsterfloßgraben mündet, denn die ausgewiesene Überschwemmungsfläche auf der Grünfläche zwischen Crossen und Ahlendorf sei „schizophren“. Das Umleiten des Baches wiederum schließt Bürgermeister Uwe Berndt aus. Der Rosenthalbach werde als bereits am Klärwerk benötigt, da mit ihm das geklärte Abwasser abgeleitet werden soll, erläuterte er gegenüber dieser Zeitung. Zudem sei zu befürchten, dass der Zufluss hinter Ahlendorf bei hoch stehendem Wasser zu einem Rückstau im Floßgraben führen und damit zu einer Überschwemmungsgefahr für Ahlendorf werden könnte.

Die von Maruschky vorgeschlagenen Rückhaltebecken müssten aus Sicht der Planer „grün“ bleiben, also ohne Wasser für Angler und Energiegewinnung, da sie bei Bedarf Wasser aufnehmen sollen. „Wir warten die schriftliche Stellungnahme ab und werden die Vorschläge aufgreifen und bewerten“, kündigte Möller an. Im Zuge des noch vorzunehmenden Planung für die Binnenentwässerung würden sie aufgegriffen. Möller versuchte den Crossenern zudem mehrfach verständlich zu machen, dass die vorgegebenen Überschwemmungsgebiete unabdingbar seien: „Wenn uns der Retentionsraum nicht gelingt, dann bekommen wir für die Planung keine Zulassung.“

Die Missstimmung im Saal wuchs, vor allem bei den Betroffenen, als die Planer bestätigten, dass es für die fünf Häuser am Mühlberg keinen gesonderten Hochwasserschutz geben solle. Mit den Überflutungsflächen an anderer Stelle und der Neuanlage des Elsteraltarms verringere sich die Überschwemmungsgefahr. Objektschutz direkt an den Häusern wurde mehrfach empfohlen. Den aber lehnen die Anwohner bislang ab, denn die Kosten dafür hätten sie selbst zu tragen. Neuerlich forderten sie, den Mühlgraben zwischen Fluss und Mühlberg zum Schutz wieder zu öffnen. Solche Maßnahmen sind aus Sicht des Landes wirtschaftlich nicht vertretbar. Denn im Mühlgraben schlummern Altlasten aus der Gießerei in Silbitz. „Wir hatten da mal was reingekippt“, berichtete Maruschky, bis vor einigen Jahren Chef der Gießerei, am Dienstag.
Kommentar Informationen zu den Hochwasserschutzplänen für die Weiße Elster und die Termine für die Bürger unter http://www.blickpunkt-elster.de

OTZ Angelika Munteanu / 29.03.18
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Bad Köstritz/Crossen: Hochwasserschutz im Boot entdeckt

Beitragvon jhmatz » 14.05.2018, 07:57

Bei einer Fluss-Exkursion lernen Schüler aus Crossen geplante Maßnahmen an der Weißen Elster kennen.

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In drei Schlauchbooten machte sich die Gruppe auf den Weg nach Crossen. Foto: Susann Grunert

Bad Köstritz/Crossen. Bis 2023 sind an der Weißen Elster zwischen Gera und Crossen/Ahlendorf umfangreiche Maßnahmen zum Hochwasserschutz und zur Gewässerentwicklung geplant.

Bei einer Fluss-Exkursion konnten sich gestern Vormittag Schüler der Regelschule aus Crossen vom Wasser aus ansehen, was sich in Zukunft in ihren Heimatgemeinden verändern wird. „Wir informieren regelmäßig in Einwohnerversammlungen und Bürgerinformationen über das Vorhaben“, sagt Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft, die für die Hochwasserschutzmaßnahmen im Auftrag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) als Bauherr tätig ist. „Mit dieser Tour wollen wir auch Kindern nahebringen, was genau geplant ist.“

Insgesamt drei Projekt-Tage beschäftigte sich eine sechste und eine siebte Klasse der Regelschule Crossen mit der Weißen Elster und ihren Hochwassern. Zusammen mit Umweltpädagogin Susanne Mohr wurde der Fluss nach Gewässertieren und auf seine Qualität hin untersucht. „Wir haben unter anderem einen Wasserskorpion, eine Schnauzenschnecke und Libellenlarven gefunden“, erzählte sie. Auf Plakaten wurden zudem die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre reflektiert.

Höhepunkt war aber die Fluss-Exkursion per Schlauchboot, die über rund fünf Fluss­kilometer von Bad Köstritz bis zur Elsterbrücke nach Crossen führte. Den Weg von der Schule bis zum Startpunkt am Elsterdamm legte die Gruppe zu Fuß zurück. So konnten die Hochwasser-Marken von 2013, 1981 und 1954 am Nickelsdorfer Mühlberg betrachtet werden. Auch Baumaßnahmen in Caaschwitz und der geplante neue Elster-Mäander in Bad Köstritz konnten die Kinder so aus nächster Nähe betrachten. „Außerdem haben wir die Beschaffenheit des Ufers angesehen und geschaut, welche Lebewesen es dort gibt“, sagte Frank Schirmer. Antonia, Sophia, Emma und Dilara haben die Projekttage viel Spaß gemacht. „Am besten hat es mir gefallen, als wir nach den Tierchen gesucht haben“, meinte Sophia. „Ein wenig aufgeregt sind wir schon“, gaben die Mädchen zu, als es nach einer ausführlichen Einweisung dann endlich in die Boote ging.

Exkursion

- Am Dienstag, 15. Mai, lädt die Thüringer Landgesellschaft zu einer Exkursion in die Elsteraue bei Bad Köstritz ein. Bürger können sich ein Bild von den geplanten Maßnahmen zwischen Bad Köstritz und Caaschwitz machen und ­Wissenswer- tes zur Pflanzen- und Tierwelt des vorhandenen Altarms erfahren.

- Treffpunkt: 16 Uhr, Parkplatz neben dem Freibad

- Die Exkursion beinhaltet drei Stationen und führt fußläufig über den Elster-Radweg zum Altarm und dann weiter zur Brücke in Höhe der Landesfeuerwehrschule. Ende gegen 18 Uhr.

OTZ Susann Grunert / 10.05.18
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Fluthilfe von der Bundeswehr an der Weißen Elster

Beitragvon jhmatz » 27.05.2018, 20:58


Bundeswehr beräumt Brückenpfeiler in Crossen. Silbitz macht die Schotten dicht. Keine nennenswerten Schäden.


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Der Held des gestrigen Hochwasser-Tages in Crossen: Der Bundeswehrsoldat Holger Fuchs aus Eisenberg beräumt den Brückenpfeiler vom angetriebenen Holz. Foto: Angelika Munteanu

Crossen/Silbitz. Am Donnerstagabend hatte der Gemeinderat in Crossen an der Elster die Neubesetzung seiner Arbeitsgruppe zum Hochwasserschutz beschlossen. Zu dieser Zeit stand die Stadt Adorf flussaufwärts an der Weißen Elster im Vogtland schon teilweise unter Wasser. „Dann ist die Flutwelle morgen bei uns“, ahnte man zu abendlicher Stunde bereits in Crossen.

Die Hochwasserwarnung für den Flussabschnitt im Saale-Holzland-Kreis kam gestern morgen. „Wir sind vom Landratsamt informiert worden“, sagte der Silbitzer Bürgermeister Sylvio Mahl (CDU) gegenüber dieser Zeitung. Unterdessen hatten Anwohner im Elstertal, die von den Überschwemmungen gestern im Vogtland und auch in Greiz aus der Zeitung und den Funkmedien erfahren hatten, besorgt auf die Pegelstände geschaut, die die Hochwassernachrichtenzentralen der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) auf ihrer Homepage haben. Am Vormittag gegen 9. 30 Uhr machten die Gemeindearbeiter in Silbitz die Schotten am Damm vor dem Dorf dicht, da stellenweise das Flusswasser bereits übers Ufer leckte. „Seit heute früh um sieben ist der Wasserstand schätzungsweise um einen halben Meter angestiegen“, sagten zu dieser Zeit Frank Scheller und Andreas Helm.

Unterdessen suchte wenige Meter flussabwärts Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Linke) händeringend nach Hilfe. An den Pfeilern der Bogenbrücke von Crossen in Richtung Mühlberg hatte sich das festgehakt, was mit dem schnellfließenden Wasser flussabwärts geschossen kam: ganze Baumstämme, Bauholz, Totgehölz, Autoräder trieben vorbei, Gartenzäune, Spielbälle und jede Menge Müll. „Jetzt geschieht genau das, wovor wir immer gewarnt haben“, sagte auf der Brücke Anwohner Wolfgang Werner. Seit langem fordern die Flussanrainer, dass die Uferbereiche frei gehalten werden, damit Hochwasser nichts mitreißen kann, was an Engstellen zum Rückstau führen kann.

Die Kreisstraßenmeisterei, zuständig für die Brücke in Crossen, war zwar schon am Vormittag vor Ort. „Wir können aber nichts machen“, stellte Kreisstraßenmeister Ralph Bendel fest. „Uns fehlte die Technik, um Baumstämme aus dem reißenden Fluss zu holen. Dafür müsste eine Firma gefunden werden.“ Auch die Feuerwehr Crossen/Elstertal stand bereit – ohne eingreifen zu können.

Schließlich sind es die Nachbarn von Crossen gewesen, die gestern Mittag mit schwerem Gerät zu Hilfe eilten: Soldaten vom Pionierbataillon 701 aus Gera, deren Gelände mit dem Zeitzer Forst bis Crossen unmittelbar an die gestern bedrohte Brücke reicht. „Gute Nachbarn helfen sich“, erklärte auf der Brücke der Kommandeur und Standortälteste aus der Kaserne auf dem Hain in Gera, Andreas Kallweit.

Mit Seilen gesichert agierte der in Eisenberg beheimatete Berufssoldat Holger Fuchs auf dem Sockel des Brückenpfeilers, um angeschwemmtes Treibholz zu lösen. Mit Hilfe eines motorgetriebenen Schlauchboots und mit Drahtseilen und Fahrzeugen vom bereits überschwemmten Flussufer aus wurden ganze Baumstämme, die sich zwischen den Pfeilern festgesetzt hatten, gelöst und trieben davon. Weiter flussabwärts schwamm das Treibgut ungehindert über das Crossener Wehr, das bereits eine einheitlich hohe Wasserfläche hatte. Das Schott zum Elsterfloßgraben hatte die Flussmeisterei am Vormittag verschlossen. Floßhausbewohner Helmut Wunderlich fürchtete zwar um das ökologische Gleichgewicht im Flossgraben, der kaum Wasser führte. Doch letztlich ging es darum, den Ortsteil Ahlendorf vor einer etwaigen Überschwemmung zu schützen. Bis etwa 15 Uhr stieg das Wasser unaufhaltsam bei Silbitz und Crossen. Doch hatten die Orte Glück. Größere Schäden gab es nicht.

OTZ Angelika Munteanu / 26.05.18
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Fünf Jahre danach: Lehren aus der Flutkatastrophe im Elstert

Beitragvon jhmatz » 04.06.2018, 07:17

Nachgehakt: Das Hochwasser der Weißen Elster vor fünf Jahren – ein Rückblick und die Lehren daraus

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Das Hochwasser 2013 an der Weißen Elster in Hartmannsdorf, Silbitz und Crossen. Foto: Tino Zippel

Crossen/Silbitz/Hartmannsdorf. Sobald das Wasser in der Weißen Elster über den normalen Pegel steigt – wie erst Freitag voriger Woche wieder – macht sich Unruhe breit in den Gemeinden des Saale-Holzland-Kreises im Tal der Weißen Elster. Die Erinnerungen an die Flutkatastrophe, die sich Ende Mai, Anfang Juni 2013 ereignete hatte, werden bei den Elsteranrainern wieder wach. Die Schäden von damals sind inzwischen behoben. Doch die Angst vor dem Wasser bleibt. Und der Hochwasserschutz des Landes befindet sich derzeit noch im Stadium der Planung. Bis er gebaut ist, werden noch fünf, sechs Jahre ins Land gehen,

Ehe an jenem Sonntag, dem 2. Juni im Jahr 2013, der Landrat am Abend kurz nach 21 Uhr Katastrophenalarm gegeben hatte, standen die Industrieanlagen im Elstertal und Wohngebäude in Silbitz und am Mühlberg in Nickelsdorf längst unter Wasser. Das erste Wasser drang bereits am Freitagvormittag, 31. Mai, in Gebäude. Die Volksbank am Kreisverkehr musste ihren Geschäftsbetrieb einstellen. Im vorgelagerten Dorf Caaschwitz im Landkreis Greiz war das Technische Hilfswerke im Einsatz, das später abgezogen wurde. Durch dessen Einsatz aber der Schaden für das Stahlwerk Silbitz Guss gemildert wurde. Dennoch erlitt es mit 15 Millionen Euro den höchsten Einzelschaden im Hochwasser 2013 in ganz Thüringen. Nickelsdorf war von der Welt abgeschnitten, weil die Brücke von Crossen nicht mehr passierbar war. Auch Tauchlitz war später nicht mehr erreichbar. Die größten Schäden entstanden durch die Superwelle, die sich an jenem Sonntagnachmittag die Elster flussabwärts wälzte. „Prognosen zur Vorwarnung gab es nicht. Der Katastrophenalarm, der hätte Hilfe von außen bringen können, ist viel zu spät ausgelöst worden“, sagen die, die dabei waren. Kameraden der Feuerwehr Crossen/Elstertal und viele Freiwillige kämpften bereits von Freitag an gegen die Fluten. Am Sonntag waren zeitweise bis zu 60 Feuerwehrkameraden im Einsatz. Das THW rückte mit 35 Helfern an. Am Montag nach der Welle waren — so die Statistik des Landratsamtes – zeitweise bis zu 57 Einsatzkräfte der Feuerwehr, zwölf Einsatzkräfte des Sanitäts- und Betreuungszuges des DRK, 40 Soldaten der Bundeswehr sowie 70 zivile Helfer im Einsatz. Die Bewohner der Dr.-Maruschky-Straße wurden evakuiert, weil das Wasser in den Häusern stand und der Strom ausgefallen war. Vorsorglich mussten auch die Ahlendorfer ihre Häuser verlassen. Sandsäcke wurden verbaut, Deiche gesichert. Auch der Deich am Floßhaus drohte zu platzen. Bis zum 5. Juni dauert der Katastropheneinsatz und die erste Räumungsarbeiten begannen.

Neben dem Schaden für das Stahlwerk waren mehr als zwei Millionen Euro Schäden an privatem Hab und Gut entstanden, dazu die Schäden an der öffentlichen Infrastruktur. Zwei Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft kümmerten sich um die sofortige Schadensregulierung von weit über 100 Fällen.

Der Landkreis erstattete im November 2013 der VG Heideland-Elstertal-Schkölen die Einsatzkosten in Höhe von 11 585 Euro. Darin enthalten waren auch Kosten für Reparaturen beziehungsweise Ersatzbeschaffungen von Ausstattung und Fahrzeugen. Eine weitere Entschädigung wurde 2015 aus dem Solidaritätsfonds der EU in Höhe von 5712 Euro gewährt.

Nach der Katastrophe hat der Kreis den Alarm- und Einsatzplan für Hochwasser komplett erneuert. Darin wurden unter anderem Angaben zum Benachrichtigungsplan, zu gefährdeten Objekten, wasserbaulichen Anlagen, Einsatzmitteln, Notunterkünften und Bereitstellungsräumen dokumentiert. Die Erkenntnisse aus der Katastrophe wurden bei der Neustrukturierung des Katastrophenschutzstabes berücksichtigt. Außerdem werden diese in die Ausbildungs- und Übungskonzeptionen und darauf aufbauende Maßnahmen einbezogen. Zudem steht der Landkreis, insbesondere der Bereich Brand- und Katastrophenschutz, den Gemeinden beratend zur Seite, um diese bei der Aufgabenbewältigung zu unterstützen.

Die VG hat in Crossen neben der Feuerwehr ein zentrales Sandsacklager gebaut. Aufgebaut hat sich auch ein informelles Warnsystem zwischen den Kommunen am Fluss entlang von Greiz bis nach Zeitz, damit Warnungen vor einer neuerlichen Flut parallel zu offiziellen Warnsystemen schnell weitergegeben werden – zum Schutz der Bewohner des Elstertals.

OTZ Angelika Munteanu / 02.06.18
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Endlich geklärt: Freistaat übernimmt Rauda-Hochwasserschutz

Beitragvon jhmatz » 12.09.2018, 08:17

Seit Jahren steht der Hochwasserschutz an der Rauda aus, jetzt kommt Bewegung in die Sache.

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Die Planung des Hochwasserschutz für die Weiße Elster funktioniert nur, wenn die Daten des Zuflusses Rauda bekannt sind. Foto: Thüringer Landgesellschaft

Eisenberg/Crossen. Seit Jahren steht der Hochwasserschutz an der Rauda aus, den vor allem die immer wieder von Überschwemmungen betroffenen Gemeinden Rauda und Hartmannsdorf fordern. Die Thüringer Landgesellschaft, die im Auftrag des Freistaates Thüringen arbeitet, wird die Planung und Umsetzung des Hochwasserschutzes an dem Zufluss zur Weißen Elster übernehmen.

„Der förmliche Vertrag, der auch die Nachsorge der künftigen Hochwasserschutzanlagen regelt, steht zwar noch aus. Aber der Grundtenor im Zweckverband ist zustimmend.“ Das sagte auf Zeitungsnachfrage Eisenbergs Bürgermeister Michael Kieslich (CDU) als Vorsitzender des Zweckverbandes „Die Rauda“, der alle Anliegergemeinden an dem Gewässerlauf im Saale-Holzland vereint.

Die Gemeinderäte in Rauda und Hartmannsdorf hatten bereits vor Wochen beschlossen, dass der Rauda-Zweckverband, dem sie angehören, den Hochwasserschutz an der Rauda der Thüringer Landgesellschaft überträgt, damit der seit Langem vom Zweckverband geforderte Schutz für die Menschen und Güter an dem Elster-Zufluss endlich geschaffen wird.

Auch für die Planung des Hochwasserschutzes an der Weißen Elster werden verlässliche Daten zur Rauda, die in Crossen in den Fluss mündet, benötigt. Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft hatte in einer öffentlichen Bürgerinformation in Silbitz angeboten, dass seine Behörde die Planung für die Rauda mit übernehmen würde, damit die Planung für den Mündungsbereich an der Weißen Elster vervollständigt werden könne. Das war vor einem Jahr. Erst jetzt – unter dem Vorsitz des neuen Eisenberger Bürgermeisters – kommt Bewegung in die Angelegenheit.

In der jüngsten Verbandsversammlung des Rauda-Zweckverbandes hatte die Thüringer Landgesellschaft mögliche Varianten für den Hochwasserschutz an der Rauda vorgestellt. Die Entscheidung des Zweckverbandes steht zwar noch aus. Die vorliegenden Berechnungen zu den Wassermengen, die aus der Rauda in den Fluss münde, würden jedoch ausreichen, um die bislang ungeklärten hydrologischen Berechnungen für den Hochwasserschutz an der Weißen Elster im Mündungsbereich Hartmannsdorf/Crossen vervollständigen zu können, erklärte Schirmer gegenüber dieser Zeitung. Damit stehe jetzt nichts mehr im Wege, um die Planungen für den Hochwasserschutz an der Weißen Elster für das Planfeststellungsverfahren bei der Genehmigungsbehörde einzureichen. „Das wird im Oktober sein“, kündigte Schirmer an. Zeitgleich solle eine nächste Informationsveranstaltung für die Bewohner im Elstertal stattfinden, in der die nächsten Schritte des Planverfahrens erläutert werden.

Für die Hochwasserschutzplanung an der Rauda werde es laut Schirmer zu gegebener Zeit ein gesondertes Planfeststellungsverfahren geben. Dafür seien die Planunterlagen bei der Unteren Wasserbehörde im Landratsamt einzureichen.
Bürgerinformation der Thüringer Landgesellschaft zum Start des Planfest- stellungsverfahrens zur Weißen Elster im Oktober. Über Ort und Termin wird noch konkret informiert.

OTZ Angelika Munteanu / 12.09.18
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Kreisstraße wird in Crossen um einen halben Meter angehoben

Beitragvon jhmatz » 04.12.2018, 17:20

Hochwasserschutz für die Anwohner an der Weißen Elster teilweise verbessert.

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Mit der geplanten Sanierung soll die Kreisstraße 127 am Mühlberg in Crossen um etwa einen halben Meter angehoben werden. Foto: Angelika Munteanu

Crossen/Eisenberg. Mit der geplanten Sanierung soll die Kreisstraße 127 am Mühlberg in Crossen um etwa einen halben Meter angehoben werden. Diese Grundsatzentscheidung ist in einem Vor-Ort-Termin getroffen worden. Zu diesem haben sich die Kreisbehörde als Baulastträger, Planungsbüro, Vermesser, die Thüringer Landgesellschaft mit den Anwohnern getroffen.

Die Anwohner an dem Straßenabschnitt parallel zur Weißen Elster haben dem Anheben des Straßenniveaus zugestimmt. Damit einhergehen werde eine teilweise Verbesserung des Hochwasserschutzes, erläuterte Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft.

Berücksichtigt werden sollen auch Forderungen der Anwohner, den Graben an den Grundstücken für den besseren Wasserabfluss zu sanieren. Mit der Einhebung der Straßenniveaus müssen auch die Zufahrten zu den Grundstücken angeglichen werden. Die entsprechenden Verträge mit den Eigentümern sollen noch in diesem Jahr geschlossen werden. Die eventuellen Mehrkosten, die sich für die Straßenbaumaßnahme ergeben könnten, will der Landkreis tragen.

OTZ Angelika Munteanu / 04.12.18
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Flutschutz: Kreisstraße bei Crossen wird höher gelegt

Beitragvon jhmatz » 05.12.2018, 09:14

Grundsatzentscheid von Kreis, Landesbehörden und Anwohnern – Teilschutz gegen Hochwasser – Mehrkosten absehbar

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Ortstermin auf der K 127 am Mühlberg in Crossen: Gemeinsam mit den Anwohnern treffen Vertreter von Kreis und Thüringer Landgesellschaft die Grundsatzentscheidung, die Kreisstraße für eine teilweise Verbesserung des Hochwasserschutzesan der Weißen Elster höher zu legen. Foto: Angelika Munteanu

Crossen/Eisenberg. Die Idee, im Zuge der geplanten Sanierung die Kreisstraße 127 am Mühlberg für den Hochwasserschutz anzuheben, war zunächst auf viel Skepsis gestoßen. Für den Schutz vor einem Hochwasser wie im Jahr 2013 bringe das nichts, war sowohl vom Straßenbaulastträger Landkreis wie auch von Anwohnern zu hören.

Ein Ortstermin hat nun die Grundsatzentscheidung gebracht: Das Niveau der Kreisstraße 127 zwischen der Crossener Brücke und dem Ortsteil Nickeldorf wird am Mühlberg parallel zur Weißen Elster mit der bevorstehenden Sanierung um durchschnittlich einen halben Meter angehoben.

„Sie müssen sagen, ob Sie die Anhebung der Straße wollen“, erklärte den Anwohnern zuvor Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft, die im Auftrag des Freistaates Thüringen derzeit den Hochwasserschutz an der Weißen Elster im Abschnitt zwischen Gera und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt plant. Schirmer räumte ein, dass das höhere Straßenniveau jedoch nur eine teilweise Verbesserung des Schutzes vor einer Überschwemmung der Weißen Elster für die Anwohner bedeuten könne.

Andreas Hädrich vom Liegenschaftsamt des Landkreises erläuterte beim Ortstermin, dass der Landkreis bereit wäre, die Kreisstraße höher legen zu lassen, auch wenn damit möglicherweise höhere Sanierungskosten auf den Kreis zukommen könnten. Denn dann würde die K 127 voraussichtlich nicht in einem Zuge saniert werden können. Zwei Bauabschnitte wären wahrscheinlich notwendig: der erste vom Fuße des Mühlberges hoch nach Nickeldorf im kommenden Jahr, der zweite dann am Mühlberg im Jahr darauf. Allein durch die damit notwendigen zwei Baustelleneinrichtungen würden sich Mehrkosten ergeben. Zudem müsse die Planung für den veränderten Straßenkörper noch erstellt werden.

„Vielleicht werden die zwei Bauabschnitte auch gar nicht notwendig sein und wir bekommen das in einem Zug hin“, machte Planer Michael Kunz vom Geraer Planungsbüro VTU Hoffnung.

Mit einem höheren Straßenniveau der K 127 am Mühlberg wird sich teilweise auch das Gefälle der Zufahrten zu den Grundstücken am Mühlberg verändern. Für jedes einzelne Grundstück war die absehbare Veränderung des Gefälles der Einfahrt während des Ortstermins vom Hermsdorfer Vermessungsbüro Torsten Hentschel ausgemessen worden.

„Das ist machbar“, nickte schließlich jeder Anwohner am Mühlberg. Und: „Ja, das Anheben der Straße wollen wir“, erklärte schließlich Wolfgang Werner klar und deutlich. Gepaart mit dem Zusatz aus dem Kreis der Anwohnerschaft: „Ein wirklicher Hochwasserschutz ist das aber trotzdem nicht.“ Einige Zugeständnisse konnten die Anwohner den Planern schließlich beim Ortstermin zusätzlich abringen: Der Entwässerungsgraben, der zwischen Kreisstraße und Grundstücken entlangführt, soll weiter ausgeschachtet werden, damit der Wasserabfluss auch im Falle einer Überflutung besser gewährleistet werden kann.

Im Niveau angehoben werden soll auch die Senke im Kreuzungsbereich von Mühlberg-Straße und Landwirtschaftsweg in Richtung Zeitz, damit bei Hochwasser die Flut nicht über die Straße „von hinten“ auf die Grundstücke am Mühlberg fließen kann.

Nach dem mündlichen „Ja“ der Anwohner werden sich die Thüringer Landgesellschaft und der Landkreis die Bauerlaubnis nun auch formell bei den Grundstückseigentümern an der Kreisstraße 127 am Crossener Mühlberg einholen. Das soll kurzfristig in den nächsten Tagen geschehen, damit das Geld für die Bauarbeiten bis zum Jahresende noch in die Planung eingestellt werden kann, erläuterte Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft auf dem Ortstermin. Eine solche Bauerlaubnis sei auch nötig für die Baufirmen, erläuterte Crossens Bürgermeister Uwe Berndt (Die Linke). Frank Schirmer will sich nun mit der Zustimmung der Anwohner auch die Zustimmung der Unteren Wasserbehörde für die Baumaßnahme einholen. Die Abstimmung sei notwendig, da im Überschwemmungsgebiet der Weißen Elster gebaut wird.

Noch manche weitere Frage im Detail war auf dem Ortstermin angeschnitten worden: Etwa wie mit Entwässerungsrohren zu verfahren ist, die bereits unter der Kreisstraße hindurchführen. Diese werden gebraucht, damit Oberflächenwasser vom Mühlberg in Richtung Weiße Elster abgeleitet werden kann. Sie könnten aber zur Gefahr werden, wenn durch sie Elsterhochwasser in Richtung Mühlberg gedrückt würde.

Wiederholt machten die Mühlberg-Anrainer die Forderung auf, den alten Mühlgraben auf der Elsterseite der Kreisstraße wieder zu öffnen als zusätzlichen Schutz vor einem Hochwasser. Das aber lehnt die Thüringer Landgesellschaft weiterhin ab: Der Aufwand entspreche nicht dem Nutzen, den die Mühlgrabenöffnung für den Hochwasserschutz bringen würde, erklärte Frank Schirmer.

OTZ Angelika Munteanu / 05.12.18
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